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Die Pfarrkirche zum heiligen Franz von Assisi (auch Kaiserjubiläumskirche; umgangssprachlich Mexikokirche) ist eine 1910 fertiggestellte römisch-katholische Pfarrkirche im 2. Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt am Mexikoplatz. Sie ist dem heiligen Franz von Assisi geweiht.

Nachdem das durch die erste Wiener Donauregulierung von 1870 bis 1875
neu gewonnene Land schnell besiedelt worden war, fehlte dafür eine
eigene Kirche und Pfarre; das Gebiet gehörte vorläufig zur Pfarre
Praterstraße. Am 19. März 1898 wurde ein Komitee für den Bau einer
großen und repräsentativen Kirche an der Donau gegründet. Der Sakralbau
sollte aus Spendenmitteln finanziert und dem 50-jährigen
Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josefs I. gewidmet werden.

Der wuchtige neugotische Ziboriumsaltar stammt aus der Basilika Seckau.
Er wurde 1964 bei der Neugestaltung des Altarraums entfernt und in die
Kaiserjubiläumskirche überführt, wo bis dato ein 1912 für den
Eucharistischen Kongress geschaffener provisorischer Altar aus Holz
aufgestellt war. Am 4. Juli 1964 weihte Kardinal Franz König den
ehemaligen Seckauer Baldachinaltar.

UNSERE LIEBEN FRAU VON PENAFRANCIA, BESCHÜTZERIN VON BICOL

Seitenschiff links


Die Grundsteinlegung erfolgte am 10. Juni 1900 durch Fürsterzbischof
Kardinal Anton Josef Gruscha in Gegenwart des Kaisers und von mehr als
100.000 Menschen. Nach dem Tod des Architekten Victor Luntz im Jahr
1903 führte der spätere Dombaumeister August Kirstein den Bau weiter.
Finanzielle Probleme verzögerten den Baufortschritt. Der Schlussstein
wurde am 10. Juni 1910 gelegt. Die provisorisch fertiggestellte
Jubiläumskirche wurde am 2. November 1913 von Fürsterzbischof Friedrich
Gustav Piffl im Beisein von Kaiser Franz Josef I., des Thronfolgers
Erzherzog Franz Ferdinand, des Bürgermeisters von Wien, Richard
Weiskirchner und des Präsidenten des Kirchenbaukomitees, Fürst Carlos
Clary und Aldringen (1844–1920), geweiht. Während des Ersten
Weltkrieges wurden die Arbeiten an der Kirche unterbrochen und nach
Kriegsende wieder aufgenommen. Die Erscheinungsform der
Kaiserjubiläumskirche blieb aber bis heute nahezu unverändert. So waren
die hölzernen Überdachungen der drei Haupteingänge nur als Provisorium
für die Einweihungsfeierlichkeit gedacht, blieben jedoch bis heute
bestehen.

Der Platz hieß zur Bauzeit Erzherzog-Karl-Platz, die benachbarte
zweispurige, von der Straßenbahn mitbenützte Donaubrücke
Kronprinz-Rudolph-Brücke. Die Kirche ist heute umgeben vom Mexikopark,
einem Teil des Mexikoplatzes. Der vormalige Erzherzog Karl-Platz wurde
1956 in Mexikoplatz umbenannt. Ein Gedenkstein vor der Kirche trägt die
erklärende Inschrift: Mexiko war im
März 1938 das einzige Land, das vor dem Völkerbund offiziellen Protest
gegen den gewaltsamen Anschluß Österreichs an das
nationalsozialistische Deutsche Reich einlegte. Zum Gedenken an diesen
Akt hat die Stadt Wien diesem Platz den Namen Mexiko-Platz verliehen.

Altar der Heiligen Jungfraus

Seitenschiff rechts


Die Kaiserin-Elisabeth-Gedächtniskapelle, in der Architektur
neoromanisch, in der Ausschmückung (der sezessionistische Altar, die
Mosaiken, das Eingangsgitter) eines der bedeutenden
Jugendstil-Denkmäler Wiens, wurde an das linke Querhaus der Kirche
neben dem Chor angebaut. Sie ist 13,5 Meter hoch und hat einen
Durchmesser von rund zehn Metern. Das Kapellen-Oktogon ist der
Pfalzkapelle im Aachener Dom nachempfunden.
Nachdem 1898, im Jahr des Baubeginns der Kirche, der italienische
Anarchist Luigi Lucheni Elisabeth, die Gattin von Kaiser Franz Joseph
I., in Genf ermordet hatte, entstand der Plan, zu ihrem Gedenken eine
reichgeschmückte Kapelle an das Querhaus der Kirche anzubauen. Der Bau
wurde aus separaten Spenden für das Rote Kreuz finanziert, dessen erste
Protektorin Elisabeth gewesen war. Die Initiative zum Bau ging von
ihrer Nachfolgerin in dieser Funktion aus, der Erzherzogin Maria
Theresia.

Das unerwartet hohe Spendenaufkommen von 348.348 Kronen erlaubte, die
Kapelle statt mit Freskogemälden mit Mosaiken auszuschmücken und die
Wandverkleidung anstatt in Stuck in Marmor auszuführen. Die
Mosaikentwürfe stammen von Carl Ederer. In der Wölbung der Altarapsis
befindet sich ein großes Mosaik der heiligen Elisabeth von Thüringen.
Die Kapelle wurde 1907 fertiggestellt und am 10. Juni 1908 feierlich
geweiht. Kaiser Franz Josef I. besichtigte aus Anlass der Kirchweihe am
2. November 1913 erstmals die Gedächtniskapelle, wo ihm Theodor
Charlemont (1859–1938), Schöpfer des Reliefs von Kaiserin Elisabeth,
sowie Franz Seifert (1866–1951), Bildhauer der Herz-Jesu-Statue,
vorgestellt wurden.

Franz-von-Assisi-Kirche (2., Mexikoplatz 12;
"Kaiser-Franz-Joseph-Jubiläumskirche"), Pfarrkirche (seit 1. Juli 1921)
Donaustadt und Trinitarierkirche (seit 15. Juli 1917; vorher
Salvatorianer von Kaisermühlen), in romanisierenden Formen (direktes
Vorbild war die Kölner Kirche Groß St. Martin) nach Entwürfen von
Viktor Luntz zur Erinnerung an das 50-jährige Regierungsjubiläum Franz
Josephs I. (1898) erbaut (1898−1913; ab 1900 unter Leitung von August
Kirstein; Schlusssteinlegung 10. Juni 1910; Weihe 2. November 1913).

Der vierjochige basilikale Backsteinbau besitzt ein Langhaus mit
Kreuzgewölben, einen einjochigen, reich gegliederten Chor mit Emporen,
eine Apsis mit Umgang und Kreuzrippengewölbe, zwei Fassadentürme und
einen Vierungsturm. Nach einem Attentat, dem die Kaiserin am 10.
September 1898 in Genf zum Opfer gefallen war, erhielt Luntz den
Auftrag für die Gestaltung der Kaiserin-Elisabeth-Kapelle. Diese
integrierte er links vom Presbyterium als Gedächtniskapelle in den
Kirchenbau, wobei er sich die Aachener Pfalzkapelle zum Vorbild nahm.
Der neuromantische Hochaltar stammt aus der Stiftskirche Seckau
(Steiermark) und wurde 1964 aufgestellt. Den hölzernen Baldachinaltar
im Jugendstil (links) verwendete man beim Eucharistischen Kongress
1912. Als Ende des 19. Jahrhunderts in der Vorgartenstraße Kasernen
errichtet wurden (Erzherzog-Albrecht-Kaserne,
Erzherzog-Wilhelm-Kaserne), stand die geplante Kirche auch als
Garnisonkirche im Gespräch, weshalb man sie besonders groß und prächtig
gestalten wollte. Da die entlegene Freudenau ebenfalls zum Pfarrgebiet
gehört, wurde dort die Filialkirche Maria Grün errichtet.

Einen nicht umgesetzten Entwurf für die Jubiläumskirche hatte auch
Adolf Loos geliefert. Er konzipierte als bewusste Abkehr zur Secession
einen an antike Vorbilder orientierten Bau, der an das Pantheon in Rom
erinnert. Einem querovalen Hauptraum war ein Portikus mit einem
wuchtigen, sich fließend nach oben hin verjüngenden Turm vorgelagert,
der seiner Form nach auf den Eiffelturm anspielt. Die Monumentalität
des Bauwerks und die Lage an der Donau reihen den Entwurf in Loos'
städtebauliche Studien ein. Der Gebäudeentwurf war stark von Loos'
Eindrücken der Ausstellungsarchitektur anlässlich der World Fair in
Chicago (1893) beeinflusst, welche der Architekt als junger Mann
besucht hatte.

Der Kirchenbau entstand nach einem Wettbewerbsentwurf des Architekten
Victor Luntz (1840–1903) im rheinisch-romanischen Stil; in der
Gestaltung des Baukörpers und der Position am Fluss orientierte sich
der Entwurf an der Kölner Kirche Groß St. Martin. Besonders augenfällig
ist allerdings die Ähnlichkeit zur Garnisonkirche St. Martin in
Dresden. Der vierjochige basilikale Backsteinbau wurde, da die Kirche
auch – was später unterblieb – als Garnisonkirche dienen sollte, groß
und massig angelegt, die drei massiven Türme sind mit roten Dachziegeln
gedeckt und weithin sichtbar. In den Türmen erreicht die Kirche eine
Gesamthöhe von 73 m, die Länge beträgt 76 m.

Bis zur Donauregulierung (1870-1875) befanden sich wegen der akuten
Überschwemmungsgefahr ausschließlich Auen und Gärten im Gebiet zwischen
Praterstern und den Donauarmen. Durch die Bannung der Hochwassergefahr
wurde auch neues Land zur Besiedelung gewonnen, so dass für die immer
zahlreicher hier wohnenden Menschen eine nicht zu weit entfernt
liegende Gottesdienststätte geschaffen werden musste. Die neue
Donaustadt (nicht zu verwechseln mit dem heutigen 22. Wiener
Gemeindebezirk), das Gebiet zwischen Nordbahn, Donau und den neuen
Albrechts- und Wilhelmskasernen, war bis 1910 im Wesentlichen verbaut,
gehörte pfarrlich aber in die Praterstraße. Zu diesen Gründen eines
Kirchenneubaues kam das 50. Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs I.
am 2. Dezember 1898 hinzu, das in diesem rasch wachsenden Stadtteil
eine dem Anlass, der Räumlichkeit und der Seelenanzahl
würdig-angemessene Erinnerungskirche hinterlassen sollte. Das plante
ein Komitee, das sich am Josefsfest (19. März) 1898 unter dem
Protektorat der Erzherzogin Maria Theresia und des Wiener
Fürsterzbischofs Kardinal Anton Gruscha gebildet hatte und alle
Menschen der Monarchie aufrief, für die neue Pfarr- und Garnisonskirche
zu spenden, die dem Namenspatron des Kaisers, dem hl. Franz von Assisi,
geweiht werden sollte. Adel und Volk spendeten, doch flossen die Gelder
nicht so reichlich, wie dies für den Monumentalbau nötig gewesen wäre;
auch die zugesagten Subventionen des Religionsfonds und der Stadt Wien
wurden immer gekürzt, so dass es zu wesentlichen Planvereinfachungen
und Bauverzögerungen kam, ja genaugenommen die Kirche heute noch als
unvollendet angesehen werden muss (z.B. die hölzernen Portalvorbauten,
1913 als Provisorium errichtet!).

Nach einer öffentlichen Ausschreibung wurde 1899 dem Professor für
mittelalterliche Baukunst an der Wiener Akademie der bildenden Künste,
Viktor Luntz, einem Schüler Friedrich von Schmidts, der 1. Preis
zuerkannt und die Bauleitung übertragen. Mittlerweile war Kaiserin
Elisabeth in Genf ermordet worden, so dass die Errichtung einer
Gedächtniskapelle vorgesehen wurde, die auch zur Ausführung kam,
während die den einzelnen Völkern zugedachten Seitenkapellen sowie die
später als Ersatz dafür geplanten 18 Wandgemälde dem Rechenstift zum
Opfer fallen sollten.
Am 10. Juni 1900, dem Dreifaltigkeitssonntag, fand inAnwesenheit des
Kaisers die feierliche Grundsteinlegung statt, wobei 30 000 Schulkinder
auf der Ringstraße zwischen Hofburg und Aspernbrücke Spalier bildeten;
danach schlossen sich mehr als 70 Vereine (Kongregationen,
Studentenverbindungen usw.) mit ihren Fahnen an: Insgesamt sollen mehr
als 100 000 Menschen teilgenommen haben. Kaiser Franz Joseph selbst
führte die drei Hammerschläge vor aller Prominenz von Staat und Kirche
und den diplomatischen Vertretern des Auslandes aus.

Die Orgel wurde 1939/40 von den Orgelbaufirma Gebrüder Rieger
gefertigt. Das Taschenladen-Instrument hat 56 Register und einen
Spieltisch mit drei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertraktur
ist elektropneumatisch. Am 7. Juli 1940 wurde die Orgel von Kardinal
Erzbischof Theodor Innitzer geweiht.

Der sich langsam dahinziehende Bau wurde noch durch den Tod des
Bauleiters Luntz belastet. Ende 1903 wurde die Weiterführung August
Kirstein übergeben, der sich großteils an den Plan seines Vorgängers
hielt. 1913 konnte der Rohbau im Wesentlichen fertiggestellt werden,
und so erfolgte am Sonntag, dem 2. November 1913, die feierliche
Benediktion der Kirche – eine Konsekration war wegen ihrer inneren
Unvollständigkeit nicht möglich.
Wiederum nahm der Kaiser persönlich an der Zeremonie teil, begleitet
von Thronfolger Franz Ferdinand und dem künftigen Thronfolger Karl.
Durch den baldigen Kriegsausbruch kam es zur Einstellung der Arbeiten
an der Jubiläumskirche, und auf manch Notwendiges musste noch Jahre und
Jahrzehnte gewartet werden.Die Elisabethkapelle war schon 1908
fertiggestellt und am 10. Juni eingeweiht worden. Dies war dadurch
möglich, dass das Österreichische Rote Kreuz den Gedächtnisbau für
seine erste Schutzherrin finanzierte, indem es eine eigene
Spendensammlung veranstaltete, die sehr erfolgreich war, wodurch auch
die prunkvolle Ausgestaltung erklärt ist. Allerdings erlaubte das Rote
Kreuz erst 1910, dort Notgottesdienste abzuhalten – die Gläubigen
mussten vor der Kapelle im Seitenschiff stehen. Seitdem übten
Salvatorianer aus Kaisermühlen, das damals noch zum 2. Bezirk gehörte,
die Seelsorge aus, bis 1917 Trinitarier aus Gersthof die Arbeit an der
Kirche übernahmen, die erst nach vielen Bemühungen aus dem Volk 1921
zur selbständigen Pfarrkirche erhoben wurde.

An einem malerisch richtigen Platz erhebt sich neben der Reichsbrücke
der basilikale Steinbau in rheinisch-romantischen Formen als
dreischiffige Anlage mit einem schweren Turm über der Vierung, zwei
Glockentürmen an der Westfassade und reich gegliederter Chorpartie.
Über dem Portal im Rosenfenster ein Christusrelief, umrahmt von den
vier Evangelistensymbolen (F. Seifert), an der links angebauten
Elisabethkapelle ein Außenrelief, die Kaiserin darstellend, wie sie aus
der Hand ihrer Namenspatronin eine Rose empfängt (Theodor Charlemont).
Im Inneren ist die achteckige Gedächtniskapelle der Aachener
Pfalzkapelle nachgebildet und weist an der Decke Jugendstilengel mit
Palmzweigen im Goldmosaik, einen großen Jugendstilleuchter, eigene
Orgel und eine Herz Jesu-Statue von Seifert auf, der auch das Relief am
Orgelchor der Hauptkirche schuf.
Der neuromanische Hochaltar mit Baldachin stammt aus der Stiftskirche
Seckau (aus der benediktinischen Neubesiedelung im 19. Jahrhundert) und
wurde 1964 hier aufgestellt. So konnte am 5. Juli 1964 endlich die
langersehnte feierliche Weihe der Kirche durch Herrn Kardinal Dr. Franz
König nachgeholt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte hier der
hölzerne Ziboriumaltar, der 1912 beim Eucharistischen Weltkongress
oberhalb des Wiener Burgtores gestanden war, mit seinem Baldachin als
Hochaltar gedient (heute steht er im linken Querschiff).

Seit 1915 steht die 1904 in Rom auf Staatskosten von J. Weyrich
angefertigte Pieta als Geschenk an die Jubiläumskirche im rechten
Querschiff (beim jetzigen Kriegeraltar), ebenso im selben Schiff steht
die Statue „Regina Pacis“ (Königin des Friedens) auf dem Marienaltar,
die von Papst Benedikt XV. 1920 dieser Kirche und allen Wiener
Katholiken geschenkt worden war. Über dem Altar ein Freskogemälde von
Franz Zimmermann. Vor der Apsis mit Umgang und Kreuzrippengewölbe ruhen
zwei Statuen auf Säulen in großer Höhe unter Baldachinen: der hl. Franz
und der hl. Josef, die beiden Namenspatrone des Kaisers.
Es befinden sich in der Kirche auch moderne Bilder von lebenden
Künstlern: im Altarraum links die „Mutter von der Guten Hilfe“, die
Patronin des Trinitarierordens, von Lotte Berger sowie zwei Bilder über
die Gründung des Trinitarierordens und die Befreiung der Sklaven von
Ferdinando Fedele. Ein drittes Bild von ihm mit dem Titel „Der
Trinitarierorden heute“ hängt im linken Querschiff. Die beiden Bilder
„Die Verkündigung Mariens“ und „Die selige Elisabetta Canori Mora“ von
Ettore Gualdini befinden sich in den Seitenschiffen hinten über den
Eingängen. Im rechten Seitenschiff ist schließlich ein Bild des
Gründers des Trinitarierordens, des heiligen Johannes von Matha zu
sehen, das vom russischen Maler Vladimir Sobolev geschaffen wurde.
