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Scheibbs ist eine Bezirkshauptstadt in der
niederösterreichischen Eisenwurzen im Mostviertel. Das Gemeindegebiet
erstreckt sich über einen großen Teil des mittleren Erlauftals. Die
Stadt Scheibbs liegt an der Großen Erlauf, die bei Pöchlarn in die
Donau mündet, der die Region beherrschende Ötscher ist meist in
Sichtweite. Katholische Pfarrkirche Scheibbs hl. Magdalena, Klosterkirche St. Barbara und das Keramikmuseum wurden besucht.
Das Keramikmusem Scheibbs zeigt Jugendstil- und Art-Deco-Objekte und
expressive Kunstkeramik aus Scheibbs. An Stelle des heutigen Museums
stand schon um 1550 der „Heyberg-Hammer“, der um 1860/70 in eine
Eisenfabrik für Wagenachsen und Gusseisen umgewandelt wurde. Von 1924
bis 2004 beherbergte das Gebäude die Keramikproduktion. Alle der rund
2.500 ausgestellten Objekte wurden hier erzeugt.

Aussichtsplattform beim Scheibbser Keramikmuseum
An der Stelle der alten Holzbrücke wurde im Zuge des Kraftwerksneubaus
eine neue Aussichtsplattform geschaffen, die einen tollen Ausblick auf
die Erlaufschlucht, neue Brücke und Kraftwerk ermöglicht.

Steghof: herrschaftliches Anwesen aus dem Jahr 1316
Der Steghof ist ein herrschaftliches Anwesen aus dem Mittelalter und
liegt direkt am linken Erlaufufer nordwestlich des Stadtzentrums der
Stadtgemeinde Scheibbs im Bezirk Scheibbs in Niederösterreich. Der Name
Steghof bezieht sich auf den Erlaufübergang vor dem Gebäude,
ursprünglich ein Holzsteg, der 1554 durch eine steinerne Brücke, die
Römerbrücke, ersetzt wurde.

Klosterkirche St. Barbara, die 1678 bis 1684 mit dazugehörigen Kloster
von den Gaminger Kartäusern errichtet wurde. Es ist dies eine einfache
barocke Kapuzinerkirche, die Hochaltarbilder von Martin Johann Schmidt
(„Kremser Schmidt“) aufweist.

Die Klosterkirche Scheibbs, die der heiligen Barbara geweiht ist, liegt
am Kapuzinerplatz im niederösterreichischen Scheibbs und ist die zweite
katholische Kirche der Pfarre Scheibbs, neben der Stadtpfarrkirche. Sie
bildet ein Ensemble mit dem dazugehörigen Kloster, das heute ein
Internat und eine Krankenpflegeschule beherbergt.

Sowohl Hochaltar- als auch beide Nebenaltarbilder stammen von Kremser Schmidt.

ie Orgel der Klosterkirche St. Barbara wurde 2010 von der Haager
Orgelbauwerkstatt Pieringer unter Einbeziehung des historischen
Gehäuses von Max Jakob errichtet. Sie verfügt über 17 Register auf drei
Manualen (eines davon als Koppelmanual) und Pedal.

Kapuzinerkirche - Einst Standort der ersten Scheibbser Schießstätte
Die Klosterkirche ist der heiligen Barbara geweiht und hat, wie bei
Ordenskirchen üblich, keinen Turm, sondern nur einen Dachreiter. Die
Einrichtung ist barock, die Altarbilder stammen aus der Schule des
„Kremser Schmidt". Alljährlich zur Weihnachtszeit wird hier eine Krippe
mit lebensgroßen Figuren aufgestellt, die vom Scheibbser Bildhauer
Josef Schagerl 1912/13 gestaltet wurden. Vor dem Klosterbau stand an
dieser Stelle ab 1568 die erste Scheibbser Schießstätte.

Kapuzinerkloster - Ehemaliges Kloster aus der Zeit der Gegenreformation
1678 erfolgte die Grundsteinlegung für das Kapuzinerkloster gegenüber
dem Wienertor. Zur Zeit der Gegenreformation sollte der katholische
Glaube gestärkt und der Protestantismus zurückgedrängt werden. Die
Kapuzinerpatres leisteten Aushilfe in vielen Pfarren im weiten Umkreis.
Zum Kloster gehörte ein weitläufiger, mit einer Mauer geschützter
Garten. Lange Zeit war das Kloster Ausbildungsort für Ordensleute aus
dem In- und Ausland. Seit 1995 ist es aus Personalmangel unbesetzt.
Heute beherbergt es die Scheibbser Jugendkultur-Initiative „Proberaum".

Die Kapuzinerkirche
Vor dem ehemaligen nördlichen Stadttor wurde in den Jahren 1678 1684
ein Kapuzinerkloster erbaut. Kirche und Kloster zeigen die für diesen
Orden verbindlichen, einfachen Bauformen. Die Kirchenfassade ist
schlicht gegliedert und besitzt ein schönes Portal aus einheimischem
Marmor. An Stelle eines Turmes hat die Kirche, wieder der
Ordenstradition entsprechend, einen Dachreiter. Das Innere der Kirche
stellt einen nüchternen, tonnengewölbten Saalraum mit quadratischem
Chor dar. An der Westseite ist eine Seitenkapelle zu Ehren des
Ordensvaters Franz von Assisi angebaut. Die Barockeinrichtung ist in
den Farben braun-weiß gehalten und verleiht dadurch dem Raum eine
gewisse Wärme.

Das Hochaltarbild zeigt die Enthauptung der heiligen Barbara, der
Kirchenpatronin, die ihre Erwählung dazu wohl dem Umstand zu verdanken
hat, dass die Kirche sich im Eisenwurzengebiet befindet. Das Oberbild
stellt die Krönung Mariens durch den Dreifaltigen Gott dar, und die
Bilder der Seitenaltäre die Heiligen Antonius von Padua und Sebastian.
Alle genannten Bilder stammen aus der Werkstatt des Martin Johann
Schmidt, auch bekannt unter dem Namen Kremser Schmidt.

Einfach und schlicht, aber in einer seltenen Geschlossenheit,
präsentiert sich auch die Einrichtung aus dem späten 18. Jahrhundert.
Da ist an den barocken Holzaltären keine Marmorierung zu sehen und
Vergoldungen sind nur im Bereich des Tabernakels zu finden. An die
Stelle des Goldes tritt z. B. bei den Kapitälen der Säulen eine
Kreidefassung. Die Antependien der Altäre zieren schöne
Einlegearbeiten. Gerade durch diese Gestaltung strömt der ganze
Kirchenraum eine gewisse Wärme aus.

Durch ein schönes, aus einheimischem Marmor errichtetes Portal gelangt
man in einen nüchternen tonnengewölbten Saalraum mit einem
quadratischen Chor. An der Westseite ist eine Seitenkapelle zu Ehren
des Ordensvaters Franz von Assisi angebaut.


Das Hochaltarbild, eine Darstellung der Enthauptung der HI. Barbara
(Kirchenpatronin), und die beiden Seitenaltarbilder (HI. Antonius, Hl.
Sebastian) stam-men aus der Schule des Martin Johann Schmidt, besser
bekannt unter dem Namen „Kremser Schmidt". Bis zum Jahr 1995 haben die
Kapuziner für die Stadt und die Region segensreich gewirkt, aus
Personal-mangel ist das Kapuzinerkloster Scheibbs seit diesem Jahr
nicht mehr besetzt, die Pfarre nutzt die Kirche als Filialkirche für
regelmäßige Gottesdienste. Sehr beliebt ist die Krippe mit den
überlebensgroßen Figuren von Josef Schagerl aus dem Jahr 1913.


Hauptstraße in Scheibbs

Eisen- und Provianthandelshaus - Später Wirtshaus „Zur Weißen Rose"
Mit der Biedermeierfassade und dem Renaissance-Erker ist dieses Haus
besonders typisch für die zwölf Eisen-und Provianthandelshäuser in
Scheibbs. Nach der Hochblüte des Handels war hier das Wirtshaus „Zur
Weißen Rose" mit seinem Gastgarten und Ballsaal das Stammlokal des 1862
gegründeten Männergesangsvereines.
Proviant bringt Wohlstand - Lebensmittel aus dem Proviantbezirk gegen Eisen vom Erzberg
1538 wurde Scheibbs - wie auch Waidhofen und Steyr - zum Hauptmarkt
eines Widmungsbezirks: Zur Versorgung der Arbeiter am Erzberg mussten
die Bauern im Umkreis von 30 Kilometern Nahrungsmittel nach Scheibbs
liefern. Dieser „Proviant" wurde dann mit Pferdefuhrwerken zum Erzberg
transportiert, gegen Eisen-Halbwaren getauscht und diese wieder zur
„Kaiserlichen Eisencamer" nach Scheibbs gebracht. Diese
Proviantlieferungen waren dem Herrscherhaus so wichtig, dass Scheibbs
von Einquartierungen militärischer Truppen zum Großteil verschont blieb.

Sgraffitohaus - Buntes Marktleben
Das Sgraffito auf diesem bereits 1593 urkundlich erwähnten
Eisenhandelshaus zeigt die Stadt umschlossen von der festen Wehrmauer
mit Türmen und Toren. Ein Ochsenwagen führt Getreide auf den
„Scheibbser Traydmarkt". Fuhrleute bringen mit schwerem Pferdegespann
Raueisen aus der Eisenwurzen, ein Kreunzenwagen aus geflochtener Weide
liefert Holzkohle für die Eisenverarbeitung. Auf ihrem Rückweg zum
Erzberg werden die Fuhrleute „Proviant" wie Getreide, Schmalz und Most
mitnehmen. Die Pferdekutsche fährt Herrschaften zu den Kartäuserämtern
nach Scheibbs.

Hauszeichen „ Zum Bären“
Schmiedeeiserner Ausleger von 1750 am Haus des Marktrichters, Bäckers
und Gastwirt zum schwarzen Bären in Scheibbs, Niederösterreich, der von
Kaiser Karl VI. 1718 die Zunftrechte erhielt.

Scheibbser Metzen als Eichmaß
1574 war der „Scheibbser Metzen" als Eichmaß an der Fassade angebracht.
Der Metzen war das österreichische Hohlmaß für feste Stoffe wie
Getreide, Salz oder Mehl und zunächst nicht genormt. Als Handelszentrum
der Region hatte auch Scheibbs seinen eigenen Metzen. Der „Traydmarkt"
(Getreidemarkt) erstreckte sich hier zwischen Flecknertorgasse und
Rathausstiege. Am anschließenden Oberen Markt handelte man vor allem
mit Schmalz. Aus den Kellergewölben der heutigen Dietmayrgasse wurde
Fleisch feilgeboten.
Biedermeierfassade in der Hauptstraße im Bereich des Traydmarkts

Abt Berthold Dietmayr-Gasse in Scheibbs

Herzog Albrecht II. verfügte 1352, „dass derselbe Marckt Scheibs fürbass wölle ewiglich genannt sein eine Statt".
Scheibbs erhielt auch besondere Marktrechte.
Das Rathaus - Von den Marktrichtern zu den Bürgermeistern
1583 erwarben die Scheibbser Bürger dieses Rathaus. Bis dahin hielt man
die Ratsgeschäfte im Haus des jeweiligen Marktrichters ab, der die
heutige Funktion eines Bürgermeisters ausübte. Ihm zur Seite standen
acht Räte, Geschworene genannt. Ratsbürger konnten nur jene werden, die
ein Haus in der Stadt besaßen und ein Gewerbe ausübten. Der Prior der
Kartause Gaming musste zur Bestellung des Marktrichters seine
Zustimmung geben. Seit 1850 lenken Bürgermeister die Geschicke der
Stadt und seit diesem Jahr ist Scheibbs auch Bezirkshauptstadt.
Johannes-Nepomuk-Säule am Rathausplatz in Scheibbs
Wo einst der Pranger stand, wurde 1722 die Johannessäule, das
kunstvolle Standbild des heiligen Johannes von Nepomuk, errichtet. Er
wird als einziger Heiliger außer Maria mit einem Sternenkranz
dargestellt. Über dem reich verzierten, mit Steinvasen und Steinpinien
geschmückten Sockel erhebt sich eine mit Puttiköpfen besetzte
Wolkensäule, die die lebensgroße Statue trägt. Der mittelalterliche
Pranger war 1711 von einem Zyklon zerstört worden.

Pfarrkirche zur heiligen Maria Magdalena. Gründung der Pfarre 1322. Als Pfarrvikariat bereits 1171.
Spätgotischer Hallenbau nach 1500. Turmausbau 1609. Barocke Einrichtung.

Die Pfarrkirche - Eine der größten Hallenkirchen Niederösterreichs
Der „Dom des Erlauftals", wie die Pfarrkirche zur heiligen Magdalena
auch genannt wird, zeugt vom Wohlstand der Scheibbser Bürger zur
Hochblüte des Eisen- und Provianthandels. Die spätgotische,
dreischiffige Hallenkirche wurde Anfang des 16. Jh. erbaut, ab dem 17.
Jh. prachtvoll barockisiert und um vier Seitenkapellen erweitert.
Schon im 12. Jh. hatte Konrad I. von Peilstein hier eine kleine
Filialkirche der Pfarre St. Leonhard am Forst errichtet, 1322 wurde
Scheibbs selbstständige Pfarre.

Katholische Pfarrkirche Scheibbs hl. Magdalena: Die dreischiffige,
spätgotische Hallenkirche, die in ihrer heutigen Form um 1500 errichtet
und 1726 barockisiert wurde, ist eine der größten Kirchen
Niederösterreichs. Sie besitzt einen prachtvoller Innenraum mit roten
Rundsäulen mit goldenen Barockkapitellen sowie ein kompliziertes, rot
erhöhtes Netzrippengewölbe, barocke Seitenkapelle von Joseph Munggenast.

Das Altarbild stellt die Kirchenpatronin, die hl. Maria Magdalena, dar:
hier gesehen als die Sünderin aus dem Lukasevangelium. Der Name des
Künstlers ist jedoch unbekannt. Die vier Glasfenster des Altarraums aus
den Jahren 1898 bis 1899 sind ebenfalls der Kirchenpatronin geweiht.
Das große Altargemälde stellt die Salbung Jesu durch die HI. Maria
Magdalena dar. Links und rechts sind überlebensgroße Heiligenstatuen:
Hl. Johannes der Täufer, Hl. Petrus auf der linken Seite, rechts der
Hl. Jakobus der Ältere und Johannes der Evangelist. Links vom Oberbild
die bedeutenden österreichischen Heiligen Leopold und Florian und
rechts die Pestheiligen Sebastian und Rochus. Die seitlichen Oratorien
bilden mit dem Hochaltar eine künstlerische Einheit.

Es handelt sich um eine jener spätgotischen Kirchen der
niederösterreichischen Eisenwurzenregion, die mit einem besonders
reichen Netzrippengewölbe ausgestattet wurden. Das Gewölbe ruht auf
Säulen mit Kompositkapitellen, die jedoch aus der Barockzeit stammen.
Der vieleckige Chor der Kirche bildet mit dem Langhaus eine
beeindruckende einheitliche Raumwirkung.

Bei einem Rundgang durch die Kirche erblickt man beachtenswerte barocke
Statuen, so an den vorderen Säulen die Figurengruppe Maria und der
Verkündungsengel, an zwei hinteren Säulen eine Ölbergszene und eine
Pietà. In der Barockzeit wurde der Kirchenraum durch den Anbau von vier
Seitenkapellen erweitert, an das linke Seitenschiff sind die
Anna-Kapelle und die Nikolaus-Kapelle angebaut. In letzterer beinhaltet
das Oberbild des Altars eine schöne Darstellung der vierzehn Nothelfer.
Auf der rechten Seite ist die Figur des Hl. Johannes Nepomuk, auf der
Weltkugel stehend, ebenfalls aus dem Jahr 1712. Er symbolisiert die
Vollmacht der Sündenvergebung, die der Kirche übertragen ist.

Von der prunkvollen, barocken Kanzel auf der linken Seite aus dem Jahr
1712, wurde bis in die Zeit des 2. Vatikanischen Konzils (1965) die
Predigt gehalten. Die Kanzel ist ungemein prunkvoll gestaltet und hat
als künstlerisches Gegengewicht eine im Aufbau gleich konzipierte
Darstellung des hl. Nepomuk.



Blickt man vom Altarbereich in den Kirchenraum zurück, fällt das
barocke Orgelprospekt mit den musizierenden Engeln auf. Ein
wunderschönes Gegenstück zum barocken Hochaltar ist die Orgel.
Das Orgelgehäuse aus der Zeit des Hochbarock zählt zu den schönsten in
Niederösterreich. Es ist anzunehmen, dass nach dem großen Brand der
Kirche im Jahr 1645 wieder eine Orgel aufgestellt wurde. Die jetzige
Orgel wurde im Jahr 1796 aus dem aufgelassenen Minoritenkloster in
Stein nach Scheibbs gebracht. Sie wurde von Ignaz Gatto d. J. erbaut.
Im Laufe der Jahre erfuhr sie verschiedenste Umbauten. Im Jahr 1999
wurde sie vom Strassburger Orgelbaumeister Daniel Kern unter
Beibehaltung des alten Gehäuses fachgerecht restauriert und den
Erfordernissen der heutigen Zeit angepasst. Sie hat 24 Register, 1664
Pfeifen, davon 140 noch aus der alten Orgel.

1643 wurde in Scheibbs die Rosenkranzbruderschaft gegründet. Der seit
1618 andauernde Dreißigjährige Krieg führt zu mehr Gottessuchenden. Die
Mitglieder der „Erzbruderschaft Jesus und Maria des Allerheiligsten
Rosenkranzes“ verpflichteten sich zu bestimmten Andachtsübungen und
werktätiger Nächstenhilfe. Nicht nur aus Scheibbs, bis ins Ybbstal, von
Purgstall, Ruprechtshofen und sogar Loosdorf und Waidhofen/Ybbs waren
Mitglieder vertreten. Durch Spenden und Legate wuchs das Vermögen
derart an, dass 1667 eine eigene Kapelle nördlich der Pfarrkirche
direkt am Rathausplatz an der ehemaligen Friedhofsmauer errichtet
wurde. 1782 wurde die Rosenkranzbruderschaft von Joseph II. aufgehoben.
Erst 1830 wurden das Bruderschaftsgebäude und der alte Friedhof
abgetragen.




Die an der Südseite des Langhauses befindliche Rosenkranzkapelle oder Marienkapelle
ist mit Stuckaturen und Fresken aus dem 17. Jahrhundert versehen. Auch
die übrige Ausstattung der Kirche, der Hochaltar sowie vier weitere
Altäre stammen aus der Barockzeit, sie entstanden in der Zeit um 1704.
Der zweigeschoßige Hochaltar aus derselben Zeit bildet mit den
seitlichen Oratorien eine künstlerische Einheit.
Die barocke Marienkapelle vom Joseph Munggenast ist eine bauliche
Erweiterung des Kirchenraumes noch Norden hin und weist
Stuckverzierungen und Darstellungen von Anrufungen der Lauretanischen
Litanei auf. Das Muttergottesbild in der Marienkapelle ist spätgotisch,
das Mittelfresko im Gewölbe zeigt uns eine thronende Madonna mit dem
Jesuskind und die Seeschlacht von Lepanto, schrieb man ja den Sieg über
die Türkei am 7. Oktober 1571 dem Rosenkranzgebet zu.
Sie war ursprünglich die Kapelle der Rosenkranzbruderschaft. Sehr schön
ist das Gewölbe mit Stuckdekor und Darstellungen der Lauretanischen
Litanei. In ihren Ursprüngen stammt die Marienkapelle aus der 2. Hälfte
des 17. Jahrhunderts, die Grundsteinlegung der neuen Marienkapelle
erfolgte im Jahr 1726. Herzstück ist eine spätgotische Madonna, die auf
wunderbare Weise den großen Brand 1645 überstanden hat. An den
Seitenwänden sind noch eine barocke Marienskulptur & ein barocker
„Gnadenstuhl" (Darstellung der Dreifaltigkeit) angebracht.

An das rechte Seitenschiff ist eine Kapelle, die das Gedenken an die
Verstorbenen wachhalten soll, angefügt: die Arme-Seelen-Kapelle.
Die Kreuzkapelle oder „Armenseelenkapelle"
Wir glauben in besonderer Weise an das Erlösungswerk Jesu in seinem
Sterben am Kreuz und in seiner Auferstehung. Dadurch haben wir Hoffnung
über den Tod hinaus. Und diese Hoffnung ist auch die Grundlage unseres
Betens für die Verstorbenen.

Die Annakapelle
Der Altar ist der Hl. Anna geweiht. Auf dem Altarbild sehen wir den Hl.
Joachim und die Hl. Anna und Maria als kleines Kind. Im Aufsatzbild
eine Darstellung der Nothelfer. Links und rechts sind Statuen des Hl.
Leopold und der Hl. Kunigunde.

Das Grundsakrament als Sakrament der Eingliederung in die Kirche ist
das Sakrament der Taufe. Der zentralen Bedeutung dieses Sakramentes
wurde insofern Rechnung getragen, dass im Zuge der Innenrenovierung im
Jahr 2004 das wertvolle Taufbecken aus dem Jahr 1632 in den Altarraum
gestellt wurde.

Im Langhaus der Kirche sind Hochwandfresken aus dem 18. Jahrhundert.
Sie stellen die Geburt Jesu, seinen Tod und seine Auferstehung und die
Herabkunft des Hl. Geistes dar. Sie sind also Darstellungen der
Festgeheimnisse der Hochfeste des Kirchenjahres Weihnachten, Ostern und
Pfingsten.
Im Kirchenraum befinden sich noch barockisierende Statuen (Hl. Judas
Thaddäus, Hl. Notburga, Hl. Josef, Hl. Antonius) vorwiegend aus dem 20.
Jahrhundert von Bildhauer Josef Schagerl (1872-1953). Er stammte aus
Peutenburg im Pfarrgebiet.


Die Kreuzwegstationen stammen aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Außerhalb der Kirche rechts seitlich befindet sich zwischen
Kirchengebäude und dem ehemaligen Totengräberhaus eine überlebensgroße,
verglaste Ölbergdarstellung aus dem 17. Jahrhundert. Der Scheibbser
Pfarrer Oswald Baumer ließ diese Darstellung für jene Gläubigen
errichten, die des Lesens nicht mächtig waren.
Ölberg - Für seine Mitbürger,
die des Lesens und Schreibens nicht kundig waren, ließ der Scheibbser
Pfarrer Oswald Baumer im 17. Jahrhundert diese Ölberg-Darstellung
errichten.

Schloss Scheibbs - Am höchsten Punkt der Scheibbser Altstadt
Schon römische Legionäre hatten auf diesem günstig gelegenen Platz
einen Unterstand. Im Mittelalter stand hier eine Burg als Zentrum einer
Handwerkersiedlung. Konrad I. von Peilstein machte das „Gemäuer" zum
Verwaltungszentrum seiner Herrschaft. Sein Lehensmann war damals Otto
de Scibes - auf ihn kann der Name „Scheibbs" nach einer urkundlichen
Erwähnung 1160 zurückgeführt werden. 1338 ging Scheibbs an den
Kartäuserorden von Gaming, der die Burg als Verwaltungssitz für seine
umfangreichen Besitztümer ausbaute.
Von der Burg zum Schloss
Nach der Stadterhebung 1352 begann der Bau der Befestigungsanlage, die
Burg war ein wesentlicher Teil davon. 1611 baute die Kartause Gaming
das Gebäude großzügig zum vierflügeligen Schloss um. 1782 wurde die
Kartause Gaming aufgehoben, das Schloss wechselte in der Folge mehrfach
den Eigentümer. 1867 erwarb der Hammerherr und Industrielle Andreas
Töpper Herrschaft und Schloss und ließ zum Rathausplatz hin einen
repräsentativen Zubau mit großer Einfahrt und Balkon errichten. Seit
dieser Zeit sind hier das Bezirksgericht und die Bezirkshauptmannschaft
untergebracht. 1953 erwarb das Land Niederösterreich die gesamte
Liegenschaft. Im stimmungsvollen Arkadenhof finden immer wieder
Konzerte statt.

König Ferdinand I. verlieh 1537 „Scheybs" in besonderer Anerkennung der mannhaften Türkenabwehr 1529 und
1532 dieses obige Renaissance-Wappen.
Das Stadtwappen
Anlässlich der Stadterhebung im Jahr 1926 ließ Bürgermeister Rudolf
Radinger über Initiative des Sparkassenchefs Wilhelm Löwenstein das aus
25 Keramikplatten zusammengesetzte, 120 x 150 cm große Wappenbild am
Rathaus anbringen. Das Modell wurde von dem Keramiker Johann Illek und
seinem Sohn Alois Illek in der Tonindustrie Scheibbs privat angefertigt
und von deren Gründer und Betreiber Ludwig Weinbrenner der Stadt
Scheibbs zur Stadterhebung 1926 geschenkt. Als Vorlage diente das
Wappenbild von 1537. Die drei Schützenscheiben nehmen auf die tapfere
Verteidigung der Stadt durch ihre Bürger Bezug. Der wilde, bärtige Mann
mit dem Helmbusch diente lediglich zur Ausschmückung des Wappens. Das
unglasierte Modell befindet sich nebst weiteren 3.000 Objekten der
Tonindustrie im Keramikmuseum Scheibbs.
(Ich selbst würde die Anzahl der Keramikplatten mit 30 festlegen, aber was weiß ich schon...)

Der Scheibbser Rathausplatz

Zum Schwarzen Elefanten

Schützenscheibenmuseum - Kunstvoll bemalte Scheiben erzählen aus der Geschichte
Dieses Haus aus dem 15. Jahrhundert ist eines der ältesten Bürgerhäuser
der Stadt. Das kleine Museum im ersten Stock beherbergt die wertvollste
Sammlung bemalter Schützenscheiben im deutschsprachigen Raum.
Mehr als 200 Scheiben zeigen Szenen aus der Geschichte der Stadt und
der Schützengilde Scheibbs, berichten über große Ereignissen und auch
von Auseinandersetzungen mit der Obrigkeit.
Die Schützen von Scheibbs - Bürgerrecht und Bürgerpflichten
Wer das Bürgerrecht in der Stadt Scheibbs erringen wollte, musste auch
seine Fähigkeiten als Schütze unter Beweis stellen und regelmäßig in
geselligem Kreise üben. Durch das Schießen auf Holzscheiben wurde die
Treffsicherheit überprüft. Schon lange gab es in Scheibbs eine
Schießstatt, die nördlich des Wienertores lag. Im Jahr 1568 wurde die
„Scheibbser Schützengmein" gegründet. Heute steht die 7. Schießstätte
bestens ausgestattet im nahen Burgerhofwald.

Das Brauchtum des Schützenwesens entstand aus dem so genannten
"Vogelschießen" - einem religiösen Ritual, das in der Gemeinschaft
Glück und Gesundheit bewirken sollte. Dabei wurde mit Armbrüsten auf
einen Holzvogel geschossen, der an der Spitze einer hohen Stange
befestigt war. Wer den letzten Teil herunterschoss, hatte also "den
Vogel abgeschossen" und war Sieger. Mit dem Aufkommen des Feuergewehrs
wurde auf Holzscheiben gezielt.
Die Scheibbser Schützengilde kann auf eine 430-jährige Geschichte
zurückblicken und zählt damit zu den ältesten derartigen Vereinen in
Niederösterreich. In den Ausstellungsräumen des Schützenscheibenmuseums
und im Archiv sind mehr als 200 Exponate ausgestellt, die
lokalgeschichtliche, aber auch politische und lustige Motive von 1670
bis in die Gegenwart zeigen.

Die Altstadtrunde führt mit kleinen Geschichten zurück in die Zeit, als
Scheibbs durch den Eisen- und Provianthandel aufblühte. Zur Versorgung
der Arbeiter am Erzberg wurden Lebensmittel aus dem bäuerlichen
Mostviertel zum Scheibbser Wochenmarkt und dann nach Eisenerz gebracht,
wo man sie gegen Eisen tauschte. Scheibbs gehörte damals zu den drei
bedeutendsten Städten rund um den Erzberg.

Kaiser Franz Josef Jubiläumsbrunnen
Der Kaiser-Franz-Joseph-Jubiläumsbrunnen wurde gemeinsam mit der ersten
zentralen Wasserleitung 1898 feierlich in Betrieb genommen. Gewidmet
wurde der Brunnen vor dem Rathaus Kaiser Franz Joseph zu seinem
50-jährigen Regierungsjubiläum. Die zentrale Wasserversorgung umfasste
nun 300 Wasserauslaufstellen zur Trink- und Brauchwassernutzung und
sechzehn Hydranten. Die Hygiene der alten Leitungen und der Quellen
dies- und jenseits der Erlauf war schon sehr unzureichend gewesen.

Ehem. Zwingerturm in der Burgerhofstraße

Das Hofrichterhaus - Geburtshaus von Berthold Dietmayr, Abt von Stift Melk
Nach dem großen Brand 1645 wurde dieses Haus von der Kartause Gaming
für das Hofgericht erbaut. Der Hofrichter hatte ähnliche Aufgaben wie
heute der Bezirksrichter und Bezirkshauptmann. Ihm unterstanden auch
die vielen weltlichen Beschäftigten der Kartause. Berthold Dietmayr,
der spätere berühmte Abt des Stiftes Melk, wurde hier als Sohn eines
Hofrichters 1670 geboren. Er ließ Jakob Prandtauer das mittelalterliche
Kloster Melk neu errichten - als prachtvollen Barockbau.

Wilder Fluss - Schutz und Gefahr
Die Erlauf schützte einst das
Siedlungsgebiet als natürliche Barriere, verursachte aber durch schwere
Hochwässer auch immer wieder großen Schaden. Seit dem Jahr 1999 trifft
man bei drohendem Hochwasser wirksame Vorkehrungen: Aluminiumplatten
werden vor Einfahrten, Tür- und Fensteröffnungen sowie
Straßeneinmündungen dicht mit dem Mauerwerk verschraubt.

„Hintaus" - Lebensraum am Erlaufufer
Die mittelalterliche Stadtmauer stand ursprünglich direkt an der
Erlauf-Böschung und wurde immer wieder durch Hochwässer unterspült.
1897 baute man deshalb eine Kaimauer, die auf Holzpiloten ruhte. Die am
Kai „hintaus" entstandene Fläche nutzten die Bewohner als Hausgärten
und für kleine Stallungen, manche statteten ihre Häuser mit Balkons
aus. 1952 wurde die Gamingerstraße an Stelle des „Hintaus" errichtet.

Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun: