egapark

in Erfurt, September 2024

Der egapark (ega: Erfurter Gartenbauausstellung) in Erfurt gehört mit einer Fläche von 36 Hektar zu den großen Garten- und Freizeitparks Deutschlands. Das Parkgelände liegt im Südwesten der Stadt auf dem 265 Meter hohen Cyriaksberg. Aus einer ehemaligen Stadtfestungsanlage hervorgegangen, wurde das Gebiet ab 1885 zur öffentlichen Grünanlage umgestaltet und in der Folgezeit weiter ausgebaut.

 egapark in Erfurt, September 2024

Die ganzjährig geöffnete, eintrittspflichtige Anlage vereint verschiedene Ausstellungshallen, Pflanzenschauhäuser, themenbezogene Gärten und Ruhezonen. Zu den Hauptattraktionen im egapark zählen, neben dem mit 6000 Quadratmetern größten zusammenhängenden Blumenbeet Europas, ein Aussichtsturm, eine Sternwarte sowie der größte Kinderspielplatz Thüringens und das einzige Gartenbaumuseum des Landes.

 egapark in Erfurt, September 2024

 egapark in Erfurt, September 2024

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Der wegen seiner einzigartigen gartenbaulichen Gestaltungskonzeption seit 1992 denkmalgeschützte Park zählt zu den Hauptwerken des Landschaftsarchitekten Reinhold Lingner und gehört zu den bedeutendsten Zeugnissen der Gartenarchitektur der 1960er Jahre in Deutschland. Das die lange Gartenbau-Tradition der „Blumenstadt“ Erfurt repräsentierende Gartenschaugelände wurde seit 1961 von über 45 Millionen Gästen besucht. Mit durchschnittlich 450.000 Besuchern pro Jahr ist der egapark – neben der Wartburg – die meistbesuchte touristische Attraktion in Thüringen.

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Die sich entlang der Hauptachse erstreckende, 370 Meter lange und über 6000 Quadratmeter große Wechselflorfläche ist das größte ornamental bepflanzte Blumenbeet Europas. Hierbei werden zweimal pro Saison, von Ende März bis Mai und von Juli bis Oktober, rund 150.000 Blumenpflanzen kunstvoll arrangiert. Die Bepflanzung wechselt dabei jährlich und folgt immer einer bestimmten Thematik.

 egapark in Erfurt, September 2024

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Das ursprünglich den traditionsreichen Blumensamenbau der Stadt repräsentierende Beet wird seit 1961 nahezu unterbrechungsfrei bewirtschaftet.

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Das Große Blumenbeet war bis 1948 landwirtschaftliche Nutzfläche und wurde bis zur iga 1961 in das Ausstel-lungsgelände aufgenommen sowie neu konzeptioniert. Alice Lingner plante das Große Blumenbeet ornamental mit sechs Farbbögen, die ineinandergreifen und einem durchgängiges weißes Band, als Symbol der Völkerver-bindung. Die Pflanzung der Bögen war dabei niedriger als das weiße Band. Die organischen Formen bildeten einen Kontrast zu den strengen Formen der Hallen und der geradlinigen Strukturen der Wege. Zugleich sorgte die Verjüngung des 6.000 m² großen Beetes eine opti-sche Verlängerung des Weges. Am Festplatz ist das Beet 38 Meter breit, wohingegen es am anderen Ende lediglich nur noch 8 Meter Breite besitzt.

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1962 wurde das Beet durch einen breiten Streifen wassergebundene Wegedecke verkleinert und diente zur Ausstellung von großen Landwirtschaftsmaschinen während der stattfindenden Maschinenschau.
Bereits bis 1963 wurde das Beet in seine ursprüngliche Ausdehnung zurückgebaut.

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Damals wurden vor allem große Formen gepflanzt mitunter wegen der geringen Pflanzenauswahl in der DDR. Die Pflanzungen als auch das Band haben sich im Laufe der Jahre stets verändert. Teilweise wurde auf die Pflanzung eines Bandes sogar verzichtet.

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Ab 1972 wurde das Band thematisch wieder dauerhaft aufgegriffen und detailreichere Pflanzungen waren nun häufiger. Mit der Wende 1989 kam das Rasenband als „Weißes Band" in die Beete. Mit dem Verlust der Zentralgaststätte und der angegliederten Rendezvousbrücke Mitte der 1990er konnte das Große Blumenbeet nicht mehr von oben bestaunt werden. Die fehlende Raumkante in Form vom Danakil sowie eine ähnliche Brücke wurden mit der BUGA 2021 neugeschaffen.

 egapark in Erfurt, September 2024

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Das Blumenbeet wird unter einem jährlich wechselnden Thema geplant und zweimal im Jahr bepflanzt. Im Frühjahr zieren vor allem die Hornveilchen, Stiefmütterchen und Tulpen das Beet. Für die Sommerbepflanzung werden unterschiedlichste einjährige Pflanzen, wie Verbenen, Sonnenhut oder auch Studentenblumen verwendet. Die Querwege schließen immer mit den Wegen der Pergolen an.

 egapark in Erfurt, September 2024

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 egapark in Erfurt, September 2024

 egapark in Erfurt, September 2024

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Das erste permanent geöffnete Schaugewächshaus des Parks wurde 1983 eröffnet. Schon damals wartete es mit einer umfangreichen Sammlung tropischer Vegetation auf. Nach gut zwei Jahrzehnten Wachstum brachten die Gewächse das Haus an seine Kapazitätsgrenzen, zudem bedurften die technischen Anlagen einer Überholung.

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In der Heimatstadt der ältesten Kakteengärtnerei der Welt wurde 1985 ein entsprechendes Schauhaus eröffnet. Die Sammlung umfasst etwa 3200 Kakteen und Sukkulenten in rund 800 Arten.

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 egapark in Erfurt, September 2024

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So wurde bei der vorgenommenen Umgestaltung des doppelschiffigen Gewächshauses mittig das Dach erhöht und gleichzeitig das Bodenniveau absenkt. Im Ergebnis entstand, neben einem neuen Raumerlebnis, mehr Platz für beispielsweise auch größere Palmen. Zusätzlich zur eigentlichen thematischen Ausgestaltung der Anlage wurde eine Panoramaplattform einschließlich Sitzplätzen integriert und der Eingangsbereich verändert.

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AFRIKANISCHER OCHSENFROSCH (Pyxicephalus adspersus)
Heimat: Süden und Südosten Afrikas
Leibspeise:  Schlangen, Ratten und Mäuse
Besonderheit: Bringt bis zu 1,4 Kilo auf die Waage
Strategie: Grabt sich ein, fällt in einen tiefen Trockenschlaf und wacht erst bel starken Regenfällen wieder auf

 egapark in Erfurt, September 2024

 egapark in Erfurt, September 2024

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Das neu rekonstruierte Tropenhaus wurde am 31. Oktober 2007 der Öffentlichkeit übergeben. Auf einer Fläche von 600 Quadratmetern präsentiert sich eine mittelamerikanische Urwaldlandschaft, ausgestaltet mit Teichen, Wasserläufen und der untergegangenen Maya-Kultur entlehnten Pyramiden. Im Mittelpunkt aber steht der Regenwald mit seiner vielfältigen Flora in Verbindung mit exotischen Tieren wie Leguan Eddi und mehreren Rotwangen-Schmuckschildkröten. Auch für die Region typische Nutzpflanzen wie Kakao, Bananen, Papaya, Vanille oder Kaffee werden kultiviert.

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 egapark in Erfurt, September 2024

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Die im Stil eines Thüringer Dreiseitenhofes Mitte der 1990er Jahre errichtete Anlage besteht aus einem Bauernhaus, Scheune und Stallungen. Hier werden einheimische Haustiere wie Esel, Ziegen, Schafe, Schweine, Gänse, Enten und Hühner artgerecht beherbergt. An den Hof grenzen ein Nutriagehege und ein Bauerngarten an.

 egapark in Erfurt, September 2024

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Schwimmerin, im Hintergrund die Volkssternwarte

 egapark in Erfurt, September 2024

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 egapark in Erfurt, September 2024

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Die beiden 1528 entstandenen Geschütztürme der Festung trugen ursprünglich ziegelgedeckte Kegeldächer. Im Jahr 1827 wurden diese abgebrochen und durch Flachdächer ersetzt, später wurden hier Kanonen positioniert.
Während des Teilabrisses der Burg, infolge der 1873 verfügten Stadtentfestigung, wurde auch deren Wallgraben verfüllt, weshalb 8 Meter der Türme im Erdreich verschwanden. Den nunmehr noch 15 Meter hohen am Südhang gelegenen Turm baute man 1935 zu einem Aussichtsturm für Besucher um.

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Im Herbst 1999 wurde eine 21,10 Meter hohe, stählerne Turmspitze mit Aussichtsplattform (5 Meter im Durchmesser) aufgesetzt. In Anlehnung an die frühere Kegeldachform führt eine spiralförmig verlaufende 61-stufige Wendeltreppe zum Plateau. Der historische Festungsturm ist heute einer der höchsten (273 Meter über NN) und schönsten Aussichtspunkte der Stadt.

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Unter der Überschrift Zeitfiguren-Figurenzeiten werden auf einem rund 4500 Quadratmeter großen Areal, 21 Plastiken in konzentrierter Form dargestellt. Sie sind Teil eines Fundus von rund 70 Skulpturen, der sich über Jahrzehnte auf dem Parkgelände angesammelt hat. Die Sammlung umfasst Werke führender Vertreter der figürlichen Kunst der DDR, wie unter anderem Fritz Cremer, Waldemar Grzimek, Walter Arnold, Heinrich Drake, Helmut Braun und Christa Sammler.

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In symmetrisch gegliederten, von Heckenpflanzen gerahmten Teilbereichen können die Bronzefiguren separat wahrgenommen werden. Die nächste Umgebung ist belebt von Gräsern und Stauden und einem Kies- und Steppenkerzenbeet. Der im Kernbereich der Festung und somit in einer der ältesten Flächen des egaparks liegende Bereich wurde am 31. Mai 2008 eröffnet. Neben der Dauerausstellung finden jährlich wechselnde temporäre Ausstellungen figürlicher Plastik statt. Ein Atelier als Einrichtung für Gastkünstler grenzt unmittelbar an den Garten.

Sitzende von Wilfried Enzenreiter

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Das Museum 'Deutsches Gartenbaumuseum' ist im Hauptgebäude der Zitadelle Cyriaksburg, der 1824 bis 1826 errichteten Defensionskaserne untergebracht. Es wurde als Bestandteil der iga 1961 eröffnet und in der Form bis zum Herbst 1994 betrieben. Nach mehrjährigem Um- und Ausbau wurde das Museum am 25. Mai 2000 wiedereröffnet.

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Seither wird auf rund 1500 Quadratmetern Ausstellungsfläche über die Geschichte des Gartenbaus und der Gartenkunst informiert. Weiterhin besteht das Veranstaltungsprogramm aus wechselnden Sonderausstellungen, Fachvorträgen und Workshops.

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In dem historischen Festungsgebäude befinden sich auch ein unterirdischer Stollen der zu einem 40 Meter tiefen Festungsbrunnen führt und zwei ehemalige Kanonenhöfe. Das Museum ist in seiner Art einzigartig in Deutschland und Europa.

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Die im Jahr 2022 neu eröffnete Dauerausstellung Garten! Vom Paradies ins Einkaufsregal beleuchtet auf rund 1.500 m² Ausstellungsfläche das Verhältnis von Mensch und Natur im Zusammenhang mit Ernährung, Medizin und Klimaschutz. Auf dem Rundgang werden die vielfältigen Themen unter anderem digital und spielerisch vermittelt. Beispielsweise berichten in einer digitalen Ahnengalerie Persönlichkeiten des Gartenbaus ihre Geschichte, und eine kinetische Pflanze veranschaulicht die Bedeutung der Fotosynthese. Das sogenannte Shoppingregal in der Dauerausstellung zeigt die Vielfalt der Produkte des Gartenbaus. Im Oktober 2022 hat die Dauerausstellung hat den renommierten Red Dot Design Award erhalten.

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Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag, kann sich gerne dieses Video antun: