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Die Urfahrer Josefskirche ist eine römisch-katholische Pfarrkirche im Stadtteil Urfahr in Linz. Seit dem 1. Jänner 2023 gehört sie als eine von 8 Pfarrteilgemeinden zur Pfarre Urfahr der Diözese Linz. Die Kirche steht erhöht an der Donau direkt beim Ars Electronica Center.

An der Stelle eines 1681 vom Kapuzinerorden erbauten Hospitiums wurde
von 1690 bis 1694 eine Kapuzinerkirche mit Kloster erbaut und 1702
geweiht. Unter Kaiser Joseph II. wurde das Kloster aufgehoben. Die
Klosterkirche wurde 1784 die Pfarrkirche von Urfahr. Die Reminiszenz
mit Stadtpfarrkirche erinnert an Urfahr als selbständige Gemeinde,
welche 1808 zur Marktgemeinde und 1882 zur Stadt erhoben wurde, und
1919 zur Stadt Linz kam. Der ehemalige Klostergarten mit Klostermauern
aus Bruchsteinen wurde zum Pfarrfriedhof Urfahr.

Der für die Kapuziner typisch schlichte Kirchenbau hat ein
einschiffiges, tonnengewölbtes Langhaus und einen eingezogenen
niedrigeren tonnengewölbten Rechteckchor. Südlich am Langhaus ist eine
Seitenkapelle als Taufkapelle mit einem Gang zum Chor und einer
Sakristei am Chor. Nördlich des Chores ist ein Gang zum ehemaligen
Kloster angebaut. Nach der Erhebung zur Pfarrkirche wurde von 1789 bis
1790 durch Einbeziehung des ehemaligen Mönchschores der Chor erweitert.
Von 1791 bis 1793 wurde außen eine barock-klassizistische Hauptfassade
mit Fassadenturm nach den Plänen von Franz Xaver Martinelli errichtet.
Nach einem Brand erhielt die Turm 1833 einen Zwiebelturm mit Laterne.
Unter dem Langhaus ist eine nicht zugängliche Gruft.

Die Kapuziner übertrugen aus Gründen der Sparsamkeit zahlreiche
Einrichtungsgegenstände aus anderen Kirchen. Der Altar aus dem Jahr
1654 wurde aus der abgebrochenen Franz-Xaver-Kapelle des
Jesuitenkollegiums in Linz übertragen. Das Altarblatt Heilige Familie
malte 1694 Johann Karl von Reslfeld.

Nach zunächst temporärer Nutzung wurde am 4. Februar 2015 die
Jugendkirche der Diözese Linz Der Grüne Anker in der Urfahrer
Josefskirche eröffnet, deren Ziel es ist, spirituelle Angebote für
Jugendliche und junge Erwachsene zu schaffen. Die Formate richten sich
an kirchennahe sowie kirchenferne Menschen im Alter von 14–24 Jahren.





Das Kirchengebäude wurde dahingehend speziell adaptiert. Das Innere der
barocken Josefkirche auf eine mobile Bestuhlung umgestellt um so den
Kirchenraum flexibel und vielseitig nutzbar zu machen.

Die historistische Wandgliederung im Kircheninneren gestaltete 1884 der
Baumeister Michael Riedl. Zwei Glasfenster mit neobarockem Dekor sind
von 1900. Die ornamentalen Glasfenster der Taufkapelle schuf 1976 der
Maler Rudolf Kolbitsch. Die Wandmalereien im Langhaus und Chor von 1884
bis 1887 vom Maler Max Gehri wurden übertüncht.


Die Außenfassade der Kirche wird von einem Kunstprojekt mit dem Titel
„Rutsche ins Leben“ gestaltet, welche die Spannung zwischen dem
Sakralraum und dem Raum für Jugendkultur verdeutlicht.
