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Erfurt ist seit 1991 die Landeshauptstadt des
Freistaates Thüringen. Sie ist mit rund 215.000 Einwohnern die größte
Stadt Thüringens und eines der Oberzentren des Landes. Neben der
Krämerbrücke ist das einzigartige Ensemble von Dom und Severikirche
eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt.
Hauptpostamt am Anger 66–73
Das Hauptpostamt ist ein von 1882 bis 1885 als Kaiserliches
Hauptpostamt erbautes Gebäude nach dem Entwurf des Reichspostamtes in
Berlin. Das Hauptpostamt ist ein Eckbau, an seiner Ecke befindet sich
der Hauptpostturm. Bis zum Zweiten Weltkrieg mündete an ihm die
Schlösserstraße in den Anger. Der Helm des Hauptpostturms wurde im
April 1945 durch Artilleriebeschuss zerstört und danach bis 1949 in
vereinfachter Form wiedererrichtet.
Maus und Elefant KIKA
Die bekannte Maus und der blaue Elefant sind auf dem Anger zu finden.
Der frühere Standort war auf der Insel hinter der Rathausbrücke beim
Sandmännchen. Künstler: Frank Meyer (Maus), Thomas Lindner (Elefant)
Die Sendung mit der Maus (kurz: Die Maus) ist eine der erfolgreichsten
Kindersendungen im deutschen Fernsehen. Kern der Sendung sind
sogenannte Lach- und Sachgeschichten, zu denen neben kurzen
Zeichentrickfilmen auch jeweils ein Wissensfilm, beispielsweise über
die Herstellung oder Funktionsweise eines Alltagsgegenstandes, zählt.
Sie wird seit 1971 am Sonntagvormittag ausgestrahlt. Produziert wird
die Sendung vom WDR in Zusammenarbeit mit anderen Mitgliedssendern der
ARD.
Angermuseum am Anger 18
Das heutige Angermuseum wurde als kurmainzischer Pack- und Waagehof
durch Wiener Bauleute erbaut. Der fränkisch beeinflusste Barockbau
wurde von 1706 bis 1712 auf Veranlassung des Mainzer Statthalters Graf
Philipp Wilhelm von Boineburg errichtet, um sicherzustellen, dass alle
ein- und ausgeführten Waren in Erfurt verzollt wurden. Das Bauwerk ist
durch Pilaster gegliedert und trägt reichen plastischen Schmuck. Im
Giebeldreieck befindet sich das Standbild des Schutzpatrons der Stadt,
St. Martin, sowie die vier Plastiken Justitia, Charitas, Prudentia und
Vigilantia (Gerechtigkeit, Mildtätigkeit, Tugendhaftigkeit,
Wachsamkeit) von Gottfried Gröninger. Im Erdgeschoss befindet sich noch
die vorgesehene Halle für die Wagenabfertigung. Seit 1886 wird der
kurmainzische Pack- und Waagehof als Museum für mittelalterliche Kunst
genutzt.
Der Anger ist ein ehemaliger
Handelsplatz und die heutige Hauptgeschäftsstraße und Flaniermeile der
thüringischen Landeshauptstadt Erfurt. Der einstige Haupthandelsplatz
für Waid, Wein, Wolle und Weizen ist heute Fußgängerzone, durch die die
Erfurter Straßenbahn fährt. Der Anger wird von mondänen,
großstädtischen Geschäftshäusern aus der Gründerzeit (Historismus,
Jugendstil) dominiert. Der Name Anger weist auf eine einstige,
langgestreckte Wiese oder Weide hin, in einer breiten, platzähnlichen
Straße, deren Form bis heute erhalten blieb. Die Gesamtlänge des Angers
beträgt etwa 600 Meter.
Luther-Denkmal am Anger vor der evangelischen Kirche St. Gregor. Leider geschlossen.
Stadtmuseum Erfurt "Haus zum Stockfisch"
Ausstellungen zur Geschichte Erfurts vom Mittelalter bis in die Gegenwart in Gebäude aus der Spätrenaissance.
Wenigemarkt mit der Ägidienkirche - Evangelisch-Methodistische Kirche
Wegen Personalmangel leider geschlossen, somit kein Turmaufstieg möglich. Schade.
Der Wenigemarkt ist eine unregelmäßige, dreieckige Anlage von rund 60
Metern Seitenlänge. Damit hat der Wenigemarkt eine ähnliche Größe wie
der benachbarte Fischmarkt auf der anderen Seite der Gera. Geprägt wird
der Wenigemarkt durch seine im Vergleich zu anderen Erfurter Plätzen
niedrige und alte Randbebauung. Zahlreiche Cafés und Restaurants machen
den Wenigemarkt heute vor allem zu einem touristischen
„Kneipenviertel“. Prägendes Gebäude des Wenigemarkts ist die
Ägidienkirche an seinem westlichen Rand, die zugleich die östliche
Brückenkopfkirche der Krämerbrücke ist. Der Wenigemarkt tauchte
erstmals 1217 in einer Urkunde auf.
Im südöstlichen Bereich des Platzes Wenigemarkt steht ein Brunnen, der
von der Bronzeskulptur Raufende Knaben gekrönt wird. Sie wurde 1975/76
von dem Magdeburger Bildhauer Heinrich Apel geschaffen und 1990 an
ihren jetzigen Standort umgesetzt.
Brunnen mit Bronzeskulptur Raufende Knaben am Wenigemarkt
Die Ägidienkirche (auch St. Ägidii) in Erfurt bildet am Wenigemarkt mit
ihrem Torbogen den östlichen Zugang zur Krämerbrücke. Die einschiffige
gotische Kirche ist eine der ehemals zwei Brückenkopfkirchen. Am
westlichen Ende stand seit dem 11. Jahrhundert die Benediktikirche, die
1890 abgerissen wurde und an die heute nur noch der Name des
Benediktsplatzes erinnert.
Die Krämerbrücke ist das älteste profane Bauwerk Erfurts und zählt zu
den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt mit einer beidseitigen,
geschlossenen Brückenbebauung mit Fachwerkhäusern. Sie ist die längste
durchgehend mit Häusern bebaute Brücke Europas.[1] Die Fußgängerbrücke
überspannt die hier „Breitstrom“ genannte Gera und verbindet den
Benediktsplatz im Altstadtkern mit dem Wenigemarkt in der östlichen
Altstadterweiterung.
Heute befinden sich in den 32 Häusern meist Läden für Kunsthandwerk und
Antiquitäten. Bis auf die Häuser 15, 20, 24 und 33 sind alle Gebäude im
Besitz der Stadt Erfurt. Das Bauwerk war und ist ein Touristenmagnet.
Die Stadt Erfurt unterhält eine Stiftung zur Erhaltung dieses
einmaligen Baudenkmals, die Stiftung Krämerbrücke.
Der Benediktsplatz in Erfurt befindet sich am westlichen Zugang der
Krämerbrücke in der historischen Altstadt. Er wurde unter dem Namen Für
der Kremerbrucken 1510 erstmals erwähnt. 1817 erfolgte die Umbenennung
in Vor der Krämerbrücke. 1831 wurde er zur Erinnerung an die
Benediktikirche, die hier stand und 1809/1810 durch den französischen
General-Domänendirektor Gentil meistbietend zum Abbruch verkauft wurde,
in Benediktsplatz umbenannt. Am Benediktsplatz treffen Michaelisstraße,
Kreuzgasse, Krämerbrücke, Rathausbrücke und Fischmarkt zusammen.
Denkmal Adam Ries
Der bekannte deutsche Rechenmeister wirkte von 1517 oder 1518 bis
1522/23 in Erfurt. Er wohnte in der Drachengasse, nur wenige Meter
entfernt vom damaligen Hauptgebäude der Erfurter Universität, dem
Collegium maius. Die Erfurter Jahre von Adam Ries waren die
wissenschaftlich fruchtbarste Zeit seines Lebens.
Der älteste Siedlungskern Erfurts liegt im Bereich des Fischmarkts im
Herzen der Altstadt. Der Fischmarkt ist ein zentraler Platz in der
thüringischen Landeshauptstadt Erfurt. Er liegt in der Altstadt
zwischen Domplatz im Westen und Anger im Südosten.
Das Haus zum Roten Ochsen ist
ein Renaissance-Gebäude am Fischmarkt in Erfurt und gilt als eines der
schönsten seiner Art in Deutschland. Der Bau ist erstmals im Jahr 1392
erwähnt und wurde 1562 durch den Waid-Händler und Oberratsmeister Jacob
Naffzer (ca. 1529–1586) aus Erfurt im Stil der Renaissance umgestaltet.
An der Fassade oberhalb des Erdgeschosses befindet sich ein Fries, auf
dem die Musen und die antiken Planetengötter dargestellt sind. In der
Mitte ist der namengebende rote Ochse mit goldenen Hörnern zu sehen. Im
ersten Stock befindet sich der prächtig ausgestattete Renaissancesaal,
in dem viele Ausstellungen stattfinden. Das Haus ist Sitz des Erfurter
Kunstvereins. Seit 1979 wird das damals renovierte Gebäude als „Galerie
am Fischmarkt“ (seit 2000 Kunsthalle Erfurt) genutzt, nachdem es ab dem
18. Jahrhundert nicht nur als Wohn-, sondern auch als Geschäftshaus
diente und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Kino in ihm
Platz gefunden hatte.
Der Römer ist eine Statue in
Gestalt eines römischen Kriegers auf dem Fischmarkt in Erfurt, direkt
gegenüber dem Erfurter Rathaus. Bei der Statue handelt es sich um einen
von Kopf bis Fuß bewaffneten römischen Krieger mit den Insignien der
römischen Republik, der die Stadtfahne Erfurts in der rechten Hand hält.
Das vierstöckige Erfurter Gildehaus
wurde im späten 19. Jahrhundert erbaut und beherbergte einst
Kunsthandwerker und Handwerker, die hier arbeiten und ihre Waren
anbieten konnten. Das Gildehaus überblickt den Fischmarkt, den
zentralen Platz der Erfurter Altstadt. Das Haus zum Breiten Herd wurde
zum Vorbild des Gildehauses, das in zwei Bauphasen 1882/83 und 1892/93
im Stil der Neorenaissance rechts neben dem Breiten Herd errichtet
wurde (Hausnummern 14–16).
Das Haus zum Breiten Herd ist
ein Bürgerhaus der Renaissance am Nordrand des Fischmarkts (Nummer 13)
in der Altstadt von Erfurt. Es zählt zu den prachtvollsten und
bekanntesten Renaissancebauten der Stadt. Die polychrome
Fassadengestaltung der Renaissance wurde 1968 rekonstruiert. An der
Fassade befinden sich im ersten Stock personifizierte Darstellungen der
fünf Sinne, die nach Vorlagen von Frans Floris aus Antwerpen gestaltet
wurden. Bei der Darstellung des „Riechens“ ist im Hintergrund die Stadt
Erfurt dargestellt. In den Giebeln der Fenster der oberen Etagen
befinden sich Gaffköpfe. Auf der Spitze des Hauses ist eine Figur
aufgestellt, die einen Landsknecht verkörpert. Der Fassadenschmuck
wurde in der Werkstatt von Hans Friedemann dem Älteren hergestellt.
Bernd das Brot neben dem Rathaus am Rande des Fischmarkts
Die Plastik Bernd das Brot wurde als erste Figur im Juli 2007 neben dem
Erfurter Rathaus aufgestellt. 2009 wurde er entführt und tauchte erst
Tage später wieder auf. Künstler: Frank Meyer, Thomas Lindner
Bernd das Brot ist eine Figur des Kinderfernsehkanals KiKA. Es handelt
sich um ein sprechendes und meist deprimiertes Kastenweißbrot mit sehr
kurzen Armen, da sich seine Hände direkt am Laib befinden, der den
Rumpf inklusive Kopf darstellt. Er ist in den Kika-Nachtschleifen und
in Bernd & Friends zu sehen. Bernd das Brot ist seit 2000 im KiKA
zu sehen. Bei vielen erwachsenen Fernsehzuschauern wurde die Figur 2003
bekannt, als KiKA in der – offiziell sendefreien – Zeit von 21 bis 6
Uhr eine Schleife mit ausgesuchten Bernd-Filmen zeigte. Durch seine Art
hat Bernd das Brot viele erwachsene Fans gefunden und viel
Medienaufmerksamkeit erhalten. Bei seinen Fans hat er Kultstatus
erreicht. Im Jahr 2004 wurde „Bernd das Brot“ mit dem
Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.
Am Fischmarkt steht das Erfurter Rathaus. Das Hauptgebäude wurde in den 1870er Jahren in neugotischem Stil erbaut.
Die Ursprünge des Hauses reichen bis in das 11. Jahrhundert zurück. Das
1275 erstmals erwähnte Rathaus war politisches Herzstück der kommunalen
Selbstverwaltung der Mittelaltermetropole vom 13. bis 17. Jahrhundert.
Bis 1706 erreichte der Gebäudekomplex die Ausmaße des heutigen
Hauptgebäudes.
Nach Bereitstellung der finanziellen Mittel begann im Jahr 1869 der
Aufbau des neuen Rathauses in seiner heutigen Form im Stil der Neugotik
unter dem Architekten Theodor Sommer. Gegen die mit dem Neubau
verbundene Beseitigung des alten Turms hatte es Widerstand in der
Bevölkerung gegeben. 1875 zogen die ersten Dienststellen ein; die
offizielle Einweihung erfolgte am 2. Juni 1882. Im neuen Rathausturm
Turm arbeitet zuverlässig das Präzisions-Turmuhrwerk von Johann
Mannhardt (München 1874) mit freischwingendem Pendel, denkmalgerecht
restauriert und umgerüstet von Christian Beck (Kölleda).
Brunnen Bremer Stadtmusikanten in Große Arche – Waidspeicher
Vor dem Puppenspieltheater und Kabarett befindet sich ein
Brunnenaufsatz aus Bronze von dem Künstler Karl Lemke aus Usedom, 1979.
Der Waid oder auch das Färberwaid ist eine farbstoffgebende Pflanze,
die Erfurt vom 13.-16. Jahrhundert beträchtliche Einnahmen als
"Erfurter Blau" verschaffte. In der Mettengasse befindet sich ein
Waidspeicher, der als Lager und Verarbeitungshaus diente und heute ein
Theater beherbergt. Der Waid wurde im 16. Jahrhundert europaweit durch
das indische Indigo als Blaufarbstoff verdrängt. Auf der Krämerbrücke 2
befindet sich die Manufaktur "Erfurter Blau", wo man Dinge erwerben
kann, die mit dem Waidfarbstoff hergestellt wurden.
Südseite am Domplatz mit Athos Der Grieche, Hofbräu am Dom und Restaurant Schnitzler Erfurt
Der Domplatz in Erfurt ist ein
großer Marktplatz mit etwa 3,5 ha, mit intakter bzw. restaurierter
Randbebauung. Einst war er Hauptmarktplatz und Gerichtsplatz. Auf dem
Platz stehen der Minervabrunnen (1784) und der 1777 zu Ehren des
Mainzer Kurfürsten errichtete Erthal-Obelisk.
Domplatz - Geschäftiger Stadtplatz mit berühmter Kathedrale, Denkmälern, Märkten und öffentlichen Veranstaltungen.
Der Erthal-Obelisk ist ein 18 Meter hoher Obelisk auf dem Domplatz zu
Erfurt. Er wurde um 1777 anlässlich des ersten Besuchs des Mainzer
Erzbischofs und Erfurter Stadtherrn Friedrich Karl Joseph von Erthal
errichtet, womit er zu den ältesten Denkmalen in Erfurt gehört. Die
Baukosten lagen bei 1120 Talern, von denen die Bürger 858 in einer
Kollekte aufbrachten. Das Werk eines nicht überlieferten Baumeisters
ist aus Wandersleber Sandstein gefertigt und besitzt einen
quadratischen Sockel aus Granit mit lorbeerumkränztem Bildnis,
Namenszug, Wappen und Initialen, Orden und Ehrenzeichen. In früheren
Zeiten erläuterte eine Widmung im Stein, dass die „treuen Unterthanen
hiesiger Stadt dem besten Vater des Landes“ dieses Denkmal „zu ewigem
Gedächtnis“ erbaut hätten.
Die Hohe Domkirche St. Marien zu Erfurt, kurz Erfurter Dom, ist der
wichtigste und älteste Kirchenbau in Erfurt. Er ist 81,26 m hoch und
besitzt mit der Gloriosa die größte freischwingende mittelalterliche
Glocke der Welt. Der Dom diente nur kurze Zeit in der Mitte des 8.
Jahrhunderts als Bischofssitz und war das gesamte Mittelalter über bis
in das frühe 19. Jahrhundert hinein Sitz des Kollegiatstifts St.
Marien. Seit 1994 ist er wieder Kathedrale des neugeschaffenen Bistums
Erfurt und Sitz des Domkapitels.
Der 16,5 m hohe und 13 m breite barocke Hochaltar wurde zwischen 1697
und 1707 angefertigt und wohl anstelle eines großen gotischen
Flügelaltars aufgestellt. Er wurde zu Beginn des 21. Jahrhunderts
restauriert. Das Tabernakel trägt eine inschriftliche Datierung auf
1697 und wurde nach der chronikalischen Überlieferung 1706 aufgestellt.
Der Meister des Altars ist der Holzbildhauer Johann Andreas Gröber
(1644–1709), der von ~ 1671 bis zu seinem Tod im eichsfeldischen
Heiligenstadt gelebt hat. Die Aufstellung erfolgte im Zusammenhang mit
der Gegenreformation und ist als Zeichen der Herrschaft des Mainzer
Erzbischofs in Erfurt zu verstehen.
Während der napoleonischen Kriege wurde der Domberg wie auch der
Petersberg in eine Festung umgewandelt und der Dom durch französische
Truppen als Pferdestall missbraucht. Bei der Beschießung in den
Befreiungskriegen 1813 wurde die gesamte dichte Bebauung des Domplatzes
mit den Kurien zerstört. 1803 und endgültig 1837 wurde im Zuge der
Säkularisation das Domstift aufgelöst und diente fortan als
Pfarrkirche. 1854 wurde die Kirche zur Propsteipfarrkirche erhoben. In
dem nun preußischen Erfurt begann 1828 ein umfangreiches puristisches
Restaurierungs- und Umbauprogramm, bei dem das spätgotische Walmdach
1868 zu einem niedrigeren Satteldach umgebaut wurde. Diese Maßnahmen
waren um 1900 weitgehend abgeschlossen. Der Erfurter Dom ist nach
genauer Vermessung 81,26 m hoch. Er wurde früher auch Marienkirche oder Propsteikirche Beatae Mariae Virginis genannt. Sein heutiger offizieller Name lautet Hohe Domkirche St. Marien zu Erfurt.
Taufbrunnen - Rechts neben
der Orgel befindet sich das beeindruckende, gotische Taufbecken mit
seinem auffallend hohen Baldachin, der bis in das Gewölbe reicht. Hans
Friedmann der Ältere vollendete 1587 das Taufbecken des Domes. Der
Weimarer Künstler schuf dazu den 18 m hohen Aufbau, der vermutlich an
die Baptisterien - die frühchristlichen Taufkirchen - erinnern soll.
Der Taufstein selbst erklärt die Taufe als Verbindung zwischen Himmel
und Erde.
Wolframleuchter - Der
sogenannte „Wolfram“ ist eine als Träger zweier Kerzenleuchter
verwendete anthropomorphe Freiplastik aus Bronze, die im Erfurter Dom
aufgestellt ist. Die Figur wird in die Zeit um 1160 datiert und
entstand vermutlich in der Magdeburger Gießhütte. Sie ist eine der
ältesten freistehenden Bronzeskulpturen in Deutschland und die größte
(nahezu lebensgroße) anthropomorphe rundplastische Bronze des
europäischen Mittelalters. In einer Inschrift auf den herabhängenden
Gürtelenden wird ein „Wolfram“ zusammen mit seiner Ehefrau „Hiltiburc“
als Stifter genannt. Er ist sehr wahrscheinlich identisch mit einem
Mainzer Ministerialen Wolframus scultetus, der in zwei Urkunden des
Jahres 1157 erwähnt wird.
Dargestellt ist ein bärtiger Mann in einem fließenden Gewand, das nicht
eindeutig einem Stand oder einer Epoche zuzuordnen ist. Es könnte sich
um ein Priester- oder Büßergewand handeln. In der Körperhaltung eines
Adoranten erhebt er beide Arme, allerdings ohne die Hände zu öffnen.
Stattdessen hält er zwei Kerzenfassungen. Die Figur steht auf einem
Sockel mit quadratischem Grundriss und burgartigen Zinnen, dessen Füße
durch vier kleine menschliche Gestalten in floraler Einfassung gebildet
werden, die offenbar die vier Flüsse des Paradieses symbolisieren. Die
Darstellung einer alttestamentlichen Prophetengestalt ist denkbar und
würde dann auf eine theologisch angedachte Kontinuität von Altem und
Neuem Testament hindeuten.
Die Hauptorgel wurde 1992 von Schuke (Potsdam) erbaut. In dem neuen
Instrument wurden einige Register aus der Vorgängerorgel von 1906
übernommen. Es hat 62 Register auf drei Manualen und Pedal. Die
Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen elektrisch. Vom
Spieltisch der Hauptorgel lässt sich auch die Chororgel anspielen.
Die Farbglasfenster des Langhauses aus den 1860er Jahren wurden durch
Luftminen- und Sprengbomben-Detonationen in der Nähe des Doms zerstört,
darunter das „Kaiserfenster“ (1879) gegenüber dem Haupteingang. Sie
wurden zunächst durch provisorische Fenster, zum Teil auch durch
„Verbretterung“, ersetzt.
Charles Crodel, der auch im Hohen Chor die Ergänzungsfenster 14 (hl.
Elisabeth) und 15 (Apokalypse) schuf, führte die Bildthemen im
Kirchenschiff weiter. Crodels, in der Art eines Pentychon gestalteter,
fünfteiliger Glasfensterzyklus bildet so zusammen mit den neun
Chorfenstern eine den gesamten Kirchenraum umgreifende Glasarchitektur.
Der Hochaltar besteht aus einem hohen, doppelgeschossigen Postament,
das mehrfach verkröpft und mit seitlichen Durchgängen versehen ist. Auf
dem breiten, polygonal angeordneten Untergeschoss stehen Säulenpaare,
die gedreht und mit Weinlaub umwunden sind. Sie tragen ein mächtiges
Gebälk mit reichem plastischen Dekor, das die Form des Postamentes
wieder aufnimmt. Auf dem Postament stehen außen Plastiken der
Apostelfürsten, links der Heilige Petrus, rechts der Heilige Paulus,
danach links der Heilige Bonifatius und rechts St. Martin, der Patron
des Mainzer Erzbistums, und an bevorzugter Stelle neben dem Altarbild
die Bischöfe Adolar und Eoban. Auf dem oberen Postament stehen die vier
Evangelisten. Nur in der Mittelachse besteht ein mit Sprenggiebeln
versehener Aufsatz, der von einem Giebelfeld mit ovalem Medaillonbild
bekrönt wird. Auf den Sprenggiebeln wiederum stehen Josef und Johannes
der Täufer. Das Medaillonbild zuoberst flankieren die Erzengel Michael
und Raphael.
Das untere Altarblatt zeigt die Anbetung der Heiligen Drei Könige,
wobei sich die Darstellung an das gleichnamige Gemälde von Peter Paul
Rubens anlehnt. Es stammt von dem in Erfurt zwischen 1736 und 1776
nachweisbaren Maler Jakob Samuel Beck und ersetzt wohl ein älteres
Gemälde. Ursprünglich war auch das Gemälde der heiligen Dreifaltigkeit
im Aufsatz von Beck, heute hängt hier ein barockisierendes Bild mit
einer Schutzmantelmadonna von 1950, in der sich damals lebende
Zeitgenossen der Domgemeinde verewigen ließen. In der Kartusche wird
ein Verkündigungsbild gezeigt. Die beiden Altarbilder können den großen
Kirchenfesten entsprechend gewechselt werden („Theatrum sacrum“).
1963 wurde die Chororgel eingeweiht. Sie wurde von der Orgelbaufirma
Alexander Schuke Potsdam Orgelbau erbaut und befindet sich im Hohen
Chor. Das Instrument hat 29 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die
Spiel- und Registertrakturen sind elektrisch.
Reliquie des heiligen Martin von Tours (+397), Stadtpatron von Erfurt
Als Meister des Erfurter Einhornaltars
wird ein mittelalterlicher Maler bezeichnet, der zum Anfang des 15.
Jahrhunderts einen dreiflügeligen Altar für den Erfurter Mariendom
gemalt hat. Der namentlich nicht bekannte Künstler erhielt seinen
Notnamen nach diesem als Erfurter Einhornaltar bekannten spätgotischen
Werk. Die Mitteltafel zeigt Maria als Himmelskönigin mit dem Einhorn
umgeben von Heiligen. Die Darstellung am Altar in Erfurt wird zu den
herausragenden Beispielen der zahlreichen mittelalterlichen, oft wie in
Erfurt prachtvollen, malerischen Interpretationen des Einhorns als
Verkörperung Christi und der Tugend gezählt. Er ist eine der besonderen
Sehenswürdigkeiten des Doms und steht heute in dessen Querschiff.
Jungfrauenportal als Teil des Triangelportals
Gleich rechts vom Dom steht St. Severi, ein jahrhundertealtes
katholisches Gotteshaus in ähnlich prachtvoller Gestaltung wie der
benachbarte Dom.
Die Severikirche ist ein
Kirchenbau der römisch-katholischen Kirche in Erfurt. Sie steht auf dem
Domberg unmittelbar neben dem Erfurter Dom. Als einzigartiges
architektonisches Ensemble bilden beide Kirchen gemeinsam das
Wahrzeichen der Stadt. Aufgrund ihrer ungewöhnlichen Bauform, die die
spätgotische Hallenkirche vorwegzunehmen scheint, gehört die
Severikirche zu den bedeutendsten gotischen Bauten in Deutschland. In
einem künstlerisch sehr bedeutenden Sarkophag ruhen die Gebeine des
Kirchenpatrons Severus von Ravenna. Sie ist Filialkirche der Pfarrei
St. Laurentius Erfurt im Dekanat Erfurt des Bistums Erfurt.
Das St.-Severi-Stift geht auf eine Kirche namens St. Paul aus dem 8./9.
Jahrhundert zurück. Die Reliquien, die 836 unter Erzbischof Otgar von
Mainz nach Erfurt kamen, waren von so hoher Bedeutung, dass das Stift
in „St. Severi“ umbenannt wurde. Aus der Zeit danach ist bekannt, dass
bereits vor 1080 ein rechtlich selbständiges Chorherrenstift bestanden
haben soll. St. Severi war im 11./12. Jahrhundert eine der ältesten
Kirchen und Klerikergemeinschaft. Jedoch war sie nicht die
bedeutendste, sondern stand immer hinter St. Marien (in Zeugenlisten
von Urkunden wurde sie immer nach St. Marien aufgeführt). Dennoch
bildete nicht nur St. Marien eine Verwaltungseinheit, sondern auch St.
Severi wurde ebenfalls als ein Archidiakonat bezeichnet.
Besonders hervorzuheben für den Status St. Severis sind die
verwaltungstechnischen Funktionen, die ihm über den erzbischöflichen
Grundbesitz zufielen. Somit war das Stift für das Bistum eine Art
Fronhof. In unzähligen umliegenden Ortschaften hatte das
St.-Severi-Stift Grundbesitz. Ein Schutzbrief des Kaiser Ludwig dem
Baiern aus dem Jahre 1335 bestätigt alle Güter. In einem Privilegium
des Kaisers Carl IV. d.d. Wittenberg aus dem Jahre 1348 werden diese
dem Stift ebenfalls bestätigt. Diese Grundbesitze befanden sich unter
anderem im Landkreis Erfurt, Kreis Weissensee, Kreis Eckartsberga,
Großherzogtum Weimar, Großherzogtum Gotha, Herzogtum Sachsen-Meiningen
und Fürstentum Schwarzburg.
Severisarkophag - Sarkophag des Heiligen Severus
836 wurden die Gebeine des hl. Severus durch den Mainzer Erzbischof
Otger von Ravenna zunächst nach Mainz, dann nach Erfurt überführt. Hier
waren sie vermutlich im Westteil eines Vorgängerbaues der Kirche
beigesetzt und verehrt worden. Der Sarkophag zählt zu den künstlerisch
bedeutendsten Ausstattungsstücken der Severikirche. Die vier
Reliefplatten der Umfassungswände entstanden zwischen etwa 1360 und
1370 und werden einem Meister des Severi-Sarkophags zugeschrieben. Auf
den nahezu vollplastischen Hochreliefs werden Szenen aus dem Leben und
Wirken des Heiligen Severus und die Anbetung der Heiligen Drei Könige
nach einem Vorbild in der Nürnberger Lorenzkirche von 1360 dargestellt.
RELIQUIENSCHREIN DES HEILIGEN SEVERUS, SEINER FRAU, DER HEILIGEN VINCENTIA UND SEINER TOCHTER, DER HEILIGEN INNOCENΝΤΙΑ
Severus war Wollweber und wurde um das Jahr 340 zum Bischof von Ravenna
gewählt. Der Legende zufolge ließ sich während der Bischofswahl auf
seinem Kopf eine Taube nieder. Das wurde als göttliches Zeichen seiner
Erwählung angesehen. Bischof Severus nahm nachweislich an der Synode
von Sardika in den Jahren 342/343 teil.
Von Classe nahe Ravenna, wo er mit seiner Frau und seiner Tochter
bestattet war, kamen durch Bischof Otgar von Mainz im 9. Jahrhundert
die Reliquien der Heiligen nach Erfurt und werden seitdem in der St.
Severi-Kirche verehrt. Dieser Reliquienschrein ist ein Ort des Gebetes
zu dem besonders italienische Mitbürger und Touristen, Handwerker,
Väter, Mütter und Töchter, Bischöfe und Familien eingeladen sind.
Flügelaltar in der kleinen Marienkapelle
Bild 1: der Hl. Andreas mit dem Andreaskreuz. Bild 2: Ein dreigeteiltes
Gemälde, das Triptychon, Madonna mit den Strahlenkranz. Maria mit dem
Kind auf dem Arm ist umgeben von Strahlen. Bild 3: Die hl. Barbara.
Der barocke Orgelprospekt stammt aus dem Jahre 1714. Die mit Putten und
Engeln verzierte Schauseite der Orgel wird seitlich von den Patronen
der Kirchenmusik, König David und der heiligen Cäcilia, bekrönt. 1932
wurde durch die Bonner Orgelbaufirma Klais ein neues Pfeifenwerk
eingebaut. Die Orgel verfügt über 2110 Pfeifen in 33 Registern, drei Manuale und das Pedalwerk.
Im Jahr 1576 wurde die Kanzel
von zwei Erfurter Familien gestiftet. Sie verbindet mit dem im
Mittelfeld dargestellten „Christus in der Rast" und dem rechtsseitigen
Holzrelief des „Auferstandenen" die Hoffnung auf Erlösung, insbesondere
für die Verstorbenen der Stifterfamilien. Zugleich sind sowohl die
Reliefs am Kanzelkorb, die Engelsfiguren mit Leidenswerkzeugen auf dem
Schalldeckel und der „Gnadenstuhl" (Dreieinigkeit von Gott-Vater, Sohn
und Heiliger Geist), der obere Abschluss der Kanzelgestaltung, als
Andachtsbilder der Gemeinde zugewendet. An die fehlenden Darstellungen
der Kirchenväter in den Kanzelnischen erinnern Namensinschriften und
Zitate.
Mittelpunkt des Kirchenraumes bei der Gottesdienstfeier ist der frühbarocke Hochaltar
aus der Zeit um 1670. Für den Altaraufbau stehen fünf auswechselbare
Leinwandbilder zur Auswahl: Kreuzigung, Auferstehung, Aussendung des
Heiligen Geistes (unten) und Dreifaltigkeit, Taufe Jesu (oben). Die
Figuren neben dem unteren Altarbild zeigen den Patron der Kirche,
Severus, und den heiligen Missionar und Märtyrer Bonifatius. Im oberen
Teil stehen die Figuren der heiligen Vincentia und Innocentia (Frau
bzw. Tochter des Severus) sowie des auferstandenen Christus.
Die Gerhart-Madonna steht am nördlichen Eckpfeiler des Chores von St.
Severi. Um das Jahr 1350 von Meister Johann Gerhart geschaffen.
Heiliger Franziskus von Assisi steht am südlichen Choreckpfeiler.
Der spätgotische Marienaltar
(1510) im nördlichen Seitenschiff wird der Saalfelder Schule
zugerechnet. Im Schrein, dem schrankartigen Mittelstück, wird die
thronende Gottesmutter Maria flankiert von den Standfiguren der
heiligen Barbara (mit Kelch) und der heiligen Katharina (mit Schwert).
Die in Flachschnitzerei gearbeiteten Heiligenfiguren auf den
Seitenflügeln zeigen die heilige Ursula (mit Pfeil und Buch) sowie
Maria Magdalena (mit Salbgefäß). Bei geschlossenen Seitenflügeln ist
die Verkündigung der Geburt Christi durch den Erzengel Gabriel zu sehen.
Der Domplatz in Erfurt ist ein großer Marktplatz mit etwa 3,5 ha, mit
intakter bzw. restaurierter Randbebauung. Einst war er Hauptmarktplatz
und Gerichtsplatz. Auf dem Platz stehen der Minervabrunnen (1784) und
der 1777 zu Ehren des Mainzer Kurfürsten errichtete Erthal-Obelisk.
Der Domplatz dient heute wie früher als Marktplatz. Jährlich zur
Adventszeit ist er Schauplatz des Erfurter Weihnachtsmarktes, welcher
zu den größten in Deutschland zählt. Auf dem Domplatz findet immer am
10./11. November das Martini-Fest statt, zu Ehren des Heiligen Martin
und von Martin Luther. Jährlich im August werden die
Domstufen-Festspiele durch das Theater Erfurt veranstaltet.
Predigerkirche - Evangelische
Kirche, die ursprünglich im 13. Jahrhundert vom Dominikanerorden als
Klosterkirche erbaut wurde. Die Predigerkirche in Erfurt ist eine der
bedeutendsten erhaltenen Bettelordenkirchen und ein herausragendes
Exemplar gotischer Sakralarchitektur.
Die Predigerkirche St. Johannes Ev. ist eine Dominikanerkirche aus dem
13./14. Jahrhundert. Ihre Architektur besticht durch Klarheit und
Einfachheit. Der frühgotische Stil der Bettelmönche hat sich in der
querschifflosen Basilika mit dem Binnenlangchor ungebrochen erhalten.
Eine Besonderheit der Kirche ist die doppelte Abtrennung zwischen Hohem
Chor und dem Hauptschiff. Der Lettner stammt aus der Mitte des 15.
Jahrhunderts und, dahinter die alten Chorschranken aus der Zeit um 1275.
Barocker Prospekt der Orgel mit
neuem Werk der Firma Schuke. Die Fertigstellung und Einweihung erfolgte
1977. Die derzeitige Orgel verfügt über 56 Register mit 4302 Pfeifen.
Die Tontrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen elektrisch.
Epitaph des Oberratsmeisters zu Erfurt Jakob Naffzer, gest. 1586 mit
Darstellung der Geburt, der Aufserstehung und der Himmelfahrt Christi
von Israel von der Milia, der Meister auch des Roland vor dem Roten
Ochseri" auf dem Fischmarkt, wo Naffzer wohnte.
Monumentaler Renaissance-Epitaph für Jacob Nafzer (1586)
Kalvarienberg, früher ein Jacobusaltar mit Armreliquie, um 1350
Der Baukörper der Predigerkirche besitzt eine Längenausdehnung von 76 m
und eine Breite von etwa 19 m. Der Chor besitzt eine Breite (am
Hochaltar) von 8,75 m. Die durchschnittliche Mauerstärke des
Kirchenschiffs beträgt 1 m. Der Haupteingang des in Ost-West-Richtung
ausgerichteten Baues liegt auf der Westseite. An der Südostecke
befindet sich der Turm und das Kapitelhaus des Klosters. Im Inneren der
Kirche tragen 30 achteckige Pfeiler (28 stehen frei) die Last der
Hochschiffwände und des Kreuzrippengewölbes. Die Kapitelle zeigen
Variationen sehr sorgfältig ausgeführter, flacher Blätterskulpturen;
die einander jeweils gegenüberliegenden Kapitelle der Nord- und
Südseite zeigen ähnliche Formen. Das Gebäude ist ohne Strebepfeiler
errichtet. Die Seitenschiffe haben die halbe Breite des Mittelschiffs
(etwa 4 m zu 8,2 m). Zwischen Chor und Mittelschiff steht der Lettner
aus dem 15. Jahrhundert.
Kirche und Predigerkloster waren die Wirkungsstätte des bedeutendsten
deutschen Mystikers, Meister Eckhart, welcher wahrscheinlich 1274 mit
etwa 14 Jahren als Novize in das Kloster aufgenommen wurde, später
Prior des Erfurter Klosters und 1303–1311 Provinzial mit Erfurter
Amtssitz der Ordensprovinz Saxonia war.
Der gotische Flügelaltar stammt von etwa 1492. Linhart Könbergk aus dem
benachbarten Pauls-Viertel schuf den Schnitzaltar für die gegenüber
gelegene Paulskirche. Nach der Reformation wurde dieser in die
Predigerkirche gebracht. Der Mittelschrein zeigt eine Beweinung
Christi, die in nachreformatorischer Zeit anstelle einer Marienkrönung
eingepasst wurde, umgeben von den Aposteln Petrus und Paulus. Die
Flügel zeigen Szenen zur Geburt Christi, Anbetung durch die Weisen aus
dem Morgenland, Auferstehung Christi und die Ausgießung des Heiligen
Geistes.
Grabstein des Daniel Burchard, gest. 1632; sächsischer Hof- und
Kriegsrat, und daneben das Bildnis seiner verstorbenen Frau Anna
Juliana Brettin, umgeben von ihren sieben Kindem
Thüringer Staatskanzlei vom Freistaat Thüringen in der Regierungsstraße 73
St. Wigbert - katholische
Pfarrkirche seit 1223, nach Feuersbrunst von 1291 gotischer Neubau
1409-1472, 1668-1822 Klosterkirche des Augustinerordens, Hofkirche der
Mainzer Statthalter 1664-1802. Und leider geschlossen.
Haus Dacheröden - Erfurter Herbstlese e.V. - am Anger 37
Am Angerbrunnen erfreuen sich
Erfurter seit dem Jahr 1890. Er setzt einerseits dem erfolgreichen
Bauabschluss der städtischen Zentralwasserleitung ein Denkmal und
verknüpft andererseits traditionelle Erfurter Hauptgewerbe. 1880 wurde
ein Wettbewerb ausgeschrieben, um ein geeignetes Denkmal zu errichten.
Diesen konnte der damals 38-jährige Berliner Architekt und
Kunstgewerbler Heinrich Stöckhardt (1842-1920) für sich entscheiden.
Stöckhardt vereinte die Erfurter Maschinen- und Waffenindustrie mit dem
heimischen Handwerk und Kunstgewerbe in zwei übergroßen Gestalten.
Dargestellt sind eine männliche Gestalt zwischen technischen Attributen
wie Hammer und Schraubstock und die römische Blumengöttin Flora, die
von Ähren und Rosen umgeben ist. Der traditionsreiche Acker- und
Gartenbau wird durch den Zierbrunnen mit Wasserspielen im vorderen
Bereich gesondert unterstrichen. Der hintere Bereich diente damals als
Nutzbrunnen.
Den westlichen Abschluss des Angers bildet eine Straßengabelung. In ihr
steht ein repräsentatives Geschäftshaus aus der Gründerzeit.
Barfüßerkirche - Restaurierte Kirche mit Buntglasfenstern aus dem 13.
und 14. Jahrhundert, Epitaphen, Altären und Skulpturen. Und leider
geschlossen.
Die Barfüßerkirche gehörte bis zu ihrer weitgehenden Zerstörung durch
einen Bombenangriff im Jahre 1944 zu den bedeutendsten Kirchenbauten
Erfurts und zu den schönsten Bettelordenskirchen Deutschlands. Sie
entstand im 14. Jahrhundert als Klosterkirche der Franziskaner, die
auch Barfüßer genannt wurden. Der in den 1950er-Jahren
wiederhergestellte Chor steht im Stadtzentrum westlich der
Schlösserbrücke am rechten Ufer des Breitstroms, einem Seitenarm der
Gera.
Museum Neue Mühle an der Schlösserbrücke Breitstrom
Käpt’n Blaubär und Hein Blöd in der Gera nahe der Schlösserbrücke
In ihrem Kahn auf dem Breitstrom der Gera sitzen der durchs Fernrohr
schauende Käpt’n Blaubär und der rudernde Hein Blöd. Ende Juli 2019
wurde die Figur Hein Blöds von Unbekannten geköpft. Der Rest der Figur,
also auch Käpt’n Blaubär und der Kahn, wurden daraufhin entfernt, um
Kindern den Anblick zu ersparen. Im November 2019 wurde die Figur mit
neuem Kopf wieder an derselben Stelle aufgestellt. Künstler: Frank Meyer
Die Krämerbrücke entstand neben
einer Furt durch die Gera und war Teil des west-östlichen Handelsweges
Via Regia. Ursprünglich als Holzbrücke über die Gera errichtet, wurde
sie im Jahr 1117 nach der Zerstörung durch einen der vielen Brände
erstmals erwähnt. Die erste urkundliche Bezeichnung der Brücke mit
„pons rerum venalium“ ist für das Jahr 1156 nachweisbar. Schon auf der
Holzbrücke hatten Händler links und rechts Krambuden aufgestellt.
Die 79 m lange Gewölbebrücke wurde in Kalk- und Sandsteinmauerwerk
errichtet und besteht seitdem aus sechs sichtbaren Tonnengewölben mit
lichten Weiten von 4,8 m bis 7,8 m und einem Gewölbestich von 2,4 m bis
3,9 m. Die Gewölbebreite beträgt zwischen 19 m und 22 m, Scheitel und
Kämpfer sind zwischen 40 cm und 50 cm dick.
Evangelisches Augustinerkloster zu Erfurt
Die Nikolaikirche war eine Pfarrkirche im Norden der Altstadt von
Erfurt. Sie wurde 1013 erstmals urkundlich erwähnt und 1747 abgerissen,
nachdem sie bei einem Brand 1744 schwer beschädigt worden war. Erhalten
blieb nur der Turm, der deshalb auch als Nikolaiturm
bezeichnet wird. Der 1360/61 errichtete Nikolaikirchturm, in dessen
Erdgeschoss sich die Elisabethkapelle befindet, zählt zu den ältesten
und wertvollsten Kunst- und Kulturobjekten Erfurts.
Über der Erfurter Altstadt erhebt sich die Zitadelle Petersberg
– eine der größten und einzige weitgehend erhaltene barocke
Stadtfestung Mitteleuropas. Sternenförmig angelegt, galt sie als die
modernste Anlage der damaligen Zeit und als uneinnehmbar. Seit 1990
wird sie mit viel Liebe zum Detail und großem Aufwand rekonstruiert.
Die erhöhte Lage und der sternförmige Aufbau der Zitadelle eröffnen
mehrere Aussichtspunkte mit ausgedehnten Blicken über die Stadt. Von
der Bastion Philipp im Osten bieten sich beeindruckende
Sonnenuntergänge.
Aussicht auf St. Severi und Dom St Marien von Bastion Leonhard
Die Zitadelle Petersberg zählt zu den größten und besterhaltenen
Stadtfestungen aus dem 17. Jahrhundert in Deutschland. Ihre Kernfestung
erstreckt sich über eine Fläche von ca. 12 ha und besitzt einen
unregelmäßigen, sternförmigen Grundriss, der sich aus den acht
Bastionen Martin, Gabriel, Michael, Johann, Franz, Philipp, Leonhard
und Kilian im neuitalienischen Stil zusammensetzt. Auf der
Bastionskrone führt ein kurmainzischer Postenweg mit einer mannshohen
Brüstungsmauer und Wacherkern an den Bastionsspitzen fast vollständig
um die Zitadelle. Die Mauern besitzen eine Länge von ca. 2 km bei einer
Höhe zwischen 8 und 23 m und sind im 4 bis 6,5 m dicken Fußbereich von
Konterminen durchzogen.
Glasfahrstuhl zum Petersberg über dem Domplatz
Der mittlere Bereich der Kernfestung wird als Oberes Plateau bezeichnet
und erstreckt sich zwischen den Bastionen Leonhard, Philipp und der
Verbindungsmauer der Bastionen Gabriel/Michael. In diesem Bereich liegt
die Peterskirche, die zwischen 1103 und 1147 als romanische
dreischiffige Pfeilerbasilika errichtet wurde und bis zur
Säkularisation 1803 als Klosterkirche des Benediktinerklosters St.
Peter und Paul diente. 1813 zerstörten Artilleriegeschosse weite Teile
der Klosteranbauten und wenig später wurde sie unter den Preußen
dauerhaft zu einem Magazin umgebaut. Heutzutage findet die Peterskirche
als Kunstausstellungsraum Verwendung.
Das Erdgeschoss diente von 1993 bis 2016 als Ausstellungsraum für das
Forum Konkrete Kunst der Erfurter Kunstmuseen. Für die
Bundesgartenschau 2021, die auch den Petersberg einbezog, wurde die
Peterskirche renoviert und zunächst als Ausstellungsraum weitergenutzt.
Die hölzerne Zwischendecke aus der Zeit als Lagerhaus wurde entfernt.
Trotz erheblicher Eingriffe in die Substanz der ehemalige Klosterkirche
St. Peter und Paul im 19. Jahrhundert zählt sie zu den bedeutendsten
romanischen Kirchenbauten Thüringens. Als geistiger Mittelpunkt des
Petersklosters prägte sie vor ihrer Zerstörung jahrhundertelang die
Silhouette der Stadt Erfurt. Für die BUGA 2021 teilsaniert, ist sie mit
der Ausstellung „Paradiesgärten – Gartenparadiese“ wieder Blickpunkt
des Petersbergs. Die Sonderschau präsentiert die Entwicklung der
höfischen Gartenkunst in Thüringen und beleuchtet exemplarisch am
Beispiel der Gärten des untergegangenen Petersklosters die
mittelalterliche Gartenkultur sowie seine Geschichte und Architektur.
Skywalk zum gläsernen Aufzug an der Festungsmauer Zitadelle Petersberg
Für die BUGA 2021 kam ein kluger Kopf auf die Idee, Hollywood ein wenig
nachzueifern. Deswegen können sich die Erfurter und ihre Besucher seit
dem Frühjahr 2021 am Anblick eines riesigen ERFURT-Schriftzuges am Hang
des Petersberges erfreuen. Erfurt wäre nicht die Blumenstadt, wenn das
Ganze nicht noch besser als in Hollywood wäre: Der komplette Schriftzug
ist bepflanzt und erfreut mit einer herrlichen Blütenpracht.
Bepflanzter Schriftzug Erfurt
Das Theater Erfurt ist ein
Theater in öffentlicher Trägerschaft der thüringischen Landeshauptstadt
Erfurt. Hauptspielstätte ist der im September 2003 fertiggestellte
Neubau im Stadtteil Brühlervorstadt, gelegen zwischen dem Domberg und
der barocken Festungsanlage des Petersberges.
Sonnenuntergang am Domplatz, der Umbau zum Oktoberfest hat an diesem Tag begonnen
Nordseite der Krämerbrücke
Fußgängerbrücke Hütergasse bei Schildchens Mühle
Benediktsplatz, Krämerbrücke, Rathausbrücke
Fischmarkt, Haus zum Roten Ochsen, Der Römer
Rathaus Erfurt am Fischmarkt
Domplatz, Domstiege, Dom St Marien, St. Severi
Dom St Marien, St. Severi
Krämerbrücke über die Gera
Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun: