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Baku, Hauptstadt und wirtschaftliches Zentrum von
Aserbaidschan, ist eine tief liegende Stadt am Kaspischen Meer. Sie ist
berühmt für ihre mittelalterliche befestigte Altstadt: Dort befinden
sich der Palast der Schirwanschahs, ein weitläufiger königlicher
Gebäudekomplex, und der steinerne Jungfrauenturm, eines der Wahrzeichen
der Stadt. Berühmte moderne Gebäude sind das von Zaha Hadid entworfene
Heydar-Aliyev-Zentrum und die Flame Towers, 3 spitz zulaufende,
beleuchtete Wolkenkratzer. Bei einer Tagestour kann man auch
Bibi-Heybat Moschee, Gobustan, Mud Volcano Complex, Yanar dag Feuerberg
und Ateshgah Feuertempel besuchen.
Statue eines sitzenden Mädchens am Brunnenplatz

Der Brunnenplatz
(aserbaidschanisch: Fəvvarələr meydanı) ist ein öffentlicher Platz im
Zentrum von Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans. Früher hieß der Platz
„Parapet“ und wird heute oft noch unter diesem Namen geführt. Seinen
Namen verdankt er den zahlreichen Brunnen, die sich über den Platz
erstrecken und während der Sowjetzeit in Aserbaidschan angelegt wurden.
Der Platz ist ein beliebter Treffpunkt, insbesondere nach
Geschäftsschluss und am Wochenende. Er ist ein attraktives
Touristenziel mit vielen Boutiquen, Restaurants, Geschäften, Hotels und
einer Promenade. Er beginnt an der Istiglaliyyat-Straße und den Mauern
des Icheri Sheher und erstreckt sich entlang der Nizami-Straße, die im
Volksmund auch als Torgovaya-Straße bekannt ist und parallel zum Baku
Boulevard verläuft. Auf dem Brunnenplatz finden zahlreiche öffentliche
Feste, Veranstaltungen und Feierlichkeiten statt.

Nizami Ganjavi Monument
Die Statue von Nizami Gandschavi wurde 1949 von der Stadt Baku in
Auftrag gegeben, um dem berühmten aserbaidschanischen Dichter Nizami
Gandschavi zu gedenken, der im 12. Jahrhundert lebte und für seine
romantische Poesie bekannt war. Die Statue befindet sich in einem
wunderschönen Park im Stadtzentrum, umgeben von antiken Monumenten.
Direkt davor befindet sich ein Kunstmuseum. In der Nähe befinden sich
Restaurants und der Brunnenplatz.
Nezāmi gilt als der größte romantische Epiker der persischen Literatur.
Sein Erbe wird in vielen zentralasiatischen Ländern und im Iran
hochgeschätzt und geteilt. Die Statue ist eine Hommage an seine großen
literarischen Beiträge. Auch die bekannte Nizami-Straße ist nach ihm
benannt.

Museum für aserbaidschanische Literatur und Kultur (Nizami Gəncəvi
adına Azərbaycan Ədəbiyyatı Muzeyi) mit einer großen Sammlung seltener
Bücher und Manuskripte.

Haji Gayib bathhouse
Das Haji-Gayib-Badehaus ist ein historisches Festungsgebäude in Küstennähe von Icheri Sheher.
Es befindet sich im Baku-Viertel von Icheri Sheher, gegenüber dem
Jungfrauenturm. Seine Geschichte lässt sich bis ins 15. Jahrhundert
zurückverfolgen.
Der Eingang des Badehauses ist rechteckig. Der gesamte Komplex ist in
drei Bereiche unterteilt: Umkleideraum, Ankleideraum und Badebereich.
Umkleide- und Ankleideraum bestehen aus achteckigen Hallen, die von
kleineren Räumen umgeben sind. Die Gewölbe und Kuppeln weisen
vielfältige figürliche Formen auf und sind aufwendig gestaltet. In der
Mitte der Halle befindet sich ein Becken mit warmem und kaltem Wasser.
Die Böden sind mit Steinplatten belegt. Die Beheizung erfolgt über
Keramikrohre oder -kanäle unter den Fußböden. Die durch die
Wassererwärmung entstehende warme Luft zirkuliert durch diese Kanäle.

Der Jungfrauenturm
(aserbaidschanisch Qız Qalası), deutsch auch als Jungfrauenbastei oder
Mädchenturm bezeichnet, steht im südöstlichen Teil von İçəri Şəhər
(Itschäri Schähär), der teilweise heute noch ummauerten Altstadt der
aserbaidschanischen Hauptstadt Baku. Er ist vermutlich ein Teil der
früheren Stadtbefestigungsanlage, deren östlicher Abschnitt, zu dem der
29,5 Meter hohe Turm gehörte, jedoch nicht mehr existiert. Der Turm ist
wie die gesamte historische Innenstadt und der Palast der
Schirwanschahs seit 2000 von der UNESCO als schützenswertes
Weltkulturerbe eingestuft.

Das Alter des Jungfrauenturmes ist nicht eindeutig bestimmbar. Es
existieren dazu widersprüchliche Meinungen. Es gibt Vermutungen, nach
denen die Fundamente aus dem 5. oder 6. Jahrhundert stammen und die
oberen Teile im 12. Jahrhundert entstanden. Darauf weist eine Inschrift
des Mesud ibn Da’ud auf der Außenseite des Turmes anlässlich einer
Rekonstruktion hin. Dass damals nur der obere Teil umgebaut wurde, wird
daraus gefolgert, dass die Inschrift sich nicht über dem Eingang in den
Turm befindet, sondern in einem Seitenbereich in einer Höhe von 14
Metern.

Der Jungfrauenturm besteht aus lokalem Kalkstein. Er ist zylindrisch
und hat eine Höhe von 29,5 Metern bei einem Durchmesser von etwa 17
Metern. Die Wandstärke beträgt am Boden fünf Meter, nach oben nimmt sie
auf vier Meter ab. In seinem Inneren hat der Turm acht Geschosse, die
von steinernen Gewölben überspannt werden. Jedes Gewölbe hat in der
Mitte ein Opaion von drei Metern Durchmesser. Diese ermöglichen die
Beleuchtung und Belüftung der Kammern. In jedem Geschoss befindet sich
ein niedriger Raum. Die Stockwerke sind durch eine Treppe in der Wand
verbunden. Das Erdgeschoss ist nur durch eine Leiter erreichbar, die
früher bei Gefahr hochgezogen werden konnte. Innerhalb des Turmes gab
es einen 21 Meter tiefen Brunnen, der die Versorgung mit Grundwasser
sicherte. In jedem Geschoss gibt es mehrere mannshohe Öffnungen, von
denen einige genau die aufgehende Sonne an Sonnwendtagen zeigen. Als
Schießscharten taugen sie kaum. Ab etwa 14 Meter Höhe ist in den
Außenwänden Schmuck eingekerbt. Den gesamten Turm durchzieht im
Mauerwerk eine senkrechte Röhre aus ineinander gesteckten konischen
Tonröhren, die Spekulationen über seine einstige Funktion nährt. Die
Theorien dazu sind vielfältig und reichen von der Verwendung als
Leuchtturm, als einen Sonnen- oder Feuertempel bis hin zur Verwendung
als eine Verteidigungsanlage.
Nach dem Zusammenbruch des Staates der Schirwanschahs im Jahr 1538
infolge politischer Ereignisse in der Region wurden die historischen
Ländereien Schirwans beschlagnahmt und in iranische Hände
weitergegeben. So wurden der Reichtum des Palastes, die umfangreiche
Bibliothek des Schahs und zahlreiche wertvolle Güter der Bevölkerung
geplündert. In der 6., 7. und 8. Etage des Jungfrauenturms ist die
virtuelle Ausstellung „Das Erbe der Schirwanschahs in den Museen der
Welt“ zu sehen. Dort werden einige Beispiele des reichen kulturellen
Erbes Schirwans präsentiert, die unter anderem im Metropolitan Museum
of Art, im Louvre, in der Staatlichen Eremitage und im Museum für
Islamische Kunst Berlin aufbewahrt werden. An einem interaktiven Tisch
in der 7. Etage der Festung können Sie die architektonischen Denkmäler
Schirwans kennenlernen, von denen nur noch Fragmente erhalten sind oder
die vollständig zerstört wurden. Sie wurden vor Jahrhunderten im
Auftrag der Schirwan-Schahs errichtet.

Während der Herrschaft der Schirwanschahs im 12. Jahrhundert in Baku
entstand um die Stadt ein bemerkenswertes Verteidigungssystem. Laut
Evliya Chelebi, einem türkischen Reisenden des 17. Jahrhunderts,
bestand dieses aus zwei Stadtmauern, die 70 halbrunde Türme miteinander
verbanden. Die äußere Mauer reichte bis zum Meer und schützte den
Hafen. Zusätzlich wurde der Hafen durch die Festung Sabayil geschützt,
deren Ruinen heute unter Wasser liegen. Die Halbinsel Absheron und die
Stadt Baku lagen an wichtigen Handelsrouten und waren aktiv am Handel
beteiligt. Um diesen Handel vor feindlichen Angriffen zu schützen,
wurde auf diesem Gebiet ein hochkomplexes Netzwerk aus Türmen und
Burgen errichtet. Der Jungfrauenturm gilt als letztes und mächtigstes
Glied dieses Netzwerks. Die majestätischen Mauern des Turms, der
verborgene Brunnen und der Eingang, die zu Verteidigungszwecken
errichtet wurden, stützen die Annahme, dass der Turm zur Abwehr
feindlicher Angriffe erbaut wurde. Auch wenn einige Forscher
bezweifeln, dass der Turm speziell für diesen Zweck errichtet wurde,
könnte er im Mittelalter durchaus eine Verteidigungsfunktion gehabt
haben. Gleichzeitig deutet das Fehlen von Schießscharten und Zinnen
darauf hin, dass der Turm hauptsächlich der passiven Verteidigung
diente. Berechnungen zufolge konnte er im Gefahrenfall bis zu 200
Personen beherbergen.

Im fünften Stockwerk führt eine Öffnung direkt ins Freie; früher war
diese mit einer Tür verschlossen. Die Öffnung und der Gang sind stark
abgenutzt. Am Boden befinden sich an dieser Stelle Reste von Gewölben
und Konsolen, woraus gefolgert werden kann, dass sich hier früher ein
Vorbau anschloss. Der Baustil des Jungfrauenturmes wurde bislang noch
keinem bekannten Baustil eindeutig zugeordnet. Seine massive Bauweise
entspricht weder der türkischen noch der persischen Architektur.
Deshalb rätseln Forscher seit Jahrzehnten, wozu das sagenumwobene
Wahrzeichen der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku gedient haben
könnte.

Der Jungfrauenturm befindet sich nahe beim Kaspischen Meer, im Südosten
der Bakuer Altstadt an einer Kurve des Neftjanik-Prospekts
(„Ölarbeiter-Allee“: Neftçilər Prospekti bzw. Проспект Нефтяников),
einer in Baku entlang der Küste des Kaspischen Meeres verlaufenden
Hauptverkehrsstraße.
Der Ursprung des Namens „Jungfrauenturm“ ist von zahlreichen Legenden
umwoben. Neben Aserbaidschan weisen auch die Nachbarländer Iran und
Türkei, Irak und andere Länder zahlreiche Türme, Burgen und Ortsnamen
auf, die das Wort „Jungfrau“ enthalten. Es gibt verschiedene Theorien
über die häufige Verwendung dieses Namens. Eine der gängigsten
Erklärungen besagt, dass er einem Verteidigungsbauwerk gegeben wurde,
das nie von einem Feind erobert wurde. Historische Beweise dafür gibt
es jedoch nicht. Auch wer den Jungfrauenturm von Baku kennt, hat
wahrscheinlich schon mindestens eine Legende darüber gehört. Die
bekannteste erzählt von einer jungen Frau, die von einem Schah geliebt
wurde und nur unter der Bedingung heiraten wollte, dass er ihr zuvor
einen Turm baute. Zeitgenössische Schriftsteller, Dichter, Künstler und
andere Kreative haben, inspiriert von diesen Legenden, viele neue
Versionen entwickelt. Die große Bedeutung des Jungfrauenturms für das
aserbaidschanische Volk und seine nationale Kultur wird durch die
Tatsache unterstrichen, dass er Gegenstand von Filmen war – der erste
entstand 1924 – und des ersten aserbaidschanischen Balletts, das 1940
aufgeführt wurde.

Der Jungfrauenturm ist das Wahrzeichen Bakus. Im historischen Zentrum
der Stadt gelegen, hat er die Entwicklung Bakus von einer kleinen
Wohnsiedlung zu einer modernen Metropole miterlebt. Der Turm zählt zu
den ältesten Gebäuden Bakus. Fundstücke aus archäologischen
Ausgrabungen belegen die Existenz einer Siedlung in der Antike.
Numismatische Funde (darunter eine Kupfermünze aus der Zeit von Schah
Xerxes I. der Achämeniden-Dynastie, die heute in der numismatischen
Ausstellung des Icherisheher zu sehen ist) gehören zu den wichtigsten
Belegen dafür, dass Baku bereits im 5. Jahrhundert v. Chr.
internationale Wirtschaftsbeziehungen unterhielt.
Jahrhundertelang wurde Bakus Stadt von zwei (manche Quellen sprechen
sogar von drei) Stadtmauern umgeben. Sie wurden im 12. Jahrhundert von
den Schirwanschahs errichtet. Diese Wohnsiedlung, Heimat von Adligen,
Kaufleuten, Künstlern und anderen Bevölkerungsschichten, war durch die
Mauern vor feindlichen Angriffen geschützt. Obwohl einige Gebäude das
heutige Jahrhundert nicht überdauert haben, konnte Icherisheher sein
historisches Straßennetz und seine besondere Atmosphäre bewahren. Baku
entwickelte sich im 19. Jahrhundert rasant und wuchs schnell über seine
alten Grenzen hinaus. In den 1880er Jahren wurden die Stadtmauern
teilweise abgerissen – in einer Zeit beispiellosen wirtschaftlichen
Aufschwungs und Wohlstands. Um die Altstadt herum entstanden neue,
prachtvolle Gebäude. Die Stadt erlebt nun erneut eine Phase des
Aufschwungs und des rasanten Wandels. Der Jungfrauenturm und die
anderen historischen Denkmäler Icherishehers waren Zeugen
verschiedenster historischer Ereignisse und stehen symbolisch für Bakus
Fähigkeit, seinen Charakter trotz ständiger Weiterentwicklung behutsam
zu bewahren.

Der Jungfrauenturm zählt zu den schönsten und prächtigsten historischen
Bauwerken Bakus. Obwohl er vor langer Zeit errichtet wurde, entsprechen
sein faszinierendes Äußeres, sein Design und seine Proportionen den
höchsten Ansprüchen an Schönheit und Ästhetik. Dies lässt sich auch
ohne Fachkenntnisse als Historiker oder Architekt erkennen.
Der Jungfrauenturm ist an seiner Nordseite 28 Meter und an seiner
Südseite 31 Meter hoch; die Mauern sind 5 Meter dick. Das Gebäude hat
einen zylindrischen Grundriss mit einem etwa gleich hohen
Strebepfeiler. Die acht Stockwerke des Turms sind durch Steinböden
unterteilt, die durch eine Treppe im südöstlichen Teil der Mauer
miteinander verbunden sind. Ursprünglich gab es keine Treppe zwischen
dem ersten und zweiten Stock. In der Turmmauer befinden sich zwei vertikale Schächte. Einer ist ein
mit Stein verkleideter Brunnen, der zum dritten Stock führt. Der
zweite, schmale Schacht, der vom obersten Stockwerk durch den gesamten
Turm verläuft, enthält ineinander gesteckte Keramikrohre; deren Zweck
ist bis heute unklar. Während bestimmte Merkmale des Turms,
beispielsweise die Komplexität des Eingangs, auf eine
Verteidigungsfunktion hindeuten, sprechen andere Aspekte, wie seine
Form und die Anordnung der Fenster, für andere Theorien über seinen
Zweck.

Die Juma-Moschee (Cümə
Məscidi), auch bekannt als Freitagsmoschee, ist eine schiitische
Moschee in Baku, Aserbaidschan. Eine Inschrift an der Moschee besagt,
dass „Amir Sharaf al-Din Mahmud im Monat Rajab 709 n. H. (1309/1310 n.
Chr.) die Restaurierung dieser Moschee anordnete“. An der Nordwand der
Moschee wurde im Jahr 1437 ein Minarett mit einem von Stalaktiten
getragenen Balkon errichtet. Die Moschee befindet sich im historischen
Viertel Icheri Sheher und wurde mehrmals wiederaufgebaut. Die heutige
Freitagsmoschee wurde 1899 mit finanzieller Unterstützung des Bakuer
Philanthropen und Kaufmanns Haji Shikhlali Dadashov erbaut. An der
Stätte befinden sich Spuren eines zoroastrischen Tempels. Im
kulturellen Leben des mittelalterlichen Aserbaidschan diente die
Kathedralmoschee als soziokulturelles Zentrum.

Die Altstadt (aserbaidschanisch: İçərişəhər) ist das historische
Zentrum von Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans. Sie ist der älteste
Teil Bakus und von einer Stadtmauer umgeben. Im Jahr 2007 lebten dort
etwa 3.000 Menschen. Im Dezember 2000 wurde die Altstadt von Baku,
einschließlich des Schirwanschah-Palastes und des Jungfrauenturms, als
erste Stätte in Aserbaidschan zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Der Palastabstieg, der sich hinter dem Palastkomplex der Schirwanschahs befindet, bietet einen guten Blick auf das Meer.
Das Kaspische Meer, auch Kaspisee genannt (aserbaidschanisch Xəzər
dəniz), ist mit einer Fläche von etwa 371.000 km² der größte See der
Erde. Der Salzsee ist ein endorheisches Gewässer, das heißt ohne
natürliche Verbindung zu den Ozeanen. Das Binnengewässer hat etwa die
Größe Japans und ist viermal so groß wie der Obere See als zweitgrößter
See der Erde. Es wird von 130 Zuflüssen gespeist, von denen allein die
Wolga etwa 80 Prozent des Wasserzuflusses beiträgt. Der Salzgehalt
variiert; in der Nähe der Wolgamündung ist er am niedrigsten. Im Mittel
beträgt er 1,2 Prozent, was etwa einem Drittel des Salzgehaltes der
Ozeane entspricht. Der Wasserstand des Kaspischen Meeres war bereits
mehrfach Schwankungen ausgesetzt und sinkt seit Ende der 1990er Jahre
kontinuierlich um 6 bis 7 Zentimeter pro Jahr. Prognosen lassen
erwarten, dass die Fläche des Kaspischen Meeres im Laufe des 21.
Jahrhunderts um etwa ein Viertel schrumpfen wird.

Das Murad-Tor (Ворота Мурада)
ist ein faszinierendes architektonisches Element und der jüngste Teil
des Palastes der Schirwanschahs, erbaut im späten 16. Jahrhundert.
Benannt nach Sultan Murad III., verleiht es dem Palastkomplex
historische Tiefe. Es ist hervorragend erhalten, besticht durch seinen
Stil, und der Einfluss der osmanischen Architektur ist sofort
erkennbar. Es ist ein wahrhaft stimmungsvoller Ort – wenn man am Tor
steht, spürt man einen Hauch der reichen und vielschichtigen Geschichte
dieser Ecke Bakus.

WOHNGEBÄUDE DER SCHIRWANSCHA, 12.–15. Jahrhundert
Der Bau des Wohngebäudes begann im 12. Jahrhundert. Im 14. und 15.
Jahrhundert wurde es erweitert. Es verfügt über zwei Stockwerke. Das
Obergeschoss diente der Familie des Schahs als Wohnraum und spiegelt
die charakteristischen architektonischen Techniken orientalischer
Paläste wider. Das Erdgeschoss wurde für die Haushaltsbedürfnisse des
Palastes genutzt.
Das Feudalreich Schirwan wurde im 6. Jahrhundert gegründet. Die erste
schriftliche Erwähnung des Namens Schirwan stammt aus dem 7.
Jahrhundert. Der arabische Historiker Al-Masudi (9./10. Jahrhundert)
gibt einen Einblick in die damalige Ausdehnung des Gebiets von
Schirwan: Es erstreckte sich vom Kaspischen Meer bis zur Stadt Gabala
nordwestlich von Baku. Die Grenzen der Provinzen Schirwans veränderten
sich aufgrund von Eroberungen häufig. Doch im Allgemeinen wuchs das von
den Schirwanschahs beherrschte Gebiet über die Jahrhunderte hinweg
stetig. Der Bau des Palastes selbst begann im 12. Jahrhundert. Es wurde
im 14. und 15. Jahrhundert unter der Herrschaft der Schirwanschahs
Ibrahim I., Khalilullah I. und Farrukh Yasar erweitert.

Der Thronsaal war das Zentrum der staatlichen Repräsentation. Badr
Schirwani, der Hofdichter, der im 15. Jahrhundert hier lebte, beschrieb
diesen Raum, und aufgrund seines Werkes können wir annehmen, dass sich
der Thronsaal hier befand. Der Dichter schreibt: „Es ist blau wie der
Himmel und golden wie die Sonne hier. Wenn Licht durch das Fenster
fällt und auf die reich verzierte Decke trifft, leuchten die Sterne aus
dem blauen Schein der Kuppel.“ Die Kuppel war mit blauen Fliesen
ausgekleidet, die dem Dichter wie ein Himmel erschienen.
Leider ist der Palast im Laufe der Zeit verfallen, da er mehrmals von
Invasoren überfallen und beschädigt wurde. Reiseberichte belegen, dass
die Fliesen der Kuppel, der Decken, der Böden und der Säulen von den
Eroberern entfernt und fortgetragen wurden. Die Kuppel des Thronsaals
wurde im 18. Jahrhundert durch Bomben der russischen Streitkräfte
zerstört. Ein zweijähriges Projekt zur Rekonstruktion der Kuppel und
ihrer Stalaktitenornamente wurde 2004 abgeschlossen. Quellen zum
Aussehen der ursprünglichen Fliesen in der Kuppel sind sehr selten. Die
Videoprojektion exemplarischer Fliesen soll einen Eindruck von der
einstigen Kuppel vermitteln.

Der Staat Schirwan war Schauplatz von Machtkämpfen verschiedener Mächte
um die Herrschaft über das Gebiet. In der ersten Hälfte des 16.
Jahrhunderts wurden alle wertvollen Schätze des Palastes von Eroberern
geraubt. Die Schirwanschahs horteten zudem einen bedeutenden Teil ihrer
Schätze im „Bughurt“-Turm in der Stadt Schamachi. Leider wurden auch
diese Schätze 1538 geplündert. Daher sind die Throne der Schirwanschahs
weder erhalten geblieben, noch gibt es visuelle Belege für ihr
Aussehen. Nur durch die Schriften des Hofdichters Badr Schirwani wissen
wir, dass er möglicherweise aus Walnussholz gefertigt war und als
„…goldglänzend“ beschrieben wurde.

REPRODUKTION 2018 PAPIER
Oktay Sadikzadeh - Shirvanshah Akhsitan l im Hafen von Baku

Halskette, 19. Jahrhundert, Baku
Kupfergeschmiedet. Leder. Halskette für Damen mit Schmuck.
Halskette für Damen, 19. Jahrhundert, Baku
Kupfergeschmiedet. Guss. Achat. Kopfschmuck für Damen. Der untere Teil besteht aus Metallperlen.
Koran-Etui/Amulett, 19. Jahrhundert, Baku
Kupfergeschmiedet. Halbedelsteine. Am oberen Ende befinden sich vier grüne und ein blauer Stein.

Der erste Satz des Korans, der dem Propheten Mohammed offenbart wurde,
besagt, dass Lesen und Schreiben für die Ausübung des Glaubens
unerlässlich sind: „Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes. / Im
Namen deines Herrn, der den Menschen aus einem Embryo erschaffen hat. /
Dein Herr, erhaben wie keiner auf Erden, / der durch die Schreibpfeife
lehrte / und den Menschen lehrte, was er zuvor nicht wusste.“ (Sure 96,
Verse 1-5). Um die Offenbarung zu schützen und zu verbreiten, wurde
neben der Kufi, der ältesten arabischen Kalligrafie, ein Kanon von
sechs Schriftstilen entwickelt. Diese Schriften wurden nicht nur in
Büchern, sondern auch in der Architektur und in Kunstwerken verwendet.
Die Ausbildung zum Kalligrafen war sehr langwierig, und die Kunst wurde
oft innerhalb einer Familie weitergegeben. Manche Familien verdienten
ihren Lebensunterhalt mit der Kalligrafie. Auch Kalligrafinnen gab es
in der islamischen Welt. In wohlhabenden Familien gehörte die
Kalligrafie zudem zur Erziehung von Mädchen. Die Tradition der
Kalligrafie besteht unverändert fort und wird auch heute noch
praktiziert.
KORAN, 20. JAHRHUNDERT, ISTANBUL, TÜRKEI. PAPIER. LEDER. Heiliges Buch der Muslime.

Aserbaidschan war schon immer reich an Bodenschätzen wie Eisenerz,
Kupfer, Gold, Silber und fossilen Brennstoffen. Der Handel entlang der
Seidenstraße über den Hafen von Baku sicherte die Versorgung mit
fehlenden Rohstoffen wie Edelsteinen. So entwickelte sich in der Region
früh eine lebendige Handwerkstradition. Auch heute noch ist
Aserbaidschan für seine Teppichproduktion berühmt. Nirgendwo sonst gibt
es so viele verschiedene regionale Stile wie in Aserbaidschan. Teppiche
wurden häufig als Transportsäcke, Zelte oder Kissen verwendet.
Die traditionelle Kleidung in Aserbaidschan veränderte sich bis ins 20.
Jahrhundert kaum. Männer trugen weite Hosen, die von einem Gürtel
gehalten wurden. Je nach Einkommen bestanden ihre Tuniken aus Wolle,
Seide oder Satin. Kopfbedeckungen wie Turbane oder „Arakhchin“ (eine
Kappe, die von Männern und Frauen getragen wurde) gehörten ebenfalls
zur Garderobe. Die Kleidung der Frauen war aufwendiger und oft reich
verziert, mit Stickereien, die ihrem Stand entsprachen. Frauen trugen
Röcke mit hüftlangen Blusen. Es gab auch verschiedene Jackenarten, die
je nach Jahreszeit wattiert oder mit Pelz besetzt waren. Das Haar und
der Kopf der Frauen waren stets mit einem Schleier oder einem Schal
bedeckt.
WESTE FÜR DAMEN, 19. JAHRHUNDERT, SHIRVAN, ZEIT SATIN
HEMD, ANFANG DES 19. JAHRHUNDERTS, ŞAMAKIHI, SEIDE
ROCK, 19. JAHRHUNDERT, BAKU, SATIN
HUSNIYYE-SCHAL, ANFANG DES 20. JAHRHUNDERTS, BAKU, CREPE DE CHINE-SEIDE


Taqiyya (Kopfbedeckung), Anfang des 20. Jahrhunderts. Baku. Goldfadenstickerei.
Nationale aserbaidschanische Kopfbedeckung.

Totenkopfmütze, 19. Jahrhundert, Gazache. Samt. Metall. Satin.
Typische aserbaidschanische Kopfbedeckung.

Nachdem die Residenzstadt der Schirwanschahs, Schamakha, Ende des 12.
Jahrhunderts durch ein Erdbeben zerstört wurde, wurde die Hauptstadt
des Staates nach Baku verlegt. Die bis heute erhaltene Perfektion der
Ingenieurskunst und Architektur der Befestigungsanlagen, religiösen,
sozialen und privaten Gebäude innerhalb der Stadtmauern zeugt von der
herausragenden Kompetenz der Architekten. Obwohl die Gebäude in Icherisheher
auf den ersten Blick willkürlich angeordnet erscheinen, bilden sie eine
harmonische Einheit. Die Struktur der Plätze, Häuserblöcke, Gebäude und
Straßen wurde unter Berücksichtigung des Reliefs, der Natur und des
Klimas der Region geplant.
Seit dieser Zeit entwickelte sich Baku dank seiner günstigen Lage am
Kaspischen Meer zum wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum. Bis ins
19. Jahrhundert lebten die Einwohner ausschließlich innerhalb der
Stadtmauern. Mit dem Aufschwung der Ölindustrie wuchs die Bevölkerung
rasant, und die Stadt dehnte sich über die Mauern hinaus aus. Seitdem
wird dieser von Mauern umgebene historische Teil Bakus „Icherisheher“
(Innenstadt) genannt. Der Gründer des modernen Aserbaidschan, der
Nationalführer Heydar Aliyev, widmete dem Schutz von Icherisheher und
seinen historischen Denkmälern besondere Aufmerksamkeit. Ihm ist es zu
verdanken, dass Icherisheher 1977 den Status eines
historisch-architektonischen Reservats erhielt und ein spezieller
Aktionsplan für seine Erhaltung und Restaurierung entwickelt wurde. Die
unter Heydar Aliyevs Führung in diesem Bereich unternommenen großen
Anstrengungen wurden von der internationalen Gemeinschaft hoch
gewürdigt, und Icherisheher wurde zusammen mit dem Jungfrauenturm und
dem Schirwanschah-Palast im Jahr 2000 in die UNESCO-Welterbeliste
aufgenommen. Damit wurde der universelle Wert von Icherisheher als
Meisterwerk nicht nur aserbaidschanischer, sondern weltweiter
Stadtplanung anerkannt.



Dümche
Silber, zaristische russische Münzen. Vergoldung, Lötung, zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts


Der Palast der Schirwanschahs (aserbaidschanisch Şirvanşahlar sarayı
Schirwanschahlar sarayı) ist ein Komplex der herrschaftlichen Bauten
auf dem Gipfel des Hügels von İçəri Şəhər in Baku, Aserbaidschan. Unter
diesem Namen wird oft auch nur der eigentliche Wohnpalast verstanden.
Die Schirwanschahs waren eine muslimische Dynastie, die in der Region
Schirwan im Gebiet des heutigen Aserbaidschans regierte.
Zum Ensemble gehören das Mausoleum der Schirwanschahs, der
Jungfrauenturm, die Schah-Moschee, das Grabmal des Seyid Yahya Bakuvi,
das Murad-Tor, der Divanxana (Versammlungshaus), die Key-Gubad-Moschee
und das Badehaus. Der Wohnpalast ist der älteste Bau des Komplexes. Mit
dem Bau wurde 1411 unter Schah Ibrahim I. begonnen, als die Hauptstadt
endgültig nach Baku verlegt wurde. Die Bauarbeiten dauerten fast zehn
Jahre. Der Palast besteht aus zwei identischen Stockwerken, auf jedem
sind bis zu 25 Räume. Das unterste Stockwerk des Gebäudes beherbergt
die Lagerräume und die Räumlichkeiten der Diener.

Grabmal von Seyid Yahya Bakuvi, 15. Jahrhundert
Das Grabmal von Seyid Yahya Bakuvi ist auch als „Derwischgrab“ bekannt.
Seyid Yahya Bakuvi war Hofwissenschaftler am Palast von Schirwanschah
Khalilullah I. Etwa 30 seiner Werke mit sufistisch-mystischem Charakter
sind bis heute erhalten.

Das Mausoleum der Schirwanschahs (errichtet 1435/1436) ist ein
rechteckiges Gebäude auf dem Gelände des Palasts der Schirwanschahs in
Baku, Aserbaidschan. Es wird von einer hexaedrischen Kuppel gekrönt,
die außen mit Sternen geschmückt ist. Das Portal ist mit zahlreichen
Ornamenten verziert und gilt als ein herausragendes Beispiel für die
Baukunst des mittelalterlichen Aserbaidschans.
Über dem Eingang des Mausoleums befindet sich eine Inschrift, die unter
anderem den Erbauer und das Jahr der Fertigstellung nennt:
Chalilullah [I.], der größte
Sultan, der große Schirwanschah, der Namensvetter des göttlichen
Propheten, der Verteidiger der Religion, befahl 839 (=1435/1436), diese
lichte Gruft für seine Mutter und seinen Sohn zu errichten.
Türbe (Mausoleum) der Schirwanschahs und das Muqarnas-geschmückte Portal des Mausoleums

Grab der Familie Schirwanschah, 1435–1436
Das Grab der Familie Schirwanschah wurde vom Architekten Mohammed Ali
für die Beisetzung von Schirwanschah Khalilullah I.s Mutter Bike Khanum
und seinem sechsjährigen Sohn Farrukh Yamin errichtet. Später wurden
auch Schirwanschah Khalilullah I., seine Frau Khanike Sultan und seine
Söhne Mohammed Ibrahim, Amir Bahram und Scheich Saleh in diesem Grab
beigesetzt.

Die Schah-Moschee
(aserbaidschanisch Şah məscidi oder Xan məscidi) ist eine kleine
kompakte Moschee in Baku. Sie ist der Teil des Ensembles des Palastes
der Schirwanschahs. Sie wurde von 1441 bis 1442 im unteren Hof des
Palastes errichtet. Die Architektur der Moschee zeichnet sich durch
ihre Strenge, ihre sorgfältig durchgedachten Proportionen und die
Umfänge der Portale, der Kuppel und des 22 Meter langen Minaretts aus.
Der innere Raum der Moschee ist in zwei Säle, einen für Männer und
einen für Frauen, aufgeteilt. Der Männersaal, der sich durch die
abgedeckte Kuppel mit dem spitzen Wipfel vom weiblichen Saal
unterscheidet, wird von zwei Lichtquellen beleuchtet. Das Grundstück
des Fußbodens vor dem Mihrab ist von einer Türkisplatte abgedeckt und
wird von einem niedrigen Steingitter beschützt. In diesen Saal führt
das Nord- bzw. Hauptportal, das zum Mausoleum gewandt ist.
DIE SHAH-MOSCHEE, 1441-1442
Die Shah-Moschee verfügt über zwei Gebetshallen: Die große Gebetshalle
war für den Schah und seine Höflinge bestimmt, die kleine für die
Hofdamen.

BADEHAUS, 15. Jahrhundert
Das Badehaus wurde 1939 bei archäologischen Ausgrabungen entdeckt und
ist ein integraler Bestandteil des Palastkomplexes. Es war innen wie
außen mit Fliesen verziert. Die Wasserversorgung erfolgte über ein
unterirdisches Wasserreservoir („Ovdan“), das sich heute außerhalb des
Palastes befindet. Der Bau des Reservoirs und des Badehauses begann
1436 unter der Herrschaft von Schirwanschah Chalilulah I. und wurde
1438 abgeschlossen.

Spuren der Schüsse, 20. Jahrhundert
31. März – 2. April 1918: Armenische Daschnaken verübten in weiten
Teilen Aserbaidschans, darunter auch in Baku, einen Völkermord an
Aserbaidschanern. In Baku fielen 12.000 unschuldige Zivilisten diesem
Massaker zum Opfer. Die noch heute an den Palastmauern sichtbaren
Spuren der Schüsse sind stumme Zeugen dieser tragischen Ereignisse.

Im 18. Jahrhundert wurde der Palastkomplex bei einem Bombardement durch
die russische Marine schwer beschädigt. Seitdem wurden zahlreiche
Restaurierungen vorgenommen. Im Jahr 2000 wurde der Palast der
Schirwanschahs als Teil der historischen Altstadt İçəri Şəhər zum
Weltkulturerbe der UNESCO ernannt.

DIVANKHANA / GRAB DES SCHAHS, 15. Jahrhundert
Der Bau eines der Meisterwerke mittelalterlicher Architektur
Aserbaidschans – der Divankhana – blieb aufgrund der politischen und
historischen Lage unvollendet. Über den Zweck des Gebäudes gibt es
verschiedene Vermutungen. Es könnte für offizielle Empfänge und/oder
Diwan-Sitzungen, also die Sitzungen des Staatsrats der Schirwanschahs,
gedient haben. Einige Forscher gehen davon aus, dass Schirwanschah
Farrukh Yasar den Bau als Grabmal für den Schah in Auftrag gab.
Divanchana / Divanxana (Versammlungshaus)

Die Schirwanschahs (persisch شروانشاه, DMG Širwānšāh, ‚König von
Schirwan‘) waren eine muslimische Dynastie, die in der Region Schirwan
(im Gebiet des heutigen Aserbaidschans) regierte. Im 12. Jahrhundert
hatte das Land unter den Schirwanschahs Manuchehr und Ahsitan einen
ersten Höhepunkt seiner Macht erreicht. In dieser Zeit wurde die
Festung Baku angelegt und vorübergehend zur Hauptstadt gemacht, und
eine Reihe von Dichtern (z. B. Chaqani, Nizami) gefördert. Schirwan
stand damals allerdings im Vasallenverhältnis zu Georgien.
Der Palast der Schirwanschahs (aserb.: Şirvanşahlar sarayı), der als
eines der größten Werke der persischen Baukunst gilt, liegt in der
Innenstadt von Baku. Der Palast umfasst neben dem Hauptpalastgebäude
das Mausoleum, den Jungfrauenturm, die Schah-Moschee, das Grabmal des
Seyid Yahya Bakuvi, das Murad-Tor, die Diwanchana, die
Key-Gubad-Moschee und das Badehaus.

Das Baku Museum für Miniaturbücher ist das weltweit einzige Museum für
Miniaturbücher und befindet sich in der Altstadt von Baku, der
sogenannten Innenstadt. Das Museum wurde am 2. April 2002 eröffnet. Im
Jahr 2015 erhielt das Museum für Miniaturbücher die Urkunde des
Guinness-Buchs der Rekorde als größtes privates Museum für
Miniaturbücher.

Das Museum wurde von Zarifa Salahova, der Schwester von Tahir Salahov,
gegründet. Salahova begann 1982 mit dem Sammeln von Miniaturbüchern,
nachdem sie in Moskau ein Miniaturbuch mit Fabeln von Ivan Krylov
erworben hatte. Sie verbrachte die folgenden 30 Jahre mit dem Sammeln
von Miniaturbüchern, was schließlich zur Gründung des Museums führte,
das am Welttag des Buches, dem 23. April 2002, offiziell eröffnet
wurde. Es wurde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, um die
Lesefähigkeit von Kindern zu fördern.
Das Museum besitzt mehrere tausend Bücher in Feengröße: Makro-Mini,
Miniatur, Mikro-Mini und Ultra-Mini-Mikro. [Fachbegriffe] Die vier
kleinsten Bücher der Sammlung wurden alle vom Toppan Verlag in Tokio
herausgegeben. Eines misst 0,75 mm × 0,75 mm. Die anderen drei, mit den
Titeln „Die Sprache der Blumen“, „Geburtsstein“ und „Die
Tierkreiszeichen“, messen 2 mm × 2 mm und erschienen 1978. Diese Bücher
sind so klein, dass sie nur mit einer Lupe gelesen werden können. „Das
Wunderbarste“ ist das einzige Buch im Museum, dessen Größe zwischen 6
mm × 6 mm und 6 mm × 9 mm liegt. Das Buch erschien 1985 in Moskau und
enthält Werke von Máxim Gorki und Puschkin. Es wurde in vier Sprachen
übersetzt: Italienisch, Deutsch, Französisch und Englisch.

Die Sammlung umfasst mehr als 6.500 Bücher aus 64 Ländern. Sie enthält
Miniaturausgaben aus dem nachrevolutionären Russland und der
Sowjetzeit. Die Ausstellung präsentiert Bücher aus verschiedenen
Ländern, darunter Moldawien, Georgien, die Ukraine, Belarus sowie aus
Republiken Mittelasiens und Europas. Zahlreiche seltene Ausgaben sind
vertreten, darunter Werke von Tschukowski, Barto, Gogol, Dostojewski,
A. S. Puschkin und Rabindranath Tagore. Im Museum werden auch
Miniaturausgaben bekannter aserbaidschanischer Klassiker wie Vagif,
Khurshidbanu Natavan, Nizami Ganjavi, Nasimi, Fizuli, Samed Vurgun,
Mirza Fatali Akhundov und anderer Autoren ausgestellt.
Zu den weiteren bemerkenswerten Miniaturen dieser Sammlung gehören eine
Koranabschrift aus dem 17. Jahrhundert, ein im 13. Jahrhundert von
Peter Schöffer (dem Nachfolger Johannes Gutenbergs) veröffentlichtes
Buch und eine Ausgabe der Gesamtausgabe von Shakespeare aus dem Jahr
1841. Besucher können im Museum auch seltene, über 100 Jahre alte
religiöse Bücher besichtigen. Das älteste Buch ist der Koran, der 1672
in Saudi-Arabien veröffentlicht wurde. Außerdem gibt es ein
Miniaturbuch mit Liedern der Beatles. Die Sammlung des Museums wird
regelmäßig um neue Publikationen erweitert.
Das Museum ist in 15 Abteilungen unterteilt, darunter „International“,
„Baltische Länder“, „Kleinste Werke“, „Aserbaidschanische Autoren“,
„Sowjetzeit“, „Älteste Werke“, „Kinderbücher“, „Puschkin“,
„Zentralasien“ und weitere. Es verfügt über 25 Glasvitrinen. Die
Abteilung über Puschkin, einen der bekanntesten russischen Dichter des
19. Jahrhunderts, umfasst 320 Bücher über ihn und sein Werk. Zu den
berühmtesten zählen Eugen Onegin (1837), Pique Dame, Belkins
Erzählungen und die Biografie Lermontows sowie ein kleiner Gedichtband
Puschkins, der Moskau gewidmet ist.

ALIAGA VAHID (1894–1965)
Das Aliagha-Vahid-Denkmal (aserbaidschanisch: Əliağa Vahidin heykəli)
befindet sich in Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans, und ehrt den
aserbaidschanischen Dichter und Ghazal-Sänger Aliagha Vahid
(1895–1965). Es wurde 1990 errichtet.
Der Vorschlag für ein Denkmal für den aserbaidschanischen Dichter und
Ghazal-Sänger Aliagha Vahid entstand erstmals 1989. Es wurde von Rahib
Hasanov entworfen und geschaffen. Der Architekt war Sanan Salamzade.
Der mehrmonatige Schaffensprozess wurde im März 1990 abgeschlossen. Die
beständigen und intensiven Bemühungen der drei Künstler fanden in dem
Denkmal ihren künstlerischen und architektonischen Ausdruck. Die
Originalität der Form des Denkmals basiert auf dem berühmten Halbvers
des Dichters Ghazalkhan (Khan der Ghazale): „Ich bin der Nachfolger des
großen Fuzuli“. Die Künstler sahen in den aus dem Boden ragenden
Baumstämmen ein künstlerisches Zeichen für die Fortführung der besten
Tradition Fuzulis durch Vahid. Die Gestaltung des Denkmals als großes
Baumporträt verlieh dem Halbvers eine umfassende künstlerische Wirkung.

U-Bahn Station Icherisheher (İçәrişәhәr) -Ausgangspunkt der Metro Baku
Die U-Bahn beginnt mit einer roten Linie, gefolgt von einer grünen Linie an den folgenden Stationen.
Bezahlt wird mit einer aufladbaren BakuCard (2 Manat), jede Fahrt
kostet 0,60 Manat und ist personenunabhängig. Bei mehreren Leuten wird
die Plastikkarte einfach mehrfach an den Scanner gehalten und jedes Mal
werden 0,60 Manat abgebucht. Sehr unkompliziert!

Jede U-Bahn-Station wird (wie jedes Museum und Einkaufszentrum) von
Sicherheitspersonal bewacht und Gepäck oder Taschen sind in den
Durchleuchtungsscanner zu legen. Da kommt Flughafen-Feeling auf. Ich
frage mich bei solchen Situationen immer, ob dieses Wächtersystem das
Land besonders sicher macht oder ob dies wegen seiner Gefährlichkeit
erst notwendig ist. Und warum auch immer (Schutzbunker? Militäranlage?)
ist in jeder Station ein Fotografier- und Videoverbot ausgeschildert.
Bei den gut gefüllten Bahnsteigen erschließt sich mir die
Sinnhaftigkeit nicht.

Die Festung von Baku (aserbaidschanisch: Bakı Qalası) ist ein
mittelalterliches Bauwerk in Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan.
Sie bildet die größte der Festungen auf der Halbinsel Abşeron. Die
Festung besteht aus den umgebenden Mauern und Türmen der Innenstadt von
Baku und wurde im Jahr 2000 von der UNESCO in die Liste des
Weltkulturerbes aufgenommen. Sie wurde etwa 1138 bis 1139 im Auftrag
des Schirwanschahs Manuchohr III (1120–1149) erbaut.

Der Filarmoniya Bağı (Filharmonienpark
oder Philharmoniegarten), auch Gouverneurspark genannt, ist ein Park in
Baku, Aserbaidschan, direkt neben der Festung von Baku. Die Anpflanzung
des Parks begann 1830; Schiffskapitäne aus dem Iran wurden gebeten,
einen Sack Erde mitzubringen. In den 1860er und 1870er Jahren wurde er
auf 4,6 Hektar erweitert und hieß ursprünglich Mixaylov bağı
(Mikhaelovsky-Garten), benannt nach dem Gouverneur. Anfang des 20.
Jahrhunderts gab es Pläne für einen Konzertsaal im Park, doch die
notwendigen Baumfällungen stießen auf Widerstand. Stattdessen wurde ein
Sommerpavillon errichtet. In den 1970er Jahren wurde der Park renoviert
und ab 2007 auf Anordnung von Präsident Ilham Aliyev erneut
modernisiert. Dabei wurde ein altmodischer Brunnen der französischen
Firma Inter Art hinzugefügt.

Das Haus der Brüder Sadykhov ist ein siebenstöckiges historisches
Gebäude in Baku, an der Kreuzung der Straßen Istiglaliyyat und Niyazi,
gegenüber dem Philharmonischen Garten. Das Haus der Brüder Sadykhov
wurde von 1910 bis 1912 nach einem Entwurf von Gabriel Ter-Mikelov
erbaut. Es weist verschiedene Kompositionsstrukturen und
architektonische Merkmale sowie Elemente und Details der lokalen
Architektur auf. Das Wohnhaus besticht durch seine plastische
Gestaltung.
Links davon: Das Büro des Präsidenten von Aserbaidschan
(aserbaidschanisch: Azərbaycan Respublikası Prezidentinin
Administrasiyası) ist die Exekutivverwaltung des Präsidenten von
Aserbaidschan. Das Büro ist für die Wahrnehmung der verfassungsmäßigen
Aufgaben des Präsidenten zuständig. Der Hauptsitz des Büros befindet
sich in der Istiglaliyyat-Straße in der Hauptstadt Baku.
Vermutlich ist das der Grund, warum mich ein Straßenwächter aufgeregt
angehalten hat und mein letztes Foto am Kameradisplay (Digitalapparat
sei Dank!) sehen wollte. Wissen tue ich es aber nicht, denn nach
Begutachtung hat er alles für in Ordnung erklärt und ich dürfe hier
alles fotografieren. Seltsam.

Aserbaidschanische Staatliche Philharmonie (Azərbaycan Dövlət Filarmoniyası)
Die Aserbaidschanische Staatliche Philharmonie (eigentlich
Aserbaidschanische Staatliche Müslüm Maqomayev Philharmonie;
aserbaidschanisch: Müslüm Maqomayev adına Azərbaycan Dövlət
Filarmoniyası) ist ein Konzerthaus in der aserbaidschanischen
Hauptstadt Baku. Das Konzerthaus wurde im Jahr 1936 gegründet und ist
eine nationale Kulturinstitution Aserbaidschans. Institutionell ist es
Teil des Ministeriums für Kultur und Tourismus von Aserbaidschan. Das
Gebäude befindet sich im Stadtzentrum an der Adresse Istiqlaliyyət
küçəsi 2.

Die Exekutive der Stadt Baku, informell auch Bürgermeisteramt von Baku
oder Baku-Sowjet (Baksovet) genannt, ist die Exekutivbehörde der
aserbaidschanischen Hauptstadt Baku. Ihr Sitz befindet sich in einem
barocken Gebäude aus dem frühen 20. Jahrhundert. Das Rathaus von Baku
ist ein prächtiges architektonisches Denkmal im Stadtzentrum. Das
zwischen 1900 und 1904 erbaute Gebäude im Barockstil besticht durch
seinen Reichtum an architektonischen Details.
Geschichte: 1870 wurde die Stadtduma von Baku gegründet. Sie bestand
bis 1917/18. Später wurden an ihrer Stelle der Baku-Sowjet, das Komitee
für öffentliche Sicherheit von Baku, der Rat der öffentlichen
Organisationen von Baku und die öffentliche Selbstverwaltung der Stadt
Baku eingerichtet. Während der Sowjetzeit hieß die Exekutive der Stadt
Baku zunächst Exekutivkomitee des Arbeiterdeputiertenrates von Baku
(1939–1977) und anschließend Exekutivkomitee des Volksdeputiertenrates
von Baku (1977–1991). Seit 1991 trägt sie den Namen Exekutive der Stadt
Baku.

Die Aserbaidschanische Staatliche Wirtschaftsuniversität
(ASWU; aserbaidschanisch Azərbaycan Dövlət İqtisad Universiteti, ADİU)
ist eine Universität in Baku, Aserbaidschan. Die ASWU wurde 1930
gegründet und ist eine der größten Bildungseinrichtungen im
Südkaukasus. Die ASWU hat 14 Fakultäten, an welchen (2019) 18.000
Studenten ausgebildet werden. In 57 Studienrichtungen werden
Masterstudiengänge angeboten. Von den etwa 1000 Lehrkräften darunter 62
Professoren und 344 Dozenten sind auch Mitglieder der
Aserbaidschanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften sowie der
New York Akademie der Wissenschaften.
Residenz der Aserbaidschanischen Staatlichen Wirtschaftsuniversität in der Istiglaliyyat-Straße Baku

Səadət Sarayı (deutsch Der Palast des Glücks),
derzeit auch Palast der Eheschließung und früher Muxtarov-Palast
genannt, ist ein historisches Gebäude im Zentrum von Baku,
Aserbaidschan, das Anfang des 20. Jahrhunderts im neugotischen Stil
errichtet wurde. Das Gebäude wurde von dem aserbaidschanischen Ölbaron
Murtuza Muxtarov für seine Frau Liza Muxtarova gebaut. Entworfen wurde
es von dem polnischen Architekten Józef Płoszko, der zu Beginn des 20.
Jahrhunderts auch mehrere andere historische Gebäude in Baku baute.

So ein Gehsteig würde in Österreich nicht genehmigt werden.

Tezepir-Moschee (Təzəpir məscidi)
Der Bau der Moschee begann im Jahr 1905, Architekt war Ziver bey
Ahmadbeyov unter der Schirmherrschaft von Nabat Khanum Ashurbayova.
Nach dem Tod des Patrons wurde der Bau unterbrochen; schließlich wurde
die Moschee 1914 fertiggestellt. Nur drei Jahre nach der Eröffnung
musste das Gotteshaus im Zuge der Oktoberrevolution im Jahr 1917
geschlossen werden. Über die Jahre diente die Moschee als Kino und als
Scheune und schließlich von 1943 bis heute wieder als Moschee.

Der Innenraum der Moschee umfasst eine Fläche von 1400 m² und ist
verziert mit Ornamenten aserbaidschanischer Malkunst sowie
orientalischen Mustern. Der Mihrab und die Kuppel bestehen aus Marmor,
während dekorative Elemente, die Spitzen der Minarette und
Beschriftungen aus Gold sind. Die Kuppel, auf der sechsmal Lā ilāha
illā ʾllāh(u), also der erste Teil des islamischen
Glaubensbekenntnisses Schahāda, dargestellt ist, besteht aus
Qızılqaya-Gestein. Fenster und Türen des Gebäudes sind aus Mahagoni.


Alovsat Guliyev St, Baku, Aserbaidschan

Hier wird die berühmte Nizami St neu gestaltet und Fußgänger müssen
sich den Weg selber finden. Solche Stolperfallen mit aktiven
Gasflaschen machen mich ziemlich unrund und ich bin ganz schnell weg
von da. Man mag von der Überregulierung in Österreich gerne wenig
halten, aber so eine Baustellensituation ist hoffentlich und ziemlich
sicher undenkbar.

Bronzestatue eines Mädchens mit Regenschirm und Handy, ein Symbol des modernen Baku auf dem Brunnenplatz.

Das Heydər Əliyev Merkezi (dt.: Heydər-Əliyev-Zentrum, auch Heydar-Aliyev-Zentrum) ist ein Kulturzentrum in der aserbaidschanischen Stadt Baku. Benannt ist es nach dem ehemaligen Präsidenten Heydər Əliyev.
Das Zentrum wurde zwischen 2007 und 2012 nach Plänen der
irakisch-britischen Architektin Zaha Hadid erbaut und am 12. Mai 2012
von Präsident İlham Əliyev eröffnet.

Der Baukörper steht oberhalb eines terrassierten Parks mit einer
Grundstücksgröße von 111.292 m² im Zentrum von Baku am
Heydər-Əliyev-Prospekt. Das Gebäude besteht aus einem Betonbaukörper,
der von einem fließenden Raumfachwerk umhüllt wird, das mit weißen
Platten bedeckt ist. So entsteht ein fast monolithischer, skulpturaler
Eindruck. Teile der Fassade sind großflächig verglast. Die äußeren
fließenden Formen setzen sich konsequent im Inneren fort.

Die Fläche des Gebäudes beträgt rund 100.000 m², mehr als die Hälfte
stehen für das Nationalmuseum, eine Bibliothek sowie Ausstellungs-,
Konzert- und Konferenzsäle in unterschiedlicher Größe zur Verfügung.
Die übrige Fläche wird für Treppenhäuser, Technik- und Versorgungsräume
usw. genutzt. Das Auditorium bietet Platz für 1.000 Menschen.

Im Jahr 2014 erhielt das Gebäude die Auszeichnung Design of the Year
des Design Museum London. Hadid erhielt als erste Frau diesen Preis.
Sie wurde aber auch kritisiert, weil sie für das aserbaidschanische
Regime arbeitete, dem Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden.

Aserbaidschan, insbesondere Baku, war seit Jahrhunderten ein Zentrum
der Erdölförderung und entwickelte sich im 19. Jahrhundert zum
führenden Standort der frühen globalen Erdölindustrie – mit
entscheidenden technischen Innovationen und internationaler Bedeutung.
Geschichte und Entwicklung der Erdölindustrie in Aserbaidschan
Aserbaidschan zählt zu den Ursprungsorten der weltweiten
Erdölindustrie. 2022 produzierte das Land rund 33 Mio. Tonnen
Erdöl und 35 Mrd. m³ Erdgas. Die staatliche Ölgesellschaft SOCAR
ist zentral für die Wirtschaft, arbeitet jedoch laut Beobachtern
intransparent und begünstigt Eliten.
Frühgeschichte und erste Erwähnungen
Bereits im 3.–4. Jahrhundert wurde Erdöl gehandelt. Marco
Polo (13. Jh.) beschrieb die Ölquellen bei Baku. Eine Inschrift
von 1593 in Balaxanı belegt den Bau eines 35 m tiefen Brunnens.
Reisende wie Evliya Çelebi, Adam Olearius und Engelbert Kaempfer
berichteten im 17. Jh. über zahlreiche Ölförderstellen und natürliche
Gasflammen („flaming steppe“). Der Feuertempel von Suraxanı wurde
durch natürliche Gaszuflüsse gespeist.
Frühe industrielle Phase (1800–1860)
1803: Haji Kasimbey Mansurbekov führte weltweit erste Offshore-Ölförderung in Bibiheybət durch.
1806: Nach russischer Eroberung des Baku-Khanats entstand ein
staatliches Monopol; Förderung erfolgte im otkupschina-Pachtsystem.
1837: Bau der ersten Ölraffinerie in Balaxanı. Förderung
blieb gering (ca. 4–5 Tausend Tonnen/Jahr); Methoden waren primitiv
(handgegrabene, flache Brunnen).
1846: Erster gebohrter Ölschacht der Welt in Bibiheybət (21 m tief, unter Leitung von V.N. Semyonov und N.M. Alekseev) – 13 Jahre vor Edwin Drakes US-Bohrung.
Industrielle Entwicklung (1850–1870er)
Aufbau kleiner Petrochemiebetriebe zur Kerosinherstellung (u. a.
in Suraxany und auf Pirallahi). Transport zunächst per
Pferdekarren und Schiff über Kaspisches Meer und Wolga.
1873: Aufhebung des staatlichen Monopols; Einführung eines langfristigen Pachtsystems.
1871–1872: Ivan Mirzoev errichtete erste hölzerne Bohrtürme.
Aufstieg der Nobel-Brüder (ab 1873). Robert Nobel kaufte 1873
eine Raffinerie und 1875 Anteile am Balakhani-Ölfeld. Gründung
der Nobel Brothers Petroleum Production Company (1877) und Branobel
(1879).
Technische Innovationen:
Erste Pipeline Russlands (1877), Öltanker
„Zoroaster“, Einführung kontinuierlicher Destillation
(1881), Aufbau der Arbeitersiedlung Villa Petrolea mit sozialen
Einrichtungen und Gewinnbeteiligung.

Die weltweit erste industriell gebohrte Ölquelle, 1846

Bibi-Heybat-Moschee - Prächtiger Nachbau einer von Bolschewiken zerstörten Moschee aus dem 13. Jh. mit dem Grab von Ukeyma Khanum.

Die Bibi-Heybat-Moschee (Bibiheybət məscidi) ist eine Moschee am
Stadtrand von Baku, die ursprünglich im 13. Jahrhundert, in der Zeit
des Schirwahshahs, nach Entwürfen des Architekten Mahmud ibn Saad
errichtet wurde. Im Jahre 1936 wurde sie als erste religiöse Stätte in
Baku während der Kampagne des militanten Atheismus unter Josef Stalin
von Bolschewiki zerstört – wenig später folgte die monumentale
Alexander-Newski-Kathedrale (Baku).

Die nach der Schwester des achten schiitischen Imams ʿAlī ibn Mūsā
ar-Ridā benannte Moschee wurde in den 1990er Jahren nach Entwürfen des
Architekten Fachraddin Miralay wieder aufgebaut und durch Heydär
Äliyev, den damaligen Präsidenten Aserbaidschans, am 11. Juli 1997
feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Sie zählt somit zu den „wieder
geborenen“ Gotteshäusern in den postsowjetischen Ländern. Die
Bibi-Heybat-Moschee beherbergt das Grab der Heiligen Hökima Chanum,
einer Tochter des siebten schiitischen Imams Musa al-Kazim. Zudem
befinden sich in der Moschee die Ruhestätten ihrer Enkelin sowie zweier
Enkel des Imams.

Bibi-Heybat-Moschee (Bibiheybət məscidi)

Bibi-Heybat-Moschee (Bibiheybət məscidi)

Bibi-Heybat-Moschee (Bibiheybət məscidi)

Qobustan-Nationalpark
Höchstwahrscheinlich nutzten die alten Bewohner von Gobustan
den Gavaldash als Musikinstrument. Das „Geheimnis des Gavaldash“ ist
recht einfach: Die Spuren auf den Steinen zeigen, dass sie an Stellen
angeschlagen wurden, die in irgendeiner Weise in die Luft ragten und so
Widerhall erzeugen konnten. Auf diese Weise erzeugte der poröse
Kalkstein verschiedene Klänge.

Boyukdash-Gebirge. Obere Terrasse, Felsblock Nr. 29 (Südseite).
Diese Felswand zeigt 20 Petroglyphen in Zickzackform, darunter 14
Darstellungen von Menschen, einem Hirsch und einem Boot. Einige der
menschlichen Abbildungen stammen aus dem Mesolithikum (10. Jahrtausend
v. Chr.). Die Bootsdarstellung wird dem Neolithikum (Mitte des 7.
Jahrtausends v. Chr.) zugeordnet.

Boyukdash-Berg, obere Terrasse, Stein Nr. 67
Auf Fels Nr. 67 sind zwölf anthropomorphe Figuren in zwei Reihen
dargestellt. Fünf davon befinden sich in der oberen, sieben in der
unteren Reihe. Drei Darstellungen mit besonderem Kopfschmuck nehmen die
zentrale Position ein. Einige zeigen gefaltete Hände. Die Petroglyphen
stammen aus der Mittelsteinzeit. Die Szene erinnert an den modernen
Yally-Tanz, eines der Hauptsymbole von Gobustan.

Das Durchquetschen bei diesem Fels soll die Gebärfähigkeit von Frauen fördern. Was tut man nicht alles bei Kinderwunsch...

Qobustan-Nationalpark (Qobustan Milli Tarix-Bədii Qoruğu)
Archäologische Stätte mit natürlichen und künstlichen Höhlen und über 6.000 prähistorischen Felszeichnungen.

Gobustan Prison, laut Guide mittlerweise verwaist.
Mysteriöse Todesfälle häuften sich im Hochsicherheitsgefängnis vor 15 Jahren.

Straße zwischen Gobustan und Schlamm-Vulkanen

Der Schlammvulkan-Tourismuskomplex (Mud Volcanoes Tourism Complex /
Palçıq Vulkanları Turizm Kompleksi) in Cheyildagh, Aserbaidschan,
präsentiert eine beeindruckende Landschaft aus Schlammvulkanen, wo
Eruptionen von Schlamm und natürlichen Gasen surreale Formationen
entstehen lassen. An diesem einzigartigen geologischen Ort blubbert und
fließt der Schlamm und erzeugt so faszinierende Bilder und Geräusche.
Besucher können die Gegend erkunden und dabei den Panoramablick auf die
umliegende Landschaft genießen.

Dieser Komplex umfasst ein Touristeninformationszentrum, eine
Faunaausstellung und ein Café-Restaurant. Das
Touristeninformationszentrum bietet detaillierte Einblicke in die
faszinierenden Schlammvulkane – ein wahres Naturschauspiel. Hier können
Sie Mineralien aus verschiedenen Regionen Aserbaidschans entdecken. Die
Holzstege des Komplexes führen Sie zum Schlammvulkan Gilinj und bieten
einzigartige Beobachtungsmöglichkeiten. Die Faunaausstellung
präsentiert Tierskelette und Skelettteile von Tieren aus Aserbaidschan
und der ganzen Welt, neben einer Vielzahl von Insekten und
paläontologischen Funden. Das Café-Restaurant mit seinem Panoramablick
auf die Natur lädt Sie ein, die vielfältigen Aromen der
aserbaidschanischen Küche zu genießen. Innerhalb des Komplexes haben
Sie außerdem die Möglichkeit, an einer Quad-Tour teilzunehmen, die die
Landschaft rund um die Schlammvulkane erkundet.

Entdecken Sie in der Ausstellungshalle des Komplexes eine vielfältige
Sammlung von Mineralien aus ganz Aserbaidschan. Diese bemerkenswerte
Ausstellung umfasst über 60 Proben, darunter überwiegend seltene
Mineralien aus verschiedenen Regionen Aserbaidschans. Im Museum
erfahren Sie die Namen dieser Mineralien, können ihre chemische
Zusammensetzung erforschen und Einblicke in die Entstehung der
Lagerstätten gewinnen, aus denen sie stammen.
Besucher können exquisite und seltene Edelsteine, Kristalle und
geologische Proben aus verschiedenen Regionen unseres Landes, von
Gobustan bis Nachitschewan, bestaunen. Die Ausstellung präsentiert eine
beeindruckende Vielfalt an Steinen, darunter Amethyst, Hornstein,
Epidot, Travertin, Marmor, Quarz, Malachit und Türkis. Sie finden hier
auch Marmor- und Quarzproben, die mit Silber, Kupfererzen und anderen
seltenen Materialien angereichert sind.
Große kristalline Granatdruse, Malachit Cu₂CO3(OH)₂ und Azurit Cu₃(CO3)₂(OH)₂, Magnetit (Fe:Ox), Epidot (Ca:Al.Fe (SiO):OH) und Quarz (SiOs) Druse

Alle Exponate, darunter Tierskelette und Insekten, wurden von
aserbaidschanischen Spezialisten und Wissenschaftlern über Jahrzehnte
hinweg sorgfältig präpariert. Die Ausstellung wird von den
wissenschaftlichen Einrichtungen der Aserbaidschanischen Medizinischen
Universität, der Aserbaidschanischen Staatlichen
Landwirtschaftsuniversität, der Staatlichen Universität Baku, des
Instituts für Zoologie und des Nationalen Naturkundemuseums unter dem
Ministerium für Wissenschaft und Bildung der Republik Aserbaidschan
unterstützt. Die Präparation aller Exponate erfolgte unter Einhaltung
strenger bioethischer Standards.

In der Naturkundeausstellung können Sie eine Sammlung von Tierskeletten
und -resten entdecken, die Geschichte geschrieben haben. Die Exponate
vermitteln Ihnen ein tieferes Verständnis der reichen Artenvielfalt
rund um die Schlammvulkane und des faszinierenden Zusammenspiels
zwischen diesen Lebewesen und den Vulkanen. Die Ausstellung zeigt fast
100 Tierskelette aus der Fauna Aserbaidschans und der ganzen Welt sowie
bis zu 900 Arten getrockneter Insekten und in Formalin konservierter
Tiere. Darüber hinaus werden verschiedene Reptilien und Amphibien aus
dem Wasser und vom Land sowie paläontologische Exponate präsentiert.

Binagadi-Nashorn - Die Geschichte eines ausgestorbenen Riesen
Das Binagadi-Nashorn (lateinisch: Rhinoceros binagadensis) ist eine
ausgestorbene Nashornart, die vor etwa 55.000 bis 75.000 Jahren im
späten Pleistozän (von ca. 129.000 bis ca. 11.700 Jahren vor heute) im
heutigen Südkaukasus lebte. Seine Überreste wurden 1938 in der Nähe von
Baku in der Binagadi-Lagerstätte für Fauna und Flora des Quartärs, im
Dorf Binagadi, entdeckt. Das Binagadi-Nashorn ist eng mit dem
Wollnashorn verwandt, und einige Wissenschaftler halten sie sogar für
ein und dieselbe Art. Wie die heutigen Nashörner besaß auch das
Binagadi-Nashorn zwei in einer Reihe angeordnete Hörner. Seine Zähne
unterscheiden sich von denen der asiatischen Arten und ähneln eher
denen des afrikanischen Nashorns. Eines seiner Hauptmerkmale, ähnlich
wie beim Wollnashorn, war das Fehlen von Schneide- und Eckzähnen,
während seine übrigen Zähne robuster, länger und mit einer dickeren
Schmelzschicht versehen waren. Das Binagadi-Nashorn bewohnte Wüsten,
Wälder und Steppen und ernährte sich hauptsächlich von Gras, Blättern
und Zweigen. In seinem natürlichen Lebensraum lebte es zusammen mit
Tieren wie Tigern, Leoparden, Löwen, Riesen- und Edelfischen, Wildeseln
und anderen Tieren der Eiszeit.

Würfelnatter (Natrix tessellata),
Diones Rattennatter (Elaphe dione),
Östliche Vierstreifen-Rattennatter (Elaphe sauromates)

Auf Initiative des Präsidenten der Republik Aserbaidschan, Ilham
Aliyev, wurde der Tourismuskomplex der Schlammvulkane gegründet, um die
einzigartigen Schlammvulkane Aserbaidschans, die als besonderes
Naturerbe gelten, zu schützen und ihre touristische Attraktivität zu
steigern. Am 22. April 2021 legten Präsident Aliyev und First Lady
Mehriban Aliyeva den Grundstein für dieses Projekt.

Die Ausstellung präsentiert Skelette von Giraffen, Bären, Tigern,
Löwen, Wölfen, Pumas, Wildschweinen und vielen anderen Tieren.
Interaktive Vorführungen veranschaulichen den Prozess der
Fossilisation. Besucher haben die Möglichkeit, die Anatomie und das
Verhalten dieser Tiere zu erforschen. In der Ausstellungshalle können
Sie die Skelettreste von Tieren betrachten, die anhand ihrer
Knochenstruktur in verschiedene Typen kategorisiert sind –
langröhrenförmig, kurz, flach und zusammengesetzt.

Schlammvulkane sind faszinierende geologische Phänomene, die ein
Gemisch aus Schlamm, Gasen und Wasser an die Erdoberfläche befördern.
Anders als herkömmliche Vulkane stoßen sie keine flüssige Lava aus,
sondern bieten ein einzigartiges Schauspiel aus dickem, blubberndem
Schlamm. Sie entstehen, wenn unter Druck stehende Gas- und
Flüssigkeitsblasen unter der Erdoberfläche nach oben drücken und dabei
Schlamm und Sedimente mit sich reißen. Diese Kombination von Faktoren
formt diese beeindruckenden Gebilde, von denen jedes seine eigenen,
unverwechselbaren Merkmale aufweist. Schlammvulkane finden sich in
verschiedenen Teilen der Welt, mit einer besonders hohen Konzentration
in Aserbaidschan. Diese seismisch aktiven Formationen liefern uns
wichtige Hinweise auf die dynamischen Kräfte, die unseren Planeten
formen.

Die Ökosysteme rund um Schlammvulkane sind einzigartig und beherbergen
eine erstaunliche Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten, die an die
extremen Bedingungen angepasst sind. Diese Lebensräume bieten oft
Lebensraum für einzigartige und seltene Organismen, was Schlammvulkane
auch für Ökologen und Naturschützer interessant macht. Wissenschaftler
erforschen Schlammvulkane weiterhin, um ihr Verhalten, ihre Entstehung
und ihre Rolle in der Erdgeologie besser zu verstehen. Die laufende
Schlammvulkanforschung trägt zu Fortschritten in der Seismologie,
Geophysik und der Entwicklung geothermischer Energie bei.

Schlammvulkan Gilinj
Gilinj – aserbaidschanisch für „Schwert“ – ist ein Schlammvulkan, der
aus acht ineinandergreifenden Kegeln besteht, die sich in Richtung
eines Tals erstrecken. Die aktiven Kegel dieses Schlammvulkans stoßen
erhebliche Mengen Brekzie (ein Gestein aus kantigen Bruchstücken) an
die Erdoberfläche aus. Im Nordosten erstreckt sich diese Brekzie über
eine Fläche von 20 Hektar und bildet zwei Schichten mit einer Länge von
300 bis 500 Metern und stellenweise einer Breite von bis zu 50 Metern.
Wissenschaftliche Quellen enthalten keine Informationen über starke
Ausbrüche des Schlammvulkans Gilinj. Die Entdeckung geologischer
Schichten aus dem Mittel- und Jungpleistozän bei Ausgrabungen in der
Nähe des Vulkans deutet jedoch darauf hin, dass er bereits im
Mittelpleistozän (vor 770.000 bis 126.000 Jahren) aktiv war. In der
Nähe von Gilinj befindet sich der Schlammvulkan Toraghay, der es als
größter Schlammvulkan der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft
hat.

Schlammvulkane zeigen ein breites Spektrum an Aktivität, von langsamen,
stetigen Schlammströmen bis hin zu plötzlichen, explosiven Ausbrüchen.
Die entstehenden Landformen reichen von kegelförmigen Hügeln über
langgestreckte Kanäle bis hin zu flachen, kraterähnlichen Strukturen.
Ihre einzigartigen Formen und Größen machen jeden einzelnen zu einem
faszinierenden Anblick. Sie spielen eine entscheidende Rolle in den
inneren Prozessen der Erde, indem sie eingeschlossene Gase, Mineralien
und Kohlenwasserstoffe freisetzen und so zum chemischen Gleichgewicht
des Planeten beitragen. Darüber hinaus liefern sie Einblicke in
unterirdische Aktivitäten und unterstützen Wissenschaftler bei der
Erforschung der Erdkruste.

Yanar Dağ (auch: Yanar dag, Yanardag oder Yanar dagh, auf Deutsch:
brennender Berg) ist ein seit dem Altertum brennendes natürliches
Erdgasfeuer am Hang eines Hügels in Aserbaidschan. Die Stätte des
Erdbrands liegt wenige Kilometer nördlich der Landeshauptstadt Baku und
ist touristisch erschlossen.
Die Einheimischen betrachten Yanardag,
ein einzigartiges Naturdenkmal in Aserbaidschan, seit Langem als
heiligen Ort. Es gibt verschiedene Annahmen über den Ursprung und die
Gründung des Denkmals. Die älteste verbindet es mit dem Wolf, einem
Tier der Turkvölker. Daher ist eine Höhle in der Nähe des Monuments als
Wolfsnest bekannt („Gurd“). Der Legende nach verwandelten sich Wölfe,
die das heilige Objekt sahen, in bewusste Menschen. Die Verbreitung der
Feuerverehrung in Aserbaidschan führte zur Umwandlung von Yanardag in
einen heiligen Ort. Gläubige nicht nur aus Aserbaidschan, sondern auch
aus benachbarten Gebieten kamen hierher und verehrten das Feuer.

Bis zu drei Meter hohe Flammen steigen aus einem zehn Meter breiten
Grat an dem Kalksteinhügel Yanar Dağ, der in der Nähe von Baku auf der
Halbinsel Abşeron am Kaspischen Meer liegt. Heute existiert nur eine
Handvoll solcher natürlicher brennender Erdgasquellen in der Welt, die
meisten davon in Aserbaidschan. Aufgrund des großen Erdgasvorkommens
unter der Halbinsel Abşeron haben dort schon während des Altertums
Feuer natürlichen Ursprungs gebrannt, worüber historische
Schriftsteller wie Marco Polo berichtet haben.
Diese Feuer sehen am eindrucksvollsten in der Dämmerung aus, wenn
Touristen wie Einheimische in dem nebenan gelegenen Teelokal sitzen, um
sich von der spektakulären Sehenswürdigkeit inspirieren zu lassen. Dass
Aserbaidschan in seiner Überlieferung und in seiner Kunst mit dem Feuer
in Verbindung steht, führt man auf die alte Religion des Zoroastrismus
zurück, die vor mehr als zweitausend Jahren in diese Gegend kam.

Feuerverehrung und Zoroastrismus in Aserbaidschan
In der Antike verehrten die Menschen in Aserbaidschan verschiedene
Naturkräfte. Über Jahrhunderte hinweg breiteten sich natürliche Feuer
in den Öl- und Gasvorkommen aus. Diejenigen, die die Gründe dafür nicht
erklären konnten, verehrten sie als heilige Kräfte. Untersuchungen in
Aserbaidschan brachten Spuren der Feuerverehrung ans Licht:
Steinsäulen, sogenannte Ateshdan-Feuer, verbreiteten sich über die
Jahre, und die Menschen verehrten sie als Kraft der Erlösung und
vollzogen Rituale. Alte Manuskripte belegen, dass zoroastrische
Priester von den „Mag“- oder Mug-Stämmen aus Mughan („Land der Mug“)
abstammten. Der Name Aserbaidschan, einst als „Land des Feuers“ oder
„Ort der Verehrung des Feuergottes“ interpretiert, verbindet die Region
direkt mit der Feuerverehrung.

Der Zoroastrismus bzw.
Zarathustrismus (auch: Mazdaismus oder Parsismus sowie zoroastrische
Religion und Zoroastrianismus) ist eine Religion, die von Zarathustra
gestiftet wurde. Der Begriff wurde vermutlich erst im 19. Jahrhundert
n. Chr. gebräuchlich. Die heutigen Anhänger des Zoroastrismus werden
Zoroastrier (nach Zoroaster, der griechischen Form von Zarathustra)
oder Zarathustrier genannt. Die Religion Zarathustras, die auf sehr
alten indoiranischen Traditionen und Überlieferungen fußt, entstand
zwischen 1800 und 600 v. Chr. Ihre Herkunft ist umstritten. Sie
breitete sich etwa vom 7. bis zum 4. Jahrhundert v. Chr. im iranischen
Kulturraum (vom östlichen Kleinasien und Mesopotamien über Persien bis
Zentralasien) aus. In der Spätantike war unter der Dynastie der
Sassaniden die zurvanistische Variante des Zoroastrismus weit
verbreitet, in der der gute und der böse Geist als Kinder der
„unendlichen Zeit“ (Zurvan/Zervan, Neupersisch Zaman) galten.
Im Zentrum der Religion Zarathustras steht der Schöpfergott Ahura Mazda
(mittelpersisch Ohrmazd). Er wird begleitet von den Amescha Spenta (die
Wohltätigen Unsterblichen) sowie von seinem Widersacher, dem Herrscher
über die Daeva, Angra Mainyu (mittelpersisch Ahriman). Gottesbilder
sind dem Zoroastrismus fremd. Er kennt Feuertempel, in denen ein
ständig brennendes Feuer als heilige Flamme gehütet wird, das als
Symbol der Gottheit und der vollkommenen Reinheit gilt.

Das aserbaidschanische Volk zeichnete sich seit jeher durch seine
religiöse Toleranz aus. Selbst nachdem die Mehrheit der Bevölkerung zum
Islam konvertiert war, wurden Angehörige anderer Religionen weiterhin
mit Respekt behandelt. Der im 17. Jahrhundert im Dorf Surakhani in
Absheron erbaute Feuertempel Ateshgah ist ein beispielhaftes Zeugnis
dieser Eigenschaft. Ateshgah ist ein heiliges Heiligtum, das im 17. und
18. Jahrhundert an einem Ort errichtet wurde, an dem Erdgas ewige
Flammen erzeugte. Der älteste Teil des Tempels stammt aus der Zeit um
1713 n. Chr.

Der indische Kaufmann Kanchanagara ließ 1810 den zentralen Altar
errichten. Das fünfeckige Monument besteht aus 24 Zellen und einem
Gästehaus (Balakhana). Das Hauptgebäude des Tempels ist der Altar im
Zentrum des Hofes. Im Inneren und auf dem Dach befinden sich Rinnen für
die Feuereruptionen. An den Wänden finden sich zahlreiche Inschriften
in persischen und indischen Sprachen aus den Jahren 1713–1827. Sie
verbrannten die Leichen der Verstorbenen im Heiligtum, das neben dem
Altar in den Fels gegraben war. Zahlreiche europäische und russische
Reisende und Forscher haben über das Monument geschrieben. Bis zu zwölf
Perser und Inder beteten dort im Jahr 1713, 70 zu Beginn des 19.
Jahrhunderts und 30 Mitte des 19. Jahrhunderts. Der letzte Feueranbeter
starb 1864, und das Monument verlor seine religiöse Funktion.

Ateschga wurde 1975 als historisches und architektonisches Denkmal
restauriert. Im Jahr 2007 wurde das Gelände des Feuertempels durch ein
Dekret des Präsidenten der Republik Aserbaidschan, Herrn Ilham Aliyev,
zum Staatlichen Historisch-Architektonischen Reservat des
Ateshgah-Tempels erklärt.

Jahrhundertelang war Aserbaidschan Teil der Seidenstraße, jenes Netzes
von Handelsrouten, das Asien und Europa verband. Vermutlich waren es
Kaufleute, die als Erste von den ewigen Feuern von Surakhany erfuhren.
Der Tempel der Atashgah wurde Ende des 16. und Anfang des 17.
Jahrhunderts von Feueranbetern aus verschiedenen Ländern, darunter
Indien, wiederaufgebaut und wuchs und war bis ins 19. Jahrhundert in
Gebrauch.

Der Atashgah-Tempel beherbergte verschiedene Arten von Gläubigen.
Händler machten hier nur kurz Halt, doch ihre Spenden waren für den
Fortbestand des Tempels unerlässlich. Daneben lebten im Tempel auch
ständige Bewohner wie Asketen, die extreme Formen der Frömmigkeit und
Selbstverleugnung praktizierten. Reisende berichten von Asketen, die
jahrelang einen Arm in einer Position hielten, sich mit Branntkalk
einrieben und schwere Ketten trugen.
„Sie bemalen ihre Stirn mit Safran und verehren eine rote Kuh. Sie
tragen nur wenig Kleidung, und die besonders frommen unter ihnen legen
einen Arm oder einen anderen Körperteil in einer festen Position auf
den Kopf und verharren unveränderlich in dieser Haltung.“
Beschreibung der hinduistischen Gläubigen der Atashgah in „The British Trade Over the Caspian Sea“ (1753) von Jonas Hanway

Feuer besitzt im Hinduismus eine immense religiöse und symbolische
Bedeutung, was das Interesse hinduistischer Gläubiger an den ewigen
Feuern von Surakhany erklärt. Feuer reinigt und zerstört zugleich. Es
symbolisiert auch die spirituelle Wandlung des Gläubigen. Feuer ist ein
wichtiger Bestandteil von Opfer-, Bestattungs- und anderen Ritualen.

Zoroastrier in Aserbaidschan
Im 6. Jahrhundert v. Chr. wurde das Gebiet Aserbaidschans Teil des
Persischen Reiches unter der Herrschaft der Achämeniden. Inwieweit die
Aserbaidschaner den Zoroastrismus annahmen, lässt sich heute nur schwer
feststellen. Sicher ist, dass er die lokalen Traditionen und religiösen
Überzeugungen nicht vollständig verdrängte. Dennoch hatte der
Zoroastrismus zweifellos einen großen Einfluss auf die
aserbaidschanische Kultur. So ist beispielsweise Novruz, das
zoroastrische Neujahrsfest, nach wie vor der wichtigste Feiertag des
Landes.
Der Zoroastrismus heute
Die Eroberung des Iran durch die Araber im 7. Jahrhundert führte nicht
zur Ausrottung des Zoroastrismus. Dennoch wurde er in dieser Region
allmählich vom Islam als Hauptreligion abgelöst. Viele, die ihren alten
Glauben bewahren wollten, wanderten nach Indien aus. Heute lebt die
größte Gemeinde der Parsen, wie die indischen Zoroastrier genannt
werden, im Großraum Mumbai. Eine bedeutende Anzahl von Zoroastriern
lebt jedoch auch im Iran und in Pakistan sowie in Großbritannien, den
USA und Kanada.

„Yagya“ ist ein Dankritual und eines der häufigsten und wichtigsten
Rituale im Zoroastrismus. Es dient der Feier der religiösen Feiertage
des Jahres und dem Gedenken an Ereignisse und Personen, die für die
Gläubigen von Bedeutung sind. Üblicherweise wird es von zwei Priestern
durchgeführt, zu besonderen Anlässen können es aber auch vier oder mehr
sein. Die Priester sitzen auf dem Boden um ein Tuch, auf dem Früchte,
Blumen, Milch und Brot liegen. Gebete werden vor einem Feuer
gesprochen, das in einem „Afargan“, einer Feuerurne, brennt.
Zoroastrier verehren das Feuer nicht, sondern betrachten es als Mittler
zwischen den Menschen und der übernatürlichen Welt.

Die Atashgah befindet sich an einem Ort, der aufgrund seiner natürlich
vorkommenden „ewigen Feuer“ seit Jahrhunderten verehrt wird. Der
Zoroastrismus verbreitete sich im ersten Jahrtausend v. Chr. in
Aserbaidschan. Historikern zufolge galt die Atashgah den Zoroastriern
schon lange vor dem 17. Jahrhundert als heiliger Ort, als sie von
Feueranbetern erbaut wurde.

Der Zoroastrismus ist die älteste Religion Südwestasiens. Er
entwickelte sich im späten zweiten Jahrtausend v. Chr. Seine Entstehung
geht auf Offenbarungen zurück, die ein Mann namens Zarathustra oder
Zoroaster empfing. Diese Offenbarungen, die sogenannten Gathas, bilden
den Kern der Avesta, einer Sammlung zoroastrischer heiliger Texte.
Der Zoroastrismus hat sich in seinen dreitausend Jahren stark
verändert. Dennoch lässt er sich als Glaube an die Fähigkeit des
Menschen charakterisieren, zwischen Gut und Böse zu wählen. Das Gute
verkörpert der höchste Gott Ahura Mazda. Das menschliche Leben ist ein
unaufhörlicher Kampf gegen das Böse, repräsentiert durch Angra Mainyu.
Zoroastrier sind bekannt für ihre Verehrung des Feuers, betrachteten
aber auch Luft, Erde und Wasser als heilig. Deshalb bestatteten oder
verbrannten sie ihre Toten nicht, sondern überließen sie in sogenannten
„Dakhmas“ oder „Türmen der Stille“, wo sie von Geiern gefressen wurden.

Die Halbinsel Absheron ist ein wahres Freilichtmuseum, das die
Geschichte des gesamten Landes widerspiegelt und verkörpert. Der
Atashgah-Tempel liegt nahe dem Dorf Surakhany im zentralen Teil der
Halbinsel Absheron, die ins Kaspische Meer hineinragt. Die Nähe zum
Wasser ist vermutlich einer der Gründe für die zahlreichen
prähistorischen Siedlungen in der Region. Sie erklärt auch die
strategische Bedeutung der Halbinsel Absheron für die mittelalterlichen
Herrscher Aserbaidschans und die vielen dortigen Befestigungsanlagen.
Hinduistische Gläubige im Atashgah-Tempel, wie sie in Grigori Gagarins
Gemälde „Der malerische Kaukasus“ (1847) dargestellt sind.

Der Hinduismus ist ein komplexes System religiöser Praktiken und
Glaubensvorstellungen. Seine früheste Form entwickelte sich im zweiten
Jahrtausend v. Chr., als sogenannte arische Stämme aus den eurasischen
Steppen um das Kaspische Meer nach Indien einwanderten. Auch heute noch
ist der Hinduismus ein wichtiger Bestandteil der indischen Kultur und
Identität und zählt zu den großen Weltreligionen. Über die Ankunft
hinduistischer Gläubiger in Atashgah und ihre religiösen Überzeugungen
ist wenig bekannt. Der Hinduismus ist vielfältig und kennt zahlreiche
Ausprägungen, und Hindus verehren eine Vielzahl übernatürlicher Wesen,
Gottheiten und deren Verkörperungen. Votivinschriften und andere
Zeugnisse deuten darauf hin, dass der Atashgah-Tempel für die indischen
Verehrer von Shiva und Ganesha von besonderer Bedeutung war, obwohl
Reisende auch andere Gottheiten erwähnen.
Jahrhundertelang war Aserbaidschan Teil der Seidenstraße, jenes Netzes
von Handelsrouten, das Asien und Europa verband. Vermutlich waren es
Kaufleute, die als Erste von den ewigen Feuern von Surakhany erfuhren.
Der Tempel der Atashgah wurde Ende des 16. und Anfang des 17.
Jahrhunderts von Feueranbetern aus verschiedenen Ländern, darunter
Indien, wiederaufgebaut und wuchs und war bis ins 19. Jahrhundert in
Gebrauch.

Archäologische Entdeckungen verschieben das offizielle Datum der
Ankunft der ersten menschlichen Siedler auf der Halbinsel Absheron
immer weiter nach hinten. Die neuesten Funde deuten darauf hin, dass
dies mindestens vor 20.000 Jahren, im Jungpaläolithikum, geschah.
Aserbaidschan ist seit jeher für seine Öl- und Gasvorkommen bekannt. An
manchen Orten liegt das Erdgas so nah an der Oberfläche, dass es durch
die oberen Bodenschichten sickert. Wenn es entzündet wird, kann es
jahrelang brennen und es sieht aus, als ob die Erde selbst in Flammen
stünde. Das Gebiet von Atashgah war einst einer dieser Orte.
Dieser Bereich ist vermutlich der älteste Teil der Atashgah. Bei den
archäologischen Ausgrabungen wurden hier die Überreste der früheren
Tempelgebäude entdeckt. Die Zelle mit vier Bögen war wahrscheinlich der
erste zentrale Altar, der später in die Mitte des Hofes verlegt wurde.

Der Atashgah-Tempel ist eines der bedeutendsten und interessantesten
historischen Denkmäler Aserbaidschans. „Atashgah“ bedeutet auf
Aserbaidschanisch „Haus des Feuers“. Bis ins 19. Jahrhundert sickerte
Erdgas aus dem Gestein um den Tempel und verursachte das Phänomen der
„brennenden Erde“. Der Ort galt vermutlich schon den alten
Feueranbetern als heilig, doch das heutige Tempelgebäude wurde erst
Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts errichtet. Heute ist es
ein historisch-architektonisches Reservat, und jedes Jahr werden hier
während der Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag Nouruz die alten
Feuerrituale gewürdigt.
Der Atashgah-Tempel erlebte im 18. Jahrhundert seine Blütezeit und
geriet anschließend in einen allmählichen Niedergang. Dafür gab es
mehrere Gründe im 19. Jahrhundert. Erstens verlor die Seidenstraße nach
und nach an Bedeutung. Zweitens entwickelte sich in der Umgebung des
Tempels eine neue Öl- und Gasindustrie, die die alte Kultstätte
zunehmend verdrängte.

Die Atashgah von Surakhany, der große Tempel der Feueranbeter, ist
eines der weltweit einzigartigsten Denkmäler. Tausende einheimische und
internationale Besucher strömen jährlich dorthin. Angesichts der langen Geschichte dieses einzigartigen Monuments und der
historischen Bedeutung des Gebiets unterzeichnete der Präsident der
Republik Aserbaidschan, Ilham Aliyev, am 19. Dezember 2007 das Dekret
Nr. 2564 zur Errichtung des Staatlichen Historisch-Architektonischen
Reservats „Atashgah-Tempel“. Die erste umfassende Restaurierung der Atashgah erfolgte 1969 nach
einem Beschluss von Heydar Aliyev, dem damaligen Staatsoberhaupt des
aserbaidschanischen Volkes.
Nachdem der Präsident der Republik Aserbaidschan, Ilham Aliyev, am 1.
Juni 2009 das Dekret Nr. 365 „Über die Erhaltung und materielle und
technische Ausstattung des staatlichen historisch-architektonischen
Reservats „Atashgah-Tempel““ erlassen hatte, wurden umfangreiche
Restaurierungs-, Rekonstruktions- und Konservierungsarbeiten sowie
wissenschaftliche Untersuchungen und eine Neugestaltung des
Reservatsgeländes durchgeführt.

Das Nationale Historische Museum Aserbaidschans
(aserbaidschanisch: Milli Azərbaycan Tarixi Muzeyi) ist das größte
Museum des Landes. Es befindet sich in Baku, im ehemaligen Wohnhaus des
aserbaidschanischen Ölmagnaten und Philanthropen Haji Zeynalabdin
Taghiyev. Das Museum wurde 1920 nach der russischen Besetzung Bakus
gegründet und 1921 für Besucher geöffnet.

Das Museumsgebäude wurde zwischen 1895 und 1901 ursprünglich als
Wohnhaus der Familie Taghijew errichtet. Es wurde vom polnischen
Architekten Józef Gosławski im Stil der italienischen Renaissance
entworfen. Es ist groß, erstreckt sich über einen ganzen Häuserblock
und erreicht stellenweise vier Stockwerke. Seit 1914 befand sich die
von Taghijew geleitete Baku Commercial Bank in dem Gebäude.
Als die Rote Armee im April 1920 in Baku einmarschierte, wurde
Taghijews Wohnhaus umgehend beschlagnahmt. Gemäß einem Beschluss des
Volkskommissariats der UdSSR wurde das Gebäude im Juni 1920, nur zwei
Monate nach der Einnahme Bakus durch die Bolschewiki, zum Staatlichen
Historischen Museum erklärt. Im Mai 1934 wurde ein Sondererlass zur
Verbesserung des Geschichts- und Geographieunterrichts an den Schulen
erlassen. Im Grunde zielte es darauf ab, die Vorteile des Sozialismus
zu propagieren und die Ideologie des totalitären Regimes in der
heranwachsenden Generation zu verankern. Durch die Einrichtung
historischer Forschungseinrichtungen und anderer Institutionen wurde
eine marxistische Geschichtsinterpretation vermittelt. Zudem entstanden
neue Arten von historischen und regionalen Museen, um die
Geschichtsvermittlung zu fördern. Im Rahmen dieses neuen Systems wurde
das Netzwerk historischer Museen ausgebaut. Darüber hinaus wurden die
Mechanismen der sowjetischen Propaganda in dieser Zeit deutlich
gestärkt.

Von 1941 bis 1954 befand sich das Historische Museum im Palast der
Schirwanschahs, der gleichzeitig als Sitz des Rates der Volkskommissare
der Aserbaidschanischen SSR diente. 1954 nahm das Museum im zweiten
Stock des Palastes seinen Betrieb wieder auf. Im Jahr 2000 wurde der
gesamte Palast dem Historischen Museum Aserbaidschans übergeben.




Die Schlacht des Prinzen Javanshir von Kaukasisch-Albanien gegen die Araber (630er Jahre)
Künstler: Alibala Kazimov




Ajami Abubakr oglu Nakhchivani (20er Jahre des 12. Jahrhunderts – Ende
des 12. Jahrhunderts) war ein großes Aserbaidschan Architekt.

Der Atabeys-Staat (Ildegizids-Staat) von Aserbaidschan
Die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts markierte den Beginn einer neuen
Phase in der Geschichte des aserbaidschanischen Staates. Die
andauernden dynastischen Konflikte zwischen dem Sultanat des Irak, das
während des Niedergangs des Seldschukenreichs (1092–1157) entstanden
war und auch Gebiete des heutigen Aserbaidschan umfasste, und anderen
Herrscherfamilien führten zu einer neuen Form der Staatenvereinigung
durch die Atabeys. Der mächtigste Atabey war der Staat der
Aserbaidschanischen Atabeys, gegründet 1136 von Atabey Schemseddin
Eldeniz (Ildegiz). Die äußere Lage während der letzten Eldeniz-Periode
(Ildegiz-Periode), verschärft durch interne Konflikte und den Angriff
der Mongolen, führte 1225 zum Niedergang und schließlich zum Untergang
des Staates. Die militärischen und politischen Erfolge, die ihren
Höhepunkt unter den ersten Herrschern des Staates der
Aserbaidschanischen Atabeys, insbesondere unter Atabey Gizil Arslan
(1186–1191), erreichten, basierten auf der Wirtschaftskraft dieses
Staates. Trotz zahlreicher Herausforderungen setzte sich die allgemeine
wirtschaftliche Entwicklung mit dem Ausbau des Handels und der
Waren-Geld-Beziehungen fort. Die Komplexität der politischen Lage zu
Beginn des 11. und 12. Jahrhunderts konnte die allgemeine Entwicklung
der aserbaidschanischen Kultur nicht aufhalten. Im Gegenteil, ab dieser
Zeit erlebte die aserbaidschanische Kultur ihre Blütezeit und
Renaissance und bereicherte die Weltkultur mit herausragenden
Persönlichkeiten (z. B. Wissenschaftlern, Dichtern, Architekten,
Ärzten, Philosophen usw.), die eine bedeutende Rolle in der weiteren
Entwicklung von Wissenschaft und Kunst spielten.


Nizami Ganjavi (1141–1209) – der bedeutendste Vertreter der
aserbaidschanischen Literatur, geboren und gelebt in Ganja. Er ist der
Autor der Lyrik „Schatz der Geheimnisse“, „Chosrow und Schirin“, „Leyli
und Majnun“, „Sieben Schönheiten“ und des Gedichtbandes „Iskendername“,
bekannt als „Khamsa“ (Qiuntet). Nach Nizami schrieben viele große
Dichter des Ostens unter seinem Einfluss die „Khamsa".

Mahsati Ganjavi – die Denkerin und Dichterin Aserbaidschans aus dem 12. Jahrhundert (1089-1181)
Künstler Ajdar Gafarov






Europäischer Saal





Modell des ersten Öltankers der Welt „Zoroastr“

Die nationale Presse wurde 1875 mit der Veröffentlichung der Zeitung
Ekinchi (Der Pflüger) von Hasan bey Zardabi in Baku gegründet. Zu
Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in Aserbaidschan mehr als 200
Zeitschriften herausgegeben; in dieser Zeit erschienen auch die erste
nationale Zeitschrift Molla Nasreddin, die erste Frauenzeitung Işıq und
die erste Kinderzeitschrift Dabistan.

Wappen der Aserbaidschanischen SSR.

Eiserne Faust. Autor: Erastun Shahverdiyev


Laut fotografischen Belegen war eines der prunkvollsten Zimmer des
ursprünglichen Gebäudes das Boudoir (private Wohnzimmer) von Sona
Khanum, Taghijews Ehefrau. Sämtliche beweglichen Möbel und Gemälde
dieses Zimmers sind inzwischen verschwunden; erhalten geblieben ist
lediglich die kunstvolle Spiegelmosaikdecke.
Es gibt ein kleines Wohnzimmer von H. Z. Taghijews zweiter Frau Sona
Khanum. Haji heiratete nach dem Tod von Zeynab Khanim ein zweites Mal.
Aus seiner ersten Ehe mit Zeynab Khanim hatte Taghijew drei Kinder.
Sona Khanim war die Tochter des Generals Balakishi Bey Arablinski. Sie
heirateten 1896. Trotz eines Altersunterschieds von vierzig Jahren war
es eine glückliche Ehe. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor.
Sona Khanims kleines Zimmer unterscheidet sich von den anderen Räumen
durch seine Schönheit und Originalität. Die Decke war mit Spiegelglas
verkleidet und die Wände mit farbenfrohen Ornamenten verziert. Der Raum
wird auch „Spiegelsaal“ genannt. In der Mitte des Raumes steht ein
originelles rundes Sofa. Es gibt einen speziellen Platz für eine Lampe.
Viereckige, verzierte Tische, bequeme Sessel und Stühle runden das
Ambiente ab.

Das Schlafzimmer besteht aus zwei durch eine verzierte Holztrennwand
voneinander abgetrennten Bereichen. Im ersten Bereich befinden sich ein
Doppelbett und ein Standspiegel. Im zweiten Bereich stehen ein kleiner
runder Tisch, ein Sofa, Sessel und Stühle. Ein Teppich und Vorhänge
schmücken den Raum.

Angrenzend an das Schlafzimmer befindet sich ein kleines
Ankleidezimmer. Es ist mit einem Schminkspiegel, einem Sessel, einem
Tisch und Kleiderschränken ausgestattet. Der Schminkspiegel ist
verziert.

Die Wände des Speisesaals sind mit Samtseide bespannt. In der Mitte
steht ein langer, rechteckiger Tisch, umgeben von Samtstühlen. Hier ist
ein Service aus silberemailliertem Geschirr ausgestellt, ein Geschenk
des Emirs von Buchara. In den Vitrinen befinden sich ein
Geschirrservice, das H. Z. Taghiyev aus Frankreich mitbrachte,
inklusive seines Medaillons, Silbermesser und Kristallgläser. Der Raum
verfügt außerdem über eine große Anrichte aus Nussbaumholz mit
prächtigen Verzierungen.

Das Museumsgebäude war ursprünglich der Wohnsitz des bekannten
Unternehmers und Philanthropen Haji Zeynalabdin Taghiyev und seiner
Familie. Es wurde von Iosif Goslavsky (1865–1904) entworfen, dem
damaligen Chefarchitekten der Stadt Baku (1893–1904). In Baku sind noch
zwölf Gebäude erhalten, die nach Goslavskys Entwürfen errichtet wurden.
Rund 270 Ingenieure, Architekten, Zimmerleute, Maler und andere
Handwerker arbeiteten zwischen 1895 und 1901 am Bau des Herrenhauses.
Die Baukosten allein beliefen sich auf 1,2 Millionen Rubel, ohne Möbel
und Ausstattung, die aus Russland, Frankreich, Amerika und Deutschland
importiert wurden. Auch Heizungs- und Kühlsysteme wurden installiert.
Das Herrenhaus erstreckt sich über drei Stockwerke an allen vier
Seiten, und die Raumhöhe beträgt jeweils 13,20 Meter.

Der Orientalische Saal, einer der größten Säle des Palastes, vereint
antike orientalische Ornamente, die für ihre Schönheit und Pracht
berühmt sind. Hier fanden offizielle Treffen, Empfänge und feierliche
Zeremonien statt. Die Türen des Saals wurden aus Nussbaum-, Buchen- und
Birnbaumholz gefertigt, und der Saal selbst war kunstvoll dekoriert. Es
gab durchbrochene Tische, Stühle, Sessel, einen Flügel und vieles mehr.
Die Decke ist mit Koranversen verziert. Neun Kilogramm Gold wurden für
Inschriften und Dekorationen verwendet. Ein riesiger Kronleuchter und
Wandleuchten über den Spiegeln erhellen den Saal und unterstreichen
seine Schönheit. Arabische Inschriften auf den Fensterscheiben nennen
den Vor- und Nachnamen von H. Z. Taghiyev. Sechszackige Sterne, die in
verschiedenen Teilen des Saals verteilt sind und in der islamischen
Architektur weit verbreitet sind, haben die Form des Siegelrings
Salomos. Dem Glauben nach schützt er vor dem bösen Blick. Bögen im
oberen Bereich verleihen dem orientalischen Saal zusätzliche Schönheit.

Der Orientalische Saal besticht durch riesige Glasfenster, vergoldete
Bögen, reich verzierte Wände, florale Pilaster, Decken und
Kronleuchter. Er besaß außerdem einen angrenzenden Wintergarten mit
einem kleinen Brunnen in der Mitte.

Durch die Bögen gelangt man in die Bibliothek von H. Z. Taghijew.
Taghijew setzte sich mit großem Engagement für die Verbreitung von
Wissen und Bildung ein. Werke bedeutender Schriftsteller, Dichter und
Historiker wurden auf seine Kosten veröffentlicht. Taghijew war
Eigentümer der Zeitung „Kaspi“ und veröffentlichte als Erster den Koran
in aserbaidschanischer Sprache in seinem Verlag. Er engagierte sich
stark für die Gründung und das spätere Wirken der philanthropischen
Gesellschaften „Nashri-maarif“, „Nidjat“ usw. Die Bibliothek ist mit
zwei Holztischen, Stühlen, Sesseln und Bücherregalen ausgestattet. In
den Bücherregalen befindet sich der Gesetzbuch des Russischen Reiches.
Ein Teppich und Vorhänge schmücken den Raum.

Die Tür rechts von der Bibliothek führt in den Billardraum. In der
Mitte des Raumes steht ein Billardtisch. Ein hohes Ledersofa und Sessel
laden zum Entspannen ein. Ein Kronleuchter von besonderer Form schmückt
den Raum.

Die Ausstellung des Gedenkmuseums beginnt mit dem Arbeitszimmer von H.
Z. Taghijew. Es bestach durch seine strenge Schönheit. Die Wände waren
mit gemusterter grüner Tapete und rotem Holz verkleidet. Neben
Taghijews Möbeln befinden sich dort ein Bücherregal, ein Schreibtisch,
ein Sessel, ein Stuhl, ein Schrank sowie weitere Gegenstände, die
mithilfe von Restauratoren anhand seines alten Familienfotoalbums
restauriert wurden. Hinter dem Schreibtisch hängen an der Wand Gemälde
aus seiner privaten Sammlung: Porträts von H. Z. Taghijew und links
davon Porträts des russischen Zaren Nikolaus II. und seiner Gemahlin
Alexandra Fjodorowna. Im Arbeitszimmer befindet sich außerdem eine
Kopie des Werkes „Sturm auf See“ von I. Aiwasowski sowie ein Foto, das
die Begegnung von H. Z. Taghijew mit Mosaffar ad-Din Schah Gaschar
dokumentiert. Vor dem Schreibtisch hängt ein Porträt von H. Z.
Taghijew. Der Stadtrat beschloss, ein Porträt von H. Z. Taghijew in
Auftrag zu geben, um dessen Beitrag und finanzielle Unterstützung zum
Bau der technischen Hochschule in Baku zu würdigen. Das Porträt wurde
1912 von dem bekannten Künstler I. Brodsky gemalt.

Haupttreppe, die zur Orientalischen Halle führt

Das Crescent Hotel in Baku,
Aserbaidschan, ist ein beeindruckendes Luxusprojekt und Teil des
größeren Crescent Bay-Komplexes am Kaspischen Meer. Sein Design
erinnert an eine Mondsichel, die symbolisch über das Wasser ragt, und
es zählt zu den ambitioniertesten architektonischen Wahrzeichen der
Stadt. Das Gebäude befindet sich auf einer künstlichen Insel, etwa 170
Meter vor der Küste, die über eine Brücke mit dem Festland verbunden
ist. Das Hotel erhebt sich 32 Stockwerke über einem viergeschossigen
Podium und beherbergt auf 28 Etagen Gästezimmer und Annehmlichkeiten.
Es bietet rund 230 Gästezimmer, 74 Serviced Apartments und 16 exklusive
Villen.
Neben dem Hotelbetrieb umfasst das Projekt umfangreiche Freizeit-,
Einzelhandels- und Gastronomieeinrichtungen auf einer Gesamtfläche von
fast 178.000 Quadratmetern. Für den erwarteten Besucherandrang wurden
über 600 Parkplätze in die Planung integriert. Entworfen wurde das
Projekt von Heerim Architects & Planners, einem renommierten
südkoreanischen Architekturbüro, das für seine kühnen und
futuristischen Konzepte bekannt ist. Ihre Vision für das Crescent Hotel
verbindet kulturelle Symbolik mit moderner Ingenieurskunst und schafft
so ein Wahrzeichen, das sowohl das Erbe Aserbaidschans als auch seine
globale Ausrichtung würdigt.
Crescent Hotel am Crescent Park bei der Crescent Mall

Azerbaijan Carpet Museum (Azərbaycan Milli Xalça Muzeyi) - Museum mit
Schwerpunkt auf der Kunst des Teppichwebens sowie mit
aserbaidschanischer Keramik und Trachten.

Behram-ı Gür Monument
„Bahram Gur“ ist ein Denkmal und ein gleichnamiger Brunnen in der
Hauptstadt Aserbaidschans, in der Stadt Baku, auf dem Territorium eines
kleinen Parks an der Neftchilar Avenue vor der Stadtseilbahn. Die
Bronzeskulptur zeigt den Helden aus Nizami Ganjavis Gedicht „Sieben
Schönheiten“ des sassanidischen Schahs von Persien, Bahram Gur, wie er
mit einem Schwert einen schlangenartigen Drachen tötet, der sich um
seine Füße windet. Das Denkmal wurde 1959 errichtet, als drei
Studienfreunde – Aslan Rustamov, Albert Mustafayev und Gorkhmaz
Sujadinov – an einem Wettbewerb zur gestalterischen Verschönerung Bakus
teilnahmen. Das Aussehen des Märchenhelden ist von Albert Mustafayev
kopiert. „Bahram Gur“ ist eines der ersten professionellen Werke des
verdienten Künstlers Aserbaidschans, Gorkhmaz Sujadinov, sowie das
erste skulpturale Denkmal in Aserbaidschan für einen literarischen
Helden aus einem von Nizami Ganjavis Gedichten.

Moschee in der Märtyrerallee (Şəhidlər Xiyabanı Məscidi)

Märtyrerallee - Friedhof und Gedenkstätte für die Opfer der Sowjetarmee im Schwarzen Januar und im 1. Krieg um Bergkarabach.

Das Shahidlar-Denkmal, auch
bekannt als die Gasse der Märtyrer, steht feierlich in Baku,
Aserbaidschan. Dieses ergreifende Denkmal ehrt die tapferen Seelen, die
in verschiedenen entscheidenden Momenten der Geschichte Aserbaidschans
ihr Leben verloren haben, vor allem beim Vorfall des Schwarzen Januars
1990. Dieses tragische Ereignis, das durch die sowjetische
Militärinvasion in Baku geprägt war, führte zum Massaker an Hunderten
von Zivilisten, die alle für die Unabhängigkeit Aserbaidschans von der
sowjetischen Herrschaft eintraten. Das Denkmal würdigt diejenigen, die
im Kampf um die Unabhängigkeit und territoriale Integrität
Aserbaidschans, einschließlich der Konflikte in Berg-Karabach, ihr
Leben verloren haben.

Das Shahidlar-Denkmal wurde Anfang der 1990er Jahre, kurz nachdem das
Land seine Unabhängigkeit wiedererlangt hatte, errichtet und offiziell
eingeweiht. Es besteht aus einer ewigen Flamme und einer langen Wand,
auf der die Namen der Gefallenen stehen. Der Ort blickt auf das
Kaspische Meer und bietet eine heitere Kulisse für die tragischen
Erinnerungen, die er bewahrt. Seitdem ist es zu einem Ort von
nationaler Bedeutung geworden, an dem jährliche Gedenkfeiern Staats-
und Regierungschefs sowie Bürger zusammenkommen, um diese Helden zu
ehren.
Das Design des Denkmals und der umgebenden Landschaft ist sorgfältig
gestaltet, um ein tiefes Gefühl von Nationalstolz und feierlicher
Erinnerung hervorzurufen. Der Standort des Denkmals selbst verleiht
seiner historischen Bedeutung zusätzliche Bedeutung, da es ein
früheres, von der Sowjetunion errichtetes Denkmal ersetzte, das die
Rote Armee verherrlichte. Diese Veränderung symbolisiert eine
bedeutende Veränderung des nationalen Gedächtnisses und der Identität
Aserbaidschans und spiegelt eine Abkehr vom sowjetischen Einfluss hin
zu einem unabhängigen Nationalbewusstsein wider. Jedes Jahr spielt das
Shahidlar-Denkmal am Nationaltrauertag Aserbaidschans, der am 20.
Januar begangen wird, eine Schlüsselrolle und unterstreicht seine
Bedeutung im kollektiven Gedächtnis und kulturellen Erbe der Nation.

Ausblick auf die Bucht von Baku: Crescent Hotel, Teppichmuseum, Deniz Mall

Die Bakı Kristal Zalı (englisch Baku Crystal Hall; deutsch Baku
Kristallhalle) ist eine Mehrzweckhalle in der aserbaidschanischen
Hauptstadt Baku. Die Anlage wurde am 16. April 2012 fertiggestellt und
hat ein Fassungsvermögen von maximal 27.000 Zuschauern (12.000 Sitz-
und 15.000 Stehplätze). Der Bau kostete zwischen 120 und 140 Mio. Euro.
Sie war Schauplatz des 57. Eurovision Song Contest im Mai 2012. Während
der Auftritte der Teilnehmer leuchtete die Fassade der Halle in den
Nationalfarben des jeweiligen Landes.
Ausblick auf die Bucht von Baku: Baku Eye, Baku Crystal Hall, Platz der Staatsflagge


Die Baku-Standseilbahn
(aserbaidschanisch: Bakı funikulyoru) ist eine Standseilbahn in Baku,
Aserbaidschan. Sie verbindet einen Platz an der Neftchilar-Allee mit
der Märtyrergasse. Sie ist die erste und einzige Standseilbahn des
Landes.
Die Bahnstrecke ist 455 Meter lang. Sie besteht aus einem eingleisigen
Abschnitt und einem Ausweichgleis. Es gibt zwei Bahnhöfe: einen
elektrisch und einen mit Seilbahnantrieb. Zwei Wagentypen – BF-1 und
BF-2 – werden eingesetzt. Die Transportkapazität beträgt ca. 1500
Fahrgäste pro Tag. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 2,5 m/s. Die Wagen
verkehren im 15-Minuten-Takt. Die Fahrzeit zwischen den Bahnhöfen
beträgt 3 Minuten. Die Standseilbahn ist von Dienstag bis Sonntag von
10:00 bis 13:00 Uhr und von 14:00 bis 20:00 Uhr in Betrieb. Montags ist
sie außer Betrieb. Die Kapazität eines Wagens beträgt 28 Personen. Der
Fahrpreis ist 1 Manat.

Der Ismailiyya-Palast
(aserbaidschanisch: İsmailiyyə Sarayı) ist ein historisches Gebäude,
das heute als Präsidium der Akademie der Wissenschaften Aserbaidschans
dient. Er befindet sich in der Istiglaliyyat-Straße in Baku. Der Palast
wurde vom polnischen Architekten Józef Płoszko für die Muslimische
Wohltätigkeitsgesellschaft auf Kosten des Millionärs Musa Naghiyev zum
Gedenken an dessen verstorbenen Sohn Ismayil erbaut und nach ihm
benannt. Der Bau begann 1908 und wurde 1913 abgeschlossen.

Ein Denkmal für Mirza Alakbar Sabir wurde 1958 in Baku in der
Istiglaliyyat-Straße in einem Park nahe dem Ismailiyya-Gebäude
errichtet. Der Bildhauer war Jalal Garyaghdi, die Architekten waren H.
Alizade und A. Ismayilov.
Das Denkmal wurde zu Ehren des aserbaidschanischen Dichters Mirza
Alakbar Sabir errichtet. Das erste Denkmal stammte aus dem Jahr 1922
und wurde von dem Bildhauer Yakov Keulikhes und dem Architekten Y.
Syryshev geschaffen. Der Sockel der Stahlbetonskulptur war 3,75 Meter
hoch, die Figur des Dichters stand jedoch aufrecht. Schon bald darauf
wurde beschlossen, das Denkmal durch ein neues zu ersetzen. Die
feierliche Einweihung des neuen Denkmals für Mirza Alakbar Sabir, das
am Standort des alten errichtet wurde, fand am 30. April 1958 statt.
Das neue Bronzedenkmal, geschaffen vom Bildhauer Jalal Garyaghdi und
den Architekten H. Alizade und A. Ismayilov, wurde auf einem Sockel aus
dunkel poliertem Granit – Labrador – aufgestellt.

Stellvertretend für viele freilaufende Katzen in Baku posiert diese
Büsi. Ihrer Gattung scheint es hier gut zu gehen, denn sie werden von
vielen Einwohnern respektiert, gestreichelt und gefüttert.

Die größte wehende Flagge der Welt befindet sich in Aserbaidschan. Sie
wird am 6. November 2024 auf dem Platz der Staatsflagge in Baku
aufgehängt. Ihre Fläche beträgt beeindruckende 2.564,02 Quadratmeter,
ihre Breite 36 Meter und ihre Länge 72 Meter. Die gesamte Fahne wiegt
über 500 Kilogramm und wurde von sechs erfahrenen Schneidern innerhalb
von vierzehn Tagen genäht. Ihre Bemühungen haben sich gelohnt, denn die
Flagge wurde offiziell in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen.
Der Platz der Staatsflagge in Baku befindet sich an der Naftsevtsi
Avenue im Stadtteil Bayil und erstreckt sich über 60 Hektar. Er zeigt
die nationalen Symbole Aserbaidschans, darunter das Emblem, den Text
der Hymne, eine bronzene Landkarte des Landes und einen Fahnenmast mit
einer Rekordflagge. Die Initiative zur Errichtung des Platzes ging auf
einen Erlass des Präsidenten vom 17. November 2007 zurück, mit dem
gleichzeitig der 9. November als Tag der Staatsflagge festgelegt wurde.

Statue von Heydar Aliyev (Heydər Əliyevin Heykəli)
Heydər Əlirza oğlu Əliyev, deutsch Heidar Alijew, (* 10. Mai 1923 in
Nachitschewan, Aserbaidschanische SSR, Sowjetunion; † 12. Dezember 2003
in Cleveland, Ohio, Vereinigte Staaten) war viele Jahre lang der
wichtigste Politiker zunächst der Aserbaidschanischen Sowjetrepublik
und dann der unabhängigen Republik Aserbaidschan. Von 1969 bis 1982 war
er Erster Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der
Aserbaidschanischen SSR und von 1982 bis 1987 Mitglied des Politbüros
der KPdSU und Erster Stellvertretender Ministerpräsident der
Sowjetunion. Nach dem Zerfall der Sowjetunion war er von 1993 bis 2003
Präsident des unabhängigen Aserbaidschan. Bereits zu Lebzeiten wurde
ein Personenkult um den „Nationalen Führer“ (Umümmilli lider) aufgebaut.
Und tatsächlich ist bei der Aufnahme dieses Bildes ein Mann neben mir
stehengeblieben, hat sich tief verbeugt und ging dann weiter. Ich habe
mich gleich umgesehen, ob ich den Landvogt und Wilhelm Tell auch noch
entdecke...

Heydar-Alijew-Palast (Heydər Əliyev Sarayı)
Der Heydar-Aliyev-Palast (aserbisch: Heydər Əliyev Adına Saray, auch
bekannt als Baku-Palast, ehemals Republikpalast (Respublika Sarayı) und
während der Sowjetzeit Lenin-Palast (Лeнин aдынa)) ist der wichtigste
Konzertsaal in Baku, Aserbaidschan, und bietet Platz für 2.500
Besucher. Der Palast wurde nach dem Tod des aserbaidschanischen
Präsidenten Heydar Aliyev im Jahr 2003 umbenannt. Alish Lemberanskiy
war der Architekt und Hauptvisionär des Palastes. Es handelt sich um
einen Konzertkomplex, in dem neben kulturellen Veranstaltungen auch
Staatsveranstaltungen stattfinden. Der Konzertsaal des Palastes gilt
als die größte Bühne der Republik.

Brunnen auf Kichik Qala, Bakı, Aserbaidschan

Die Doppeltore der Festung oder Gosha Gala Gapysy (auch bekannt als
Schamachi-Tore oder Tore von Schah Abbas) sind einer der Haupteingänge
zum Stadtteil Icherisheher in Baku, Aserbaidschan. Bis zum Ende des 19.
Jahrhunderts waren die Schamachi-Tore der einzige Zugang zur Festung.
Nachdem die zweite Reihe der Befestigungsmauern im späten 19.
Jahrhundert abgerissen wurde, wurden die Tore dieser zweiten Reihe (die
sogenannten „Tore von Zulfugar Khan“) neben die Schamachi-Tore
versetzt. Seitdem werden die Tore als „Doppeltore der Festung“
bezeichnet.

Der Basarplatz (aserbaidschanisch: Bazar meydanı) oder Khanqah-Komplex
(aserbaidschanisch: Xanəgah kompleksi) ist ein historischer,
religiös-architektonischer Komplex mit Arkaden aus dem 12. und 13.
Jahrhundert. Er ist Teil der Altstadt von Baku und befindet sich in der
Kichik-Gala-Straße. Der Komplex wurde 1964 bei archäologischen
Ausgrabungen an der Nordseite des Jungfrauenturms entdeckt.
Die Struktur des Monuments ähnelt der Al-Masjid Al-Ḥarām, da es mit
Pflastersteinen und Arkaden bedeckt ist. Bei archäologischen
Ausgrabungen wurden 52 Gräber entdeckt, die größtenteils gut erhalten
sind. Es wird angenommen, dass die Gräber innerhalb des
Monumentgeländes und unter den Arkaden den Verstorbenen gehören. Gemäß
islamischer Tradition verfügten manche Menschen, an heiligen Stätten
bestattet zu werden. War diese zu weit entfernt, wurden sie in der Nähe
beigesetzt. Die gefundenen Kulturdenkmäler und Gräber bestätigen die
Annahme der Archäologen, dass der Ort einst ein Pilgerort war.

Wissenschaftler und Forscher konnten sich lange Zeit nicht auf einen
gemeinsamen Nenner bezüglich des Zwecks und der Baugeschichte des
Jungfrauenturms einigen, die weiterhin rätselhaft sind. Seine Lage im
Zentrum der Bucht von Baku, seine Höhe, die Dicke seiner Mauern, der
geschützte Eingangsbereich und einige andere Faktoren lassen vermuten,
dass der Turm zu Verteidigungszwecken errichtet wurde. Einige Forscher
gehen davon aus, dass der Jungfrauenturm im 12. Jahrhundert von den
Herrschern der Schirwanschah-Dynastie zeitgleich mit der Stadtmauer
erbaut wurde. Da die strukturelle Zusammensetzung und die verwendeten
Bautechniken jedoch Ähnlichkeiten mit Befestigungsanlagen aufweisen,
die im 5. und 6. Jahrhundert auf aserbaidschanischem Boden errichtet
wurden, spricht einiges dafür, dass der Turm aus dieser Zeit stammt.
Kritiker dieser Hypothese betonen, dass dem Jungfrauenturm bestimmte
Merkmale von Wehranlagen fehlen. So besaß der Turm vor der
Restaurierung in den 1960er Jahren keine Stockwerke. Der Raum unterhalb
der obersten Plattform war leer. Der Raum, die Anordnung der Fenster
und die gesamte Struktur deuten darauf hin, dass es sich um ein
religiöses Gebäude handelte, das für Rituale und Zeremonien von
Bedeutung war. Forschungen in diese Richtung legen nahe, dass der Turm
im 8. Jahrhundert v. Chr. von einheimischen Stämmen erbaut wurde, die
Feuer und Sonne verehrten.
Da der Jungfrauenturm die Beobachtung der jährlichen Bewegung der Sonne
und bestimmter wichtiger Himmelskörper ermöglicht, vertritt eine Gruppe
von Wissenschaftlern die Hypothese, dass das Monument als Observatorium
genutzt wurde. Eine andere Theorie besagt, dass das ursprüngliche
Bauwerk, das nicht bis heute erhalten geblieben oder grundlegend
verändert wurde, im 4. bis 3. Jahrtausend v. Chr. errichtet worden sein
könnte. Die Forschung wird fortgesetzt, und die Befürworter beider
Hypothesen liefern neue Beweise, die zweifellos zur Bedeutung des
Monuments und unserem Wissen über den Turm beitragen.

Flame Towers (Alov Qüllələri) - Imposanter Komplex aus 3
Mehrzweckhochhäusern, die Flammen nachempfunden sind und nachts
beleuchtet werden.

In den 1960er- bis 1980er-Jahren entstanden unter der Schirmherrschaft
des aserbaidschanischen Nationalführers Heydar Aliyev an beliebten
Orten in Baku zahlreiche architektonische Ensembles und moderne Bauten.
Auch der Küstenboulevard erfuhr eine tiefgreifende Veränderung und
entwickelte sich zu einem prächtigen Park mit Erholungszonen,
Attraktionen und beeindruckenden Brunnen. Der Brunnen, inspiriert von
Nizami Gandschavis Gedicht „Sieben Schönheiten“ und Gara Garajews
gleichnamigem Ballett mit sieben Schwanenstatuen, erfreute sich großer
Beliebtheit bei den Einwohnern und wurde zu einem legendären Ort in der
Hauptstadt.
Nach einer umfassenden Sanierung des Küstenboulevards im Jahr 2007
wurde der Schwanenbrunnen durch einen neuen Brunnen ersetzt. Die
Einwohner Bakus bewahrten jedoch stets die Erinnerung an den
Schwanenbrunnen. 2018 wurde dieses historische Ensemble auf Initiative
der ersten Vizepräsidentin der Republik Aserbaidschan, Mehriban
Aliyeva, restauriert und erstrahlte wieder in altem Glanz. Im Rahmen
des mit Unterstützung der Heydar-Aliyev-Stiftung durchgeführten
Projekts wurde auf dem Gelände ein Schwimmbecken errichtet, 16
Brunnenpfähle gebaut und 7 Schwanenstatuen aus Natursteinen vom
Bildhauer Murad Sujaddinov geschaffen.
Schwanenbrunnenanlage

„Little Venice / Klein-Venedig“ am Baku Boulevard ist eine 1960 erbaute
Kleinstadt, die 2012 auf 10.000 m² erweitert wurde. Sie besteht aus
zwei großen und mehreren kleinen Inseln, die durch dekorative
Steinbrücken miteinander verbunden sind. Gondeln gleiten durch die
ruhigen, klaren Kanäle. In den 1950er und 1960er Jahren entstanden am
Baku Boulevard das Café Mirvari (Perle), der Wasserpark Klein-Venedig,
das Kino Bahar (Frühling) und weitere Unterhaltungseinrichtungen. Die
Neugestaltung des „Klein-Venedigs“ umfasste die Erweiterung der
bestehenden Kanäle, den Bau zusätzlicher Brücken und zweier Restaurants
– eines mit westlicher, das andere mit östlicher Küche. Es stehen Boote
für vier Personen zur Verfügung, eines davon ist für geführte Touren
vorgesehen. Und der Rest – für die Passagiere. Unweit des Kaspischen
Meeres gelegen, werden Sie sich beim Besuch von „Klein-Venedig“ wie in
Venedig fühlen.

Die Restaurants auf den Inseln von „Mini Venice" bieten eine vielfältige Auswahl an
Gerichten aus verschiedenen Küchen, darunter auch köstliche
aserbaidschanische Spezialitäten. Es ist reizvoll, zunächst eine
Gondelfahrt zu unternehmen und anschließend ein leckeres Mittag- oder
Abendessen auf den Inseln zu genießen. Mini-Venedig besteht derzeit aus
mehreren Inseln, die durch unberührte Wasserwege miteinander verbunden
sind. Wunderschöne, kunstvoll verzierte Brücken verbinden diese Inseln.
Sie können eine Gondel für vier Personen mieten und eine Fahrt um die
Inseln unternehmen. In diesem Komplex befinden sich ein Restaurant mit
östlicher und ein Restaurant mit westlicher Küche.

Deniz Mall und Carpet Museum

Funicular Baku und Flame Towers am Neftchilar Prospekt beim Azneft-Platz (Azneft meydanı)

Deniz Mall ist eine Shopping Mall, also ein Einkaufszentrum
Chapman Taylor hat in Aserbaidschan ein Einkaufszentrum errichtet, in
dem mehr steckt als Shops, Restaurants und Unterhaltung: Deniz Mall ist
einem achtzackigen Stern, dem Nationalsymbol des Landes, nachempfunden.
In der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku ist ein neuer Stern
aufgegangen. Ein Stern, in Form eines Einkaufszentrums, das
seinesgleichen sucht: Deniz Mall, geplant vom renommierten britischen
Architekturbüro Chapman Taylor. Das Design des Einkaufszentrums
spiegelt die kulturelle Identität von Aserbaidschan wider, ist die
Deniz Mall doch von der achtzackigen Sternform inspiriert, die auch im
Staatswappen des Landes zu sehen ist. Ein Wappen, das seit dem Jahr
1991 besteht.
Ein achtzackiger weißer Stern, in dem vier rote Flammen lodern – ein
Symbol für die Revolution des Jahres 1918. Der Stern findet sich auch
in der Nationalflagge Aserbaidschans. Seine acht Zacken stehen für die
Völker, aus denen die heutige Nation entstanden ist. Dass Chapman
Taylor ebendiese Form für den Entwurf des Einkaufszentrums gewählt hat,
zeigt die Bedeutung, die dem Projekt zugemessen wird. Man hat hier mehr
als nur ein Shoppingcenter errichtet; man hat in dem autoritär
geführten Ölstaat den Nationalstolz in Form gegossen.

Baku Eye (Bakının Gözü)
Das Baku-Riesenrad, auch bekannt als Baku Eye und Teufelsrad
(aserbaidschanisch: Şeytan çarxı), befindet sich am Baku Boulevard im
Küsten-Nationalpark von Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans. Es wurde
von der niederländischen Firma Dutch Wheels gebaut und am 10. März 2014
vom aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev eröffnet. Zwei Tage
später wurde es für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Baku Eye (Bakının Gözü)
Das Riesenrad ist 60 Meter hoch und verfügt über 30 geschlossene
Gondeln mit jeweils acht Plätzen, mit Ausnahme von zwei VIP-Gondeln für
jeweils vier Personen. Eine Umdrehung dauert etwa 30 bis 40 Minuten.
Die Gondeln sind klimatisiert. Kleine Monitore sorgen für Unterhaltung
während der Fahrt. Die Türen werden zentral geöffnet und geschlossen,
um die Sicherheit zu gewährleisten. Gleichzeitig sind zu diesem Zweck
alle Gondeln mit transparenten Glaskonstruktionen verkleidet. Jede
Gondel verfügt über eine spezielle Leiter, die im Falle einer Störung
die Evakuierung der Fahrgäste ermöglicht. Fahrgäste des Riesenrads
haben die Möglichkeit, die Bucht von Baku, den Nationalflaggenplatz,
die Kristallhalle und die Stadt insgesamt zu bewundern.

Die Deniz Mall steht am Ufer
des Kaspischen Meeres, errichtet auf einer künstlich geschaffenen
Landfläche. Das sternförmige Gebäude umschließt einen Turm, im Zentrum
des Einkaufszentrums, der die Flammen aus dem Wappen symbolisiert. Die
Fassade aus Stahl und Glas ermöglicht den Besuchern der Deniz Mall
einen Panoramablick auf das Meer – und sorgt für natürlichen
Lichteinfall im Inneren. Mehr als 70 Shops und Restaurants sowie ein
Kino und eine Kinderspielwelt erstrecken sich im Einkaufszentrum auf
einer Fläche von 120.000 Quadratmetern über fünf Stockwerke. In zwei
Untergeschossen befindet sich die Parkgarage.
Zuletzt wurde die Deniz Mall für das herausragende Design mehrfach
ausgezeichnet. So erhielt sie den Africa and West Asia Award für die
beste Shopping Mall und wurde außerdem zum schönsten Einkaufszentrum
der Welt bei den Prix Versailles gekürt. Die Bedeutung für ganz
Aserbaidschan geht freilich weit über diverse Auszeichnungen hinaus.
Deniz Mall steht für den Aufbruch der Nation ins 21. Jahrhundert – und
wohl auch für den Versuch, mit Modernität die Kritik an
Menschenrechtsverletzung der autoritären Regierung gering(er) zu halten.

Am Bulvar ekspress

The Crescent Hotel

Der Baku Boulevard (aserbaidschanisch: Dənizkənarı Milli Park, auch
bekannt als Nationalpark) ist eine 1909 angelegte Promenade, die
parallel zur Küste Bakus verläuft. Seine Geschichte reicht über 100
Jahre zurück, in die Zeit, als die Ölbarone Bakus ihre Villen am
Kaspischen Meer errichteten und die Küste künstlich Stück für Stück
aufgeschüttet wurde.
Der Park erstreckt sich entlang einer nach Süden ausgerichteten Bucht
am Kaspischen Meer. Traditionell beginnt er am Freiheitsplatz und führt
westwärts bis zur Altstadt und darüber hinaus. Seit 2012 hat der Yeni
Bulvar (Neue Boulevard) die Länge auf 3,75 km nahezu verdoppelt und die
Promenade bis zum Nationalflaggenplatz verlängert. 2015 kam der White
City Boulevard östlich des Freiheitsplatzes um weitere 2 km hinzu, und
Berichten zufolge könnte der Boulevard schließlich bis zu 26 km lang
werden, einschließlich Bibiheybət.
l ♡ Baku

Baku Boulevard (Bakı bulvarı) und das Unabhängigkeitsmuseum
Aserbaidschans (Azərbaycan İstiqlal Muzeyi) am Neftchilar Ave, Baku,
Aserbaidschan

Weißer Lilienbrunnen ist ein
faszinierendes Wahrzeichen in Baku, Aserbaidschan, und bietet inmitten
der pulsierenden Energie der Stadt einen Ort der Ruhe und Entspannung.
Der 2008 erbaute Weiße-Lilien-Brunnen hat sich schnell zu einem
beliebten Wahrzeichen Bakus entwickelt und symbolisiert das Engagement
der Stadt für die Schaffung schöner und einladender öffentlicher Räume.
Er ist ein Beweis für Bakus Bestreben, sein kulturelles Erbe zu
bewahren und gleichzeitig modernes Design und Stadtplanung zu
integrieren. Die umliegenden Gärten mit ihren farbenprächtigen Blumen,
dem üppigen Grün und den Bänken bilden einen erfrischenden Kontrast zu
den Straßen der Stadt. Leider ist er wie die andere Brunnen der
Innenstand nicht jeden Abend in Betrieb.

Diese Steigung sind die Kurven 9 und 10 der Formel 1 Rennstrecke. Als
ich da mit Stativ rumstehe, kommt plötzlich ein Polizeiauto (mit
aktiviertem Blaulicht) vorbei und bleibt vor mir stehen. Die beiden
Uniformierten betrachten mich länger von unten bis oben, als ob ich
gerade einen Ölwechsel am Maultier vornehmen würde, fragen dann, wo ich
herkomme und fahren anschließend (mit aktiviertem Blaulicht) weiter.
Das war die erste von drei seltsamen Begegnungen mit der örtlichen Polizei.

Nizami Museum of Azerbaijani Literature (Nizami Gəncəvi adına Azərbaycan Ədəbiyyatı Muzeyi) - Museum für aserbaidschanische Literatur und Kultur mit einer großen Sammlung seltener Bücher und Manuskripte.
Das Nationale Museum für Aserbaidschanische Literatur, benannt nach
Nizami Ganjavi (aserbaidschanisch: Nizami Gəncəvi adına Milli
Azərbaycan ədəbiyyatı muzeyi), ist ein 1939 gegründetes Museum in Baku.
Es befindet sich in der Nähe des Eingangs zum Icheri Sheher, unweit des
Brunnenplatzes. Das Museum gilt als eine der bedeutendsten und
wertvollsten Sammlungen aserbaidschanischer Kultur.

Das Museum umfasst eine Gesamtfläche von 2500 Quadratmetern, wovon 1409
Quadratmeter der Ausstellungsfläche dienen. Es beherbergt über 3000
Manuskripte, seltene Bücher, Illustrationen, Porträts, Skulpturen,
Miniaturen, Erinnerungen von Dichtern und weitere Exponate in 30 Haupt-
und 10 Nebensälen. Zum Museum gehört auch eine Buchhandlung.
Die Skulpturen bedeutender aserbaidschanischer Dichter und
Schriftsteller sind an der Fassade des Museums wie folgt angeordnet:
Muhammad Fuzuli (Bildhauer: F. Abdurrahmanov), Molla Panah Vagif
(Bildhauer: S. Klyatskiy), Mirza Fatali Akhundov (Bildhauer: P.
Sabsai), Khurshidbanu Natavan (Bildhauerin: Y. Tripolskaya), Jalil
Mammadguluzadeh (Bildhauer: N. Zakharov) und Jafar Jabbarly (Bildhauer:
S. Klyatskiy). Im Depot des Museums lagern 120.000 Museumsexponate.

Wonder Park am Baku Boulevard

Wonder Park am Baku Boulevard

Der Staatsflaggenplatz (aserbaidschanisch: Dövlət Bayrağı Meydanı) ist
ein öffentlicher Platz an der Neftchiler-Allee in Bayil, Baku,
Aserbaidschan. Er erstreckt sich über 60 Hektar, wovon der obere
Bereich 3 Hektar umfasst. Auf dem Platz sind die nationalen Symbole
Aserbaidschans prominent platziert, darunter das Staatswappen, die
Nationalhymne und eine bronzene Landkarte des Landes. Seit 2024 weht
hier die größte Flagge der Welt.

Aserbaidschan (aserbaidschanisch Azərbaycan, amtlich Republik
Aserbaidschan, aserbaidschanisch Azərbaycan Respublikası) ist ein Staat
in Vorderasien (im Wesentlichen; ein kleiner Teil des Gebiets liegt je
nach Definition jedoch in Europa) mit über 10 Millionen Einwohnern.
Zwischen Kaspischem Meer und Kaukasus gelegen, grenzt er im Norden an
Russland, im Nordwesten an Georgien, im Süden an Iran, im Westen an
Armenien und über die Exklave Nachitschewan, die vom
aserbaidschanischen Kernland durch einen armenischen Gebietsstreifen
getrennt ist, an die Türkei. Hauptstadt und mit rund 2,2 Millionen
Einwohnern größte Stadt Aserbaidschans ist Baku (aserbaidschanisch
Bakı), eine bedeutende Hafenstadt am Kaspischen Meer.

Aserbaidschan liegt größtenteils im Kaukasus und grenzt an Russland
(Dagestan), Georgien (Niederkartlien und Kachetien), Armenien und Iran.
Die Gesamtfläche des Landes beträgt 86.600 km². Aserbaidschan verfügt
über bedeutende Ölreserven – ein rasanter Wirtschaftsaufschwung hat es
seit 2000 zu einem Land mittleren Einkommens gemacht. Bis heute wird
das Land autoritär regiert: Es kommt regelmäßig zu schwerwiegenden
Verletzungen der Menschenrechte, Frauen und Minderheiten werden in
Aserbaidschan unterdrückt, die Meinungsfreiheit ist stark eingeschränkt
und Regierungskritiker werden verfolgt und inhaftiert.

Baku (aserbaidschanisch Bakı) ist die Hauptstadt Aserbaidschans in
Vorderasien. Mit zwei Millionen Einwohnern in der Stadtprovinz ist Baku
die bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt des Landes und des
gesamten Kaukasus. Die Stadt an der Westküste des Kaspischen Meeres ist
Verkehrsknotenpunkt sowie Wirtschafts- und Kulturzentrum mit mehreren
Universitäten, Hochschulen, Forschungsinstituten, Theatern und Museen.
Durch die Lage innerhalb eines Erdölfördergebiets ist Baku auch der
Knotenpunkt mehrerer Erdöl-Pipelines und besitzt einen bedeutenden
Erdöl-Hafen am Westufer des Kaspischen Meeres, dem weltweit größten See.
Aufgrund ihrer günstigen Lage an mehreren historischen Handelswegen
kann die Stadt auf eine reiche Geschichte zurückblicken: In der
Altstadt, die seit 2000 den Status eines UNESCO-Welterbes hat, sind
zahlreiche Paläste, Moscheen und Festungsbauten erhalten geblieben.
Mitte November 2024 fand hier die 29. UN-Klimakonferenz (COP 29) statt.

Archäologen datierten erste Funde einer Siedlung auf das Jahr 8000 v.
Chr. Seit Jahrtausenden sprudelten in der Region von Baku natürliche
Ölquellen, mit denen bereits die Zoroastrier ihre Tempel beleuchteten.
Im ersten Jahrhundert erreichten die Römer mit ihren
Militärexpeditionen Baku. In der Nähe der Stadt sind römische
Inschriften aus der Zeit von 84 bis 96 n. Chr. erhalten.
Im 12. Jahrhundert machte ein Lokalherrscher, der Schirwanschah Ahistan
I., Baku zu seiner Hauptstadt, nachdem die alte Hauptstadt Shamakha von
einem Erdbeben zerstört worden war. Die Befestigungen gehen auf diese
Zeit zurück. Von 1501 bis zur Eroberung durch die Osmanen 1578 wurde
die Stadt von den Safawiden beherrscht. 1747 fiel die Macht an die
lokalen Khane von Baku, die relativ unabhängig vom Persischen Reich
waren. Durch dauernde Kriege sank die Bevölkerungszahl Bakus auf etwa
5000. 1797 fiel die Stadt nach einer erfolglosen russischen
Militärexpedition zurück an das Persische Reich, wurde 1804 bis 1813
erneut russisch besetzt und fiel 1828 endgültig an Russland.

Die erste mechanische Ölbohrung fand um das Jahr 1846 statt. 1873
wurden die Ölquellen in größerem Maßstab angebohrt; in diesem Jahr kam
Robert Nobel nach Baku. Der ältere Bruder von Ludvig und Alfred Nobel
gründete in Baku die Ölgesellschaft Nobel Brothers Petroleum Producing
Company. Die Firma wurde in wenigen Jahren das führende Unternehmen auf
dem Weltmarkt. Bis 1901 lieferte Baku die Hälfte des weltweit
benötigten Erdöls. Die Ölkönige von Baku ließen sich neugotische und
Jugendstilpaläste von westeuropäischen Architekten im Süden der
Altstadt erbauen.
* * *
Der Jungfrauenturm von Baku wurde in zylindrischer Form auf einem
riesigen, zum Kaspischen Meer abfallenden Felsen errichtet. Ein
länglicher Stützpfeiler ist seeseitig daran befestigt. Die Höhe des
Turms beträgt im Norden 31 m, im Süden 28 m. Der Durchmesser des Turms
im ersten Stockwerk beträgt 16,5 m. Die Wandstärke im ersten Stockwerk
beträgt bis zu 5 m. Der Innenraum des Turms ist in acht Stockwerke
unterteilt. Jedes Stockwerk ist mit einer gewölbten Decke aus behauenem
Stein bedeckt. In der Mitte der Steindecken befinden sich runde,
vertikale Öffnungen. Durch diese Öffnungen kann man den Boden des
ersten Stockwerks sehen. Der einzige Eingang zum Turm ist ein 2 m hoher
und 1,10 m breiter Bogentor im Westen. Die Höhe des ersten Stockwerks
beträgt 3 m, die durchschnittliche Höhe der übrigen Stockwerke 2,5 m.

Staatliches Puppentheater Aserbaidschans (Azərbaycan Dövlət Kukla Teatrı)

Das Preisniveau in der Stadt ist günstig. Sparsam Reisende kommen mit
wenig Geld aus. Der Döner kostet zumeist 2,50 Manat, also etwa EUR 1,32.

Der internationale Flughafen Heydar Aliyev (aserbaidschanisch: Heydər
Əliyev adına Beynəlxalq Hava Limanı; IATA: GYD, ICAO: UBBB) bedient die
aserbaidschanische Hauptstadt Baku und ist einer der sieben
internationalen Flughäfen Aserbaidschans. Er ist der verkehrsreichste
Flughafen Aserbaidschans und des Südkaukasus sowie einer der größten in
den postsowjetischen Staaten. Früher hieß er Internationaler Flughafen
Bina, benannt nach dem gleichnamigen Vorort Bina im Großraum Baku. Der
Flughafen liegt 20 Kilometer nordöstlich von Baku und ist über die
Flughafenautobahn mit der Stadt verbunden. Er dient als Drehkreuz für
die nationale Fluggesellschaft Azerbaijan Airlines sowie für Azal Avia
Cargo und Silk Way West Airlines.
Die öffentliche Anbindung zum/vom Zentrum ist mit der Buslinie Aeroexpress
gegeben, die alle 20 Minuten fährt und mit der BakuCard 1,30 Manat
kostet. Top!

Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun:
A day trip around Baku, Azerbaijan, October 2025:
National Museum of History of Azerbaijan in Baku:
Flight Baku - Vienna, GYD - VIE, J2 0071, October 2025: