Kirchen in Horn

Horn im Waldviertel (NÖ), August 2023

Horn liegt im östlichen Randbereich des Waldviertels und ist Bezirkshauptstadt. Alte Pfarrkirche St. Stephan, Neue Pfarrkirche St. Georg, Piaristenkirche und Schloss Horn befinden sich um den Hauptplatz aufgereiht.

Die Kirche St. Stephan steht erhöht in einem ummauerten Friedhof mittig in einer ehemaligen Kirchsiedlung. Der ostseitige Aufgang entstand 1669. Leider war das Gotteshaus verschlossen.

 Horn im Waldviertel (NÖ), August 2023

Alte Pfarrkirche St. Stephan: Die Alte Pfarrkirche Horn steht erhöht im Südwesten jenseits der Taffa außerhalb der ehemaligen Stadtbefestigung der Stadtgemeinde Horn im Bezirk Horn in Niederösterreich. Die dem heiligen Stephanus geweihte römisch-katholische heutige Filialkirche gehört zum Dekanat Horn in der Diözese St. Pölten.

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Der Vorgängerbau der Stephanskirche ist gegen 1050 mit einer Siedlung am rechten, gegen Norden geschützten Taffa-Ufer entstanden und seit dem späteren 13. Jh. Pfarrkirche gewesen. Das Patronat erwarben - gegen Tausch - im Jahre 1319 die Horner Stadtherren, bei denen es bis zur Beschlagnahme der Herrschaft im Jahre 1620 verblieb. Nachdem bis 1689 die Jesuiten die Pfarre innehatten, kam - und verblieb sie - beim Stift Altenburg. Von 1560 bis 1620 wirkten an ihr evangelische Pfarrer. Der Kirchbau entstand wahrscheinlich in der Zeit der Romanik (Portal und Fenster um 1250), wurde im 14. Jh. um den Chor und die Katharinenkapelle erweitert und im 17. Jh. barockisiert.

 Horn im Waldviertel (NÖ), August 2023

Die romanischen Mauern des Langhauses sind erhalten, einige romanischen Architekturteile mit Wandmalereien sind im Dachboden sichtbar. In der südlichen Außenmauer aus flachen Bruchsteinen mit fugenverstrichenem Mörtel sind in der unteren Zone schmale trichterförmige Rundbogenfenster aus dem 12. Jahrhundert erhalten, ebendort ein rundbogiges Gewändeportal um 1250. Das Satteldach nennt im Dachstuhl die Jahresangabe 1899 und deckt das Langhaus mit dem barocken Vorbau und die nördliche Katharinenkapelle ab. Im Dachboden befinden sich am ehemaligen Auflager des Dachstuhles gotische Spitzbogengewände, welche teils vom barocken Gewölbe überschnitten werden. Es gibt Segmentbogenfenster aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Südfront zeigt glatte lisenenartige Streben. Die glatte Westfront mit einer Rundluke im Giebel hat an der nördlichen Erweiterung ein rechteckiges Steingewändefenster aus dem 17. Jahrhundert.

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Die Stadt war als Zentrum einer großen Grundherrschaft sowohl Maut- als auch Zollstätte. Ihre „Ackerbürger" lebten neben dem Handwerk auch vom Getreide und Weinhandel. Es gab in dieser Zeit dreimal im Jahr Märkte und sogar einen Wochenmarkt sowie ein reges Kulturleben. Die stattlichen „Ackerbürgerhäuser" mit ihren Arkadengängen sind stum-me Zeugen dieses bürgerlichen Aufschwungs. Ganz im Sinne der Aufklärung setzte man sich über ständische Unterschiede hinweg, und so trafen sich der Adel und die Bürger auf der Schießstätte (Schützenplatz), um sich in der Kunst des Armbrustschießens zu messen.

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Horn - eine Stadt der Renaissance
Diesen Eindruck gewinnt man am besten anhand der 1988 wieder freigelegten Arkaden im Hof des früheren Piaristenklosters heute Kunsthaus Horn. Von diesen sah man einst über den ganzen Schlossgarten, wo im 16. Jh., wie auf dem Renaissance-Schloss Rosenburg, Schauturniere stattfanden. Unter den Stadtherren des 16. und beginnenden 17. Jh., den Puchheim, wurde Horn zu einer für den Protestantismus im Lande unter der Enns wichtigen Stadt (Kirchenvisitation 1580, Quartier der Landschaftsschule 1578-1584). Schließlich wurde 1608 der „Horner Bund" begründet, der insgesamt aus 166 Herren und Rittern bestand, um die konfessionellen Forderungen der Protestanten gegenüber dem Kaiser durchzusetzen. Gleichzeitig kam es damals zu einem beispiellosen kulturellen Aufschwung, welcher durch den gelehrsamen Veit Albrecht von Puchheim eingeleitet und von den Bürgern (Dionysius Zirchk) weiter vorangetrieben wurde. So gab es akademisch geschulte Kantoren in der neu gebauten Kirche, die als Musiklehrer in der Schule wirkten, sowie Turmbläser (Thurner) für laufende Festlichkeiten. Der bedeutende Komponist Paul Peuerl versah den Orgeldienst. 1597 wurde die Landschaftsapotheke in Horn gegründet.

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Hauptplatz
Nachdem Horn als Kirchensiedlung im 11. Jh. gegründet worden war, erfolgte im ausgehenden 12. oder beginnenden 13. Jh. am linken Ufer der Taffa die planmäßige, wenn auch dem Gelände angepasste Anlage der Stadt durch die Herren von Maissau, deren Mitte ein Dreiseitplatz war, auf dem bald schon eine Kapelle angelegt wurde, zu der im 17. Jh. die Häuser des „Gretzls" hinzukamen, während die Bürgerhäuser um den Platz im 16. Jh. großzügig ausgebaut wurden. Sie waren in der Regel giebelständig, doch mussten diese Formen nach dem großen Brand von 1827 wegen der Feuergefahr traufenseitigen Dächern weichen. Unter den vorherrschenden Biedermeierfassaden finden sich in vielen Häusern Fassaden- und Bauteile aus früheren Epochen (Renaissance und Gotik).

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Georgskirche
Auf Mauern einer mittelalterlichen Kapelle zum Teil in nachgotischen Formen, im Inneren aber durch die neuen Raum- und Schmuckvorstellungen der Renaissance bestimmt, entstand 1593-1597, als Horn eine „evangelische Stadt" war, die Georgskirche. Mit der Stephanskirche und der Bürgerspitalskapelle, diente sie den Gottesdiensten, die musikalisch einige Jahre durch den bekannten Musiker Paul Peuerl gestaltet wurden. Als Teil des Neubaus bekam die Kirche den Turm, der der Stadt wie der Pfarre (Wache, Glockengeläute) diente. Nach dem Stadtbrand im 19. Jh. erhielt er 1880 einen neuen Aufbau, und ist damit 60,5 m hoch. Unter der Last begann er sich zu neigen, sodass 1945 die Spitze um 1,5 m aus dem Lot war. Sanierungsmaßnahmen verringerten dies auf 0,5 m. Im Inneren sind noch die Wappen der Herrschaftsfamilie Puchheim an der Decke zu sehen. Die Einrichtung ist in der Barockzeit erneuert worden.

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Bemerkenswert und ganz bewusst inszeniert ist bei dieser Kirche der Kontrast zwischen Außen und Innen, sowohl in der Form als auch in den reiligiös-politischen Inhalten. Außen noch deutlich in gotischer Tradition steht der von Strebepfeilern umgebene „nachgotische" Bau mit steilem Satteldach, einem eingezogenen Chor und dem Westturm. Er besitzt eindeutig sakralen Charakter. Innen aber erwartet den Besucher ein breiter Saalraum, der im Stil der Renaissance gestaltet ist. Das von Stichkappen auf Konsolen begleitete Spiegelgewölbe mit Stuck und Wappenfeldern gehört einem profanen Bautypus an, wie man ihn häufig in Schlössern und repräsentativen Versammlungsräumen der Zeit findet.

Den prunkvollen Barockluster ziert ein kaiserlich-habsburgischer Doppeladler.

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Die Herrschaft der Stadt und der Pfarre Horn hatte seit Mitte des 15. Jahrhunderts das Geschlecht der Puchheimer inne. Mit Veit Adam von Puchheim, einem Anhänger der Reformation, zog der Protestantismus in Horn ein. Vom mittleren 16. Jahrhundert bis 1620/21 war Horn eine evangelische Stadtgemeinde und auch ein Zentrum des Widerstandes gegen das katholische Kaiserhaus. 1608/09 („Horner Bundbrief") und 1619/20 wurde Horn Versammlungsort der evangelischen Landstände.

So war die Georgskirche, heute die eigentliche Hauptkirche der römisch-katholischen Pfarre Horn, in ihrer ursprünglichen Funktion einer der wenigen protestantischen Großkirchenbauten in Niederösterreich. Auftraggeberin des Neubaues war Elisabeth, die Witwe Dietrichs von Puchheim.

Herrschaftswappen der Puchheimer
Die beiden großen Herrschaftswappen der Puchheimer (östlich) und Hoffmann (westlich) in der Mitte dominieren bewusst über das Stadtwappen vor dem Chorbogen und den heute von der Orgel verdeckten Kaiseradler. Somit war die Kirche zusätzlich zu ihrer eigentlichen religiösen Aufgabe vom repräsentativen Ausdruckswillen ihrer adeligen Bauherren geprägt.

 Horn im Waldviertel (NÖ), August 2023

Georg ist ein legendärer christlicher Heiliger, welcher der Überlieferung zufolge zu Beginn der Christenverfolgung unter Diokletian (284–305) ein Martyrium erlitt. In den orthodoxen Kirchen wird er als Groß- bzw. Erzmärtyrer verehrt. Georg zählt zu den vierzehn Nothelfern. Er ist der Schutzpatron verschiedener Länder, Adelsfamilien, Städte und Ritterorden sowie der Pfadfinder.

Erstmals wurde der heilige Georg zur Zeit der Kreuzzüge im 12. Jahrhundert mit dem Begriff des Drachentöters in Verbindung gebracht. Die Drachenlegende des Georg von Kappadokien ähnelt verschiedenen Rittermärchen. Georg rettet die jungfräuliche Königstochter vor einer Bestie, dem Drachen, indem er ihn schwer verletzt, wonach ihn die Jungfrau auf Geheiß zahm in die Stadt führt. Dort bringt Georg den König und das Volk dazu, sich taufen zu lassen, und erschlägt anschließend den Drachen. Die Jungfrau ist ein Opfer, das der Drache von der Bevölkerung fordert. Nach dem Erschlagen des Drachen ist das Land vom Bösen befreit. In verschiedenen Versionen der Legende wird von einer unterschiedlich großen Zahl von Menschen berichtet, die sich taufen lassen.

 Horn im Waldviertel (NÖ), August 2023

Im Zuge der Barockisierung der Kirche erhielt die Chorapsis eine retabelartige Wandgliederung, in die der Hochaltar eingebunden ist. Das Altarbild aus der Zeit um 1730 zeigt den hl. Georg zu Pferde, wie er den Drachen als Symbol von Sünde und Unglaube vernichtet.

Die Ostwand ist mit Stuckmarmor retabelartig gegliedert und zeigt das Hochaltarbild Georg um 1730.

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Die Orgel wurde unter der Ägide von Anton Pfliegler entworfen und gebaut. Nachdem er am 25. Juni 1805 in Wien verstorben war, vollendete sein Sohn Johann Pfliegler das Werk im Jahr 1806. Das Gehäuse wurde nach Pflieglers Angaben vom Horner Tischlermeister Mathias Manazeder angefertigt, die Fassung und Vergoldung nahm der Maler Franz Tischler vor. 1914 schufen die Gebrüder Rieger im historischen Gehäuse ein neues Werk mit pneumatischer Traktur. Im Jahr 2003 wurde die Rieger-Orgel durch einen Neubau durch die Orgelbau Felsberg ersetzt, das auf drei Manualen und Pedal 31 klingende Register aufweist.

1738 wurde anstelle eines hölzernen Musikchores die jetzige Orgelempore durch Baumeister LEOPOLD WISSGRILL eingezogen. Die neue Paul-Peuerl-Orgel, die insgesamt achte Orgel der Georgskirche, konnte am 28. September 2003 geweiht werden. Benannt ist sie nach dem Komponisten und Orgelbauer Paul Peuerl, der im frühen 17. Jahrhundert als Organist von St. Georg in Horn wirkte.

Anton und Johann Pfliegler-Orgel 1806, Werk: Orgelbau Felsberg 2003

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Die reich verzierte Rokokokanzel kam 1772 anstelle der heute in St. Stephan aufgestellten gotischen Steinkanzel in die Kirche. Gestaltet wurde sie vom Zwettler Bildhauer IGNAZ STEINHOFFER und dem Tischlermeister JOSEF POCKFUSS. Den Schalldeckel krönt ein Engel mit Posaune und Kreuz. Das vergoldete Schnitzrelief am Kanzelkorb zeigt Christus im Tempel, jenes an der Rückwand die Predigt des Paulus-Szenen, die an die ursprüngliche Funktion der Kanzel als Ort der Evangelienverkündigung erinnern.

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Rechtes Seitenaltarbild Schwarze Madonna von Altbrünn von Martin Johann Schmidt (1779)

 Horn im Waldviertel (NÖ), August 2023

Die Kirche verfügt über zwei im Jahr 1779 geschaffene Werke des bedeutenden niederösterreichischen Barockmalers MARTIN JOHANN SCHMIDT, genannt „Kremser Schmidt". Das eine ziert den rechten Seitenaltar und stellt die Schwarze Madonna von Czenstochau dar, begleitet von den Statuen der christlichen Tugenden Caritas (Liebe; links, mit Kind) und Fides (Glaube); das andere Bild zeigt die hl. Thekla, eine frühchristliche Märtyrerin, und ist an der linken Wand nahe der Kanzel angebracht.

Im Zuge der 1999 durchgeführten Innenrenovierung wurde im Jahr 2000 der neue Taufbrunnen von MICHAEL ÖLLINGER aufgestellt; sein Renaissance-Vorgänger von 1598 kann nun in den Museen der Stadt Horn besichtigt werden. Die Kreuzwegbilder stammen aus der Schule des Kremser Schmidt (Ende 18. Jh.).

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Anlässlich der Pestepidemie 1679, der 200 Bewohner Horns zum Opfer fielen, wurde auf dem Kirchenplatz eine Mariensäule als Pestsäule errichtet. Am Sockel die Pestheiligen Rosalia, Rochus und Sebastian.

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Sgraffitohaus, Kirchenplatz 3 - Bezirksgericht Horn
Das Sgraffitohaus aus der 2. Hälfte des 16. Jh. (Bauinschrift 1587) war das aufwändigste der damals aus- oder aufgebauten Häuser reicher Stadtbürger (hier der Kaufmannsfamilie Zierckh). Die Bilder der durch etliche Restaurierungen veränderten Fassade spiegelt den Zeitgeist der reformatorischen Epoche wieder.
Drei Stück aus der originalen Bebilderung befinden sich im Museum. In den Jahren 1767 - 1850 diente das Gebäude als Rathaus und beherbergt seit 1850 das Bezirksgericht.

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Ehemaliges Piaristenkonvikt und Piaristenkirche
Das Gebäude, das 1657 den Piaristen zur Errichtung ihrer Schule überlassen wurde, ist gegen 1590 als Witwensitz der Familie Puchheim errichtet worden. Trotz Hinzufügung des Traktes an der vierten Seite stellt es einen der schönen Renaissancebauten dar. Bis 1872 war ein Gymnasium der Piaristen, bis 1960 ein öffentliches Gymnasium untergebracht. Seither dient es als Kunsthaus Horn, 2009 wurde der Bau für die Landesausstellung renoviert, die auch Nachnutzungsmöglichkeiten geschaffen hat. Frühbarocke Piaristenkirche (1658) mit Hochaltarbild von Kremser Schmidt (Hl. Antonius von Padua, 1777) die nach wie vor dem Gottesdienst dient.

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Ehemalige Niederlassung der Piaristen. Die dem Hl. Antonius geweihte Barockkirche wurde von 1658 bis 1662 erbaut. Das mit der Piaristenkirche baulich verbundene Gebäude wurde schon 1590 als Puechheimscher Witwensitz erbaut.

Der frühbarocke Saalraum zeigt eine klar gegliederte, schlichte Architektur: das breite, mit einer Stichkappentonne gewölbte und durch seitliche Pilasterpaare mit Gesims gegliederte Kirchenschiff geht östlich in den deutlich schmäleren und niedrigeren Chor über. Der breite Triumphbogen trägt eine Psalmeninschrift.

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An der gemauerten Emporenbrüstung weist eine Tafel mit lateinischer Inschrift aus dem Jahr 1675 auf die damals erfolgte Kirchenweihe durch den Bischof von Passau hin.
Die Orgel errichtete FRANZ CAPEK (Krems) im Jahr 1897; der neubarocke Prospekt stammt von 1905. Damals wurde die Orgel umgebaut und vergrößert.

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Der hohe, spätbarocke Hochaltar aus Stuckmarmor füllt die Chorapsis zur Gänze aus. Er wurde 1768 errichtet und 1777 umgestaltet. Aus diesem Jahr 1777 stammt auch das künstlerisch wertvolle Hauptbild aus der reifen Schaffensphase des MARTIN JOHANN SCHMIDT (vgl. auch Georgskirche). Es zeigt den hl. Antonius von Padua kniend vor Maria mit dem Jesuskind. Die Darstellung bezieht sich auf die legendäre Vision des Franziskanerheiligen, dem das (in manchen Darstellungen von Maria gereichte) Jesuskind erschienen sein soll. Das Bild flankieren als Statuen zwei weiß-gold gefasste Frauengestalten, die das Alte (rechts) und Neue Testament symbolisieren.

Hl. Antonius von Padua, Hochaltarbild von Martin Johann Schmidt

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Die etwas schlichter als der Hochaltar gestalteten, im Aufbau vornehm-klassizistischen Seitenaltäre aus der Zeit um 1775 besitzen barocke Bilder, die links Christus beim Verhör vor dem Hohepriester Annas bzw. rechts den hl. Sebastian darstellen.

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Eine künstlerische Besonderheit der Kirche sind auch die reichen Schnitzarbeiten am 1723 ausgeführten Kommuniongitter, den vorderen Kirchenbänken und der Holzbalustrade an der Orgelempore. Ihr Schöpfer ist ein Elsässer Künstler, MATTHIAS FIESS aus Colmar.

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GESCHICHTLICHE ÜBERSICHT
1657 Berufung der Piaristen nach Horn und Stiftung eines Klosters und eines Gymnasiums durch Reichsvicekanzler Ferdinand Sigismund Graf Kurz von Senftenau
1658-1662 Bau der Piaristenkirche, geweiht dem Hl. Antonius von Padua.
1675 Kirchweihe durch den Bischof von Passau
um 1680 Weiß bemalte Holzstatuen in den Mauernischen: Maria mit dem Kind und die Kirchenväter
1688 Errichtung der Kreuzkapelle
1723 Schnitzarbeiten an Speisegitter, Kirchenbänken und Empore von Matthias Fiess aus Kolmar
1777 Hochaltarbild: Hl. Antonius von Padua kniend vor Maria mit dem Kind von Martin Johann Schmidt („Kremser Schmidt")
1827 Ein Großbrand in Horn vernichtet auch den Kirchturm sowie die Dächer der Kirche und des Kollegiums.
1847 Errichtung des Kirchturms in heutiger Form.
1866 Neobarocke Kanzel
1867 Weihe der „Antonius-Glocke", die als einzige Glocke bis heute erhalten ist.
1905 Alte Orgel aus 1747 wird von der Firma Franz Capek aus Krems durch neue pneumatische Orgel ersetzt.
1932 Stiftung der Glasfenster im Kirchenschiff
1986-1988 Umbau des ehemaligen Piaristenklosters und Gymnasiums zum heutigen Kunsthaus.
1999-2005 Umfassende Restaurierung, beginnend mit Erneuerung des Kirchendaches, dann Ausmalen aller Innenräume, Restaurierung der drei Altarbilder, Einbau eines elektrischen Läutwerkes, Orgelreparatur und zuletzt Erneuerung der Kirchenfassade und Einbau einer Turmuhr mit Funkbetrieb.

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Hauptplatz von Horn mit Piaristenkirche und Pfarrkirche St. Georg

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Schloss Horn
Am Zusammenfluss von Mödringbach und Taffa liegt an der Südostecke der Stadt das Horner Schloss, einbezogen in die Stadtbefestigung. Die mittelalterliche Stadtburg veränderte ihr Aussehen durch Umbauten bis ins 19. Jh. An die bauliche Erweiterung von 1593 unter Hans (IX.) von Puchheim erinnert die aus Bibelzitaten zusammengesetzte Inschrifttafel im Hof, über dem Tor.

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Der mehrgeschoßige Bau in der südöstlichen Ecke der befestigten Stadt weist im Hof einen mittelalterlichen Kern auf (Diebsturm). Die einst prächtige Renaissancefassade an der Nordseite musste wegen Baufälligkeit um die Mitte des 19. Jhs. erneuert werden. Seit 1679 befindet sich das Schloss im Besitz der Grafen von Hoyos.

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Die Arkaden des Landgerichtes (1591) neben dem Horner Schloss sind das schönste Zeugnis der Renaissance in Horn. Sie weisen die Puchheimer als kunstsinnige Bauherren dieser Stadt aus. Auch die Erneuerung der mittelalterlichen Stadtmauern und der Umbau des Schlosses schon ab den 30er Jahren des 16. Jh. sind Beispiele für die bauliche Tätigkeit dieser Familie. In die Zeit der Puchheimer fällt der Höhepunkt des Protestantismus in der Herrschaft Horn und im Land. 1608 versammelten sich die evangelischen Stände hier in der Stadt und schlossen ein Bündnis zur Verteidigung von Religion und Rechten: Horn wurde zum Symbol der ständischen Politik gegen die katholischen und zentralistischen Landesherren und entwickelte sich bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges zu einer kulturell und wirtschaftlich blühenden Stadt. Nach der Weigerung Reicharts von Puchheim, dem neuen Kaiser Ferdinand II. die Erbhuldigung zu leisten (1620), wurde er geächtet, und die Herren von Puchheim verloren Stadt und Herrschaft Horn.

An die bauliche Erweiterung des Schlosses unter Hans von Puchheim ab 1539 erinnert die Inschrifttafel im Hof über der Toreinfahrt. Der letzte Satz dieser Inschrift zeigt das damalige Herren-Untertanverhältnis - Treue und Gehorsam auf der einen, Schutz und Fürsorge auf der anderen Seite: „Sei untertan der Obrigkeit, denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; sie dient Gott damit."

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Bürgerspital (Museum)
Stephan der Weykerstorffer und seine Frau Katharina, Bürger von Horn, stifteten am 3. Jänner 1395 ein Spital für zwölf arme und kranke Menschen. In der Kapelle (Ende 14. Jahrhundert erbaut), befinden sich ein Dreikönigsfresko und ein Sternrippengewölbe (1460 nach einem Brand erneuert). Nach verschiedenen Funktionen (Krankenhaus, Altersheim) 1965-1973 zum Museum umgebaut.

Ehemaliges Bürgerspital: Gestiftet um 1395. Der umfangreiche mehrmals umgebaute Gebäudekomplex beinhaltet auch eine kleine Kapelle aus dem 15. Jahrhundert. Seit 1973 sind hier die Museen der Stadt Horn untergebracht.

 Horn im Waldviertel (NÖ), August 2023

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Begründet von P. Benedikt Frey wurde das Katholische Vereinshaus 1908 feierlich eröffnet. Es wurde als „Ort geselliger Unterhaltungen“ bezeichnet. Ein reges Veranstaltungsprogramm organisierten seit dieser Zeit zahlreiche Horner Vereine aller Sparten. Das Haus wurde seither immer wieder aus- und umgebaut und durch den Zubau eines kleinen Saales ergänzt.

Vereinshaus Stadtgemeinde Horn in der Robert-Hamerling-Straße

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Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag, kann sich gerne dieses Video antun: