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Ferrara ist eine Stadt in Norditalien in der
östlichen Po-Ebene in der Region Emilia-Romagna und liegt am rechten
Ufer des Po. Entstanden
im frühen Mittelalter im Grenzgebiet zwischen Langobardenreich und
byzantinischem Exarchat, entwickelte sich Ferrara im frühen Mittelalter
zur Residenz der Familie Este und wurde Hauptstadt des gleichnamigen
Herzogtums. Die Universität Ferrara, gegründet 1391, gehört zu den
ältesten akademischen Einrichtungen Europas.
* * *
Der Aquädukt von Ferrara (acquedotto di Ferrara oder serbatoio
dell’acquedotto) ist ein Wasserturm in der italienischen Stadt Ferrara
und befindet sich auf der Piazza XXIV Maggio. Der Bau wurde zwischen
1930 und 1932 von dem Ingenieur Carlo Savonuzzi entworfen. Das Aquädukt
von Ferrara ist ein modernes Bauwerk, das gleichzeitig an Bauten aus
der Renaissance erinnert. Das Gebäude besteht fast vollständig aus
Stahlbeton und wirkt auf den ersten Blick recht imposant, liegt jedoch
auf einem großen Platz, der von Grünflächen und hohen Bäumen umgeben
ist.
Das Bauwerk ist etwa 37 Meter hoch und ruht auf einem annähernd
kreisförmigen Sockel, der an antike Renaissance-Tempel erinnert. Die
Basis bildet ein Erdwall, von dem zwei Treppen nach oben führen. Eine
dieser Treppen führt zu einem eindrucksvollen Springbrunnen. Auf dem
zwölfeckigen, mit Trachyt verkleideten Sockel erheben sich zwölf 12
Meter hohe Säulen, die das große Speicherbecken mit einem
Fassungsvermögen von 2.500 m³ tragen. Das Bauwerk wird von einer großen
Stufenkuppel abgeschlossen.

Das Bersaglieri-Denkmal (Monumento ai Bersaglieri) befindet sich auf
der Piazza XXIV Maggio, inmitten der Gärten des imposanten Aquädukts.
Die Bersaglieri waren eine Militäreinheit, deren Mitglieder Freiwillige
aus Ferrara waren. Sie kämpften am 8. Mai 1848 in der ersten Schlacht
um die Unabhängigkeit.

Porta Paola zeigt sich als eines der schönsten Eingangstore der Stadt
Ferrara. Erbaut wurde es nach einem Entwurf des Architekten Giovanni
Barista Aleotti 1612 zu Ehren des regierenden Papstes Paul V. Eine
Namensänerung verfügten die Franzosen 1798. Infolge Veränderungen im
Stadtgebiet wich ein Teil der Stadtmauer an den Flanken und so sehen
wir die Porta Paola freistehend. Porta Reno blickt stadteinwärts auf
die Piazza del Travaglio, die sich am Besuchstag als Großbaustelle
präsentierte.

Die wirtschaftliche Entwicklung Ferraras zeigt sich in einer antiken
Gasse, bestehend aus Bögen und Übergängen. Eine der beeindruckendsten
und ältesten Gassen Ferraras ist die Via
delle Volte,
eine mittelalterliche Straße, welche die Lagerhallen mit den
Handwerksläden verband. Die Bögen (Italienisch: “volte”), die der Gasse
ihren Namen verleiht, dienten als Verbindung zwischen Wohnung und
Arbeitsplatz. Heutzutage ist es eine Art städtisches Denkmal, das fast
intakt ist.

Piazza Trento - Trieste mit Torre dell'Orologio, Volto del Cavallo und
Loggia dei Merciai

Piazza Savonarola mit dem Monumento a Girolamo Savonarola vor dem
Castello Estense
Die Statue von Girolamo Savonarola ist ein Werk von Stefano Galletti
(Cento, 1832 - Rom, 1905) aus dem Jahr 1875.

Rotonda Foschini beim Teatro Claudio Abbado (Teatro Comunale di Ferrara)

Monumento a Giuseppe Garibaldi
In jeder Stadt zu sehen, in Ferrara in einen kleinen Park an der Viale
Carvour, das Denkmal des Nationalhelden Giuseppe Garibaldi. Auf einen
Obelisken befindet sich seine Büste. Davor wird auf einen Steinblock
lehnend der Sterbende Garibaldi mit einen Lorbeerkranz dargestellt. Für
die Elemente wurde Bronze verwendet.

Chiesa di Santo Stefano Protomartire
EXISTIERTE IM 11. JAHRHUNDERT, WIEDERAUFBAU IM 16. JAHRHUNDERT.
PORTAL AUS DEM 16. JAHRHUNDERT, FRÜHER DER KIRCHE SANTA SILVESTRO.
CORPUS VON SANTA LEONE II, BISCHOF VON VOGHENTINO.
MALER: SCARSELLINO, G. PAROLINI, AVANZI GANDOLFI, PAGANINI, COZZA
(ATTRIB.)
Die Fassade zeichnet sich durch eine vertikale Dreiteilung aus, die der
Tradition mittelalterlicher Kirchen in Ferrara folgt: ein zentraler
Rundbogen und zwei flankierende Bögen. Besonders bemerkenswert ist die
kunstvolle Verwendung von dekorativem Terrakotta. Im Mittelteil
befindet sich eine Renaissance-Rosette mit dem radialen
Christusmonogramm, umgeben von zwölf Terrakotta-Medaillons, die die
Apostel darstellen. Extrem interessant sind die beiden
Terrakotta-Medaillons in den seitlichen Fassadenfeldern mit den Büsten
der Jungfrau Maria (links) und des Heiligen Stephanus (rechts).
Unterhalb der zentralen Rosette wurde Ende des 19. Jahrhunderts ein
Rundfenster eingebaut, um den Innenraum in der Dämmerung zu erhellen.
Alle Fenster bestehen aus Alabasterpaneelen in besonders warmen Farben,
nicht aus Glas oder Buntglas.

Chiesa Parrocchiale di Santo Stefano
Die Kirche Santo Stefano oder San Stefano Protomartire gehört zu den
ältesten Kirchen in Ferrara, Italien. Sie befindet sich an der Piazetta
Sant'Etienne, wenige Blocks westlich der Kathedrale von Ferrara.

Die Kirche Santo Stefano ist eine der ältesten Kirchen Ferraras. Sie
wurde vor dem Jahr 1000 in der jungen Stadt erbaut, die sich linear am
linken Ufer des Po ausbreitete. Sie stand an einer der wichtigsten
Wasserstraßen der Stadt, der heutigen Piazza Saint-Étienne. Nach einem
Einsturz wurde der Glockenturm 1275 in seiner heutigen Form
wiederaufgebaut. Vermutlich wurden bei dieser Gelegenheit die Wände der
Kapelle am Fuße des Turms mit Fresken aus dem Leben des Heiligen
Maurelius (Mitpatron der Stadt neben dem Heiligen Georg) verziert.
Die Kirche wurde beim Erdbeben von 1570 so schwer beschädigt, dass sie
wiederaufgebaut und um drei Schiffe erweitert wurde.
1825 wurde das Marmorportal der zerstörten Kirche San Silvestro an der
Fassade angebracht. Im 20. Jahrhundert wurde die Kirche mehrfach
restauriert. Im September 1944 wurde Ferrara von einem schweren
Bombenangriff getroffen, der die Kirche schwer beschädigte. Die
Restaurierungsarbeiten wurden 1947 abgeschlossen, und das Gebäude wurde
wieder für Gottesdienste geöffnet. Die Fresken wurden vermutlich im
Zuge weiterer Restaurierungsarbeiten Anfang 1949 entdeckt.

Die um das Jahr 960 gegründete Kirche wurde mehrfach umgebaut. Der 1100
errichtete Glockenturm stürzte 1275 beinahe ein. Das Erdbeben von 1570
richtete großen Schaden an. Das heutige Bauwerk verdankt seine Struktur
Biagio Rossetti. 1657 wurde die Kirche der Kongregation des Oratoriums
San Filippo Neri übergeben. 1796 wurde die Kongregation aufgelöst.
Bombenangriffe im Jahr 1944 beschädigten die Deckenfresken (1882) von
Francesco Ferrari schwer. Das Portal der Kirche gehörte einst zur
Kirche San Silvestro. Im Inneren befinden sich Altarbilder und Werke
von Giacomo Parolini, Ippolito Scarsella, Carlo Bononi, Gaetano
Gandolfi, Paganini, Giuseppe Avanzi und Antonio Randa.

GIUSEPPE AVANZI: Das Martyrium des Heiligen Laurentius (Öl auf
Leinwand, 17. Jahrhundert)
Gemälde, A. Randa zugeschrieben: Der heilige Franz von Sales billigt
die Regeln der heiligen Johanna von Chantal (Öl auf Leinwand, 17.
Jahrhundert)
GIACOMO PAROLINI: Der heilige Leo der Große, der heilige Antonius von
Padua, der heilige Franz von Paola (1689 – Öl auf Leinwand)

Im Oval: Unsere Liebe Frau von der Gnade, von einem unbekannten
Künstler aus dem 15./16. Jahrhundert
Die Heiligen Johannes und Paulus (Öl auf Leinwand von Ippolito
Scarsella, genannt Lo Scarsellino – 16. Jahrhundert)
MALER AUS FERRARA (17. JAHRHUNDERT): Die Madonna legt das Kind in die
Arme der heiligen Katharina Vegri
(Bemaltes Holz, 17. Jahrhundert)
Kreuz (Bemaltes Holz, von einem unbekannten Künstler aus Ferrara aus
dem 17. Jahrhundert)

Fachbereich Wirtschaftswissenschaften und Management der Universität Ferrara (Dipartimento di
Economia e Management - Università degli Studi di Ferrara)

Chiesa di Santa Maria della Pietà o Chiesa dei Teatini
Die Kirche der Theatiner (Teatini), auch bekannt als Santa Maria della
Pietà, ist eine römisch-katholische Kirche und ein Kloster im
Barockstil am Corso della Giovecca im Zentrum von Ferrara in der Region
Emilia-Romagna, Italien.

Die Theatiner (auch Regularkleriker genannt) sind ihr offizieller Name;
sie wurden am 14. September 1524 in der Kirche gegründet. Der heilige
Cajetan Thiene gilt als ihr Gründer und Vater; Gian Piero Carafa,
Bonifacio de Colli und Paolo Consiglieri sind ihre Mitbegründer. Carafa
war Thienes wichtigster Mitarbeiter; ihm verdankt der Orden seine
Anerkennung, seine Entstehung, seine anfängliche Entwicklung und den
Beinamen „Theatiner“.
Carafa, Bischof von Chieti und somit ein Theatiner, später Kardinal und
Papst (Paul IV.), ein Prälat von herausragendem Ansehen und anerkannter
kirchlicher Heiligkeit, gab den Jüngern des heiligen Cajetan auch den
Beinamen weiter, den sie ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts
annahmen, da sie sich mit der carafischen Bedeutung des Namens
identifizieren wollten: „fähige und heilige Geistliche“.
Die Theatiner-Regularien sind der erste Orden der katholischen
Reformation. Mit der Heiligkeit ihres kirchlichen Lebens und dem Eifer
ihres heiligen Dienstes tragen sie zur Erneuerung der Kirche bei. Alle
kirchlichen Dienste im Dienst des Volkes Gottes gehören zur Sendung der
Theatiner, Ausdruck und Verwirklichung ihres Charismas als
„Ordenspriester“ nach dem Vorbild von Thiene und Carafa. Über sie wurde
geschrieben: „… alle frommen Werke … gehen durch ihre Hände, sie sorgen
für alle und dürsten nach dem Heil der Seelen.“ Getreu dem
evangelischen Auftrag: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach
seiner Gerechtigkeit“, haben sie von der Gründung des Instituts bis
heute – fast fünf Jahrhunderte lang – der Kirche in allen Bereichen, in
denen das Reich Gottes aufgebaut und das Heil vollbracht wird,
spezialisierte Dienste geleistet.

Bummelzug am Castello Estense

Chiesa del Gesù - Jesuitenkirche
ARCHITEKT ALBERTO SCHIATTI ODER GIOVANNI TRISTAN
KÜNSTLER: BASTAROLO, G. CRESPI, GHEDINI, PAROLINI
MAZZONI: TRAUER UM DEN TOTEN CHRISTI
MAUSOLEUM DER BARBARA VON ÖSTERREICH, 16. Jahrhundert

Die Chiesa del Gesù ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in der
oberitalienischen Stadt Ferrara in der Emilia-Romagna. Sie befindet
sich in der Via Borgo dei Leoni 56. Sie wurde 1570 nach einem Entwurf
von Alberto Schiatti oder Giovanni Tristano für die Jesuiten gebaut.

Hinter dem barocken Hochaltar aus Marmor befindet sich das Grabdenkmal
der 1572 verstorbenen Herzogin Barbara von Österreich, Ehefrau von
Alfonso II. d’Este. Das Werk wurde zwanzig Jahre nach ihrem Tod
fertiggestellt und wird Francesco Casella nach einem Entwurf des
Hofantiquars und Humanisten Pirro Ligorio zugeschrieben. In der Kirche
befinden sich auch Arbeiten des Barockmalers Giacomo Parolini.

Links vom Eingang steht die Skulpturengruppe aus polychromer Terrakotta
aus dem 15. Jahrhundert von Guido Mazzoni, welche die Klage über den
toten Christus darstellt und sich ursprünglich in der Kirche Santa
Maria della Rosa befand (durch Bombenangriffe während des Zweiten
Weltkriegs beschädigt und dann in den fünfziger Jahren abgerissen). Das
Werk von Mazzoni, das im Ferrara-Dialekt auch unter dem Namen Pianzun
d’la Rosa bekannt ist, wurde nach der Ferraraer Renaissance-Ausstellung
1933 an seinen heutigen Standort verlegt, der als prestigeträchtiger
angesehen wurde.

Monumento a Ludovico Ariosto
am Piazza Ariostea
Das Denkmal für Ludovico Ariosto in Ferrara, im Zentrum der Piazza
Ariostea gelegen, wurde 1833 zum Gedenken an Ludovico Ariosto
errichtet. Die Statue des Dichters ruht auf einer Säule aus der
Renaissance, die im Laufe der Jahrhunderte auch andere Kunstwerke
beherbergte.
Ludovico Ariosto (deutsch Ariost; 1474 - 1533) war ein italienischer
Humanist, Militär, Höfling und Autor. Sein Hauptwerk, das Versepos
Orlando furioso („Der rasende Roland“), gilt als einer der wichtigsten
Texte der italienischen Literatur und wurde in ganz Europa rezipiert.

Der Palazzo dei Diamanti
(deutsch: Palast der Diamanten) ist ein Museumsgebäude in der
Provinzhauptstadt Ferrara in der Region Emilia-Romagna in Oberitalien,
das eine wichtige, vorwiegend aus Werken ferraresischer Maler
bestehende Gemäldegalerie beherbergt. Das von Biagio Rossetti
entworfene Gebäude verdankt seinen Namen der architektonisch
eigenwilligen Gestaltung seiner Marmor-Fassade, die auf Anordnung des
Bauherrn Ercole I. aus 12.600 Marmorblöcken zusammengesetzt wurde,
deren Stirnseiten nicht flach sind, sondern pyramidenförmig und die
deshalb an geschliffene Diamanten erinnern. Ein geschliffener Diamant
war das Wahrzeichen Ercoles I., das er auch in seinem Wappen
verwendete. Der Frührenaissancebau wurde 1492 begonnen und 1567 mit dem
Kreuzgesims vollendet.

Parrocchia San Benedetto Abate
TEMPIO DI S. BENEDETTO (TEMPEL DES HL. BENEDIKT)
ENTWURF VON BIAGIO ROSSETTI, GRUNDLAGE 3. JULI 1496
GEWEIHT 23. MÄRZ 1563, ZERSTÖRT 1944
WIEDERAUFBAU UND GEWEIHT 21. MÄRZ 1954
KÜNSTLER: LUDOVICO SETTEVECCHIE, 16. JAHRHUNDERT (KUPPEL- UND
DECKENMALEREI)
GIOVANNI ANTONIO DA CHIAVENNA (SÄULENVERZIERUNG)
GLOCKENTURM, 1621–46
ARCHITEKT: GIOVANIO BATTISTA ALEOTTI

Die Kirche wurde zwischen 1496 und 1553 von den Benediktinern erbaut,
die Pomposa aufgrund der Malaria verlassen hatten. Sie wurde 1563
geweiht. Der Glockenturm wurde später, im Jahr 1621, errichtet. Während
der Cisalpinen Republik diente das Gebäude als Kaserne und Stallungen
und wurde 1812 nach einer Restaurierung, die durch den Verkauf der
aufgehobenen Kirchen San Romano, San Pietro und Ognissanti finanziert
wurde, wieder für Gottesdienste geöffnet. Das später erbaute Kloster
wurde den Salesianern anvertraut, die dort 1912 ein dem Heiligen Karl
geweihtes Kolleg gründeten.
1944 wurde die Kirche durch britische Bombenangriffe (28. Januar und 5.
Juni) schwer beschädigt. Sie wurde unter Berücksichtigung des
Originalentwurfs vollständig wiederaufgebaut und am 20. Mai 1954 von
Bischof Ruggero Bovelli, dem Bischof von Ferrara, geweiht. Am folgenden
Tag wurde die Kirche mit einer feierlichen Messe, zelebriert von
Kardinal Alfredo Ildefonso Schuster und in Anwesenheit des
Staatssekretärs für öffentliche Arbeiten, Emilio Colombo,
wiedereröffnet.

Hochaltar und Bronzekruzifix - Geweiht am 19. März 1954.
Nach der Zerstörung im Krieg 1944 enthält der Heilige Stein die
Reliquien von: Hl. Johannes Bosco, Hl. Benedikt, Hl. Georg, Hl.
Johannes Savio und Hl. Maria Goretti. Großes Kruzifix, eine Kopie eines
Werkes von Tacca aus dem 17. Jahrhundert, hergestellt 1954 von der
Firma Tesconi aus Pietrasanta.

Gebet zu Maria, Hilfe der Christen, von Johannes Bosco
O Maria, Hilfe der Christen, gesegnete Mutter des Erlösers, deine Hilfe
für die Christen ist unermesslich.
Durch dich wurden die Irrlehren besiegt und die Kirche ging aus jeder
Bedrohung siegreich hervor.
Durch dich wurden Familien und Einzelne befreit und sogar vor
schwerstem Unglück bewahrt.
Gib, o Maria, dass mein Vertrauen in dich stets lebendig sei, damit
auch ich in jeder Not erfahren darf,
dass du wahrlich die Hilfe der Armen, der Schutz der Verfolgten, die
Heilung der Kranken, der Trost der Betrübten, die Zuflucht der Sünder
und die Beharrlichkeit der Gerechten bist. Amen.

Altar des Hl. Josef, erschaffen 1975
Entwurf: Architekt Enrico Alessandri, Skulptur eines unbekannten
Künstlers
Fenster links: Hl. Johanna von Orléans; Fenster rechts: Hl. Klara

Altar des Heiligen Antonius von Padua
Geweiht am 12. Juni 1959, gestiftet von Familie Rizzo. Entwurf:
Architekt Enrico Alessandri
Errichtet von der Firma Pasini aus Portomaggiore
Fenster links: Hl. Agnes; Fenster rechts: Hl. Cäcilia
Altarbild mit hölzernem Basrelief der Heiligenfigur, gefertigt von der
Firma Augusto Runggaldier aus St. Ulrich.
Geweiht am 12. Juni 1959, gestiftet von Familie Rizzo.
Entwurf: Architekt Enrico Alessandri; Errichtet von der Firma Pasini
aus Portomaggiore

Taufbecken
Bronzestatuette des Heiligen Johannes des Täufers, von einem
unbekannten Künstler. Hergestellt 1955.

Altar des Hl. Johannes Bosco
Entworfen vom Architekten Enrico Alessandri. Hergestellt von der Firma
Pasini in Portomaggiore.
Geweiht am 17. November 1960.
Fenster links: Schöpfungsgeschichte Tage 1–3; Fenster rechts:
Schöpfungsgeschichte Tage 4–7
Das Altarbild wurde 1960 von P. G. Crida aus Biella auf Leinwand
gemalt. Es zeigt den „Hl. Johannes Bosco mit Kindern, betend vor der
Madonna“. Signiert und datiert „P. G. Crida 1960“. Paolo Giovanni
Crida, geboren 1886 in Graglia und gestorben 1967 in Turin, war Student
an der Accademia Albertina und eng mit der salesianisch-piemontesischen
Kirche verbunden. Er schuf mehrere Gemälde in der Kirche Santa Maria
Ausiliatrice in Turin, von denen er eines in Ferrara auf dieser
Leinwand reproduzierte.

In den Jahren 1999/2000 wurde das neue Salesianer-Oratorium errichtet
und der Glockenturm vollständig restauriert. 2001 wurde eine Orgel aus
der Herz-Jesu-Kirche in Bologna installiert. Am 15. Juni 2007 brach in
der zentralen Apsis der Kirche ein Großbrand aus, vermutlich durch
Brandstiftung verursacht, der das Kircheninnere schwer beschädigte.
Betroffen waren die Tragkonstruktion, die technischen Anlagen, die
Orgel und die Kunstwerke. Ein Großteil der Kirchenausstattung ging
verloren.

Centro Storico Ferrara ist das historische Zentrum von Ferrara
Vom Piazza Trento e Trieste blickt man auf Torre dei Ribelli, Torre
dell'Orologio, Torre della Vittoria vom Palazzo Ducale und Loggia dei
Merciai

BASILICA DI S. FRANCESCO
ENTWORFEN VON BIAGIO ROSSETTI – ERÖFFNET IM JAHR 1508
KÜNSTLER: BONONI, BONFANTI, GAROFALO, GHEDINI, MONA SCARSELLINO, COZZA,
NASELLI, DOMENICHINI PAROLINI, A. BOLDINI
MAUSOLEUM VON GHIRON FRANCESCO VILLA (17. JAHRHUNDERT) SARKOPHAG AUS
RAVENNA (5. JAHRHUNDERT)

Basilica di San Francesco Apsis: WALNUSSHOLZCHOR, Werk der Meister
Lamberto und Nicolò di Fiandra (1570–80).
Die Apsis wird vom Triptychon von Domenico Mona aus Ferrara
(1550–1602), einem Schüler Bastarolos, dominiert.
Links: Kreuzabnahme (1580). Mitte: Himmelfahrt (1583). Rechts:
Auferstehung (1580).
Die fünf Tafeln am unteren Rand des Triptychons mit den Heiligen
Augustinus, Antonius, Franziskus, Bonaventura und Ludwig von Anjou
stammen von Nicolò Roselli (1568–69).

San Francesco ist eine
spätrenaissancezeitliche, römisch-katholische Basilica minor in der Via
Terranuova in Ferrara, Emilia-Romagna, Italien. An dieser Stelle wurde
bereits 1232 eine kleine Franziskanerkirche mit Kloster errichtet; bald
darauf begann man jedoch mit dem Bau einer größeren Kirche. Der
heutige, gotische Grundriss, der zwischen 1341 und 1344 entstand, wird
den Meistern Armanno, Taddeo und Falconetto da Fontana zugeschrieben.
In den folgenden Jahrhunderten wurden Kapellen hinzugefügt. Während des
von Ercole I. d’Este geförderten Erkulischen Anbaus wurde die Kirche
vom Architekten Biagio Rossetti im Renaissancestil umgebaut. 1570
zerstörte ein Erdbeben das Dach und einen Teil der Fassade, was den
heutigen Wiederaufbau erforderlich machte. 1957 erhob Papst Pius XII.
die Kirche zur Basilica minor. Das Erdbeben von 2012 führte zur
Schließung der Basilika.
Im 20. Jahrhundert wurde ein Großteil der Kunstwerke in die Pinakothek
von Ferrara verbracht und durch Kopien ersetzt. Zu den erhaltenen
Werken gehört das Fresko der Gefangennahme Christi (1524) von Garofalo
in der ersten Kapelle links. Die Kirche beherbergt noch immer das
barocke Kenotaph des Marchese Ghiron Francesco Villa, eines Condottiere
aus Ferrara, der 1668 die venezianischen Truppen bei der unglückseligen
Verteidigung Candias gegen die Osmanen anführte. Das Denkmal umfasst
eine Statue des Marchese von Emanuel Tesauro und Basreliefs, die seine
Taten als Feldherr darstellen.

Auf dem Altar: Statue der Unbefleckten Empfängnis von Angelo Piò,
entstanden 1767.
Rechts: Madonna mit Kind und die Heiligen Karl Borromäus, Antonio,
Bernhardin und Maurelien von Francesco Parolini aus Ferrara (1789).
Links: Madonna mit Kind und die Heilige Katharina Vigri von Giovanni
Battista Cozza (1676–1742).

Unsere Liebe Frau von der Gnade (13. Jahrhundert), Altes byzantinisches
Bildnis.
Auf dem Altar befindet sich ein wertvoller, mit Halbedelsteinen
eingelegter Tabernakel, der 1636 von Kardinal Bonifacio Bevilacqua aus
Rom gesandt wurde.
Links: Leinwandbild mit dem seligen Antonio Conini vom Maler Giuseppe
Alemanni aus Ferrara (18. Jahrhundert).
Rechts: Leinwandbild mit dem heiligen Hieronymus von einem anonymen
Künstler des 18. Jahrhunderts.

Im linken Querschiff befindet sich die moderne, große Orgel, erbaut von
den Bolognesern Quintino und Cesare Rasori. Sie stand ursprünglich in
den Jahren 1860/61 über dem alten Chor.

Basilika Santa Maria in Vado - Heiligtum des Wunders vom Blut Jesu am
28. März 1171
Gegründet vor dem 10. Jahrhundert; Renoviert von Biagio Rossetti
(1495); Restauriert 1829–1835
Künstler: Bastianino, Bononi, Cromer, Ferreri, Filippi, Ghedini, Mona,
Panetti Roy

Santa Maria in Vado ist eine Kirche in der Via Borgovado 3 in Ferrara,
Region Emilia-Romagna, Italien. Die Kirche verdankt ihren Namen einer
nahegelegenen Furt (im Dialekt „vado“). An diesem Ort wurde bereits im
10. Jahrhundert eine Kirche erwähnt. Ostern 1171 ereignete sich jedoch
ein eucharistisches Wunder: Während der Wandlung spritzte Blut aus der
Hostie. Dies machte die Kirche zu einem Wallfahrtsort. Dieses Wunder,
das die Transsubstantiation zu bestätigen scheint, ähnelt den späteren
Ereignissen in Raffaels Gemälde „Die Messe von Bolsena“. Der
Wiederaufbau begann 1495 unter der Schirmherrschaft von Ercole de’
Roberti nach Entwürfen von Biagio Rossetti. Die Kirche beherbergt
Gemälde von Carlo Bononi, Camillo Filippi, Prospero Fontana, Giuseppe
Antonio Ghedini und Domenico Mona.

Die heutige Basilika wurde ab 1494 im Auftrag von Herzog Ercole I.
d’Este erbaut. Das Projekt wurde dem Hofarchitekten Biagio Rossetti,
dem bedeutenden Stadtplaner Ferraras, anvertraut, der vom Baumeister
Bartolomeo Tristano unterstützt wurde. Beide nutzten Zeichnungen von
Ercole de’ Roberti. Das Kircheninnere ist reich an Gemälden der
wichtigsten Künstler Ferraras aus dem 16. und 17. Jahrhundert.
Die „Verkündigung“ im großen zentralen Altarbild stammt von Camillo
Filippi, während die „Taufe Christi“ in der Taufkapelle von Sebastiano
Filippi, genannt Bastianino, um 1575 gemalt wurde. In der Sakristei
befinden sich unter anderem Werke von Bononi und Scarsellino, und das
Gewölbe der Apsis ziert die „Allegorie der aufgehenden Kirche“ von
Gabriele Bonaccioli, genannt Gabrielletto.

Orgel der Santa Maria in Vado

Alessandro Balbi - Heiligtum ca. 1594
Seit jenem fernen Jahr 1171 pilgern unzählige Gläubige aus aller Welt
zur Kapelle des Wunders – vom einfachen Gläubigen bis hin zu illustren
Persönlichkeiten wie Papst Clemens VIII. (1598), dem seligen Pius IX.
(1857) und dem heiligen Johannes Paul II. (22. September 1990).
Letzterer verweilte hier im Gebet, fast so, als schöpfte er aus dem
Blut Christi jenen lebendigen Glauben, den er später in seinen
Ansprachen an die Bürger zum Ausdruck brachte.

Kuppel der Vierung der Santa Maria in Vado

Das eucharistische Wunder ereignete sich in der alten Kirche Santa
Maria Anteriore, später in vado (Furt) genannt: Es war der 28. März
1171, Ostersonntag. Während der Feier der feierlichen Messe, die Prior
Pietro da Verona vor der gesamten versammelten Gemeinde zelebrierte,
spritzten Blutstropfen aus der konsekrierten Hostie und erreichten das
kleine Gewölbe über dem Altar. Es war eine Zeit großer religiöser
Auseinandersetzungen, und das Ereignis wurde als eindeutige Widerlegung
der Häresie der Katharer und Patariner begrüßt, die die Realpräsenz
Christi in Brot und Wein der Eucharistie leugneten. Unter den
historischen Dokumenten, die sich auf das Wunder beziehen, ist der
Bericht des walisischen Reisenden Giraldo Cambrensis in der „Gemma
ecclesiastica“ (1197) erwähnenswert.
Gewölbe und Kapelle des eucharistischen Wunders

DIE GESCHICHTE DES WUNDERS
Am Ostersonntag, dem 28. März 1171, verwandelte sich in der Kirche
Santa Maria in Vado während der feierlichen Eucharistiefeier unter dem
Vorsitz von Prior Pietro da Verona und assistiert von Pater Bono, Pater
Leonardo und Pater Aimone, beim Brechen des Brotes die konsekrierte
Hostie in Fleisch, und ein starker Blutstrom ergoss sich und färbte das
kleine, niedrige Gewölbe über dem Altar. Als die Nachricht sich rasch
in der ganzen Stadt verbreitete, eilten der damalige Erzbischof Amato
und sein Amtskollege in Ravenna, Gherardo, zum Ort des Geschehens. Nach
Befragung der Augenzeugen erklärten sie, es handele sich um das wahre
und wundersame Blut unseres Herrn.
Das angebliche Wunder wird auch in anderen Quellen erwähnt: 1197
verfasste Giraldo Cambrensis die Gemma Ecclesiastica, in der er das
Ereignis beschrieb. Papst Eugen IV. schrieb in einer päpstlichen Bulle
vom 30. März 1442, dass die Kirche Santa Maria in Vado „geehrt werden
müsse, weil dort Leib und Blut Christi während der Messe sichtbar
erschienen seien“. Papst Benedikt XIV. erinnerte in „De servorum Dei
bea-tificatione et beatorum canonizatione“ an diese Begebenheit. Zu den
illustren Pilgern zählten die Päpste Alexander III. (1177), Urban III.
(1187), Eugen IV. (1438), Clemens VIII. (1598), Pius IX. (1857) und
Johannes Paul II. am 20. September 1990.

Im rechten Seitenschiff ist die „Byzantinische Madonna“, auch bekannt
als „Madonna von Konstantinopel“, von besonderem Interesse. Diese
„Mutter Gottes der Passion“ wird dem Ikonenmaler Andrea Rizo (15.
Jahrhundert) zugeschrieben und erinnert an den ursprünglichen Standort
des Sakralgewölbes in der kleinen, bereits der Verkündigung geweihten
Kirche, die im 7. Jahrhundert um ein verehrtes Marienbildnis nahe einer
Furt des Po (Ferrauolo) erbaut wurde.

Die Decke des Mittelschiffs ziert eine wertvolle „Darstellung Mariens
im Tempel“ von Giulio Cromer sowie Gemälde von Carlo Bononi, darunter
das Tondo mit der „Krönung Mariens“ im Zentrum des Querschiffs und die
Oktagone, die die Ereignisse des eucharistischen Wunders im Querschiff
darstellen. Bononi malte außerdem „Die Erhöhung des Namens Gottes“, ein
Ölgemälde auf Gips in der Apsis, und mehrere Gemälde im Presbyterium,
ebenso wie Werke von Domenico Mona.

PALAZZO DUCALE ESTENSE (JETZT RATHAUS), 13.–20. Jahrhundert
MONUMENTALES TREPPENHAUS, ERBAUT 1481

Castello Estense - Imposantes Wasserschloss aus dem 14. Jh. mit
Kapelle, Gefängnis, Museum und prachtvollen Privatgemächern.

Corso Martiri della Libertà Palazzo Ducale und Torre dell'Orologio

Torre dell'Orologio am Piazza Trento - Trieste

Kirche
San Romano, das Kathedralmuseum Ferrara (Museo
della Cattedrale) am Piazza Trento e Trieste

Piazza Trento e Trieste mit Torre della Vittoria am Palazzo Ducale und
Loggia dei Merciai an der Kathedrale von Ferrara (Duomo di San Giorgio)

Castello Estense

Der Uhrenturm Torre dell'Orologio an der Piazza Trento-Trieste. Sein
jetziges Aussehen geht auf einer Restauration im Jahre 1603 zurück. Es
war ein Auftragswerk des Architekten Gian Battista Aleotti. 1864
erhielt der Turm eine Uhr mit Leuchtzifferblatt.

Die Kathedrale von Ferrara (Duomo di San Giorgio) aus dem 12. Jh. mit
verzierter, 3-stöckiger Marmorfassade, barockem Interieur sowie Museum
(gegenüber), ist zugleich der Bischofssitz und ein monumentales Gebäude
in der Altstadt. Die Fassade zeigt Elemente der Renaissance und des
Barock auf. Ansonsten ist das Gebäude, bis auf den Campanile, eher
schlicht. Im Kirchenraum finden sich viele Kunstwerke aus allen
Epochen. Der Zugang ist barrierefrei und kostenlos. Leider war sowohl
der Turm, als auch die Vorderseite am Besuchstag verhüllt.

Die 1135 erbaute und gegen Ende des 13. Jahrhunderts mit Marmor
verzierte Kathedrale ist eine perfekte Mischung aus romanischer und
gotischer Architektur. Die Fassade begann im unteren Bereich im
romanischen Stil mit ihren Rundbögen und wurde im oberen Bereich
gotisch vollendet. Vor dem Hauptportal befindet sich eine Vorhalle aus
dem 12. Jahrhundert mit Basreliefs, die den „Heiligen Georg im Kampf
mit dem Drachen“ und Szenen aus dem Neuen Testament darstellen und von
Nikolaus stammen. Die Seite der Kathedrale zum Piazza Trento Trieste
wird von zwei Loggien mit Skulpturensäulen und der Loggia dei Merciai,
einem seit dem Mittelalter von Geschäften genutzten Portikus, geziert.
Von dort gelangt man zum Renaissance-Glockenturm aus weißem und
rosafarbenem Marmor, der Leon Battista Alberti zugeschrieben wird.
Die nahegelegene Apsis, erbaut von Biagio Rossetti, ist mit dem
bemerkenswerten Fresko des „Jüngsten Gerichts“ geschmückt, einem
Meisterwerk aus Bastianinos Spätwerk. Das Innere wurde im 18.
Jahrhundert vollständig umgestaltet. Die nahegelegene Kirche San Romano
beherbergt das sehenswerte Dommuseum mit seinen historischen Sammlungen.

Die Kathedrale liegt im Stadtzentrum in unmittelbarer Nähe des Palazzo
Comunale, also des Rathauses. Auch das berühmte Castello Estense ist
nicht weit entfernt. Die Kathedrale ist durch eine überdachte Passage
mit dem Palast des Erzbischofs verbunden. Die romanisch-gotische
Kathedrale wurde als Bestandteil des historischen Stadtkerns von
Ferrara von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt.



Das barocke Innere ist dreischiffig mit einem dreiteiligen Querschiff.
Der 1728 geweihte Hauptaltar steht im Zentrum. Er ist ein Werk von
Celio Tirini, einem venezianischen Bildhauer, der in Ravenna lebte. Er
verwendete dafür Marmor von Gebäuden in Ravenna, vorwiegend aus den
Ruinen des Palastes von König Theoderich. Links vom Altar befindet sich
das Grab von Papst Urban III. (gestorben 1187 in Ferrara), rechts die
Büste von Papst Clemens XI.


Die letzte Kapelle des linken Seitenschiffs ist die
Baptisteriumskapelle. Sie ist im neugotischen Stil erbaut und stammt
aus dem späten 19. Jahrhundert. Im Inneren befindet sich das
Taufbecken, das aus einem einzigen Marmorblock mit acht Seiten
gefertigt und kürzlich Nikolaus zugeschrieben wurde.
KAPELLE DES HEILIGEN SAKRAMENTS

In den Seitenkapellen befinden sich außerdem die „Thronende Madonna mit
Heiligen“ von Garofalo, die „Krönung Mariens mit Heiligen“ von
Francesco Francia und die „Madonna in Glorie mit den Heiligen Barbara
und Katharina“ von Bastianino (16. Jahrhundert). Letzterer malte
zwischen 1577 und 1581 auch das Fresko des Jüngsten Gerichts in der
Apsis über dem Chor, inspiriert von Michelangelos Fresko in der
Sixtinischen Kapelle.

Die Kathedrale wurde im romanischen Stil begonnen, aber im Lauf der
Zeit kamen Formen der Gotik und schließlich der Renaissance hinzu. Wie
für die italienische Architektur nicht unüblich, verschwand die
Verwendung von Rundbögen in der gotischen Epoche nicht ganz. An der von
sichtbarem Backstein geprägten Südfassade gibt es eine wohl
frühgotische Galerie aus Rundbögen mit gotisch spitzen Überfangbögen
und darüber unter der Traufe eine Zwerggalerie aus Werkstein mit
filigran gestalteten Säulen und Bögen mit runder Innenkontur und
Kielbögen als Außenkontur.

Der 1728 geweihte Hauptaltar ist ein Werk von Celio Tirini, einem
venezianischen Bildhauer, der in Ravenna lebte.

Westfront Cattedrale di San Giorgio

Die Colonna di Borso d’Este ist ein würdevolles und symbolträchtiges
Monument, das Ferraras Aufstieg zu Macht und Ansehen während der
Renaissance widerspiegelt. Die Säule, die prominent im historischen
Zentrum steht, wird von einer Statue von Borso d’Este gekrönt, der
ruhig auf die Stadt blickt, zu deren Umgestaltung er maßgeblich
beigetragen hat.
Borso d’Este (1413–1471) war einer der einflussreichsten Herrscher
Ferraras und eine zentrale Figur im goldenen Zeitalter der Stadt. 1471
wurde er Herzog von Ferrara und erhob die Stadt damit erstmals in den
Rang eines Herzogtums – eine enorme politische Leistung, die den Status
der Stadt unter den italienischen Staaten deutlich erhöhte. Bereits
seit 1452 war er Herzog von Modena und Reggio, ein Titel, der ihm vom
Kaiser Friedrich III. verliehen worden war.
Die Statue von Herzog Borso d’Este befindet sich auf dem Volto del
Cavallo, einem Säulengang des Rathauses. Das heutige Werk, geschaffen
von Giacomo Zilocchi im Jahr 1927, ist eine Kopie einer Originalstatue
aus dem Jahr 1451, die während der französischen Besatzung im Jahr 1796
zerstört wurde.

Piazza del Municipio mit Comune di Ferrara - Palazzo Municipale

Castello Estense

Castello Estense

Das Schloss Estense in Ferrara ist eines der wenigen Schlösser in
Europa, das vollständig von Wasser umgeben ist. Dieses Wasser wird vom
Fluss Po über ein System künstlicher unterirdischer Leitungen in den
Burggraben geleitet. Die Fauna besteht hauptsächlich aus
pflanzenfressenden Karpfen.

Botanischer Garten der Universität Ferrara (Orto Botanico
dell'Università di Ferrara)

Musaceae und Strelitziaceae
Die Musaceae sind krautige, einkeimblättrige Pflanzen, die mitunter
sehr groß werden und essbare Früchte (Bananen) tragen. Die
Strelitziaceae ähneln den Musaceae, ihre Früchte sind jedoch trocken
und nicht essbar. Strelitzia reginae (Paradiesvogelblume) ist die
bekannteste Art und wird aufgrund ihrer wunderschönen Blüten häufig
kultiviert.

DER BOTANISCHE GARTEN
1771 erhielt die Universität Ferrara die Genehmigung, einen Botanischen
Garten anzulegen, der bereits existierte, damals aber als „Orto dei
Semplici“ bekannt war. Ursprünglich neben dem alten Palazzo Paradiso,
dem damaligen Sitz der Universität, gelegen, zog der Garten im Laufe
der Jahrhunderte mehrmals um, bis er 1963 an seinen heutigen Standort,
den Palazzo Turchi-Di Bagno aus dem 16. Jahrhundert, verlegt wurde.

Der Botanische Garten hat eine annähernd rechteckige Form mit
unregelmäßig geformten Blumenbeeten, die sich über eine Fläche von
4.500 Quadratmetern erstrecken. Ein gewundener Pfad durch von Bäumen
gesäumte Rasenflächen und Blumenbeete, die von niedrigen immergrünen
Hecken begrenzt werden, ermöglicht es den Besuchern, alle
Ausstellungsstücke zu betrachten. Rund 700 Arten werden präsentiert,
unterteilt in drei Bereiche: Systematik, Nutzpflanzen, Gärten und
Umwelt.

Die Gewächshäuser gliedern sich in einen großen, unbeheizten zentralen
Raum (Kaltgewächshaus) und zwei seitliche (gemäßigtes und warmes
Gewächshaus). Ein kleineres Gewächshaus ist Sukkulenten gewidmet. Die
Gewächshauspflanzen, rund tausend Arten, hauptsächlich aus tropischen
und subtropischen Regionen, bilden hochinteressante Sammlungen. In den
Sommermonaten werden viele dieser Pflanzen in spezielle Außengehege
verlegt, die einen vierten Ausstellungsbereich bilden: Exotische
Pflanzen.

Sukkulentengewächshaus
Dieses Gewächshaus beherbergt Sukkulenten, die eine Mindesttemperatur
von 5–6 °C und mäßige Bewässerung benötigen. Von Oktober bis Mai ist
das Gewächshaus für die Öffentlichkeit geschlossen. Von Juni bis
September kann es (sofern nicht anders angegeben) frei besichtigt
werden.

Botanischer Garten: Seerosenteich

Botanischer Garten der Universität Ferrara (Orto Botanico
dell'Università di Ferrara)

Der Massari-Park (Parco Massari)
entstand auf Geheiß des Marquis Camillo Bevilacqua Cantelli, der 1780
den Architekten und Maler Luigi Bertelli aus Ferrara mit dem Entwurf
eines vier Hektar großen Gartens und eines eleganten Gebäudes am Corso
Ercole I d'Este, dem sogenannten Kaffeehaus, beauftragte.
Der 1787 fertiggestellte Park ist in Archivdokumenten für seine
zahlreichen Skulpturen und die Vielfalt an Zitrusbäumen, Zierpflanzen
und Blumen bekannt, die die Wege und Grünflächen schmückten. Mitte des
19. Jahrhunderts erwarben die Grafen Massari den Palast und wandelten
die gesamte Anlage in einen Park im englischen Stil um, dessen
Erscheinungsbild er bis heute bewahrt hat. 1936 verkauften die Grafen
den Park an die Stadt Ferrara, die diese weitläufige, malerische
Grünanlage noch immer besitzt.
Am Eingang des Parks mit Blick auf den Corso Porta Mare befindet sich
ein großer Brunnen mit einem schlichten, runden Becken. In dessen Mitte
steht ein flacher, kelchförmiger Aufsatz, aus dem ein Wasserstrahl
sprudelt. Er ist auf Karten aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
verzeichnet, wurde aber vermutlich im 20. Jahrhundert größtenteils
erneuert.
Der Brunnen ist zwar funktionsfähig, befindet sich aber in einem
bedenklichen Zustand. Besonders auffällig ist der Ausfall des
Hauptwasserstrahls aufgrund eines seitlichen Lecks in der Zuleitung
unterhalb des Zierkelchs am Brunnenfuß. Aus diesem Leck tritt ein
unregelmäßiger, horizontaler Strahl aus, der den Hauptstrahl stark
beeinträchtigt. Zudem sickert Wasser aus dem Abfluss am Beckenboden in
den Boden. Die Steinoberflächen des Brunnenfußes und des oberen Kelchs
weisen aufgrund der Einwirkung von Feuchtigkeit, Wasser und
Luftverschmutzung starke biologische und chemische Schäden auf. Damit
der Brunnen ordnungsgemäß funktioniert, ist eine allgemeine
Restaurierung des Beckens und der zentralen Schale erforderlich, sowie
eine Umnutzung mit dem Einbau eines Wasserfilter- und
-aufbereitungssystems.

Giacomo Zilocchi, Büste von Giuseppe Verdi

DANTE ALIGHIERI, 1265-1321
In dieser Fata Morgana befindet sich ein Engelstempel, der nur von
Liebe und Licht begrenzt wird…
Paradies XXVIII, Verse 53–54
AUF DER HÖCHSTEN POESIE IM JUBILÄUMSJAHR 2000, 700 JAHRE NACH DER
GÖTTLICHEN KOMÖDIE, DEM „DANTE ALIGHIERI VON FERRARA“

Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun: