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Der egapark (ega: Erfurter Gartenbauausstellung) in Erfurt gehört mit einer Fläche von 36 Hektar zu den großen Garten- und Freizeitparks Deutschlands. Das Parkgelände liegt im Südwesten der Stadt auf dem 265 Meter hohen Cyriaksberg. Aus einer ehemaligen Stadtfestungsanlage hervorgegangen, wurde das Gebiet ab 1885 zur öffentlichen Grünanlage umgestaltet und in der Folgezeit weiter ausgebaut.
Die ganzjährig geöffnete, eintrittspflichtige Anlage vereint
verschiedene Ausstellungshallen, Pflanzenschauhäuser, themenbezogene
Gärten und Ruhezonen. Zu den Hauptattraktionen im egapark zählen, neben
dem mit 6000 Quadratmetern größten zusammenhängenden Blumenbeet
Europas, ein Aussichtsturm, eine Sternwarte sowie der größte
Kinderspielplatz Thüringens und das einzige Gartenbaumuseum des Landes.
Der wegen seiner einzigartigen gartenbaulichen Gestaltungskonzeption
seit 1992 denkmalgeschützte Park zählt zu den Hauptwerken des
Landschaftsarchitekten Reinhold Lingner und gehört zu den bedeutendsten
Zeugnissen der Gartenarchitektur der 1960er Jahre in Deutschland. Das
die lange Gartenbau-Tradition der „Blumenstadt“ Erfurt repräsentierende
Gartenschaugelände wurde seit 1961 von über 45 Millionen Gästen
besucht. Mit durchschnittlich 450.000 Besuchern pro Jahr ist der
egapark – neben der Wartburg – die meistbesuchte touristische
Attraktion in Thüringen.
Die sich entlang der Hauptachse erstreckende, 370 Meter lange und über
6000 Quadratmeter große Wechselflorfläche ist das größte ornamental
bepflanzte Blumenbeet Europas. Hierbei werden zweimal pro Saison, von
Ende März bis Mai und von Juli bis Oktober, rund 150.000 Blumenpflanzen
kunstvoll arrangiert. Die Bepflanzung wechselt dabei jährlich und folgt
immer einer bestimmten Thematik.
Das ursprünglich den traditionsreichen Blumensamenbau der Stadt
repräsentierende Beet wird seit 1961 nahezu unterbrechungsfrei
bewirtschaftet.
Das Große Blumenbeet war bis
1948 landwirtschaftliche Nutzfläche und wurde bis zur iga 1961 in das
Ausstel-lungsgelände aufgenommen sowie neu konzeptioniert. Alice
Lingner plante das Große Blumenbeet ornamental mit sechs Farbbögen, die
ineinandergreifen und einem durchgängiges weißes Band, als Symbol der
Völkerver-bindung. Die Pflanzung der Bögen war dabei niedriger als das
weiße Band. Die organischen Formen bildeten einen Kontrast zu den
strengen Formen der Hallen und der geradlinigen Strukturen der Wege.
Zugleich sorgte die Verjüngung des 6.000 m² großen Beetes eine
opti-sche Verlängerung des Weges. Am Festplatz ist das Beet 38 Meter
breit, wohingegen es am anderen Ende lediglich nur noch 8 Meter Breite
besitzt.
1962 wurde das Beet durch einen breiten Streifen wassergebundene
Wegedecke verkleinert und diente zur Ausstellung von großen
Landwirtschaftsmaschinen während der stattfindenden Maschinenschau.
Bereits bis 1963 wurde das Beet in seine ursprüngliche Ausdehnung zurückgebaut.
Damals wurden vor allem große Formen gepflanzt mitunter wegen der
geringen Pflanzenauswahl in der DDR. Die Pflanzungen als auch das Band
haben sich im Laufe der Jahre stets verändert. Teilweise wurde auf die
Pflanzung eines Bandes sogar verzichtet.
Ab 1972 wurde das Band thematisch wieder dauerhaft aufgegriffen und
detailreichere Pflanzungen waren nun häufiger. Mit der Wende 1989 kam
das Rasenband als „Weißes Band" in die Beete. Mit dem Verlust der Zentralgaststätte und der angegliederten
Rendezvousbrücke Mitte der 1990er konnte das Große Blumenbeet nicht
mehr von oben bestaunt werden. Die fehlende Raumkante in Form vom
Danakil sowie eine ähnliche Brücke wurden mit der BUGA 2021
neugeschaffen.
Das Blumenbeet wird unter einem jährlich wechselnden Thema geplant und
zweimal im Jahr bepflanzt. Im Frühjahr zieren vor allem die
Hornveilchen, Stiefmütterchen und Tulpen das Beet. Für die
Sommerbepflanzung werden unterschiedlichste einjährige Pflanzen, wie
Verbenen, Sonnenhut oder auch Studentenblumen verwendet. Die
Querwege schließen immer mit den Wegen der Pergolen an.
Das erste permanent geöffnete Schaugewächshaus des Parks wurde 1983
eröffnet. Schon damals wartete es mit einer umfangreichen Sammlung
tropischer Vegetation auf. Nach gut zwei Jahrzehnten Wachstum brachten
die Gewächse das Haus an seine Kapazitätsgrenzen, zudem bedurften die
technischen Anlagen einer Überholung.
In der Heimatstadt der ältesten Kakteengärtnerei der Welt wurde 1985
ein entsprechendes Schauhaus eröffnet. Die Sammlung umfasst etwa 3200
Kakteen und Sukkulenten in rund 800 Arten.
So wurde bei der vorgenommenen Umgestaltung des doppelschiffigen
Gewächshauses mittig das Dach erhöht und gleichzeitig das Bodenniveau
absenkt. Im Ergebnis entstand, neben einem neuen Raumerlebnis, mehr
Platz für beispielsweise auch größere Palmen. Zusätzlich zur
eigentlichen thematischen Ausgestaltung der Anlage wurde eine
Panoramaplattform einschließlich Sitzplätzen integriert und der
Eingangsbereich verändert.
AFRIKANISCHER OCHSENFROSCH (Pyxicephalus adspersus)
Heimat: Süden und Südosten Afrikas
Leibspeise: Schlangen, Ratten und Mäuse
Besonderheit: Bringt bis zu 1,4 Kilo auf die Waage
Strategie: Grabt sich ein, fällt in einen tiefen Trockenschlaf und wacht erst bel starken Regenfällen wieder auf
Das neu rekonstruierte Tropenhaus wurde am 31. Oktober 2007 der
Öffentlichkeit übergeben. Auf einer Fläche von 600 Quadratmetern
präsentiert sich eine mittelamerikanische Urwaldlandschaft,
ausgestaltet mit Teichen, Wasserläufen und der untergegangenen
Maya-Kultur entlehnten Pyramiden. Im Mittelpunkt aber steht der
Regenwald mit seiner vielfältigen Flora in Verbindung mit exotischen
Tieren wie Leguan Eddi und mehreren Rotwangen-Schmuckschildkröten. Auch
für die Region typische Nutzpflanzen wie Kakao, Bananen, Papaya,
Vanille oder Kaffee werden kultiviert.
Die im Stil eines Thüringer Dreiseitenhofes Mitte der 1990er Jahre
errichtete Anlage besteht aus einem Bauernhaus, Scheune und Stallungen.
Hier werden einheimische Haustiere wie Esel, Ziegen, Schafe, Schweine,
Gänse, Enten und Hühner artgerecht beherbergt. An den Hof grenzen ein
Nutriagehege und ein Bauerngarten an.
Schwimmerin, im Hintergrund die Volkssternwarte
Die beiden 1528 entstandenen Geschütztürme der Festung trugen
ursprünglich ziegelgedeckte Kegeldächer. Im Jahr 1827 wurden diese
abgebrochen und durch Flachdächer ersetzt, später wurden hier Kanonen
positioniert.
Während des Teilabrisses der Burg, infolge der 1873 verfügten
Stadtentfestigung, wurde auch deren Wallgraben verfüllt, weshalb 8
Meter der Türme im Erdreich verschwanden. Den nunmehr noch 15 Meter
hohen am Südhang gelegenen Turm baute man 1935 zu einem Aussichtsturm
für Besucher um.
Im Herbst 1999 wurde eine 21,10 Meter hohe, stählerne Turmspitze mit
Aussichtsplattform (5 Meter im Durchmesser) aufgesetzt. In Anlehnung an
die frühere Kegeldachform führt eine spiralförmig verlaufende
61-stufige Wendeltreppe zum Plateau. Der historische Festungsturm ist
heute einer der höchsten (273 Meter über NN) und schönsten
Aussichtspunkte der Stadt.
Unter der Überschrift Zeitfiguren-Figurenzeiten werden auf einem rund
4500 Quadratmeter großen Areal, 21 Plastiken in konzentrierter Form
dargestellt. Sie sind Teil eines Fundus von rund 70 Skulpturen, der
sich über Jahrzehnte auf dem Parkgelände angesammelt hat. Die Sammlung
umfasst Werke führender Vertreter der figürlichen Kunst der DDR, wie
unter anderem Fritz Cremer, Waldemar Grzimek, Walter Arnold, Heinrich
Drake, Helmut Braun und Christa Sammler.
In symmetrisch gegliederten, von Heckenpflanzen gerahmten Teilbereichen
können die Bronzefiguren separat wahrgenommen werden. Die nächste
Umgebung ist belebt von Gräsern und Stauden und einem Kies- und
Steppenkerzenbeet. Der im Kernbereich der Festung und somit in einer
der ältesten Flächen des egaparks liegende Bereich wurde am 31. Mai
2008 eröffnet. Neben der Dauerausstellung finden jährlich wechselnde
temporäre Ausstellungen figürlicher Plastik statt. Ein Atelier als
Einrichtung für Gastkünstler grenzt unmittelbar an den Garten.
Sitzende von Wilfried Enzenreiter
Das Museum 'Deutsches Gartenbaumuseum' ist im Hauptgebäude der
Zitadelle Cyriaksburg, der 1824 bis 1826 errichteten Defensionskaserne
untergebracht. Es wurde als Bestandteil der iga 1961 eröffnet und in
der Form bis zum Herbst 1994 betrieben. Nach mehrjährigem Um- und
Ausbau wurde das Museum am 25. Mai 2000 wiedereröffnet.
Seither wird auf rund 1500 Quadratmetern Ausstellungsfläche über die
Geschichte des Gartenbaus und der Gartenkunst informiert. Weiterhin
besteht das Veranstaltungsprogramm aus wechselnden Sonderausstellungen,
Fachvorträgen und Workshops.
In dem historischen Festungsgebäude befinden sich auch ein
unterirdischer Stollen der zu einem 40 Meter tiefen Festungsbrunnen
führt und zwei ehemalige Kanonenhöfe. Das Museum ist in seiner Art
einzigartig in Deutschland und Europa.
Die im Jahr 2022 neu eröffnete Dauerausstellung Garten! Vom Paradies
ins Einkaufsregal beleuchtet auf rund 1.500 m² Ausstellungsfläche das
Verhältnis von Mensch und Natur im Zusammenhang mit Ernährung, Medizin
und Klimaschutz. Auf dem Rundgang werden die vielfältigen Themen unter
anderem digital und spielerisch vermittelt. Beispielsweise berichten in
einer digitalen Ahnengalerie Persönlichkeiten des Gartenbaus ihre
Geschichte, und eine kinetische Pflanze veranschaulicht die Bedeutung
der Fotosynthese. Das sogenannte Shoppingregal in der Dauerausstellung
zeigt die Vielfalt der Produkte des Gartenbaus. Im Oktober 2022 hat die
Dauerausstellung hat den renommierten Red Dot Design Award erhalten.
Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun: