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Das Tramway Museum Graz befindet sich in der ehemaligen Remise der Kleinbahn Graz-Mariatrost an der Endstation Mariatrost der Straßenbahnlinie 1 der Graz Linien. Es beherbergt ehemalige Straßenbahnwagen aus Graz und Wien. Das Museum besitzt über 30 Triebwagen, Beiwagen und Arbeitswagen. Ziel des ehrenamtlichen Vereines ist es, Straßenbahngeschichte an zukünftige Generationen weiterzugeben.
Triebwagen 117 (Graz)
Länge = 9,75m, Breite = 2,00m, Achsstand = 2,40m, Leergewicht = 10.500kg Sitzplätze = 18, Stehplätze = 36
1909 für die GTG von der Grazer Waggon- und Maschinenfabriks AG gebaut.
Fuhr bis 1951 unter der Nummer 87, anschließend erhielt er die
Bezeichnung 117. 1918 bekam er ein neues Laufgestell, 1939 einen
Scherenstromabnehmer und 1952 einen neuen Wagenkasten. War bis 1963
eingesetzt (Laut einer Verfügung des Bundesministeriums f. Verkehr u.
Elektrizitätswirtschaft vom 31. Oktober 1963 mußten sämtliche
Betriebsmittel, welche vor dem Ersten Weltkrieg beschafft worden waren,
außer Dienst gesetzt wer-den). 1967 wurde er an eine Destillerie- und
Getränkefirma verkauft, die ihn auf der Grazer Messe als Schnapsbude
verwendete. 1970 kaufte ihn BR Dipl. Ing. Erwin FRANZ von diesem
Unternehmen und beauftragte die Grazer Verkehrsbetriebe mit der
Restaurierung. Am 16.Jänner 1971 führte er den Festzug der feierlichen
Einstellung der Linie 2 (Ringlinie) an.
Triebwagen 117 - Pionier des Museums
Triebwagen 117 wurde 1909 von der Grazer Waggonfabrik für die Grazer
Tramway erbaut und als Triebwagen 87 in den aktiven Wagenstand
aufgenommen. Im Zuge einer Sanierung erhielt das Fahrzeug 1951 ein
neues Laufgestell und einen neuen Wagenkasten und wurde gleichzeitig in
117 umnummeriert. Mit dieser Nummer verkehrte er bis 1963 im
Fahrgastbetrieb und darüber hinaus bis 1967 als Arbeitswagen. Nach der
Ausmusterung gelang der Triebwagen in private Hände und fand unter
anderem als Verkaufsstand auf der Grazer Messe Verwendung. 1970 wurde
der Wagen von Dipl.-Ing. Erwin Franz erworben. Daraufhin kam er
sogleich am 16. Jänner 1971 bei der ersten Sonderfahrt des TMG
anlässlich der Einstellung der Linie 2 als führender Zug zum Einsatz.
Der Triebwagen ist aktuell nicht einsatzbereit.
Die Steiermark bietet ein vielfältiges und interessantes Angebot im
Bereich der Eisenbahnnostalgie und des Eisenbahnerlebnisses. Das
Tramway Museum Graz ist einer der vielen Partner im Verband
Bahnerlebnis Steiermark und bietet eine ganz besondere Attraktion: In
der historischen Museumsremise am Fuße der Basilika Mariatrost, der
Endstation der Linie 1, präsentieren sich historische Straßenbahnen aus
verschiedenen Ländern und Epochen in einem einmaligen Ambiente.
Baurat h.c. DI Erwin Franz - sein Großahne Andrea Franz war der Erbauer
der Mariatrosterbahn, der ersten elektrischen Kleinbahn im damaligen
Herzogtum Steiermark gründete 1971 den Verein „Tramway Museum Graz".
Bei der Einstellung der Ringlinie 2 am 16. Jänner 1971 präsentierte das
„Tramway Museum Graz" die Straßenbahnoldtimer der Öffentlichkeit. Seit
der Gründung des Vereins werden historisch wertvolle Straßenbahnwagen
gesammelt, restauriert und in betriebsfähigen Zustand gehalten.
Mit der Umwandlung des Pferdebahnunternehmens Grazer
Tramway-Gesellschaft in eine Kleinbahn wurde die rechtliche Grundlage
geschaffen, die bisher bestehenden Grazer Straßenbahnlinien elektrisch
zu betreiben. Dafür gab es auch einen konkreten Auftrag zur
Modernisierung durch eine Konzession des k.k. Eisenbahnministeriums aus
dem Jahr 1897. Die Adaptierung des Bestandsnetzes schlug sich mit
563.813 Gulden (entsprechen in etwa der heutigen Kaufkraft von €
9.716.364,21) zu Buche, inklusive der Beschaffung von Motorwagen und
der Adaptierung der bestehenden sowie des Baues einer neuen Remise.
Letztere wurde in der Steyrergasse errichtet und ist die heutige Remise
I. Die bestehende Remise am Hauptbahnhof wurde zur Remise II.
Ab Juli 1898 begannen die Bauarbeiten am Oberbau und die Errichtung
erster Oberleitungen entlang der Strecken. Schon zehn Monate später -
Ende April 1899 - wurde das zur Stromerzeugung benötigte Dampfkraftwerk
fertiggestellt. Dadurch konnten am 2. Mai 1899 erste Probefahrten
unternommen werden. Das Tramwaynetz wurde sodann an zwei Tagen im
Folgemonat auf elektrischen Betrieb umgestellt. Am 15. Juni 1899 wurden
die Linien vom Jakominiplatz in Richtung Ostbahnhof und Schillerstraße
elektrisch sowie gleichzeitig die Strecken in der Steyrergasse und über
den Griesplatz eröffnet. Am 24. Juli 1899 folgte die Elektrifizierung
der Ringlinie sowie die Eröffnung der Strecke vom Lendplatz durch die
Keplerstraße zum Hauptbahnhof. Damit endete am 23. Juli 1899 der
Pferdebahnbetrieb auf der Grazer Straßenbahn seit ihrer Eröffnung am 6.
Juni 1878. Er dauerte etwas länger als 21 Jahre an.
Beiwagen 191в - Das älteste Fahrzeug der Sammlung
Beiwagen 191B wurde 1873 für die Wiener Tramway-gesellschaft als
Pferdebahnanhänger mit der Nummer 370 gebaut. Nach der Übernahme der
privaten Wiener Straßenbahngesellschaften durch die Gemeinde Wien 1903
wurde dieses Fahrzeug in Type p2 1202 umbezeichnet und verkehrte fortan
auch hinter elektrischen Triebwägen. Schließlich wurde 1929 dieser
Beiwagen - gemeinsam mit acht anderen Vertretern der Type p2 - von der
Grazer Tramway-Gesellschaft angekauft. Dort wurden die acht für den
Fahrgasteinsatz bestimmten Wagen in 1918-198B umbezeichnet. Nach der
Ausmusterung 1962 wurde Beiwagen 1918 an einen Spielplatz in Eggenberg
abgegeben. 1969 wurde er von Dipl.-Ing. Erwin Franz entdeckt und für
die Sammlung des Tramway Museum Graz gekauft. Der Beiwagen ist aktuell
nicht einsatzbereit.
Beiwagen 191B (Graz)
Länge = 8,62m, Breite = 2,05m, Achsstand 2,90m, Leergewicht = 3.930kg. Sitzplätze 18, Stehplätze = 36
1878 in Graz von der Waggonfabrik Weitzer, Graz für die Wiener
Tramway-Gesellschaft als Pferdebahnwagen mit Nr.370 gebaut. Im Jahre
1899 Umbezeichnung in Nr.1405 der Type s4. 1901 Umbau in Nr. 1352 der
Type p2. Bei der Wr. Städt. Straßenbahn ab 1903 p2 1202. 1929 von der
Grazer Tramway Gesellschaft erworben und mit der Bezeichnung 191B bis
1961 in den Dienst gestellt. 1962 für Kinderspielplatz in
Graz-Eggenberg abgegeben. Nachdem ziemlich starke Zerfallserscheinungen
aufgetreten sind, 1969 von einer Schrottfirma abgeholt und dort von BR
Arch. Dipl. Ing. Erwin FRANZ entdeckt und gekauft. Die Grazer
Verkehrsbetriebe wurden mit der Restaurierung beauftragt. Am 14. Juni
fuhr er wieder als Oldtimer-Attraktion durch Graz.
Triebwagen 137 - Der Mettmanner
Triebwagen 137 wurde 1909 für die Kreis Mettmanner Straßenbahn GmbH von
der Düsseldorfer Eisenbahnbedarfs-AG geliefert. Diese wurde 1937 von
der Rheinischen Straßenbahngesellschaft AG aufgekauft. Nachdem dieser
Triebwagen und zehn andere Vertreter derselben Serie dort obsolet
wurden, kaufte die Grazer Tramway-Gesellschaft 1939 diese um den
Fuhrpark ab 1941 aufzustocken. Alle Mettmanner überstanden den Zweiten
Weltkrieg ohne Schäden. Nach dem Ausscheiden aus dem Fahrgastverkehr
1963 wurde dieser Triebwagen bis 1970 als Arbeitswagen verwendet -
danach wurde er endgültig ausgemustert und von Vereinsgründer
Dipl.-Ing. Erwin Franz für das zu gründende Tramway Museum Graz
gekauft. Der Triebwagen ist aktuell nicht einsatzbereit.
Technische Daten
Baujahr 1908
Ausmusterung 1970
Übernahme TMG 1970
Länge 10,30 m
Breite 2,00 m
Achsstand 2,50 m
Leergewicht 12,50 t
Sitzplätze 20
Stehplätze 45
Gerhard Schweyer wurde im Jahr 1969 von Erwin Franz (1915–2010, Gründer
der Elektrischen Bahn Graz – Maria Trost) beauftragt, historische
Grazer Straßenbahnwagen zurückzuholen. Die ersten Oldtimer im Museum
waren die Beiwagen 191B und 60B. Die beiden Garnituren wurden bei der
Grazer Verkehrsbetriebe (heute: Graz Linien) danach in den
Ursprungszustand versetzt. Im Frühling 1970 waren die beiden Beiwagen
als Sonderfahrt unterwegs.
Da diese Sonderfahrt ein voller Erfolg war, wurde Jahr später, 1971,
wurde der Verein Tramway Museum Graz gegründet. Anfangs wurden
historische Straßenbahnen aus aller Welt nach Graz gebracht,
restauriert und in den Museumsbestand aufgenommen. Aufgrund von
Platzmangel einigte man sich, hauptsächlich Fahrzeuge aus Graz
aufzunehmen. Erhalten ist heute allerdings immer noch je ein Fahrzeug
aus New York und aus Wien. Am 16. Jänner 1971 wurde die Linie 2 der
Grazer Verkehrsbetriebe eingestellt. Im Zuge dessen fanden die
allerersten Sonderfahrten im Namen des Tramway Museum Graz statt.
Im Jahr 1980 zog das Museum in die heutige Halle in Mariatrost ein.
Diese wurde zuletzt von der Elektrischen Bahn Graz benutzt, mit der
Einstellung dieser wurde die Halle vom Schienennetz der Grazer
Straßenbahn abgetrennt. In den Folgejahren wurde viel in die
Aufarbeitung dieser Halle investiert. Zusätzlich wurden zwei Flugdächer
errichtet, worunter ebenfalls Oldtimer abgestellt werden können.
Die Arbeitsgruppe Modellbahn widmet sich der stationären H0-Anlage,
mobilen Anlagen und den Fahrzeugen der Grazer Straßenbahn im
Modellformat. Ihre Tätigkeiten umfassen den Betrieb und die
Weiterentwicklung der bestehenden Anlagen sowie die Planung und den Bau
neuer Anlagen, Modelle und Objekte.
Triebwagen 234 - Erste Triebwagen der Nachkriegszeit
Als erste Neubauwagen nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zwischen 1949
und 1952 je 50 Trieb- und Beiwagen von Simmering-Graz-Pauker im Werk
Graz gebaut. Erstmals verfügten diese Straßenbahnen über
luftdruckgesteuerte Türen sowie Sitze für die Fahrer. Die Triebwägen
kamen solo, mit einem oder zwei Beiwägen im Fahrgastverkehr zum
Einsatz. Selten wurden sie auch als Arbeitswagen verwendet. Nach der
Ausmusterung 1986 kam dieses Fahrzeug 1991 zum Tramway Museum Graz, wo
es in der Zwischenzeit annähernd in einen Ursprungszustand
zurückversetzt wurde. Seither vertritt Triebwagen 234 die ersten
Zweirichtungswagen im Grazer Straßenbahnnetz der Nachkriegszeit. Der
Triebwagen ist aktuell nicht einsatzbereit.
Technische Daten
Baujahr 1949
Ausmusterung 1986
Übernahme TMG 1991
Länge 10,60 m
Breite 2,17 m
Achsstand 3,20 m
Leergewicht 13,6 t
Sitzplätze 16
Stehplätze 45
Schloßbergbahnwagen 2
Die erste Generation der Schloßbergbahn stellte ihren Betrieb am 3.
Oktober 1960 nach knapp 66 Jahren ein. Nach einer umfassenden Sanierung
und Erneuerung der Schienen wurden auch zwei neuen, geschlossene Wagen
beschafft und der Betrieb auf der Schloßbergbahn mit einem neuen
elektrischen Antrieb am 9. Juni 1961 wieder aufgenommen.
Am 29. Februar 2004 hatte die zweite Generation der Schloßbergbahn nach
43 unfallfreien Betriebsjahren ihren letzten Betriebstag. Tausende
Grazerinnen und Grazer stürmten die Schloßbergbahn, um noch ein
Erinnerungsfoto zu machen. Am 6. März 2004 wurden die beiden alten
Schloßbergbahnwagen in einer spektakulären Aktion mit einem Kran über
die Häuserfront gehoben und in die Remise Steyrergasse gebracht. Ein
Wagen wurde an die Shopping City Seiersberg verkauft und der zweite
2008 im Tramway Museum Graz aufgestellt.
Technische Daten:
Baujahr: 1961
Hersteller: Waggonbau Groß & Co
Länge / Breite: (m) 6,60/2,35
Achsstand: 4,50 m
Leergewicht: 6,15 t
Sitz-/Stehplätze: 42
Pferdebahnwagen 5 - Mit 1 PS durch Graz
Dieser Pferdebahnwagen wurde 1974 von der Lehrwerkstätte auf dem
Gestell der Wiener Lore Type al 7018 nach Plänen der ersten Grazer
Pferdebahnwagen aufgebaut. Das Fahrzeug wurde erstmals am 05. Oktober
1974 anlässlich der Parade zum 75-jährigen Jubiläum der elektrischen
Straßenbahn in Graz eingesetzt. Seit dem erfreute sich der Beiwagen
immer wieder hinter Pferden großer Beliebtheit bei den Grazerinnen und
Grazern, zuletzt während der Parade anlässlich des 140-jährigen
Jubiläums der Grazer Straßenbahn am 30. September 2018.
Technische Daten
Baujahr: 1974
Übernahme TMG: 1974
Länge: 5,95m
Breite: 2,10m
Achsstand: 1,52m
Sitzplätze: 24
Stehplätze: 8
Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun: