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Horn liegt im östlichen Randbereich des Waldviertels
und ist Bezirkshauptstadt. Alte Pfarrkirche St. Stephan, Neue
Pfarrkirche St. Georg, Piaristenkirche und Schloss Horn befinden sich
um den Hauptplatz aufgereiht.
Die Kirche St. Stephan steht erhöht in einem ummauerten Friedhof mittig
in einer ehemaligen Kirchsiedlung. Der ostseitige Aufgang entstand
1669. Leider war das Gotteshaus verschlossen.

Alte Pfarrkirche St. Stephan: Die Alte Pfarrkirche Horn steht erhöht im
Südwesten jenseits der Taffa außerhalb der ehemaligen Stadtbefestigung
der Stadtgemeinde Horn im Bezirk Horn in Niederösterreich. Die dem
heiligen Stephanus geweihte römisch-katholische heutige Filialkirche
gehört zum Dekanat Horn in der Diözese St. Pölten.

Der Vorgängerbau der Stephanskirche
ist gegen 1050 mit einer Siedlung am rechten, gegen Norden geschützten
Taffa-Ufer entstanden und seit dem späteren 13. Jh. Pfarrkirche
gewesen. Das Patronat erwarben - gegen Tausch - im Jahre 1319 die
Horner Stadtherren, bei denen es bis zur Beschlagnahme der Herrschaft
im Jahre 1620 verblieb. Nachdem bis 1689 die Jesuiten die Pfarre
innehatten, kam - und verblieb sie - beim Stift Altenburg. Von 1560 bis
1620 wirkten an ihr evangelische Pfarrer. Der Kirchbau entstand
wahrscheinlich in der Zeit der Romanik (Portal und Fenster um 1250),
wurde im 14. Jh. um den Chor und die Katharinenkapelle erweitert und im
17. Jh. barockisiert.

Die romanischen Mauern des Langhauses sind erhalten, einige romanischen
Architekturteile mit Wandmalereien sind im Dachboden sichtbar. In der
südlichen Außenmauer aus flachen Bruchsteinen mit fugenverstrichenem
Mörtel sind in der unteren Zone schmale trichterförmige
Rundbogenfenster aus dem 12. Jahrhundert erhalten, ebendort ein
rundbogiges Gewändeportal um 1250. Das Satteldach nennt im Dachstuhl
die Jahresangabe 1899 und deckt das Langhaus mit dem barocken Vorbau
und die nördliche Katharinenkapelle ab. Im Dachboden befinden sich am
ehemaligen Auflager des Dachstuhles gotische Spitzbogengewände, welche
teils vom barocken Gewölbe überschnitten werden. Es gibt
Segmentbogenfenster aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die
Südfront zeigt glatte lisenenartige Streben. Die glatte Westfront mit
einer Rundluke im Giebel hat an der nördlichen Erweiterung ein
rechteckiges Steingewändefenster aus dem 17. Jahrhundert.

Die Stadt war als Zentrum einer großen Grundherrschaft sowohl Maut- als
auch Zollstätte. Ihre „Ackerbürger" lebten neben dem Handwerk auch vom
Getreide und Weinhandel. Es gab in dieser Zeit dreimal im Jahr Märkte
und sogar einen Wochenmarkt sowie ein reges Kulturleben. Die
stattlichen „Ackerbürgerhäuser" mit ihren Arkadengängen sind stum-me
Zeugen dieses bürgerlichen Aufschwungs. Ganz im Sinne der Aufklärung
setzte man sich über ständische Unterschiede hinweg, und so trafen sich
der Adel und die Bürger auf der Schießstätte (Schützenplatz), um sich
in der Kunst des Armbrustschießens zu messen.

Horn - eine Stadt der Renaissance
Diesen Eindruck gewinnt man am besten anhand der 1988 wieder
freigelegten Arkaden im Hof des früheren Piaristenklosters heute
Kunsthaus Horn. Von diesen sah man einst über den ganzen Schlossgarten,
wo im 16. Jh., wie auf dem Renaissance-Schloss Rosenburg, Schauturniere
stattfanden. Unter den Stadtherren des 16. und beginnenden 17. Jh., den
Puchheim, wurde Horn zu einer für den Protestantismus im Lande unter
der Enns wichtigen Stadt (Kirchenvisitation 1580, Quartier der
Landschaftsschule 1578-1584). Schließlich wurde 1608 der „Horner Bund"
begründet, der insgesamt aus 166 Herren und Rittern bestand, um die
konfessionellen Forderungen der Protestanten gegenüber dem Kaiser
durchzusetzen. Gleichzeitig kam es damals zu einem beispiellosen
kulturellen Aufschwung, welcher durch den gelehrsamen Veit Albrecht von
Puchheim eingeleitet und von den Bürgern (Dionysius Zirchk) weiter
vorangetrieben wurde. So gab es akademisch geschulte Kantoren in der
neu gebauten Kirche, die als Musiklehrer in der Schule wirkten, sowie
Turmbläser (Thurner) für laufende Festlichkeiten. Der bedeutende
Komponist Paul Peuerl versah den Orgeldienst. 1597 wurde die
Landschaftsapotheke in Horn gegründet.

Hauptplatz
Nachdem Horn als Kirchensiedlung im 11. Jh. gegründet worden war,
erfolgte im ausgehenden 12. oder beginnenden 13. Jh. am linken Ufer der
Taffa die planmäßige, wenn auch dem Gelände angepasste Anlage der Stadt
durch die Herren von Maissau, deren Mitte ein Dreiseitplatz war, auf
dem bald schon eine Kapelle angelegt wurde, zu der im 17. Jh. die
Häuser des „Gretzls" hinzukamen, während die Bürgerhäuser um den Platz
im 16. Jh. großzügig ausgebaut wurden. Sie waren in der Regel
giebelständig, doch mussten diese Formen nach dem großen Brand von 1827
wegen der Feuergefahr traufenseitigen Dächern weichen. Unter den
vorherrschenden Biedermeierfassaden finden sich in vielen Häusern
Fassaden- und Bauteile aus früheren Epochen (Renaissance und Gotik).

Georgskirche
Auf Mauern einer mittelalterlichen Kapelle zum Teil in nachgotischen
Formen, im Inneren aber durch die neuen Raum- und Schmuckvorstellungen
der Renaissance bestimmt, entstand 1593-1597, als Horn eine
„evangelische Stadt" war, die Georgskirche. Mit der Stephanskirche und
der Bürgerspitalskapelle, diente sie den Gottesdiensten, die
musikalisch einige Jahre durch den bekannten Musiker Paul Peuerl
gestaltet wurden. Als Teil des Neubaus bekam die Kirche den Turm, der
der Stadt wie der Pfarre (Wache, Glockengeläute) diente. Nach dem
Stadtbrand im 19. Jh. erhielt er 1880 einen neuen Aufbau, und ist damit
60,5 m hoch. Unter der Last begann er sich zu neigen, sodass 1945 die
Spitze um 1,5 m aus dem Lot war. Sanierungsmaßnahmen verringerten dies
auf 0,5 m. Im Inneren sind noch die Wappen der Herrschaftsfamilie
Puchheim an der Decke zu sehen. Die Einrichtung ist in der Barockzeit
erneuert worden.

Bemerkenswert und ganz bewusst inszeniert ist bei dieser Kirche der
Kontrast zwischen Außen und Innen, sowohl in der Form als auch in den
reiligiös-politischen Inhalten. Außen noch deutlich in gotischer
Tradition steht der von Strebepfeilern umgebene „nachgotische" Bau mit
steilem Satteldach, einem eingezogenen Chor und dem Westturm. Er
besitzt eindeutig sakralen Charakter. Innen aber erwartet den Besucher
ein breiter Saalraum, der im Stil der Renaissance gestaltet ist. Das
von Stichkappen auf Konsolen begleitete Spiegelgewölbe mit Stuck und
Wappenfeldern gehört einem profanen Bautypus an, wie man ihn häufig in
Schlössern und repräsentativen Versammlungsräumen der Zeit findet.
Den prunkvollen Barockluster ziert ein kaiserlich-habsburgischer Doppeladler.

Die Herrschaft der Stadt und der Pfarre Horn hatte seit Mitte des 15.
Jahrhunderts das Geschlecht der Puchheimer inne. Mit Veit Adam von
Puchheim, einem Anhänger der Reformation, zog der Protestantismus in
Horn ein. Vom mittleren 16. Jahrhundert bis 1620/21 war Horn eine
evangelische Stadtgemeinde und auch ein Zentrum des Widerstandes gegen
das katholische Kaiserhaus. 1608/09 („Horner Bundbrief") und 1619/20
wurde Horn Versammlungsort der evangelischen Landstände.
So war die Georgskirche, heute die eigentliche Hauptkirche der
römisch-katholischen Pfarre Horn, in ihrer ursprünglichen Funktion
einer der wenigen protestantischen Großkirchenbauten in
Niederösterreich. Auftraggeberin des Neubaues war Elisabeth, die Witwe
Dietrichs von Puchheim.
Herrschaftswappen der Puchheimer
Die beiden großen Herrschaftswappen der Puchheimer (östlich) und
Hoffmann (westlich) in der Mitte dominieren bewusst über das
Stadtwappen vor dem Chorbogen und den heute von der Orgel verdeckten
Kaiseradler. Somit war die Kirche zusätzlich zu ihrer eigentlichen
religiösen Aufgabe vom repräsentativen Ausdruckswillen ihrer adeligen
Bauherren geprägt.

Georg ist ein legendärer christlicher Heiliger, welcher der
Überlieferung zufolge zu Beginn der Christenverfolgung unter Diokletian
(284–305) ein Martyrium erlitt. In den orthodoxen Kirchen wird er als
Groß- bzw. Erzmärtyrer verehrt. Georg zählt zu den vierzehn Nothelfern.
Er ist der Schutzpatron verschiedener Länder, Adelsfamilien, Städte und
Ritterorden sowie der Pfadfinder.
Erstmals wurde der heilige Georg zur Zeit der Kreuzzüge im 12.
Jahrhundert mit dem Begriff des Drachentöters in Verbindung gebracht.
Die Drachenlegende des Georg
von Kappadokien ähnelt verschiedenen Rittermärchen. Georg rettet die
jungfräuliche Königstochter vor einer Bestie, dem Drachen, indem er ihn
schwer verletzt, wonach ihn die Jungfrau auf Geheiß zahm in die Stadt
führt. Dort bringt Georg den König und das Volk dazu, sich taufen zu
lassen, und erschlägt anschließend den Drachen. Die Jungfrau ist ein
Opfer, das der Drache von der Bevölkerung fordert. Nach dem Erschlagen
des Drachen ist das Land vom Bösen befreit. In verschiedenen Versionen
der Legende wird von einer unterschiedlich großen Zahl von Menschen
berichtet, die sich taufen lassen.

Im Zuge der Barockisierung der Kirche erhielt die Chorapsis eine
retabelartige Wandgliederung, in die der Hochaltar eingebunden ist. Das
Altarbild aus der Zeit um 1730 zeigt den hl. Georg zu Pferde, wie er
den Drachen als Symbol von Sünde und Unglaube vernichtet.
Die Ostwand ist mit Stuckmarmor retabelartig gegliedert und zeigt das Hochaltarbild Georg um 1730.

Die Orgel wurde unter der Ägide
von Anton Pfliegler entworfen und gebaut. Nachdem er am 25. Juni 1805
in Wien verstorben war, vollendete sein Sohn Johann Pfliegler das Werk
im Jahr 1806. Das Gehäuse wurde nach Pflieglers Angaben vom Horner
Tischlermeister Mathias Manazeder angefertigt, die Fassung und
Vergoldung nahm der Maler Franz Tischler vor. 1914 schufen die Gebrüder
Rieger im historischen Gehäuse ein neues Werk mit pneumatischer
Traktur. Im Jahr 2003 wurde die Rieger-Orgel durch einen Neubau durch
die Orgelbau Felsberg ersetzt, das auf drei Manualen und Pedal 31
klingende Register aufweist.
1738 wurde anstelle eines hölzernen Musikchores die jetzige Orgelempore
durch Baumeister LEOPOLD WISSGRILL eingezogen. Die neue
Paul-Peuerl-Orgel, die insgesamt achte Orgel der Georgskirche, konnte
am 28. September 2003 geweiht werden. Benannt ist sie nach dem
Komponisten und Orgelbauer Paul Peuerl, der im frühen 17. Jahrhundert
als Organist von St. Georg in Horn wirkte.
Anton und Johann Pfliegler-Orgel 1806, Werk: Orgelbau Felsberg 2003

Die reich verzierte Rokokokanzel kam 1772 anstelle der heute in St.
Stephan aufgestellten gotischen Steinkanzel in die Kirche. Gestaltet
wurde sie vom Zwettler Bildhauer IGNAZ STEINHOFFER und dem
Tischlermeister JOSEF POCKFUSS. Den Schalldeckel krönt ein Engel mit
Posaune und Kreuz. Das vergoldete Schnitzrelief am Kanzelkorb zeigt
Christus im Tempel, jenes an der Rückwand die Predigt des
Paulus-Szenen, die an die ursprüngliche Funktion der Kanzel als Ort der
Evangelienverkündigung erinnern.

Rechtes Seitenaltarbild Schwarze Madonna von Altbrünn von Martin Johann Schmidt (1779)

Die Kirche verfügt über zwei im Jahr 1779 geschaffene Werke des
bedeutenden niederösterreichischen Barockmalers MARTIN JOHANN SCHMIDT,
genannt „Kremser Schmidt". Das eine ziert den rechten Seitenaltar und
stellt die Schwarze Madonna von Czenstochau dar, begleitet von den
Statuen der christlichen Tugenden Caritas (Liebe; links, mit Kind) und
Fides (Glaube); das andere Bild zeigt die hl. Thekla, eine
frühchristliche Märtyrerin, und ist an der linken Wand nahe der Kanzel
angebracht.
Im Zuge der 1999 durchgeführten Innenrenovierung wurde im Jahr 2000 der
neue Taufbrunnen von MICHAEL ÖLLINGER aufgestellt; sein
Renaissance-Vorgänger von 1598 kann nun in den Museen der Stadt Horn
besichtigt werden. Die Kreuzwegbilder stammen aus der Schule des
Kremser Schmidt (Ende 18. Jh.).

Anlässlich der Pestepidemie 1679, der 200 Bewohner Horns zum Opfer fielen, wurde auf dem Kirchenplatz eine Mariensäule als Pestsäule errichtet. Am Sockel die Pestheiligen Rosalia, Rochus und Sebastian.

Sgraffitohaus, Kirchenplatz 3 - Bezirksgericht Horn
Das Sgraffitohaus aus der 2. Hälfte des 16. Jh. (Bauinschrift 1587) war
das aufwändigste der damals aus- oder aufgebauten Häuser reicher
Stadtbürger (hier der Kaufmannsfamilie Zierckh). Die Bilder der durch
etliche Restaurierungen veränderten Fassade spiegelt den Zeitgeist der
reformatorischen Epoche wieder.
Drei Stück aus der originalen Bebilderung befinden sich im Museum. In
den Jahren 1767 - 1850 diente das Gebäude als Rathaus und beherbergt
seit 1850 das Bezirksgericht.

Ehemaliges Piaristenkonvikt und Piaristenkirche
Das Gebäude, das 1657 den Piaristen zur Errichtung ihrer Schule
überlassen wurde, ist gegen 1590 als Witwensitz der Familie Puchheim
errichtet worden. Trotz Hinzufügung des Traktes an der vierten Seite
stellt es einen der schönen Renaissancebauten dar. Bis 1872 war ein
Gymnasium der Piaristen, bis 1960 ein öffentliches Gymnasium
untergebracht. Seither dient es als Kunsthaus Horn, 2009 wurde der Bau
für die Landesausstellung renoviert, die auch Nachnutzungsmöglichkeiten
geschaffen hat. Frühbarocke Piaristenkirche (1658) mit Hochaltarbild
von Kremser Schmidt (Hl. Antonius von Padua, 1777) die nach wie vor dem
Gottesdienst dient.

Ehemalige Niederlassung der Piaristen. Die dem Hl. Antonius geweihte
Barockkirche wurde von 1658 bis 1662 erbaut. Das mit der
Piaristenkirche baulich verbundene Gebäude wurde schon 1590 als
Puechheimscher Witwensitz erbaut.
Der frühbarocke Saalraum zeigt eine klar gegliederte, schlichte
Architektur: das breite, mit einer Stichkappentonne gewölbte und durch
seitliche Pilasterpaare mit Gesims gegliederte Kirchenschiff geht
östlich in den deutlich schmäleren und niedrigeren Chor über. Der
breite Triumphbogen trägt eine Psalmeninschrift.

An der gemauerten Emporenbrüstung weist eine Tafel mit lateinischer
Inschrift aus dem Jahr 1675 auf die damals erfolgte Kirchenweihe durch
den Bischof von Passau hin.
Die Orgel errichtete FRANZ CAPEK (Krems) im Jahr 1897; der neubarocke
Prospekt stammt von 1905. Damals wurde die Orgel umgebaut und
vergrößert.

Der hohe, spätbarocke Hochaltar aus Stuckmarmor füllt die Chorapsis zur
Gänze aus. Er wurde 1768 errichtet und 1777 umgestaltet. Aus diesem
Jahr 1777 stammt auch das künstlerisch wertvolle Hauptbild
aus der reifen Schaffensphase des MARTIN JOHANN SCHMIDT (vgl. auch
Georgskirche). Es zeigt den hl. Antonius von Padua kniend vor Maria mit
dem Jesuskind.
Die Darstellung bezieht sich auf die legendäre Vision des
Franziskanerheiligen, dem das (in manchen Darstellungen von Maria
gereichte) Jesuskind erschienen sein soll. Das Bild flankieren als
Statuen zwei weiß-gold gefasste Frauengestalten, die das Alte (rechts)
und Neue Testament symbolisieren.
Hl. Antonius von Padua, Hochaltarbild von Martin Johann Schmidt

Die etwas schlichter als der Hochaltar gestalteten, im Aufbau
vornehm-klassizistischen Seitenaltäre aus der Zeit um 1775 besitzen
barocke Bilder, die links Christus beim Verhör vor dem Hohepriester
Annas bzw. rechts den hl. Sebastian darstellen.

Eine künstlerische Besonderheit der Kirche sind auch die reichen
Schnitzarbeiten am 1723 ausgeführten Kommuniongitter, den vorderen
Kirchenbänken und der Holzbalustrade an der Orgelempore. Ihr Schöpfer
ist ein Elsässer Künstler, MATTHIAS FIESS aus Colmar.

GESCHICHTLICHE ÜBERSICHT
1657 Berufung der Piaristen
nach Horn und Stiftung eines Klosters und eines Gymnasiums durch
Reichsvicekanzler Ferdinand Sigismund Graf Kurz von Senftenau
1658-1662 Bau der Piaristenkirche, geweiht dem Hl. Antonius von Padua.
1675 Kirchweihe durch den Bischof von Passau
um 1680 Weiß bemalte Holzstatuen in den Mauernischen: Maria mit dem Kind und die Kirchenväter
1688 Errichtung der Kreuzkapelle
1723 Schnitzarbeiten an Speisegitter, Kirchenbänken und Empore von Matthias Fiess aus Kolmar
1777 Hochaltarbild: Hl. Antonius von Padua kniend vor Maria mit dem Kind von Martin Johann Schmidt („Kremser Schmidt")
1827 Ein Großbrand in Horn vernichtet auch den Kirchturm sowie die Dächer der Kirche und des Kollegiums.
1847 Errichtung des Kirchturms in heutiger Form.
1866 Neobarocke Kanzel
1867 Weihe der „Antonius-Glocke", die als einzige Glocke bis heute erhalten ist.
1905 Alte Orgel aus 1747 wird von der Firma Franz Capek aus Krems durch neue pneumatische Orgel ersetzt.
1932 Stiftung der Glasfenster im Kirchenschiff
1986-1988 Umbau des ehemaligen Piaristenklosters und Gymnasiums zum heutigen Kunsthaus.
1999-2005 Umfassende
Restaurierung, beginnend mit Erneuerung des Kirchendaches, dann
Ausmalen aller Innenräume, Restaurierung der drei Altarbilder, Einbau
eines elektrischen Läutwerkes, Orgelreparatur und zuletzt Erneuerung
der Kirchenfassade und Einbau einer Turmuhr mit Funkbetrieb.

Hauptplatz von Horn mit Piaristenkirche und Pfarrkirche St. Georg


Schloss Horn
Am Zusammenfluss von Mödringbach und Taffa liegt an der Südostecke der
Stadt das Horner Schloss, einbezogen in die Stadtbefestigung. Die
mittelalterliche Stadtburg veränderte ihr Aussehen durch Umbauten bis
ins 19. Jh. An die bauliche Erweiterung von 1593 unter Hans (IX.) von
Puchheim erinnert die aus Bibelzitaten zusammengesetzte Inschrifttafel
im Hof, über dem Tor.

Der mehrgeschoßige Bau in der südöstlichen Ecke der befestigten Stadt
weist im Hof einen mittelalterlichen Kern auf (Diebsturm). Die einst
prächtige Renaissancefassade an der Nordseite musste wegen
Baufälligkeit um die Mitte des 19. Jhs. erneuert werden. Seit 1679
befindet sich das Schloss im Besitz der Grafen von Hoyos.

Die Arkaden des Landgerichtes (1591) neben dem Horner Schloss sind das
schönste Zeugnis der Renaissance in Horn. Sie weisen die Puchheimer als
kunstsinnige Bauherren dieser Stadt aus. Auch die Erneuerung der
mittelalterlichen Stadtmauern und der Umbau des Schlosses schon ab den
30er Jahren des 16. Jh. sind Beispiele für die bauliche Tätigkeit
dieser Familie. In die Zeit der Puchheimer fällt der Höhepunkt des
Protestantismus in der Herrschaft Horn und im Land. 1608 versammelten
sich die evangelischen Stände hier in der Stadt und schlossen ein
Bündnis zur Verteidigung von Religion und Rechten: Horn wurde zum
Symbol der ständischen Politik gegen die katholischen und
zentralistischen Landesherren und entwickelte sich bis zum Beginn des
Dreißigjährigen Krieges zu einer kulturell und wirtschaftlich blühenden
Stadt. Nach der Weigerung Reicharts von Puchheim, dem neuen Kaiser
Ferdinand II. die Erbhuldigung zu leisten (1620), wurde er geächtet,
und die Herren von Puchheim verloren Stadt und Herrschaft Horn.
An die bauliche Erweiterung des Schlosses unter Hans von Puchheim ab
1539 erinnert die Inschrifttafel im Hof über der Toreinfahrt. Der
letzte Satz dieser Inschrift zeigt das damalige
Herren-Untertanverhältnis - Treue und Gehorsam auf der einen, Schutz
und Fürsorge auf der anderen Seite: „Sei untertan der Obrigkeit, denn
sie trägt das Schwert nicht umsonst; sie dient Gott damit."

Bürgerspital (Museum)
Stephan der Weykerstorffer und seine Frau Katharina, Bürger von Horn,
stifteten am 3. Jänner 1395 ein Spital für zwölf arme und kranke
Menschen. In der Kapelle (Ende 14. Jahrhundert erbaut), befinden sich
ein Dreikönigsfresko und ein Sternrippengewölbe (1460 nach einem Brand
erneuert). Nach verschiedenen Funktionen (Krankenhaus, Altersheim)
1965-1973 zum Museum umgebaut.
Ehemaliges Bürgerspital: Gestiftet um 1395. Der umfangreiche mehrmals
umgebaute Gebäudekomplex beinhaltet auch eine kleine Kapelle aus dem
15. Jahrhundert. Seit 1973 sind hier die Museen der Stadt Horn
untergebracht.


Begründet von P. Benedikt Frey wurde das Katholische Vereinshaus
1908 feierlich eröffnet. Es wurde als „Ort geselliger Unterhaltungen“
bezeichnet. Ein reges Veranstaltungsprogramm organisierten seit dieser
Zeit zahlreiche Horner Vereine aller Sparten. Das Haus wurde seither
immer wieder aus- und umgebaut und durch den Zubau eines kleinen Saales
ergänzt.
Vereinshaus Stadtgemeinde Horn in der Robert-Hamerling-Straße

Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun: