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Das Deutschmeisterpalais, erbaut von Theophil von Hansen für den Habsburger Erzherzog Wilhelm, und das Palais Colloredo-Mannsfeld an der Wiener Ringstraße dienen heute als Hauptsitz des Organization of the Petroleum Exporting Countries (OPEC) Fund for International Development, der seit 1981 am Parkring ansässig ist. Der Besuch der sonst nicht für die Öffentlichkeit zugänglichen Gebäude bietet die Gelegenheit, prachtvoll renovierte historische Räumlichkeiten und die Verbindung von Klassik und Moderne zu erleben.Am Tag des Denkmals 2026 wurden Führungen durch die Prunkräume und die ehemaligen Stallungen angeboten.

Das viergeschoßige Gebäude an der Adresse Parkring 8 war einer der
frühesten Ringstraßenbauten. Bauherr war Erzherzog Wilhelm (1827–1894),
der Hochmeister des Deutschen Ordens. 1870 verkaufte der Erzherzog das
Palais an den Deutschen Orden. 1938 bis 1945 war es Sitz der Wiener
SS-Zentrale, 1945 bis 1974 diente es als Bundespolizeidirektion Wien.
1981 wurde das seit 1975 leerstehende Gebäude vom OPEC Fund (OFID)
erworben und durch das Architekturbüro Georg Lippert bis 1983 aufwändig
umgestaltet. Dabei wurden die Repräsentationsräume ihrem ursprünglichen
Zustand angenähert, allerdings kam es zu einem Dachgeschoßausbau, der
de facto einer Aufstockung gleichkam.

Der OPEC-Fonds für Internationale Entwicklung (englisch OPEC Fund for
International Development; OPEC Fund, vormals OFID) ist eine
internationale Organisation zur Finanzierung von Entwicklungshilfe. Sie
wurde 1976 von den Mitgliedstaaten der Organisation erdölexportierender
Länder (OPEC) ins Leben gerufen.

Schmuck von der Republic of Indonesia

Palais Erzherzog Wilhelm, Prunkstiege

Das Palais Erzherzog Wilhelm (auch: Deutschmeister-Palais) ist ein vom
dänisch-österreichischen Architekten Theophil von Hansen 1864–1868
errichtetes, historistisches Gebäude der Wiener Ringstraße.

Das Hauptgebäude des Fonds an der Ringstraße im Herzen Wiens war
ursprünglich ein Privatpalais des österreichischen Erzherzogs Wilhelm
Franz Karl. Nach Plänen des Architekten Theophil von Hansen (1813–1891)
in den Jahren 1864 bis 1868 erbaut, wurde das Palais 1870 an den
Deutschritterorden verkauft und vom Großmeister, zuletzt Erzherzog
Eugen, als Hauptquartier genutzt.

Ab 1894 stand das Palais dem Großmeister wie auch den Deutschmeistern
unter dem Namen Palais Deutschmeister als Residenz zur Verfügung. Nach
Auflösung des Deutschritterordens im Jahr 1938 wurde das Gebäude von
den deutschen Nationalsozialisten in Besitz genommen, die es 1942 den
Polizeibehörden übergaben. So diente das Palais von 1945 bis 1975 als
Hauptquartier der Wiener Polizeidirektion. Das Gebäude war lange Zeit
ungenutzt, bevor es schließlich vom OPEC-Fonds erworben wurde.




Im Inneren ist ein besonders reich dekorierter Salon mit zwei
dunkelgrünen Marmorsäulen als Raumteiler, schwarzem Marmorsockel und
rosa Wandfeldern sowie Kassettendecke und der Speisesaal mit
angrenzendem Buffet zu nennen.





Erzherzog Wilhelm Franz Karl von Habsburg-Lothringen (1827 - 1894) war
der vierte Sohn von Feldmarschall Erzherzog Karl von Österreich-Teschen
und Prinzessin Henriette Alexandrine von Nassau-Weilburg.


Wilhelm war Bauherr eines der ersten an der neu angelegten Wiener
Ringstraße erbauten Palais, des Palais Erzherzog Wilhelm. Theophil
Hansen errichtete es im Auftrag des Erzherzogs von 1864 bis 1868
gegenüber dem Stadtpark. 1870 verkaufte Wilhelm das Palais an den
Deutschen Orden, bewohnte es als Hochmeister aber weiterhin selbst.
Seit damals wurde das Gebäude auch als Deutschmeister-Palais bezeichnet.

Palais Erzherzog Wilhelm, ehemaliger Festsaal (heute Sitzungssaal OFID)

Palais Erzherzog Wilhelm, ehemaliger Festsaal (heute Sitzungssaal OFID)


Die Frieszone ist mit Wappen der Großmeister auf schwarzem Grund und
vergoldeten Rankenmotiven geschmückt. Den Abschluss bildet eine reich
vergoldete Kassettendecke.

Türgriff für W wie Wilhelm




Das Palais zählt zu den bedeutendsten und dank der vorbildlichen
Restaurierung zu den am besten erhaltenen Ringstraßenpalais. Der Bau
ist in einen fünfgeschoßigen Mittelrisalit und um ein Geschoß
niedrigere Seitentrakte gegliedert. In einer zweigeschoßigen,
gequaderten Sockelzone führen drei hohe Rundbogenportale zur
zweiläufigen Prunkstiege und weiter zu den ehemaligen Stallungen. In
der Beletage ist der Risalit mit einer ionischen Kolonnade mit
Balustrade geschmückt. An der seitlichen Fassade stehen kannelierte
Pilaster mit ionischen Kapitellen zwischen den Fensterachsen. Die
Fenster sind mit Dreiecksgiebeln auf Konsolen verdacht.

Ein durchlaufender Fries im Attikageschoß zeigt die Wappen der
Großmeister des Ordens. Sechs Ordensherolde tragen die reich
verkröpften und mit Trophäen besetzten Postamente einer Balustrade. Auf
den Postamenten der Balustrade der Seitentrakte stehen sechs Statuen
von Ordensgroßmeistern, geschaffen von Josef Gasser. Die Rückseite des
Palais zur Cobdengasse ist im Unterschied zur Schauseite zum Parkring
sehr schlicht gestaltet.

Mit Stand von 2022 hatte der OPEC-Fonds für Internationale Entwicklung 12 Mitgliedsstaaten:
Algerien, Ecuador, Gabun, Indonesien,
Iran, Irak, Kuwait, Libyen, Nigeria,
Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Venezuela

Pferdestall



Stiegenhaus

Übergang zum Palais Colloredo-Mannsfeld

Das an drei Seiten freistehende, von Parkring, Zedlitzgasse und
Cobdengasse gesäumte Palais grenzt an der vierten, südwestlichen Seite
an das Palais Erzherzog Wilhelm. Es wurde im Jahre 1865 von Johann
Romano von Ringe und August Schwendenwein von Lanauberg für das
Fürstengeschlecht Colloredo-Mansfeld in streng historistischem Stil in
Form der Wiener Neorenaissance erbaut.
