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Das Napoleonmuseum Deutsch-Wagram beleuchtet die Schlacht bei Wagram, Napoleons Einfluss und Erzherzog Carls Rolle, einschließlich der Geschichte des Infanterie Regiments Nr. 42. Im Stadtmuseum Deutsch-Wagram wird das lokale Leben und traditionelles Handwerk dargestellt.
Das Museum der Schlacht bei Wagram 1809 im Erzherzog Carl-Haus
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Nach dem Sieg Erzherzog Carls in der Schlacht bei Aspern im Mai 1809
wurde das Marchfeld zwischen Lobau und dem heutigen Deutsch-Wagram am
5. und 6. Juli zum neuerlichen Schauplatz einer kriegsentscheidenden
Schlacht. 180.000 Soldaten unter der Führung Napoleons standen 120.000
auf österreichischer Seite gegenüber. Der Kernbereich der Schlacht
reichte von Glinzendorf, Markgrafneusiedl, Parbasdorf, Deutsch-Wagram,
Raasdorf bis Aderklaa und umfasste die Orte Gerasdorf, Süssenbrunn und
Strebersdorf als Ausgangspunkte der Offensive am Morgen des 6. Juli.
Im Gedenkraum für das Infanterieregiment Nr. 42 befinden sich Uniformen
aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und die Regimentstrommel, sowie
Zeittafeln und Erinnerungsstücke an Kommandanten des Regiments.
Infanterieoffizierssäbel M1861
Geschenksäbel an Leutnant Johann Gustas zu seiner Ernennung zum
Leutnant und seiner Überstellung vom Divisionsartillerieregiments N° 40
zum IR 42 am 1. Mai 1900. Auf der Klinge ist folgende Inschrift: Dem
braven Kameraden Gustas vom Vorstande der Rechnungskanzlei des k.u.k.
D.A.R.N° 40
Erzherzog Carl von Österreich
Herzog von Teschen aus dem Haus Habsburg-Lothringen.
geb. 5. September 1771 in Florenz; gest. 30. April 1847 in Wien
Er fügte Napoleon in der Schlacht bei Aspern am 21. / 22. Mai 1809 die erste Niederlage auf dem Schlachtfeld zu.
Kurz darauf unterlag Erzhg. Carl am 5./ 6. Juli 1809 jedoch in der
Schlacht bei Wagram, er schloss mit Napoleon eigenmächtig den
Waffenstillstand von Znaim am 11. Juli 1809, wofür er von seinem Bruder
Kaiser Franz I. am 23. Juli suspendiert wurde.
Napoleon Bonaparte als Kaiser „Napoleon I."
geb. 15. August 1769 in Ajaccio auf Korsika; gest. 5. Mai 1821 in Longwood House auf der Insel St. Helena im Südatlantik.
1. Exil: April 1814 bis März 1815 auf der Insel Elba, „Rückkehr nach Frankreich für 100 Tage"
2. Exil: 15.Juli 1815 bis zum Tod auf der Insel St. Helena
Napoleon war von 1799 bis 1804 Erster Konsul der französischen Republik
und anschließend bis 1814 sowie nochmals 1815 Kaiser der Franzosen. Er
stand einem diktatorischen Regime mit plebiszitären Elementen vor.
Durch verschiedene Reformen - etwa die der Justiz durch den Code civil
oder die der Verwaltung - hat Napoleon die staatlichen Strukturen
Frankreichs bis in die Gegenwart hinein geprägt und die Schaffung eines
modernen Zivilrechts in besetzten europäischen Staaten initiiert.
Gedenkraum für das Infanterie-Regiment Nr. 42
Ein Ausstellungsraum ist dem 42. Böhmischen Infanterie-Regiment
gewidmet, das sich in der Schlacht von Deutsch-Wagram besonders
auszeichnete. Der Hauptwerbebezirk des 1685 erstmals aufgestellten
Regiments war zur Zeit der Napoleonischen Kriege Litoměřice/Leitmeritz,
die Stabsstation Terezin/Theresienstadt. Seit 1879 war der in Gmunden
im Exil lebende Ernst August Herzog von Cumberland, Herzog zu
Braunschweig und Lüneburg (zuvor Georg V. König v. Hannover)
Regimentsinhaber. Aufgrund der Leistungen während der Schlacht bei
Wagram hatte Erzherzog Carl dem Regiment die Genehmigung erteilt
allzeit den Grenadier-Marsch zu schlagen.
Der österreichische Militärkapellmeister und Komponist Josef Wiedemann,
der von 1854 bis zu seiner Pensionierung als Kapellmeister beim
Infanterie-Regiment Nr. 42 tätig war, komponierte 1885 für das Regiment
den Wagram-Marsch, auch unter dem Titel 42er-Regimentsmarsch oder
Wagramer Grenadiermarsch bekannt. Seit 1960 dient die Komposition als
Traditionsmarsch der Theresianischen Militärakademie und des
Gardebataillons des Österreichischen Bundesheeres; hier zu hören. Falls
der Link nicht funktionieren sollte, einfach in den Browser Wagramer
Grenadiermarsch eingeben – schon sind einige Videos verfügbar. Das 1983
gegründete Blasorchester der Musikschule Deutsch-Wagram trägt seit 2003
die historischen Uniformen des 42. Infanterie-Regiments. Der Wagramer
Grenadiermarsch ist der „Hausmarsch“ des Blasorchesters.
Im Gedenkraum des Napoleonmuseums werden u. a. Erinnerungsstücke an den
letzten Regimentsinhaber, eine Regimentstrommel und Pläne bzw. Bilder
von Terezin/Theresienstadt gezeigt. Macht man im Anschluss an den
Museumsbesuch einen Spaziergang durch Deutsch-Wagram, sollte man auch
dem Krieger-Denkmal in der Nähe der Pfarrkirche einen Besuch abstatten.
Das Denkmal wurde auf Initiative des Postmeisters Anton Pfalz geplant
und am 4. Juli 1809 enthüllt. Sein Schöpfer war der Bildhauer Franz
Seifert (1866–1951), der im nahen Schönkirchen das Licht der Welt
erblickte. Das Denkmal stellt einen Grenadier des 42.
Infanterie-Regiments dar.
Die Schlacht bei Wagram 4. und 5. Juli 1809 - Der Auftakt
Nach dem Sieg der österreichischen Armee unter Erzherzog Carl am 21.
und 22. Mai 1809 bei Aspern zog sich Napoleon mit seinem Heer in die
Lobau zurück. Während die österreichische Armee von der Donau bis ins
Marchfeld lagerte, bezog Erzherzog Carl Anfang Juni sein Hauptquartier
in diesem Haus. Am 4. Juli abends, unter Schutz eines heftigen
Gewitters und unterstützt durch das Feuer der Lobaubatterien, gingen
die Franzosen aus der Lobau, südlich von Groß Enzersdorf in das
Marchfeld über. Die österreichische „Avantgarde" unter FML Nordmann
wurde über Schloss Sachsengang bis Markgrafneusiedl und das VI. Corps
FML Klenau aus den Vorposten bei Aspern und Essling entlang der Donau
bis Stammersdorf zurückgedrängt.
Die österreichische Hauptmacht lagerte hinter dem Rußbach am Wagram:
Das I. Corps unter GdK Bellegarde bei Wagram, das II. Corps unter FML
Hohenzollern bei Baumersdorf (Parbasdorf) und das IV. Corps unter FML
Rosenberg als linke Flanke bei Markgrafneusiedl. Das III. und VI. Corps
standen beim Bisamberg und die Grenadiere bei Gerasdorf und hatten
keinen Anteil an den Kämpfen. Am Abend des 5. Juli griff Napoleon bei
untergehender Sonne die „Wagramstellung" an: Das sächsische Corps bei
Wagram gegen den rechten Flügel von Bellegarde, MacDonald und Dupas
gegen dessen linken Flügel, Oudinot gegen Hohenzollern und Davout gegen
Rosenberg. Generalmajor Ignatz von Hardegg des II. Corps verteidigte
Baumersdorf und konnte den Angriff von Oudinot auch mit Hilfe von
Rosenberg zurückschlagen.
Der Angriff von Teilen des italienischen Corps unter General MacDonald
und einer Division des sächsischen Corps brachte die Österreicher an
den Rand einer Niederlage. Unter dem Schutz der einbrechenden Nacht und
dem Rauch des brennenden Baumersdorf gelang es den anstürmenden
Truppen, die Nahtstelle zwischen dem I. und II. Corps „in Unordnung zu
bringen". Erzherzog Carl, der leicht verwundet wurde und andere
Generäle und Offiziere griffen geistesgegenwärtig ein und konnten den
Angriff abschlagen. Das Regiment Erbach (IR 42) zeichnete sich bei
dieser Gelegenheit aus. Die Sachsen unter Marschall Bernadotte gerieten
im alten Ortseingang „in die Klemme", woran die Straßenbezeichnung
„Sachsenklemme" heute noch erinnert. Marschall Davout's Angriff kam zu
spät und die Nacht beendete alle Kämpfe. Napoleon lagerte auf einem
Hügel nördlich von Raasdorf.
Die Schlacht bei Wagram wurde zu einer der Entscheidungsschlachten des
5. Koalitionskrieges. Dabei erlitten die österreichischen Truppen und
ihre Verbündeten eine vernichtende Niederlage. Auf beiden Seiten waren
mehr als 12.000 Tote zu beklagen, rund 42.000 Verwundete waren zu
versorgen. Die Leichen – egal ob Freund oder Feind – wurden auf Befehl
Napoleons noch auf dem Schlachtfeld verbrannt. Bis heute finden sich
auf den Äckern und bei Erdarbeiten Überreste von Waffen, Geschützen und
Uniformen.
Das Napoleonmuseum Deutsch-Wagram stellt mit Übersichts- und
Detailkarten sowie mit Schlachtenbildern den Ablauf der Geschehnisse
vom 5. und 6. Juli 1809 dar. Die Protagonisten der Gefechte – die
beiden Heerführer Kaiser Napoleon und Erzherzog Carl von Österreich
sowie die wichtigsten Generäle der im Marchfeld versammelten Heere –
werden in Porträts gezeigt. Vitrinen mit Hieb-, Stich- und
Schusswaffen, Patronentaschen, Uniformen und deren Überreste sowie
Fundstücke vom Schlachtfeld ergänzen das Bild.
Die Schlacht bei Wagram 6. Juli 1809- Die Entscheidung
Nach den abgeschlagenen Abendangriffen entschließt sich
Generalquartiermeister (Stabschef) Wimpffen zum Angriff und erteilt
kurz vor Mitternacht in diesem Hause Angriffsbefehle. Gegenüber
Wimpffen's ursprünglichen Plan den Gegner von einer Seite zu umzingeln,
soll es nun von beiden Seiten gelingen. Da die Befehle bei den
Corps-Kommandanten verspätet eintreffen, scheiterte dieser
ambitionierte Plan bereits im Ansatz. Da jedoch Bellegarde Aderklaa
besetzen konnte und durch das allgemeine Vorrücken des rechten
österreichischen Flügels, geraten die Franzosen in eine heikle
Situation. Die Grenadiere rücken zwischen Aderklaa und Süßenbrunn vor,
dahinter die Reservekavallerie, beide unter GdK Liechtenstein. Das III.
Corps unter FZM Kolowrat rückt zwischen Süßenbrunn und Breitenlee vor
und das VI. Corps unter FML Klenau rückt entlang der Donau bis Aspern
und Essling vor. Durch diese Bewegung bestand die Gefahr, dass die
Franzosen im Rücken umgangen und von der Donau abgeschnitten werden.
Napoleon konzentriert seine Armee im Zentrum, bringt mit der „Grande
Batterie" mit über 100 Geschützen Kolowrat zum Stehen, lässt Marschall
Massena gehen, Klenau bei Aspern „einschwenken" und meistert so die
Gefahr umgangen zu werden. Mit dem Zentrumsstoß unter MacDonald
(„MacDonald Square") soll die österreichische Front zwischen Aderklaa
und Süßenbrunn durchbrochen werden. Der Vorstoß bricht jedoch unter dem
vereinigten Feuer der Grenadiere und Kolowrat zusammen. Die
Entscheidung der Schlacht erfolgt durch die Umgehung des linken
österreichischen Flügels und die Eroberung von Markgrafneusiedl durch
Davout. Die Österreicher müssen den linken Flügel zurücknehmen und den
Rückzug am frühen Nachmittag des 6. Juli antreten.
Erzherzog Johann wurde zu spät mit seinem Corps von Pressburg auf das
Schlachtfeld beordert und traf erst nach dem Ende der Schlacht ein.
Vermutlich hätte Johann aufgrund der Schwäche seines Corps und
Napoleons immer noch vorhandener Reserven am Ausgang der Schlacht
nichts geändert. Die Schlacht ist vorbei. Die österreichische
Hauptarmee zieht sich über Korneuburg und Hollabrunn nach Znaim zurück
und hat zahlreiche Nachhutkämpfe zu bestehen. Der Waffenstillstand bei
Znaim beendete am 12. Juli die Kämpfe und der Friede von Schönbrunn
am14. Oktober den Feldzug 1809. Der V. Koalitionskrieg sollte der
letzte siegreiche Feldzug Napoleons sein. Es folgte der Russlandfeldzug
1812, die Völkerschlacht bei Leipzig 1813 und das endgültige Ende 1815
bei Waterloo.
Das Museum der Schlacht bei Wagram bietet einen Überblick über die
Schlacht, die hier im Marchfeld zwischen Österreich und Frankreich
ausgetragen wurde. Die Schlacht ereignete sich am 5. und 6. Juli 1809.
Kaiser Napoleon kommandierte die französische Armee, die
österreichische Armee stand unter der Führung von Erzherzog Carl.
Einige der gezeigten Objekte lassen sich prominenten Kriegsteilnehmern
zuordnen: Aus dem Besitz des Generaladjutanten Maximilian Alexander
Freiherr von Wimpffen (1770–1854) stammen etwa ein Degen und
Miniaturschlachtenbilder. Der gezeigte Maria Theresien-Orden erinnert
an die Tatsache, dass dieser Orden in den Marchfeldschlachten 50mal
verliehen wurde. Der von Maria Theresia am 18. Juni 1757 gestiftete
Orden wurde für aus eigener Initiative unternommene, erfolgreiche und
einen Feldzug wesentlich beeinflussende Waffentaten, die ein Offizier
von Ehre hätte ohne Tadel auch unterlassen können ohne Ansehen von
Stand und Religion verliehen. Mit dem Orden waren der erbliche
Freiherrenstand und eine Pension verbunden. Auch Maximilian Freiherr
von Wimpffen war Träger des Ordens, der ihm aufgrund seiner Taten in
der Schlacht von Austerlitz verliehen worden war.
An Graf Philipp Ferdinand von Grünne (1762–1854) erinnern dessen
Säbelscheide und ein eigenhändiges Schreiben vom 24. März 1809. Grünne
war ab 1794 Flügeladjutant Kaiser Franz II. Im Feldzug von 1797 wurde
er zum Obersten und Generaladjutanten von Erzherzog Carl ernannt. Seit
1806 war er Inhaber des 3. Ulanenregiments. 1808 erfolgte seine
Ernennung zum Feldmarschallleutnant, 1809 zum Chef der Kanzlei des
Generalissimus. Nach der Schlacht bei Wagram schied er aus dem aktiven
Dienst aus und wurde Obersthofmeister bei Erzherzog Carl. Schon 1802
hatte der in Dresden geborene Grünne die Güter Dobersberg und Illmau
bei Waidhofen an der Thaya gekauft. Der von ihm in Dobersberg angelegte
Park zählte laut zeitgenössischen Berichten zu den schönsten des
Waldviertels.
Maximilian Alexander Freiherr von Wimpffen (* 19. Februar 1770 in
Münster; † 29. August 1854 in Wien) war ein k. k. Kämmerer, Geheimrat,
Feldmarschall und 1809 sodann von 1824 bis 1830 Chef des
Generalquartiermeisterstabes (Generalstabschef) sowie Inhaber des
Infanterieregiments Nr. 13.
Beim Ausbruch des Fünften Koalitionskriegs 1809 wurde er zum
Generaladjutanten der Hauptarmee bestellt. Nach der Niederlage der
Armee des Feldmarschalls Erzherzog Karl von Österreich-Teschen bei
Regensburg am 26. April wurde er zum Chef des
Generalquartiermeisterstabes bestellt und zum Generalmajor befördert.
Seine Leistungen bei Aspern am 21. und 22. Mai 1809 wurden durch
Erzherzog Karl mit den Worten anerkannt, dass „in den einsichtsvollen
Dispositionen und der rastlosen Verwendung des Chefs des Generalstabes
Generalmajor von Wimpffen die erste Grundlage des Sieges“ gelegen habe.
Noch auf dem Schlachtfeld wurde ihm das Kommandeurkreuz des
Militär-Maria-Theresien-Ordens verliehen. Als nach dem Znaimer
Waffenstillstand am 12. Juli Erzherzog Karl den Oberbefehl zurücklegte,
trat auch Wimpffen von seinem Posten als Generalstabschef zurück und
übernahm eine Brigade in Böhmen.
MAXIMILIAN FRETHERR von WIMPFFEN
k.k. österr. General-Feldzeugmeister. Commandirender-General in Ober- und Nieder-Österreich.
Die einen bewunderten Napoleon als Feldherrn und genialen Staatsmann,
so Johann Wolfgang von Goethe, der in Rückschau auf seine Begegnung mit
Napoleon in Erfurt am 2. Oktober 1808 erklärte: „Ich will gerne
gestehen, daß mir in meinem Leben nicht Höheres und Erfreulicheres
begegnen konnte, als vor dem französischen Kaiser zu stehen.“ Die
anderen sahen in ihm einen Despoten und Kriegsverbrecher, der Europa in
ein Schlachtfeld verwandelt hatte und dessen Eroberungszüge bis zu 2
Millionen Menschen zum Opfer fielen.
Bereits zu Lebzeiten war um seine Person ein Kult entstanden, der 1840
durch die Überführung seiner sterblichen Überreste von St. Helena nach
Paris weiter befeuert wurde. Bis ins 20. Jahrhundert hinein entstanden
in Frankreich, aber auch in anderen Ländern Europas Memorabilien und
Souvenirs, die Napoleon zum großen Heros stilisierten: Gemälde,
Statuetten, Medaillons, Schmuckteller und Gegenstände des täglichen
Gebrauchs, verziert mit Darstellungen des französischen Kaisers, die
sich meist an bekannten Kunstwerken orientierten. Das Napoleonmuseum
Deutsch-Wagram zeigt zahlreiche Objekte, die im Andenken an den
französischen Kaiser entstanden sind.
Erzherzog Carl wurde am 5. September 1771 in Florenz als Sohn von
Leopold II. und Maria Ludovica von Bourbon-Spanien geboren, somit ein
Enkel von Maria Theresia und ein Neffe von Marie Antoinette. Seine
militärische Laufbahn begann früh und führte ihn zu allen wichtigen
Kriegsschauplätzen. 1801 wird er Feldmarschall und Hofkriegspräsident
und damit kann er endlich die notwendige Reform des österreichischen
Militärwesens beginnen. Nach der Schlacht von Austerlitz 1805 will
Kaiser Napoleon seinen bedeutendsten Gegner sehen und trifft ihn am 27.
Dezember 1805 in Stammersdorf. Im Mai 1809 fügt Erzherzog Carl Kaiser
Napoleon in der Schlacht von Aspern und Essling die erste grosse
Niederlage zu, die sich so rasch nicht wiederholen sollte, aber den Ruf
des „unbesiegbaren“ Napoleons brechen konnte. Erzherzog Carl war mit
Henriette von Nassau-Weilburg verheiratet, der wir den ersten
Christbaum in Wien verdanken.
Erzherzog Carl von Österreich (1771 - 1847)
Erzherzog Carl von Österreich war der Bruder von Kaiser Franz I. von Österreich sowie von Erzherzog Johann.
Erzherzog Carl konnte Napoleon bei der Schlacht bei Wagram nicht
besiegen, jedoch gelang es ihm den Kaiser der Franzosen Verluste
zuzufügen, was Napoleon abhielt Österreich zu vernichten. Zum
Unterschied von Napoleon, konnte Carl nicht frei entscheiden, sondern
musste er sich den Befehlen seines Bruders und somit den Anordnungen
des Hofes beugen. Napoleon schätzte die Fähigkeiten seines Gegners so
sehr, dass er ihm den großen Adler und das Kreuz der Ehrenlegion
sandte:
„Das eine ist eine Huldigung für Ihr Genie als General, dass letztere für Ihre Tapferkeit als Soldat" waren die begleitenden Worte.
Napoleon-Museum in Deutsch-Wagram, NÖ: Erzherzog Carl-Haus
Das Museum im Erzherzog Carl-Haus zeigt Objekte der Schlacht gegen Kaiser Napoleon im Jahre 1809.
Im Marchfeld, an der Grenze zum Weinviertel, liegt Deutsch-Wagram mit
dessen denkwürdigen Vergangenheit. Wenige Schlachten und ihre Folgen
sind so nachhaltig im Gedächtnis der Menschen geblieben wie der 5. und
6. Juli 1809, als Napoleon in Deutsch Wagram einen knappen Sieg über
die schlecht ausgerüsteten Truppen von Generalissimus Erzherzog Carl
errang.
Kaiser Napoleon I. (1769-1821)
Napoleon, geboren als Sohn eines Advokaten in Ajaccio auf Korsika,
besuchte die Offiziersschule von Brienne, war mit 19 Jahren Leutnant,
mit 24 Jahren Brigadegeneral, mit 30 Konsul und mit 35 Jahren war er
Kaiser von Frankreich. Ihm gelang es, die staatlichen Strukturen
Frankreichs zu verändern. Nur politische Fehlentscheidungen und die
Gegenwehr der unterdrückten Bevölkerung setzte seinen Erfolg ein Ende.
Napoleon wurde 1815 auf die Insel St. Helena ins Exil verband und starb
1821.
Schenkungsvertrag zwischen Anneliese Beran, Erwin Lichtblau und Hans
Lichtblau nachfolgend Schenker genannt, alle in 2232 Deutsch-Wagram und
Museumsgesellschaft der Stadt Deutsch-Wagram nachfolgend Beschenkter
genannt, Erzherzog Carl-Straße 1, 2232 Deutsch-Wagram
1. Hierdurch wenden die Schenker dem Beschenkten folgenden Gegenstand unentgeltlich zu.
Napoleon-Tisch
Geschichte:
Als Napoleon am 16. Juli 1809 Wagram besuchte, soll er der heimischen
Überlieferung nach, an diesem Tisch gesessen sein. Dieser Tisch von
1760, versehen mit Intarsien, wurde über viele Generationen im Hause
Lambauer (heute Lichtblau) vererbt. Dieses Haus hat als eines der
wenigen die Schlacht bei Wagram überstanden. Dazu kommt die
protokollierte Aussage der Elisabeth Lambauer, der einstigen Besitzerin
dieses Tisches, sie habe von ihrem Schwiegervater, Herrn Lambauer,
wiederholt gehört, dass dieser in seinem 15. Lebensjahr den Kaiser
Napoleon an diesem Tisch speisen gesehen habe.
2. Hierdurch nimmt der Beschenkte die Schenkung der Schenker an und bestätigt, den angeführten Gegenstand erhalten zu haben.
Deutsch-Wagram, den 03. April 2016
Napoleon wird Kaiser
Napoleon hat sich in einer prachtvollen Zeremonie selbst zum Kaiser
gekrönt. Danach ließ er viele Gemälde anfertigen, die ihn als erhabenes
Staatsoberhaupt im Krönungsgewand zeigten. Er wusste, wie wichtig es
war, sich ins rechte Licht zu rücken, und erkannte, dass er durch die
Bilder unsterblich werden würde.
Das adaptierte „Erzherzog Carl-Haus“ aus dem Jahr 1740 diente Erzherzog
Carl als Hauptquartier bei den Schlachten gegen Napoleon. In diesem
Haus findet der Besucher mehr als 1000 Exponate – Fundstücke aus dieser
Zeit, Geräte, Drucke und Bilder, Waffen, Uniformen und Diaramen – die
über die Art und Weise der Kriegsführung informieren. Bemerkenswert der
alte Tisch, an dem Napoleon gesessen haben soll.
Dem Publicum wird hiermit bekannt gemacht, daß die Auswechslung der
Ratificationen des zwischen Sr. Majestät dem Kaiser von Oesterreich,
König von Hungarn und Böhmen, und Sr. Majestät dem Kaiser der
Franzosen, König von Italien, abgeschlossenen Friedens heute Vormittags
vor sich gegangen sey.
Wien den 20. October 1809.
Rudolph Grafv. Wrbna, k. k. österr. bevollmächtigter Hofcommissär
Stadtgeschichte neu erleben im Erzherzog Carl-Haus
Das Stadtmuseum Deutsch-Wagram
führt die Besucher mit den gezeigten Objekten durch die Geschichte der
zunächst bäuerlichen Siedlung Wagram, von der ersten Namensnennung als
Wagrain 1258 bis zur Stadterhebung am 29. März 1985. Seine zahlreichen
Exponate vermitteln Einblicke in den Alltag der Vergangenheit. So
begegnet man einer Rauchküche ebenso wie einer reich ausgestatteten
Schusterwerkstatt. Historische Fahrräder erinnern an den Beginn der
Mobilität. Das rege Vereinsleben dokumentieren Fahnenbänder und
Erinnerungsstücke. Eine Vitrine erinnert mit ihren Objekten an die alte
Pfarrkirche, die ab Mai 1956 teilweise abgebrochen und durch den
heutigen Neubau ersetzt wurde.
Einige Vitrinen widmen sich berühmten Persönlichkeiten aus
Deutsch-Wagram. So wurde der spätere Landeshauptmann von
Niederösterreich Johann Mayer 1858 hier geboren. Als Sohn eines
Wirtschaftsbesitzers erlernte er zunächst das Müllergewerbe. Ab 1886
war er in verschiedenen politischen Ämtern tätig. 1897 wurde er in den
Reichsrat gewählt, dem er bis zum Zusammenbruch der Monarchie
angehörte. Er war Landtagsabgeordneter (1890–1908),
Landeshauptmann-Stellvertreter (1918–1920) und von 1921 bis 1922 der
erste Landeshauptmann des nunmehr von Wien getrennten Niederösterreich.
Er war maßgeblich an den Verhandlungen über die Trennung von Wien und
Niederösterreich beteiligt. In Deutsch-Wagram stand auch die Wiege
eines bedeutenden Technikers: Am 25. Dezember 1857 kam hier Johann
Sahulka als Sohn eines Bahnwärters zur Welt. Er studierte an der
Universität Wien Physik und Mathematik. Nach Jahren im Schuldienst
habilitierte er sich 1892 an der Technischen Hochschule Wien und wurde
dort ab 1903 Professor für Elektrotechnik.
Im Heimatmuseum ist eine Schusterwerkstätte aus der Zwischenkriegszeit
und eine Rauchküche aufgebaut. Es gibt eine Vielzahl an Exponaten von
Kunst- und Gebrauchskeramik, so wie eine Reihe von Exponaten
bedeutender Deutsch-Wagramer Persönlichkeiten.
Zu den Beständen des Museums gehören auch Objekte, die an Franz
Christen erinnern, der 1912 einer der alten Männer bei der
Fußwaschungszeremonie im Dom zu St. Stephan sein durfte. Während der
Liturgie am Gründonnerstag wusch Kaiser Franz Joseph in der Nachfolge
Christi jeweils zwölf alten Männern, die über 90 Jahre alt sein
mussten, die Füße. Vorher lud man sie zu Speis und Trank ein. Zur
Erinnerung durften sie den Fußwaschungskrug, den Silberbecher, aus dem
sie getrunken hatten, und das Handtuch behalten. Überdies erhielten sie
einen mit 30 Silberkronen gefüllten Beutel, den der Kaiser ihnen
während der Zeremonie um den Hals hängte.
Der langjährige Präsident der Museumsgesellschaft Viktor Jirku - mittlerweile Ehrenpräsident -
hat auch einem einzelnen Besucher gerne sein Wissen weitergegeben. Danke!
Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun: