Haus der Industrie

Tag des Denkmals, September 2026

Das 1911 von Kaiser Franz Josef eröffnete Haus der Industrie ist einer der letzten Großbauten des Historismus in Wien. Das viergeschoßige Büropalais wurde vom Wiener Architekten Karl König geplant. Mit der prächtigen Innengestaltung der großen Repräsentationsräume zählt das Haus der Industrie zu den schönsten Tagungsorten Wiens aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Historische Bedeutung erlangte das Gebäude nach dem Zweiten Weltkrieg als Sitz des Alliierten Rates in Österreich. Hier wurde 1955 der Österreichische Staatsvertrag verhandelt.

Die Schaufront ist in prächtigen neobarocken Formen repräsentativ gestaltet. Das Gebäude besitzt einen dreiachsigen Mittelrisalit und Eckrisalite, die hochgezogen sind. Darüber befinden sich Balustraden mit Vasen besetzt. In der Mittelkartusche über der Attika ist ein Relief zu sehen, das eine Allegorie der Industrie zeigt.

 Haus der Industrie am Tag des Denkmals, September 2026

Das Haus der Industrie am Schwarzenbergplatz ist Sitz der Industriellenvereinigung. Die Attika trägt die Inschrift „Österreichs Industrie gewidmet" – ein Bekenntnis zur wirtschaftlichen Bedeutung der Industrie in Österreich, das seither Bestand hat. Historische Prunkräume verbinden sich mit moderner Büroinfrastruktur – die Säle stehen heute auch als digital ausgestattete Tagungsräume zur Verfügung. Ein Denkmal, das täglich genutzt und gelebt wird.

 Haus der Industrie am Tag des Denkmals, September 2026

DIESES DER ÖSTERREICHISCHEN INDUSTRIE GEWIDMETE HAUS WURDE IN DEN JAHREN 1906-1911 VOM INDUSTRIEHAUS-VEREIN ERBAUT UND AM 25. MÄRZ 1911 VOM KAISER FRANZ JOSEPH I FEIERLICH ERÖFFNET.
DEM VEREINS-AUSSCHUSS GEHÖRTEN AN:
RICHARD VON SCHOELLER, PRÄSIDENT / HEINRICH VETTER, VIZEPRÄSIDENT
ANTON DREHER / WILLY GINZKEY / MAX VON GUTMANN / OSKAR VON HEINTSCHEL-HEINEGG
ARTHUR KRUPP / OSKAR VON MAYER-GUNTHOF / HUGO VON NOOT / ALOIS REGENHART

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Das Haus der Industrie ist ein späthistoristischer Prachtbau in Wien aus dem Jahre 1909, der der Sitz der Industriellenvereinigung ist.

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Die wirtschaftliche Entwicklung der Industrieunternehmen in Österreich in den vergangenen 80 Jahren ist eng an die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geknüpft. Es sind die Fähigkeiten zur Weiterentwicklung und Transformation, die den Erfolg der heimischen Industrie über acht Jahrzehnte ausmachen.

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Vom unteren ins obere Foyer

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Der kleine Festsaal besitzt Oberlichte und Kassettendecke, die pilastergegliederten Wände zeigen antikisierenden Dekor. Hier befindet sich eine Gedenkinschrift zur Erinnerung an die Gespräche, die 1955 zum Abschluss des österreichischen Staatsvertrages geführt haben.

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8 SCHLÜSSELMOMENTE IN 8 JAHRZEHNTEN
01 Marshallplan
Das wirtschaftspolitische Konzept des Raab-Kamitz-Kurses, das auf Währungsstabilisierung, Preisdisziplin und Investitions-förderung abzielte, bringt die heimische Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in Schwung. Industrie und Landwirtschaft profitieren von den Marshallplan-Hilfen.
02 Wirtschaftswunder
Die politische Souveränität, die der Staatsvertrag von 1955 bringt, beflügelt Investitionen in die heimische Industrie. Auch die Sozialpartnerschaft beeinflusst das Wachstum der Österreichischen Wirtschaft nachhaltig, indem sie Stabilität und sozialen Frieden fördert.
03 Ölpreisschocks
Nach den Ölkrisen der 1970er-Jahre fixiert die Österreichische Nationalbank den Schillingkurs an die Deutsche Mark. Diese Hartwährungspolitik fördert die Produktivität und verleiht den Exporten der Industrie einen wesentlichen Schub.
04 Verbesserte Arbeitsbedinungen
Der Fortschritt in der industriellen Produktion durch Automatisierung bedeutet auch eine Humanisierung der Arbeitswelt und es entstehen höher qualifizierte Arbeits-plätze. Auch die Wertschätzung für Facharbeit steigt.

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05 Ostöffnung - Fall des Eisernen Vorhangs
Die Ostöffnung 1989 bringt neue Möglichkeiten in den nahen Ostmärkten und etabliert Österreich als Drehscheibe zwischen West und Ost. Insbesondere Banken sowie Unternehmen aus Bau, Chemie und Maschinenbau profitieren von den neuen Märkten unmittelbar.
06 EU-Beitritt & Erweiterung
Durch den uneingeschränkten Zugang zum Binnenmarkt der EU-Mitgliedsstaaten profitiert der Export der heimischen Industrie. Der Wegfall der Zölle sowie ausländische Direktinvestitionen bringen einen wirtschaftlichen Schub.
07 Euro als Gemeinschaftswährung
Der Beitritt Österreichs zur Eurozone stärkt die heimische Industrie durch stabile Wechselkurse zu wichtigen Exportmärkten. Er eliminiert die Devisenrisiken und Transaktionskosten, was Exporte in der Eurozone sprunghaft steigen lässt.
08 Geopolitische Krisen
Terroranschläge, Kriege, neue Handelshemmnisse wie Zölle und eine Pandemie wirken sich negativ auf die Planbarkeit globaler Wirtschaftsbeziehungen aus, bringen Lieferketten unter Druck und verändern den Zugriff auf Ressourcen weltweit.

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Der große Festsaal

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Das Haus der Industrie wurde 1906 bis 1909 nach Plänen des Architekten Karl König errichtet und am 25. März 1911 durch Kaiser Franz Joseph eröffnet.

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Die Aufzeichnungen für die Talkshow Wir sind Kaiser finden auch im Großen Festsaal des Hauses der Industrie statt. Im selben Saal werden auch Konzerte des Wiener Royal Orchester aufgeführt.

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Nach dem Zweiten Weltkrieg war das unbeschädigte Gebäude am damals Stalinplatz genannten Schwarzenbergplatz Sitz des Alliierten Rates. Österreich war von 1945 bis 1955 von Großbritannien, Frankreich, den USA und der UdSSR besetzt. Im Haus der Industrie fanden vom 2. bis 12. Mai 1955 vorbereitende Gespräche über den österreichischen Staatsvertrag statt, am 14. Mai trafen sich die Außenminister der Besatzungsmächte ebenfalls im Gebäude, ehe am 15. Mai 1955 der Staatsvertrag dann feierlich unterzeichnet wurde.

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Mit Unterbrechung der Jahre, in denen es dem Alliierten Rat diente, war das Haus der Industrie bis heute Sitz der Vereinigung österreichischer Industrieller.

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Der große Festsaal besitzt eine der prunkvollsten Ausstattungen der Ringstraßenzone. Es handelt sich um einen zweigeschoßigen pilastergegliederten Saal mit Oberlichte und Kassettendecke sowie Galerien. An der Ostseite ist ein großes Ölbild Kaiser Franz Josephs in barockisierendem Rahmen zu sehen, darüber ein Wappen der Industrie zwischen Karyatiden.

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Spiegelsaal

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Arthur Krupp-Saal

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Bemerkenswert ist auch der ursprünglich erste Paternosteraufzug in Österreich von 1911 von Anton Freissler, der außerdem auch noch in Betrieb ist.

Wiens ältester in Betrieb befindliche Paternoster

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Das Innere besitzt ein repräsentatives Foyer mit einem prunkvollen Stiegenhaus, das durch eine Oberlichte erhellt wird, mehrfarbige Marmorverkleidung und einen mächtigen Luster. Im oberen Foyer befinden sich Marmorsäulen, eine kassettierte Decke und ein Steinmosaikfußboden.

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Das Haus der Industrie befindet sich im 3. Wiener Gemeindebezirk Landstraße am Schwarzenbergplatz 4. Es handelt sich um ein viergeschoßiges Bürohaus, das an drei Seiten freisteht. Zum Heumarkt zu ist eine Kante des Gebäudes abgerundet.

Haus der Industrie, Schwarzenbergplatz 4, 1031 Wien

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