Erfurt

Landeshauptstadt von Thüringen, September 2024

Erfurt ist seit 1991 die Landeshauptstadt des Freistaates Thüringen. Sie ist mit rund 215.000 Einwohnern die größte Stadt Thüringens und eines der Oberzentren des Landes. Neben der Krämerbrücke ist das einzigartige Ensemble von Dom und Severikirche eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt.

Hauptpostamt am Anger 66–73
Das Hauptpostamt ist ein von 1882 bis 1885 als Kaiserliches Hauptpostamt erbautes Gebäude nach dem Entwurf des Reichspostamtes in Berlin. Das Hauptpostamt ist ein Eckbau, an seiner Ecke befindet sich der Hauptpostturm. Bis zum Zweiten Weltkrieg mündete an ihm die Schlösserstraße in den Anger. Der Helm des Hauptpostturms wurde im April 1945 durch Artilleriebeschuss zerstört und danach bis 1949 in vereinfachter Form wiedererrichtet.

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Maus und Elefant KIKA
Die bekannte Maus und der blaue Elefant sind auf dem Anger zu finden. Der frühere Standort war auf der Insel hinter der Rathausbrücke beim Sandmännchen. Künstler: Frank Meyer (Maus), Thomas Lindner (Elefant)

Die Sendung mit der Maus (kurz: Die Maus) ist eine der erfolgreichsten Kindersendungen im deutschen Fernsehen. Kern der Sendung sind sogenannte Lach- und Sachgeschichten, zu denen neben kurzen Zeichentrickfilmen auch jeweils ein Wissensfilm, beispielsweise über die Herstellung oder Funktionsweise eines Alltagsgegenstandes, zählt. Sie wird seit 1971 am Sonntagvormittag ausgestrahlt. Produziert wird die Sendung vom WDR in Zusammenarbeit mit anderen Mitgliedssendern der ARD.

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Angermuseum am Anger 18
Das heutige Angermuseum wurde als kurmainzischer Pack- und Waagehof durch Wiener Bauleute erbaut. Der fränkisch beeinflusste Barockbau wurde von 1706 bis 1712 auf Veranlassung des Mainzer Statthalters Graf Philipp Wilhelm von Boineburg errichtet, um sicherzustellen, dass alle ein- und ausgeführten Waren in Erfurt verzollt wurden. Das Bauwerk ist durch Pilaster gegliedert und trägt reichen plastischen Schmuck. Im Giebeldreieck befindet sich das Standbild des Schutzpatrons der Stadt, St. Martin, sowie die vier Plastiken Justitia, Charitas, Prudentia und Vigilantia (Gerechtigkeit, Mildtätigkeit, Tugendhaftigkeit, Wachsamkeit) von Gottfried Gröninger. Im Erdgeschoss befindet sich noch die vorgesehene Halle für die Wagenabfertigung. Seit 1886 wird der kurmainzische Pack- und Waagehof als Museum für mittelalterliche Kunst genutzt.

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Der Anger ist ein ehemaliger Handelsplatz und die heutige Hauptgeschäftsstraße und Flaniermeile der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt. Der einstige Haupthandelsplatz für Waid, Wein, Wolle und Weizen ist heute Fußgängerzone, durch die die Erfurter Straßenbahn fährt. Der Anger wird von mondänen, großstädtischen Geschäftshäusern aus der Gründerzeit (Historismus, Jugendstil) dominiert. Der Name Anger weist auf eine einstige, langgestreckte Wiese oder Weide hin, in einer breiten, platzähnlichen Straße, deren Form bis heute erhalten blieb. Die Gesamtlänge des Angers beträgt etwa 600 Meter.

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Luther-Denkmal am Anger vor der evangelischen Kirche St. Gregor. Leider geschlossen.

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Stadtmuseum Erfurt "Haus zum Stockfisch"
Ausstellungen zur Geschichte Erfurts vom Mittelalter bis in die Gegenwart in Gebäude aus der Spätrenaissance.

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Wenigemarkt mit der Ägidienkirche - Evangelisch-Methodistische Kirche
Wegen Personalmangel leider geschlossen, somit kein Turmaufstieg möglich. Schade.

Der Wenigemarkt ist eine unregelmäßige, dreieckige Anlage von rund 60 Metern Seitenlänge. Damit hat der Wenigemarkt eine ähnliche Größe wie der benachbarte Fischmarkt auf der anderen Seite der Gera. Geprägt wird der Wenigemarkt durch seine im Vergleich zu anderen Erfurter Plätzen niedrige und alte Randbebauung. Zahlreiche Cafés und Restaurants machen den Wenigemarkt heute vor allem zu einem touristischen „Kneipenviertel“. Prägendes Gebäude des Wenigemarkts ist die Ägidienkirche an seinem westlichen Rand, die zugleich die östliche Brückenkopfkirche der Krämerbrücke ist. Der Wenigemarkt tauchte erstmals 1217 in einer Urkunde auf.

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Im südöstlichen Bereich des Platzes Wenigemarkt steht ein Brunnen, der von der Bronzeskulptur Raufende Knaben gekrönt wird. Sie wurde 1975/76 von dem Magdeburger Bildhauer Heinrich Apel geschaffen und 1990 an ihren jetzigen Standort umgesetzt.

Brunnen mit Bronzeskulptur Raufende Knaben am Wenigemarkt

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Die Ägidienkirche (auch St. Ägidii) in Erfurt bildet am Wenigemarkt mit ihrem Torbogen den östlichen Zugang zur Krämerbrücke. Die einschiffige gotische Kirche ist eine der ehemals zwei Brückenkopfkirchen. Am westlichen Ende stand seit dem 11. Jahrhundert die Benediktikirche, die 1890 abgerissen wurde und an die heute nur noch der Name des Benediktsplatzes erinnert.

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Die Krämerbrücke ist das älteste profane Bauwerk Erfurts und zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt mit einer beidseitigen, geschlossenen Brückenbebauung mit Fachwerkhäusern. Sie ist die längste durchgehend mit Häusern bebaute Brücke Europas.[1] Die Fußgängerbrücke überspannt die hier „Breitstrom“ genannte Gera und verbindet den Benediktsplatz im Altstadtkern mit dem Wenigemarkt in der östlichen Altstadterweiterung.

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Heute befinden sich in den 32 Häusern meist Läden für Kunsthandwerk und Antiquitäten. Bis auf die Häuser 15, 20, 24 und 33 sind alle Gebäude im Besitz der Stadt Erfurt. Das Bauwerk war und ist ein Touristenmagnet. Die Stadt Erfurt unterhält eine Stiftung zur Erhaltung dieses einmaligen Baudenkmals, die Stiftung Krämerbrücke.

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Der Benediktsplatz in Erfurt befindet sich am westlichen Zugang der Krämerbrücke in der historischen Altstadt. Er wurde unter dem Namen Für der Kremerbrucken 1510 erstmals erwähnt. 1817 erfolgte die Umbenennung in Vor der Krämerbrücke. 1831 wurde er zur Erinnerung an die Benediktikirche, die hier stand und 1809/1810 durch den französischen General-Domänendirektor Gentil meistbietend zum Abbruch verkauft wurde, in Benediktsplatz umbenannt. Am Benediktsplatz treffen Michaelisstraße, Kreuzgasse, Krämerbrücke, Rathausbrücke und Fischmarkt zusammen.

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Denkmal Adam Ries
Der bekannte deutsche Rechenmeister wirkte von 1517 oder 1518 bis 1522/23 in Erfurt. Er wohnte in der Drachengasse, nur wenige Meter entfernt vom damaligen Hauptgebäude der Erfurter Universität, dem Collegium maius. Die Erfurter Jahre von Adam Ries waren die wissenschaftlich fruchtbarste Zeit seines Lebens.

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Der älteste Siedlungskern Erfurts liegt im Bereich des Fischmarkts im Herzen der Altstadt. Der Fischmarkt ist ein zentraler Platz in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt. Er liegt in der Altstadt zwischen Domplatz im Westen und Anger im Südosten.

Das Haus zum Roten Ochsen ist ein Renaissance-Gebäude am Fischmarkt in Erfurt und gilt als eines der schönsten seiner Art in Deutschland. Der Bau ist erstmals im Jahr 1392 erwähnt und wurde 1562 durch den Waid-Händler und Oberratsmeister Jacob Naffzer (ca. 1529–1586) aus Erfurt im Stil der Renaissance umgestaltet. An der Fassade oberhalb des Erdgeschosses befindet sich ein Fries, auf dem die Musen und die antiken Planetengötter dargestellt sind. In der Mitte ist der namengebende rote Ochse mit goldenen Hörnern zu sehen. Im ersten Stock befindet sich der prächtig ausgestattete Renaissancesaal, in dem viele Ausstellungen stattfinden. Das Haus ist Sitz des Erfurter Kunstvereins. Seit 1979 wird das damals renovierte Gebäude als „Galerie am Fischmarkt“ (seit 2000 Kunsthalle Erfurt) genutzt, nachdem es ab dem 18. Jahrhundert nicht nur als Wohn-, sondern auch als Geschäftshaus diente und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Kino in ihm Platz gefunden hatte.

Der Römer ist eine Statue in Gestalt eines römischen Kriegers auf dem Fischmarkt in Erfurt, direkt gegenüber dem Erfurter Rathaus. Bei der Statue handelt es sich um einen von Kopf bis Fuß bewaffneten römischen Krieger mit den Insignien der römischen Republik, der die Stadtfahne Erfurts in der rechten Hand hält.

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Das vierstöckige Erfurter Gildehaus wurde im späten 19. Jahrhundert erbaut und beherbergte einst Kunsthandwerker und Handwerker, die hier arbeiten und ihre Waren anbieten konnten. Das Gildehaus überblickt den Fischmarkt, den zentralen Platz der Erfurter Altstadt. Das Haus zum Breiten Herd wurde zum Vorbild des Gildehauses, das in zwei Bauphasen 1882/83 und 1892/93 im Stil der Neorenaissance rechts neben dem Breiten Herd errichtet wurde (Hausnummern 14–16).

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Das Haus zum Breiten Herd ist ein Bürgerhaus der Renaissance am Nordrand des Fischmarkts (Nummer 13) in der Altstadt von Erfurt. Es zählt zu den prachtvollsten und bekanntesten Renaissancebauten der Stadt. Die polychrome Fassadengestaltung der Renaissance wurde 1968 rekonstruiert. An der Fassade befinden sich im ersten Stock personifizierte Darstellungen der fünf Sinne, die nach Vorlagen von Frans Floris aus Antwerpen gestaltet wurden. Bei der Darstellung des „Riechens“ ist im Hintergrund die Stadt Erfurt dargestellt. In den Giebeln der Fenster der oberen Etagen befinden sich Gaffköpfe. Auf der Spitze des Hauses ist eine Figur aufgestellt, die einen Landsknecht verkörpert. Der Fassadenschmuck wurde in der Werkstatt von Hans Friedemann dem Älteren hergestellt.

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Bernd das Brot neben dem Rathaus am Rande des Fischmarkts
Die Plastik Bernd das Brot wurde als erste Figur im Juli 2007 neben dem Erfurter Rathaus aufgestellt. 2009 wurde er entführt und tauchte erst Tage später wieder auf. Künstler: Frank Meyer, Thomas Lindner

Bernd das Brot ist eine Figur des Kinderfernsehkanals KiKA. Es handelt sich um ein sprechendes und meist deprimiertes Kastenweißbrot mit sehr kurzen Armen, da sich seine Hände direkt am Laib befinden, der den Rumpf inklusive Kopf darstellt. Er ist in den Kika-Nachtschleifen und in Bernd & Friends zu sehen. Bernd das Brot ist seit 2000 im KiKA zu sehen. Bei vielen erwachsenen Fernsehzuschauern wurde die Figur 2003 bekannt, als KiKA in der – offiziell sendefreien – Zeit von 21 bis 6 Uhr eine Schleife mit ausgesuchten Bernd-Filmen zeigte. Durch seine Art hat Bernd das Brot viele erwachsene Fans gefunden und viel Medienaufmerksamkeit erhalten. Bei seinen Fans hat er Kultstatus erreicht. Im Jahr 2004 wurde „Bernd das Brot“ mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

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Am Fischmarkt steht das Erfurter Rathaus. Das Hauptgebäude wurde in den 1870er Jahren in neugotischem Stil erbaut. Die Ursprünge des Hauses reichen bis in das 11. Jahrhundert zurück. Das 1275 erstmals erwähnte Rathaus war politisches Herzstück der kommunalen Selbstverwaltung der Mittelaltermetropole vom 13. bis 17. Jahrhundert. Bis 1706 erreichte der Gebäudekomplex die Ausmaße des heutigen Hauptgebäudes.

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Nach Bereitstellung der finanziellen Mittel begann im Jahr 1869 der Aufbau des neuen Rathauses in seiner heutigen Form im Stil der Neugotik unter dem Architekten Theodor Sommer. Gegen die mit dem Neubau verbundene Beseitigung des alten Turms hatte es Widerstand in der Bevölkerung gegeben. 1875 zogen die ersten Dienststellen ein; die offizielle Einweihung erfolgte am 2. Juni 1882. Im neuen Rathausturm Turm arbeitet zuverlässig das Präzisions-Turmuhrwerk von Johann Mannhardt (München 1874) mit freischwingendem Pendel, denkmalgerecht restauriert und umgerüstet von Christian Beck (Kölleda).

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Brunnen Bremer Stadtmusikanten in Große Arche – Waidspeicher
Vor dem Puppenspieltheater und Kabarett befindet sich ein Brunnenaufsatz aus Bronze von dem Künstler Karl Lemke aus Usedom, 1979. Der Waid oder auch das Färberwaid ist eine farbstoffgebende Pflanze, die Erfurt vom 13.-16. Jahrhundert beträchtliche Einnahmen als "Erfurter Blau" verschaffte. In der Mettengasse befindet sich ein Waidspeicher, der als Lager und Verarbeitungshaus diente und heute ein Theater beherbergt. Der Waid wurde im 16. Jahrhundert europaweit durch das indische Indigo als Blaufarbstoff verdrängt. Auf der Krämerbrücke 2 befindet sich die Manufaktur "Erfurter Blau", wo man Dinge erwerben kann, die mit dem Waidfarbstoff hergestellt wurden.

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Südseite am Domplatz mit Athos Der Grieche, Hofbräu am Dom und Restaurant Schnitzler Erfurt

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Der Domplatz in Erfurt ist ein großer Marktplatz mit etwa 3,5 ha, mit intakter bzw. restaurierter Randbebauung. Einst war er Hauptmarktplatz und Gerichtsplatz. Auf dem Platz stehen der Minervabrunnen (1784) und der 1777 zu Ehren des Mainzer Kurfürsten errichtete Erthal-Obelisk.

Domplatz - Geschäftiger Stadtplatz mit berühmter Kathedrale, Denkmälern, Märkten und öffentlichen Veranstaltungen.

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Der Erthal-Obelisk ist ein 18 Meter hoher Obelisk auf dem Domplatz zu Erfurt. Er wurde um 1777 anlässlich des ersten Besuchs des Mainzer Erzbischofs und Erfurter Stadtherrn Friedrich Karl Joseph von Erthal errichtet, womit er zu den ältesten Denkmalen in Erfurt gehört. Die Baukosten lagen bei 1120 Talern, von denen die Bürger 858 in einer Kollekte aufbrachten. Das Werk eines nicht überlieferten Baumeisters ist aus Wandersleber Sandstein gefertigt und besitzt einen quadratischen Sockel aus Granit mit lorbeerumkränztem Bildnis, Namenszug, Wappen und Initialen, Orden und Ehrenzeichen. In früheren Zeiten erläuterte eine Widmung im Stein, dass die „treuen Unterthanen hiesiger Stadt dem besten Vater des Landes“ dieses Denkmal „zu ewigem Gedächtnis“ erbaut hätten.

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Die Hohe Domkirche St. Marien zu Erfurt, kurz Erfurter Dom, ist der wichtigste und älteste Kirchenbau in Erfurt. Er ist 81,26 m hoch und besitzt mit der Gloriosa die größte freischwingende mittelalterliche Glocke der Welt. Der Dom diente nur kurze Zeit in der Mitte des 8. Jahrhunderts als Bischofssitz und war das gesamte Mittelalter über bis in das frühe 19. Jahrhundert hinein Sitz des Kollegiatstifts St. Marien. Seit 1994 ist er wieder Kathedrale des neugeschaffenen Bistums Erfurt und Sitz des Domkapitels.

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Der 16,5 m hohe und 13 m breite barocke Hochaltar wurde zwischen 1697 und 1707 angefertigt und wohl anstelle eines großen gotischen Flügelaltars aufgestellt. Er wurde zu Beginn des 21. Jahrhunderts restauriert. Das Tabernakel trägt eine inschriftliche Datierung auf 1697 und wurde nach der chronikalischen Überlieferung 1706 aufgestellt. Der Meister des Altars ist der Holzbildhauer Johann Andreas Gröber (1644–1709), der von ~ 1671 bis zu seinem Tod im eichsfeldischen Heiligenstadt gelebt hat. Die Aufstellung erfolgte im Zusammenhang mit der Gegenreformation und ist als Zeichen der Herrschaft des Mainzer Erzbischofs in Erfurt zu verstehen.

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Während der napoleonischen Kriege wurde der Domberg wie auch der Petersberg in eine Festung umgewandelt und der Dom durch französische Truppen als Pferdestall missbraucht. Bei der Beschießung in den Befreiungskriegen 1813 wurde die gesamte dichte Bebauung des Domplatzes mit den Kurien zerstört. 1803 und endgültig 1837 wurde im Zuge der Säkularisation das Domstift aufgelöst und diente fortan als Pfarrkirche. 1854 wurde die Kirche zur Propsteipfarrkirche erhoben. In dem nun preußischen Erfurt begann 1828 ein umfangreiches puristisches Restaurierungs- und Umbauprogramm, bei dem das spätgotische Walmdach 1868 zu einem niedrigeren Satteldach umgebaut wurde. Diese Maßnahmen waren um 1900 weitgehend abgeschlossen. Der Erfurter Dom ist nach genauer Vermessung 81,26 m hoch. Er wurde früher auch Marienkirche oder Propsteikirche Beatae Mariae Virginis genannt. Sein heutiger offizieller Name lautet Hohe Domkirche St. Marien zu Erfurt.

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Taufbrunnen - Rechts neben der Orgel befindet sich das beeindruckende, gotische Taufbecken mit seinem auffallend hohen Baldachin, der bis in das Gewölbe reicht. Hans Friedmann der Ältere vollendete 1587 das Taufbecken des Domes. Der Weimarer Künstler schuf dazu den 18 m hohen Aufbau, der vermutlich an die Baptisterien - die frühchristlichen Taufkirchen - erinnern soll. Der Taufstein selbst erklärt die Taufe als Verbindung zwischen Himmel und Erde.

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Wolframleuchter - Der sogenannte „Wolfram“ ist eine als Träger zweier Kerzenleuchter verwendete anthropomorphe Freiplastik aus Bronze, die im Erfurter Dom aufgestellt ist. Die Figur wird in die Zeit um 1160 datiert und entstand vermutlich in der Magdeburger Gießhütte. Sie ist eine der ältesten freistehenden Bronzeskulpturen in Deutschland und die größte (nahezu lebensgroße) anthropomorphe rundplastische Bronze des europäischen Mittelalters. In einer Inschrift auf den herabhängenden Gürtelenden wird ein „Wolfram“ zusammen mit seiner Ehefrau „Hiltiburc“ als Stifter genannt. Er ist sehr wahrscheinlich identisch mit einem Mainzer Ministerialen Wolframus scultetus, der in zwei Urkunden des Jahres 1157 erwähnt wird.

Dargestellt ist ein bärtiger Mann in einem fließenden Gewand, das nicht eindeutig einem Stand oder einer Epoche zuzuordnen ist. Es könnte sich um ein Priester- oder Büßergewand handeln. In der Körperhaltung eines Adoranten erhebt er beide Arme, allerdings ohne die Hände zu öffnen. Stattdessen hält er zwei Kerzenfassungen. Die Figur steht auf einem Sockel mit quadratischem Grundriss und burgartigen Zinnen, dessen Füße durch vier kleine menschliche Gestalten in floraler Einfassung gebildet werden, die offenbar die vier Flüsse des Paradieses symbolisieren. Die Darstellung einer alttestamentlichen Prophetengestalt ist denkbar und würde dann auf eine theologisch angedachte Kontinuität von Altem und Neuem Testament hindeuten.

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Die Hauptorgel wurde 1992 von Schuke (Potsdam) erbaut. In dem neuen Instrument wurden einige Register aus der Vorgängerorgel von 1906 übernommen. Es hat 62 Register auf drei Manualen und Pedal. Die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen elektrisch. Vom Spieltisch der Hauptorgel lässt sich auch die Chororgel anspielen.

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Die Farbglasfenster des Langhauses aus den 1860er Jahren wurden durch Luftminen- und Sprengbomben-Detonationen in der Nähe des Doms zerstört, darunter das „Kaiserfenster“ (1879) gegenüber dem Haupteingang. Sie wurden zunächst durch provisorische Fenster, zum Teil auch durch „Verbretterung“, ersetzt.
Charles Crodel, der auch im Hohen Chor die Ergänzungsfenster 14 (hl. Elisabeth) und 15 (Apokalypse) schuf, führte die Bildthemen im Kirchenschiff weiter. Crodels, in der Art eines Pentychon gestalteter, fünfteiliger Glasfensterzyklus bildet so zusammen mit den neun Chorfenstern eine den gesamten Kirchenraum umgreifende Glasarchitektur.

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Der Hochaltar besteht aus einem hohen, doppelgeschossigen Postament, das mehrfach verkröpft und mit seitlichen Durchgängen versehen ist. Auf dem breiten, polygonal angeordneten Untergeschoss stehen Säulenpaare, die gedreht und mit Weinlaub umwunden sind. Sie tragen ein mächtiges Gebälk mit reichem plastischen Dekor, das die Form des Postamentes wieder aufnimmt. Auf dem Postament stehen außen Plastiken der Apostelfürsten, links der Heilige Petrus, rechts der Heilige Paulus, danach links der Heilige Bonifatius und rechts St. Martin, der Patron des Mainzer Erzbistums, und an bevorzugter Stelle neben dem Altarbild die Bischöfe Adolar und Eoban. Auf dem oberen Postament stehen die vier Evangelisten. Nur in der Mittelachse besteht ein mit Sprenggiebeln versehener Aufsatz, der von einem Giebelfeld mit ovalem Medaillonbild bekrönt wird. Auf den Sprenggiebeln wiederum stehen Josef und Johannes der Täufer. Das Medaillonbild zuoberst flankieren die Erzengel Michael und Raphael.

Das untere Altarblatt zeigt die Anbetung der Heiligen Drei Könige, wobei sich die Darstellung an das gleichnamige Gemälde von Peter Paul Rubens anlehnt. Es stammt von dem in Erfurt zwischen 1736 und 1776 nachweisbaren Maler Jakob Samuel Beck und ersetzt wohl ein älteres Gemälde. Ursprünglich war auch das Gemälde der heiligen Dreifaltigkeit im Aufsatz von Beck, heute hängt hier ein barockisierendes Bild mit einer Schutzmantelmadonna von 1950, in der sich damals lebende Zeitgenossen der Domgemeinde verewigen ließen. In der Kartusche wird ein Verkündigungsbild gezeigt. Die beiden Altarbilder können den großen Kirchenfesten entsprechend gewechselt werden („Theatrum sacrum“).

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1963 wurde die Chororgel eingeweiht. Sie wurde von der Orgelbaufirma Alexander Schuke Potsdam Orgelbau erbaut und befindet sich im Hohen Chor. Das Instrument hat 29 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind elektrisch.

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Reliquie des heiligen Martin von Tours (+397), Stadtpatron von Erfurt

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Als Meister des Erfurter Einhornaltars wird ein mittelalterlicher Maler bezeichnet, der zum Anfang des 15. Jahrhunderts einen dreiflügeligen Altar für den Erfurter Mariendom gemalt hat. Der namentlich nicht bekannte Künstler erhielt seinen Notnamen nach diesem als Erfurter Einhornaltar bekannten spätgotischen Werk. Die Mitteltafel zeigt Maria als Himmelskönigin mit dem Einhorn umgeben von Heiligen. Die Darstellung am Altar in Erfurt wird zu den herausragenden Beispielen der zahlreichen mittelalterlichen, oft wie in Erfurt prachtvollen, malerischen Interpretationen des Einhorns als Verkörperung Christi und der Tugend gezählt. Er ist eine der besonderen Sehenswürdigkeiten des Doms und steht heute in dessen Querschiff.

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Jungfrauenportal als Teil des Triangelportals

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Gleich rechts vom Dom steht St. Severi, ein jahrhundertealtes katholisches Gotteshaus in ähnlich prachtvoller Gestaltung wie der benachbarte Dom.

Die Severikirche ist ein Kirchenbau der römisch-katholischen Kirche in Erfurt. Sie steht auf dem Domberg unmittelbar neben dem Erfurter Dom. Als einzigartiges architektonisches Ensemble bilden beide Kirchen gemeinsam das Wahrzeichen der Stadt. Aufgrund ihrer ungewöhnlichen Bauform, die die spätgotische Hallenkirche vorwegzunehmen scheint, gehört die Severikirche zu den bedeutendsten gotischen Bauten in Deutschland. In einem künstlerisch sehr bedeutenden Sarkophag ruhen die Gebeine des Kirchenpatrons Severus von Ravenna. Sie ist Filialkirche der Pfarrei St. Laurentius Erfurt im Dekanat Erfurt des Bistums Erfurt.

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Das St.-Severi-Stift geht auf eine Kirche namens St. Paul aus dem 8./9. Jahrhundert zurück. Die Reliquien, die 836 unter Erzbischof Otgar von Mainz nach Erfurt kamen, waren von so hoher Bedeutung, dass das Stift in „St. Severi“ umbenannt wurde. Aus der Zeit danach ist bekannt, dass bereits vor 1080 ein rechtlich selbständiges Chorherrenstift bestanden haben soll. St. Severi war im 11./12. Jahrhundert eine der ältesten Kirchen und Klerikergemeinschaft. Jedoch war sie nicht die bedeutendste, sondern stand immer hinter St. Marien (in Zeugenlisten von Urkunden wurde sie immer nach St. Marien aufgeführt). Dennoch bildete nicht nur St. Marien eine Verwaltungseinheit, sondern auch St. Severi wurde ebenfalls als ein Archidiakonat bezeichnet.

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Besonders hervorzuheben für den Status St. Severis sind die verwaltungstechnischen Funktionen, die ihm über den erzbischöflichen Grundbesitz zufielen. Somit war das Stift für das Bistum eine Art Fronhof. In unzähligen umliegenden Ortschaften hatte das St.-Severi-Stift Grundbesitz. Ein Schutzbrief des Kaiser Ludwig dem Baiern aus dem Jahre 1335 bestätigt alle Güter. In einem Privilegium des Kaisers Carl IV. d.d. Wittenberg aus dem Jahre 1348 werden diese dem Stift ebenfalls bestätigt. Diese Grundbesitze befanden sich unter anderem im Landkreis Erfurt, Kreis Weissensee, Kreis Eckartsberga, Großherzogtum Weimar, Großherzogtum Gotha, Herzogtum Sachsen-Meiningen und Fürstentum Schwarzburg.

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Severisarkophag - Sarkophag des Heiligen Severus
836 wurden die Gebeine des hl. Severus durch den Mainzer Erzbischof Otger von Ravenna zunächst nach Mainz, dann nach Erfurt überführt. Hier waren sie vermutlich im Westteil eines Vorgängerbaues der Kirche beigesetzt und verehrt worden. Der Sarkophag zählt zu den künstlerisch bedeutendsten Ausstattungsstücken der Severikirche. Die vier Reliefplatten der Umfassungswände entstanden zwischen etwa 1360 und 1370 und werden einem Meister des Severi-Sarkophags zugeschrieben. Auf den nahezu vollplastischen Hochreliefs werden Szenen aus dem Leben und Wirken des Heiligen Severus und die Anbetung der Heiligen Drei Könige nach einem Vorbild in der Nürnberger Lorenzkirche von 1360 dargestellt.

RELIQUIENSCHREIN DES HEILIGEN SEVERUS, SEINER FRAU, DER HEILIGEN VINCENTIA UND SEINER TOCHTER, DER HEILIGEN INNOCENΝΤΙΑ
Severus war Wollweber und wurde um das Jahr 340 zum Bischof von Ravenna gewählt. Der Legende zufolge ließ sich während der Bischofswahl auf seinem Kopf eine Taube nieder. Das wurde als göttliches Zeichen seiner Erwählung angesehen. Bischof Severus nahm nachweislich an der Synode von Sardika in den Jahren 342/343 teil.
Von Classe nahe Ravenna, wo er mit seiner Frau und seiner Tochter bestattet war, kamen durch Bischof Otgar von Mainz im 9. Jahrhundert die Reliquien der Heiligen nach Erfurt und werden seitdem in der St. Severi-Kirche verehrt. Dieser Reliquienschrein ist ein Ort des Gebetes zu dem besonders italienische Mitbürger und Touristen, Handwerker, Väter, Mütter und Töchter, Bischöfe und Familien eingeladen sind.

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Flügelaltar in der kleinen Marienkapelle
Bild 1: der Hl. Andreas mit dem Andreaskreuz. Bild 2: Ein dreigeteiltes Gemälde, das Triptychon, Madonna mit den Strahlenkranz. Maria mit dem Kind auf dem Arm ist umgeben von Strahlen. Bild 3: Die hl. Barbara.

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Der barocke Orgelprospekt stammt aus dem Jahre 1714. Die mit Putten und Engeln verzierte Schauseite der Orgel wird seitlich von den Patronen der Kirchenmusik, König David und der heiligen Cäcilia, bekrönt. 1932 wurde durch die Bonner Orgelbaufirma Klais ein neues Pfeifenwerk eingebaut. Die Orgel verfügt über 2110 Pfeifen in 33 Registern, drei Manuale und das Pedalwerk.

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Im Jahr 1576 wurde die Kanzel von zwei Erfurter Familien gestiftet. Sie verbindet mit dem im Mittelfeld dargestellten „Christus in der Rast" und dem rechtsseitigen Holzrelief des „Auferstandenen" die Hoffnung auf Erlösung, insbesondere für die Verstorbenen der Stifterfamilien. Zugleich sind sowohl die Reliefs am Kanzelkorb, die Engelsfiguren mit Leidenswerkzeugen auf dem Schalldeckel und der „Gnadenstuhl" (Dreieinigkeit von Gott-Vater, Sohn und Heiliger Geist), der obere Abschluss der Kanzelgestaltung, als Andachtsbilder der Gemeinde zugewendet. An die fehlenden Darstellungen der Kirchenväter in den Kanzelnischen erinnern Namensinschriften und Zitate.

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Mittelpunkt des Kirchenraumes bei der Gottesdienstfeier ist der frühbarocke Hochaltar aus der Zeit um 1670. Für den Altaraufbau stehen fünf auswechselbare Leinwandbilder zur Auswahl: Kreuzigung, Auferstehung, Aussendung des Heiligen Geistes (unten) und Dreifaltigkeit, Taufe Jesu (oben). Die Figuren neben dem unteren Altarbild zeigen den Patron der Kirche, Severus, und den heiligen Missionar und Märtyrer Bonifatius. Im oberen Teil stehen die Figuren der heiligen Vincentia und Innocentia (Frau bzw. Tochter des Severus) sowie des auferstandenen Christus.

Die Gerhart-Madonna steht am nördlichen Eckpfeiler des Chores von St. Severi. Um das Jahr 1350 von Meister Johann Gerhart geschaffen. Heiliger Franziskus von Assisi steht am südlichen Choreckpfeiler.

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Der spätgotische Marienaltar (1510) im nördlichen Seitenschiff wird der Saalfelder Schule zugerechnet. Im Schrein, dem schrankartigen Mittelstück, wird die thronende Gottesmutter Maria flankiert von den Standfiguren der heiligen Barbara (mit Kelch) und der heiligen Katharina (mit Schwert). Die in Flachschnitzerei gearbeiteten Heiligenfiguren auf den Seitenflügeln zeigen die heilige Ursula (mit Pfeil und Buch) sowie Maria Magdalena (mit Salbgefäß). Bei geschlossenen Seitenflügeln ist die Verkündigung der Geburt Christi durch den Erzengel Gabriel zu sehen.

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Der Domplatz in Erfurt ist ein großer Marktplatz mit etwa 3,5 ha, mit intakter bzw. restaurierter Randbebauung. Einst war er Hauptmarktplatz und Gerichtsplatz. Auf dem Platz stehen der Minervabrunnen (1784) und der 1777 zu Ehren des Mainzer Kurfürsten errichtete Erthal-Obelisk.

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Der Domplatz dient heute wie früher als Marktplatz. Jährlich zur Adventszeit ist er Schauplatz des Erfurter Weihnachtsmarktes, welcher zu den größten in Deutschland zählt. Auf dem Domplatz findet immer am 10./11. November das Martini-Fest statt, zu Ehren des Heiligen Martin und von Martin Luther. Jährlich im August werden die Domstufen-Festspiele durch das Theater Erfurt veranstaltet.

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Predigerkirche - Evangelische Kirche, die ursprünglich im 13. Jahrhundert vom Dominikanerorden als Klosterkirche erbaut wurde. Die Predigerkirche in Erfurt ist eine der bedeutendsten erhaltenen Bettelordenkirchen und ein herausragendes Exemplar gotischer Sakralarchitektur.

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Die Predigerkirche St. Johannes Ev. ist eine Dominikanerkirche aus dem 13./14. Jahrhundert. Ihre Architektur besticht durch Klarheit und Einfachheit. Der frühgotische Stil der Bettelmönche hat sich in der querschifflosen Basilika mit dem Binnenlangchor ungebrochen erhalten. Eine Besonderheit der Kirche ist die doppelte Abtrennung zwischen Hohem Chor und dem Hauptschiff. Der Lettner stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts und, dahinter die alten Chorschranken aus der Zeit um 1275.

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Barocker Prospekt der Orgel mit neuem Werk der Firma Schuke. Die Fertigstellung und Einweihung erfolgte 1977. Die derzeitige Orgel verfügt über 56 Register mit 4302 Pfeifen. Die Tontrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen elektrisch.

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Epitaph des Oberratsmeisters zu Erfurt Jakob Naffzer, gest. 1586 mit Darstellung der Geburt, der Aufserstehung und der Himmelfahrt Christi von Israel von der Milia, der Meister auch des Roland vor dem Roten Ochseri" auf dem Fischmarkt, wo Naffzer wohnte.

Monumentaler Renaissance-Epitaph für Jacob Nafzer (1586)

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Kalvarienberg, früher ein Jacobusaltar mit Armreliquie, um 1350

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Der Baukörper der Predigerkirche besitzt eine Längenausdehnung von 76 m und eine Breite von etwa 19 m. Der Chor besitzt eine Breite (am Hochaltar) von 8,75 m. Die durchschnittliche Mauerstärke des Kirchenschiffs beträgt 1 m. Der Haupteingang des in Ost-West-Richtung ausgerichteten Baues liegt auf der Westseite. An der Südostecke befindet sich der Turm und das Kapitelhaus des Klosters. Im Inneren der Kirche tragen 30 achteckige Pfeiler (28 stehen frei) die Last der Hochschiffwände und des Kreuzrippengewölbes. Die Kapitelle zeigen Variationen sehr sorgfältig ausgeführter, flacher Blätterskulpturen; die einander jeweils gegenüberliegenden Kapitelle der Nord- und Südseite zeigen ähnliche Formen. Das Gebäude ist ohne Strebepfeiler errichtet. Die Seitenschiffe haben die halbe Breite des Mittelschiffs (etwa 4 m zu 8,2 m). Zwischen Chor und Mittelschiff steht der Lettner aus dem 15. Jahrhundert.

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Kirche und Predigerkloster waren die Wirkungsstätte des bedeutendsten deutschen Mystikers, Meister Eckhart, welcher wahrscheinlich 1274 mit etwa 14 Jahren als Novize in das Kloster aufgenommen wurde, später Prior des Erfurter Klosters und 1303–1311 Provinzial mit Erfurter Amtssitz der Ordensprovinz Saxonia war.

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Der gotische Flügelaltar stammt von etwa 1492. Linhart Könbergk aus dem benachbarten Pauls-Viertel schuf den Schnitzaltar für die gegenüber gelegene Paulskirche. Nach der Reformation wurde dieser in die Predigerkirche gebracht. Der Mittelschrein zeigt eine Beweinung Christi, die in nachreformatorischer Zeit anstelle einer Marienkrönung eingepasst wurde, umgeben von den Aposteln Petrus und Paulus. Die Flügel zeigen Szenen zur Geburt Christi, Anbetung durch die Weisen aus dem Morgenland, Auferstehung Christi und die Ausgießung des Heiligen Geistes.

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Grabstein des Daniel Burchard, gest. 1632; sächsischer Hof- und Kriegsrat, und daneben das Bildnis seiner verstorbenen Frau Anna Juliana Brettin, umgeben von ihren sieben Kindem

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Thüringer Staatskanzlei vom Freistaat Thüringen in der Regierungsstraße 73

 Erfurt in Thüringen, September 2024

St. Wigbert - katholische Pfarrkirche seit 1223, nach Feuersbrunst von 1291 gotischer Neubau 1409-1472, 1668-1822 Klosterkirche des Augustinerordens, Hofkirche der Mainzer Statthalter 1664-1802. Und leider geschlossen.

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Haus Dacheröden - Erfurter Herbstlese e.V. - am Anger 37

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Am Angerbrunnen erfreuen sich Erfurter seit dem Jahr 1890. Er setzt einerseits dem erfolgreichen Bauabschluss der städtischen Zentralwasserleitung ein Denkmal und verknüpft andererseits traditionelle Erfurter Hauptgewerbe. 1880 wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, um ein geeignetes Denkmal zu errichten. Diesen konnte der damals 38-jährige Berliner Architekt und Kunstgewerbler Heinrich Stöckhardt (1842-1920) für sich entscheiden. Stöckhardt vereinte die Erfurter Maschinen- und Waffenindustrie mit dem heimischen Handwerk und Kunstgewerbe in zwei übergroßen Gestalten. Dargestellt sind eine männliche Gestalt zwischen technischen Attributen wie Hammer und Schraubstock und die römische Blumengöttin Flora, die von Ähren und Rosen umgeben ist. Der traditionsreiche Acker- und Gartenbau wird durch den Zierbrunnen mit Wasserspielen im vorderen Bereich gesondert unterstrichen. Der hintere Bereich diente damals als Nutzbrunnen.

Den westlichen Abschluss des Angers bildet eine Straßengabelung. In ihr steht ein repräsentatives Geschäftshaus aus der Gründerzeit.

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Barfüßerkirche - Restaurierte Kirche mit Buntglasfenstern aus dem 13. und 14. Jahrhundert, Epitaphen, Altären und Skulpturen. Und leider geschlossen.

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Die Barfüßerkirche gehörte bis zu ihrer weitgehenden Zerstörung durch einen Bombenangriff im Jahre 1944 zu den bedeutendsten Kirchenbauten Erfurts und zu den schönsten Bettelordenskirchen Deutschlands. Sie entstand im 14. Jahrhundert als Klosterkirche der Franziskaner, die auch Barfüßer genannt wurden. Der in den 1950er-Jahren wiederhergestellte Chor steht im Stadtzentrum westlich der Schlösserbrücke am rechten Ufer des Breitstroms, einem Seitenarm der Gera.

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Museum Neue Mühle an der Schlösserbrücke Breitstrom

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Käpt’n Blaubär und Hein Blöd in der Gera nahe der Schlösserbrücke
In ihrem Kahn auf dem Breitstrom der Gera sitzen der durchs Fernrohr schauende Käpt’n Blaubär und der rudernde Hein Blöd. Ende Juli 2019 wurde die Figur Hein Blöds von Unbekannten geköpft. Der Rest der Figur, also auch Käpt’n Blaubär und der Kahn, wurden daraufhin entfernt, um Kindern den Anblick zu ersparen. Im November 2019 wurde die Figur mit neuem Kopf wieder an derselben Stelle aufgestellt. Künstler: Frank Meyer

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Die Krämerbrücke entstand neben einer Furt durch die Gera und war Teil des west-östlichen Handelsweges Via Regia. Ursprünglich als Holzbrücke über die Gera errichtet, wurde sie im Jahr 1117 nach der Zerstörung durch einen der vielen Brände erstmals erwähnt. Die erste urkundliche Bezeichnung der Brücke mit „pons rerum venalium“ ist für das Jahr 1156 nachweisbar. Schon auf der Holzbrücke hatten Händler links und rechts Krambuden aufgestellt.

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Die 79 m lange Gewölbebrücke wurde in Kalk- und Sandsteinmauerwerk errichtet und besteht seitdem aus sechs sichtbaren Tonnengewölben mit lichten Weiten von 4,8 m bis 7,8 m und einem Gewölbestich von 2,4 m bis 3,9 m. Die Gewölbebreite beträgt zwischen 19 m und 22 m, Scheitel und Kämpfer sind zwischen 40 cm und 50 cm dick.

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Evangelisches Augustinerkloster zu Erfurt

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Die Nikolaikirche war eine Pfarrkirche im Norden der Altstadt von Erfurt. Sie wurde 1013 erstmals urkundlich erwähnt und 1747 abgerissen, nachdem sie bei einem Brand 1744 schwer beschädigt worden war. Erhalten blieb nur der Turm, der deshalb auch als Nikolaiturm bezeichnet wird. Der 1360/61 errichtete Nikolaikirchturm, in dessen Erdgeschoss sich die Elisabethkapelle befindet, zählt zu den ältesten und wertvollsten Kunst- und Kulturobjekten Erfurts.

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Über der Erfurter Altstadt erhebt sich die Zitadelle Petersberg – eine der größten und einzige weitgehend erhaltene barocke Stadtfestung Mitteleuropas. Sternenförmig angelegt, galt sie als die modernste Anlage der damaligen Zeit und als uneinnehmbar. Seit 1990 wird sie mit viel Liebe zum Detail und großem Aufwand rekonstruiert.

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Die erhöhte Lage und der sternförmige Aufbau der Zitadelle eröffnen mehrere Aussichtspunkte mit ausgedehnten Blicken über die Stadt. Von der Bastion Philipp im Osten bieten sich beeindruckende Sonnenuntergänge.

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Aussicht auf St. Severi und Dom St Marien von Bastion Leonhard

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Die Zitadelle Petersberg zählt zu den größten und besterhaltenen Stadtfestungen aus dem 17. Jahrhundert in Deutschland. Ihre Kernfestung erstreckt sich über eine Fläche von ca. 12 ha und besitzt einen unregelmäßigen, sternförmigen Grundriss, der sich aus den acht Bastionen Martin, Gabriel, Michael, Johann, Franz, Philipp, Leonhard und Kilian im neuitalienischen Stil zusammensetzt. Auf der Bastionskrone führt ein kurmainzischer Postenweg mit einer mannshohen Brüstungsmauer und Wacherkern an den Bastionsspitzen fast vollständig um die Zitadelle. Die Mauern besitzen eine Länge von ca. 2 km bei einer Höhe zwischen 8 und 23 m und sind im 4 bis 6,5 m dicken Fußbereich von Konterminen durchzogen.

Glasfahrstuhl zum Petersberg über dem Domplatz

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Der mittlere Bereich der Kernfestung wird als Oberes Plateau bezeichnet und erstreckt sich zwischen den Bastionen Leonhard, Philipp und der Verbindungsmauer der Bastionen Gabriel/Michael. In diesem Bereich liegt die Peterskirche, die zwischen 1103 und 1147 als romanische dreischiffige Pfeilerbasilika errichtet wurde und bis zur Säkularisation 1803 als Klosterkirche des Benediktinerklosters St. Peter und Paul diente. 1813 zerstörten Artilleriegeschosse weite Teile der Klosteranbauten und wenig später wurde sie unter den Preußen dauerhaft zu einem Magazin umgebaut. Heutzutage findet die Peterskirche als Kunstausstellungsraum Verwendung.

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Das Erdgeschoss diente von 1993 bis 2016 als Ausstellungsraum für das Forum Konkrete Kunst der Erfurter Kunstmuseen. Für die Bundesgartenschau 2021, die auch den Petersberg einbezog, wurde die Peterskirche renoviert und zunächst als Ausstellungsraum weitergenutzt. Die hölzerne Zwischendecke aus der Zeit als Lagerhaus wurde entfernt.

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Trotz erheblicher Eingriffe in die Substanz der ehemalige Klosterkirche St. Peter und Paul im 19. Jahrhundert zählt sie zu den bedeutendsten romanischen Kirchenbauten Thüringens. Als geistiger Mittelpunkt des Petersklosters prägte sie vor ihrer Zerstörung jahrhundertelang die Silhouette der Stadt Erfurt. Für die BUGA 2021 teilsaniert, ist sie mit der Ausstellung „Paradiesgärten – Gartenparadiese“ wieder Blickpunkt des Petersbergs. Die Sonderschau präsentiert die Entwicklung der höfischen Gartenkunst in Thüringen und beleuchtet exemplarisch am Beispiel der Gärten des untergegangenen Petersklosters die mittelalterliche Gartenkultur sowie seine Geschichte und Architektur.

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Skywalk zum gläsernen Aufzug an der Festungsmauer Zitadelle Petersberg

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Für die BUGA 2021 kam ein kluger Kopf auf die Idee, Hollywood ein wenig nachzueifern. Deswegen können sich die Erfurter und ihre Besucher seit dem Frühjahr 2021 am Anblick eines riesigen ERFURT-Schriftzuges am Hang des Petersberges erfreuen. Erfurt wäre nicht die Blumenstadt, wenn das Ganze nicht noch besser als in Hollywood wäre: Der komplette Schriftzug ist bepflanzt und erfreut mit einer herrlichen Blütenpracht.

Bepflanzter Schriftzug Erfurt

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Das Theater Erfurt ist ein Theater in öffentlicher Trägerschaft der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt. Hauptspielstätte ist der im September 2003 fertiggestellte Neubau im Stadtteil Brühlervorstadt, gelegen zwischen dem Domberg und der barocken Festungsanlage des Petersberges.

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Sonnenuntergang am Domplatz, der Umbau zum Oktoberfest hat an diesem Tag begonnen

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Nordseite der Krämerbrücke

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Fußgängerbrücke Hütergasse bei Schildchens Mühle

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Benediktsplatz, Krämerbrücke, Rathausbrücke

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Fischmarkt, Haus zum Roten Ochsen, Der Römer

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Rathaus Erfurt am Fischmarkt

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Domplatz, Domstiege, Dom St Marien, St. Severi

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Dom St Marien, St. Severi

 Erfurt in Thüringen, September 2024

Krämerbrücke über die Gera

 Erfurt in Thüringen, September 2024



Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag, kann sich gerne dieses Video antun: