Scheibbs

an der Erlauf, Juni 2023

Scheibbs ist eine Bezirkshauptstadt in der niederösterreichischen Eisenwurzen im Mostviertel. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über einen großen Teil des mittleren Erlauftals. Die Stadt Scheibbs liegt an der Großen Erlauf, die bei Pöchlarn in die Donau mündet, der die Region beherrschende Ötscher ist meist in Sichtweite. Katholische Pfarrkirche Scheibbs hl. Magdalena, Klosterkirche St. Barbara und das Keramikmuseum wurden besucht.

Das Keramikmusem Scheibbs zeigt Jugendstil- und Art-Deco-Objekte und expressive Kunstkeramik aus Scheibbs. An Stelle des heutigen Museums stand schon um 1550 der „Heyberg-Hammer“, der um 1860/70 in eine Eisenfabrik für Wagenachsen und Gusseisen umgewandelt wurde. Von 1924 bis 2004 beherbergte das Gebäude die Keramikproduktion. Alle der rund 2.500 ausgestellten Objekte wurden hier erzeugt.

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Aussichtsplattform beim Scheibbser Keramikmuseum
An der Stelle der alten Holzbrücke wurde im Zuge des Kraftwerksneubaus eine neue Aussichtsplattform geschaffen, die einen tollen Ausblick auf die Erlaufschlucht, neue Brücke und Kraftwerk ermöglicht.

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Steghof: herrschaftliches Anwesen aus dem Jahr 1316
Der Steghof ist ein herrschaftliches Anwesen aus dem Mittelalter und liegt direkt am linken Erlaufufer nordwestlich des Stadtzentrums der Stadtgemeinde Scheibbs im Bezirk Scheibbs in Niederösterreich. Der Name Steghof bezieht sich auf den Erlaufübergang vor dem Gebäude, ursprünglich ein Holzsteg, der 1554 durch eine steinerne Brücke, die Römerbrücke, ersetzt wurde.

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Klosterkirche St. Barbara, die 1678 bis 1684 mit dazugehörigen Kloster von den Gaminger Kartäusern errichtet wurde. Es ist dies eine einfache barocke Kapuzinerkirche, die Hochaltarbilder von Martin Johann Schmidt („Kremser Schmidt“) aufweist.

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Die Klosterkirche Scheibbs, die der heiligen Barbara geweiht ist, liegt am Kapuzinerplatz im niederösterreichischen Scheibbs und ist die zweite katholische Kirche der Pfarre Scheibbs, neben der Stadtpfarrkirche. Sie bildet ein Ensemble mit dem dazugehörigen Kloster, das heute ein Internat und eine Krankenpflegeschule beherbergt.

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Sowohl Hochaltar- als auch beide Nebenaltarbilder stammen von Kremser Schmidt.

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ie Orgel der Klosterkirche St. Barbara wurde 2010 von der Haager Orgelbauwerkstatt Pieringer unter Einbeziehung des historischen Gehäuses von Max Jakob errichtet. Sie verfügt über 17 Register auf drei Manualen (eines davon als Koppelmanual) und Pedal.

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Kapuzinerkirche - Einst Standort der ersten Scheibbser Schießstätte
Die Klosterkirche ist der heiligen Barbara geweiht und hat, wie bei Ordenskirchen üblich, keinen Turm, sondern nur einen Dachreiter. Die Einrichtung ist barock, die Altarbilder stammen aus der Schule des „Kremser Schmidt". Alljährlich zur Weihnachtszeit wird hier eine Krippe mit lebensgroßen Figuren aufgestellt, die vom Scheibbser Bildhauer Josef Schagerl 1912/13 gestaltet wurden. Vor dem Klosterbau stand an dieser Stelle ab 1568 die erste Scheibbser Schießstätte.

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Kapuzinerkloster - Ehemaliges Kloster aus der Zeit der Gegenreformation
1678 erfolgte die Grundsteinlegung für das Kapuzinerkloster gegenüber dem Wienertor. Zur Zeit der Gegenreformation sollte der katholische Glaube gestärkt und der Protestantismus zurückgedrängt werden. Die Kapuzinerpatres leisteten Aushilfe in vielen Pfarren im weiten Umkreis. Zum Kloster gehörte ein weitläufiger, mit einer Mauer geschützter Garten. Lange Zeit war das Kloster Ausbildungsort für Ordensleute aus dem In- und Ausland. Seit 1995 ist es aus Personalmangel unbesetzt. Heute beherbergt es die Scheibbser Jugendkultur-Initiative „Proberaum".

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Die Kapuzinerkirche
Vor dem ehemaligen nördlichen Stadttor wurde in den Jahren 1678 1684 ein Kapuzinerkloster erbaut. Kirche und Kloster zeigen die für diesen Orden verbindlichen, einfachen Bauformen. Die Kirchenfassade ist schlicht gegliedert und besitzt ein schönes Portal aus einheimischem Marmor. An Stelle eines Turmes hat die Kirche, wieder der Ordenstradition entsprechend, einen Dachreiter. Das Innere der Kirche stellt einen nüchternen, tonnengewölbten Saalraum mit quadratischem Chor dar. An der Westseite ist eine Seitenkapelle zu Ehren des Ordensvaters Franz von Assisi angebaut. Die Barockeinrichtung ist in den Farben braun-weiß gehalten und verleiht dadurch dem Raum eine gewisse Wärme.

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Das Hochaltarbild zeigt die Enthauptung der heiligen Barbara, der Kirchenpatronin, die ihre Erwählung dazu wohl dem Umstand zu verdanken hat, dass die Kirche sich im Eisenwurzengebiet befindet. Das Oberbild stellt die Krönung Mariens durch den Dreifaltigen Gott dar, und die Bilder der Seitenaltäre die Heiligen Antonius von Padua und Sebastian. Alle genannten Bilder stammen aus der Werkstatt des Martin Johann Schmidt, auch bekannt unter dem Namen Kremser Schmidt.

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Einfach und schlicht, aber in einer seltenen Geschlossenheit, präsentiert sich auch die Einrichtung aus dem späten 18. Jahrhundert. Da ist an den barocken Holzaltären keine Marmorierung zu sehen und Vergoldungen sind nur im Bereich des Tabernakels zu finden. An die Stelle des Goldes tritt z. B. bei den Kapitälen der Säulen eine Kreidefassung. Die Antependien der Altäre zieren schöne Einlegearbeiten. Gerade durch diese Gestaltung strömt der ganze Kirchenraum eine gewisse Wärme aus.

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Durch ein schönes, aus einheimischem Marmor errichtetes Portal gelangt man in einen nüchternen tonnengewölbten Saalraum mit einem quadratischen Chor. An der Westseite ist eine Seitenkapelle zu Ehren des Ordensvaters Franz von Assisi angebaut.

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Das Hochaltarbild, eine Darstellung der Enthauptung der HI. Barbara (Kirchenpatronin), und die beiden Seitenaltarbilder (HI. Antonius, Hl. Sebastian) stam-men aus der Schule des Martin Johann Schmidt, besser bekannt unter dem Namen „Kremser Schmidt". Bis zum Jahr 1995 haben die Kapuziner für die Stadt und die Region segensreich gewirkt, aus Personal-mangel ist das Kapuzinerkloster Scheibbs seit diesem Jahr nicht mehr besetzt, die Pfarre nutzt die Kirche als Filialkirche für regelmäßige Gottesdienste. Sehr beliebt ist die Krippe mit den überlebensgroßen Figuren von Josef Schagerl aus dem Jahr 1913.

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Hauptstraße in Scheibbs

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Eisen- und Provianthandelshaus - Später Wirtshaus „Zur Weißen Rose"
Mit der Biedermeierfassade und dem Renaissance-Erker ist dieses Haus besonders typisch für die zwölf Eisen-und Provianthandelshäuser in Scheibbs. Nach der Hochblüte des Handels war hier das Wirtshaus „Zur Weißen Rose" mit seinem Gastgarten und Ballsaal das Stammlokal des 1862 gegründeten Männergesangsvereines.

Proviant bringt Wohlstand - Lebensmittel aus dem Proviantbezirk gegen Eisen vom Erzberg
1538 wurde Scheibbs - wie auch Waidhofen und Steyr - zum Hauptmarkt eines Widmungsbezirks: Zur Versorgung der Arbeiter am Erzberg mussten die Bauern im Umkreis von 30 Kilometern Nahrungsmittel nach Scheibbs liefern. Dieser „Proviant" wurde dann mit Pferdefuhrwerken zum Erzberg transportiert, gegen Eisen-Halbwaren getauscht und diese wieder zur „Kaiserlichen Eisencamer" nach Scheibbs gebracht. Diese Proviantlieferungen waren dem Herrscherhaus so wichtig, dass Scheibbs von Einquartierungen militärischer Truppen zum Großteil verschont blieb.

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Sgraffitohaus - Buntes Marktleben
Das Sgraffito auf diesem bereits 1593 urkundlich erwähnten Eisenhandelshaus zeigt die Stadt umschlossen von der festen Wehrmauer mit Türmen und Toren. Ein Ochsenwagen führt Getreide auf den „Scheibbser Traydmarkt". Fuhrleute bringen mit schwerem Pferdegespann Raueisen aus der Eisenwurzen, ein Kreunzenwagen aus geflochtener Weide liefert Holzkohle für die Eisenverarbeitung. Auf ihrem Rückweg zum Erzberg werden die Fuhrleute „Proviant" wie Getreide, Schmalz und Most mitnehmen. Die Pferdekutsche fährt Herrschaften zu den Kartäuserämtern nach Scheibbs.

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Hauszeichen „ Zum Bären“
Schmiedeeiserner Ausleger von 1750 am Haus des Marktrichters, Bäckers und Gastwirt zum schwarzen Bären in Scheibbs, Niederösterreich, der von Kaiser Karl VI. 1718 die Zunftrechte erhielt.

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Scheibbser Metzen als Eichmaß
1574 war der „Scheibbser Metzen" als Eichmaß an der Fassade angebracht. Der Metzen war das österreichische Hohlmaß für feste Stoffe wie Getreide, Salz oder Mehl und zunächst nicht genormt. Als Handelszentrum der Region hatte auch Scheibbs seinen eigenen Metzen. Der „Traydmarkt" (Getreidemarkt) erstreckte sich hier zwischen Flecknertorgasse und Rathausstiege. Am anschließenden Oberen Markt handelte man vor allem mit Schmalz. Aus den Kellergewölben der heutigen Dietmayrgasse wurde Fleisch feilgeboten.

Biedermeierfassade in der Hauptstraße im Bereich des Traydmarkts

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Abt Berthold Dietmayr-Gasse in Scheibbs

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Herzog Albrecht II. verfügte 1352, „dass derselbe Marckt Scheibs fürbass wölle ewiglich genannt sein eine Statt".
Scheibbs erhielt auch besondere Marktrechte.

Das Rathaus - Von den Marktrichtern zu den Bürgermeistern
1583 erwarben die Scheibbser Bürger dieses Rathaus. Bis dahin hielt man die Ratsgeschäfte im Haus des jeweiligen Marktrichters ab, der die heutige Funktion eines Bürgermeisters ausübte. Ihm zur Seite standen acht Räte, Geschworene genannt. Ratsbürger konnten nur jene werden, die ein Haus in der Stadt besaßen und ein Gewerbe ausübten. Der Prior der Kartause Gaming musste zur Bestellung des Marktrichters seine Zustimmung geben. Seit 1850 lenken Bürgermeister die Geschicke der Stadt und seit diesem Jahr ist Scheibbs auch Bezirkshauptstadt.

Johannes-Nepomuk-Säule am Rathausplatz in Scheibbs
Wo einst der Pranger stand, wurde 1722 die Johannessäule, das kunstvolle Standbild des heiligen Johannes von Nepomuk, errichtet. Er wird als einziger Heiliger außer Maria mit einem Sternenkranz dargestellt. Über dem reich verzierten, mit Steinvasen und Steinpinien geschmückten Sockel erhebt sich eine mit Puttiköpfen besetzte Wolkensäule, die die lebensgroße Statue trägt. Der mittelalterliche Pranger war 1711 von einem Zyklon zerstört worden.

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Pfarrkirche zur heiligen Maria Magdalena. Gründung der Pfarre 1322. Als Pfarrvikariat bereits 1171.
Spätgotischer Hallenbau nach 1500. Turmausbau 1609. Barocke Einrichtung.

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Die Pfarrkirche - Eine der größten Hallenkirchen Niederösterreichs
Der „Dom des Erlauftals", wie die Pfarrkirche zur heiligen Magdalena auch genannt wird, zeugt vom Wohlstand der Scheibbser Bürger zur Hochblüte des Eisen- und Provianthandels. Die spätgotische, dreischiffige Hallenkirche wurde Anfang des 16. Jh. erbaut, ab dem 17. Jh. prachtvoll barockisiert und um vier Seitenkapellen erweitert.
Schon im 12. Jh. hatte Konrad I. von Peilstein hier eine kleine Filialkirche der Pfarre St. Leonhard am Forst errichtet, 1322 wurde Scheibbs selbstständige Pfarre.

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Katholische Pfarrkirche Scheibbs hl. Magdalena: Die dreischiffige, spätgotische Hallenkirche, die in ihrer heutigen Form um 1500 errichtet und 1726 barockisiert wurde, ist eine der größten Kirchen Niederösterreichs. Sie besitzt einen prachtvoller Innenraum mit roten Rundsäulen mit goldenen Barockkapitellen sowie ein kompliziertes, rot erhöhtes Netzrippengewölbe, barocke Seitenkapelle von Joseph Munggenast.

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Das Altarbild stellt die Kirchenpatronin, die hl. Maria Magdalena, dar: hier gesehen als die Sünderin aus dem Lukasevangelium. Der Name des Künstlers ist jedoch unbekannt. Die vier Glasfenster des Altarraums aus den Jahren 1898 bis 1899 sind ebenfalls der Kirchenpatronin geweiht.

Das große Altargemälde stellt die Salbung Jesu durch die HI. Maria Magdalena dar. Links und rechts sind überlebensgroße Heiligenstatuen: Hl. Johannes der Täufer, Hl. Petrus auf der linken Seite, rechts der Hl. Jakobus der Ältere und Johannes der Evangelist. Links vom Oberbild die bedeutenden österreichischen Heiligen Leopold und Florian und rechts die Pestheiligen Sebastian und Rochus. Die seitlichen Oratorien bilden mit dem Hochaltar eine künstlerische Einheit.

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Es handelt sich um eine jener spätgotischen Kirchen der niederösterreichischen Eisenwurzenregion, die mit einem besonders reichen Netzrippengewölbe ausgestattet wurden. Das Gewölbe ruht auf Säulen mit Kompositkapitellen, die jedoch aus der Barockzeit stammen. Der vieleckige Chor der Kirche bildet mit dem Langhaus eine beeindruckende einheitliche Raumwirkung.

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Bei einem Rundgang durch die Kirche erblickt man beachtenswerte barocke Statuen, so an den vorderen Säulen die Figurengruppe Maria und der Verkündungsengel, an zwei hinteren Säulen eine Ölbergszene und eine Pietà. In der Barockzeit wurde der Kirchenraum durch den Anbau von vier Seitenkapellen erweitert, an das linke Seitenschiff sind die Anna-Kapelle und die Nikolaus-Kapelle angebaut. In letzterer beinhaltet das Oberbild des Altars eine schöne Darstellung der vierzehn Nothelfer.

Auf der rechten Seite ist die Figur des Hl. Johannes Nepomuk, auf der Weltkugel stehend, ebenfalls aus dem Jahr 1712. Er symbolisiert die Vollmacht der Sündenvergebung, die der Kirche übertragen ist.

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Von der prunkvollen, barocken Kanzel auf der linken Seite aus dem Jahr 1712, wurde bis in die Zeit des 2. Vatikanischen Konzils (1965) die Predigt gehalten. Die Kanzel ist ungemein prunkvoll gestaltet und hat als künstlerisches Gegengewicht eine im Aufbau gleich konzipierte Darstellung des hl. Nepomuk.

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Blickt man vom Altarbereich in den Kirchenraum zurück, fällt das barocke Orgelprospekt mit den musizierenden Engeln auf. Ein wunderschönes Gegenstück zum barocken Hochaltar ist die Orgel. Das Orgelgehäuse aus der Zeit des Hochbarock zählt zu den schönsten in Niederösterreich. Es ist anzunehmen, dass nach dem großen Brand der Kirche im Jahr 1645 wieder eine Orgel aufgestellt wurde. Die jetzige Orgel wurde im Jahr 1796 aus dem aufgelassenen Minoritenkloster in Stein nach Scheibbs gebracht. Sie wurde von Ignaz Gatto d. J. erbaut. Im Laufe der Jahre erfuhr sie verschiedenste Umbauten. Im Jahr 1999 wurde sie vom Strassburger Orgelbaumeister Daniel Kern unter Beibehaltung des alten Gehäuses fachgerecht restauriert und den Erfordernissen der heutigen Zeit angepasst. Sie hat 24 Register, 1664 Pfeifen, davon 140 noch aus der alten Orgel.

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1643 wurde in Scheibbs die Rosenkranzbruderschaft gegründet. Der seit 1618 andauernde Dreißigjährige Krieg führt zu mehr Gottessuchenden. Die Mitglieder der „Erzbruderschaft Jesus und Maria des Allerheiligsten Rosenkranzes“ verpflichteten sich zu bestimmten Andachtsübungen und werktätiger Nächstenhilfe. Nicht nur aus Scheibbs, bis ins Ybbstal, von Purgstall, Ruprechtshofen und sogar Loosdorf und Waidhofen/Ybbs waren Mitglieder vertreten. Durch Spenden und Legate wuchs das Vermögen derart an, dass 1667 eine eigene Kapelle nördlich der Pfarrkirche direkt am Rathausplatz an der ehemaligen Friedhofsmauer errichtet wurde. 1782 wurde die Rosenkranzbruderschaft von Joseph II. aufgehoben. Erst 1830 wurden das Bruderschaftsgebäude und der alte Friedhof abgetragen.

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Die an der Südseite des Langhauses befindliche Rosenkranzkapelle oder Marienkapelle ist mit Stuckaturen und Fresken aus dem 17. Jahrhundert versehen. Auch die übrige Ausstattung der Kirche, der Hochaltar sowie vier weitere Altäre stammen aus der Barockzeit, sie entstanden in der Zeit um 1704. Der zweigeschoßige Hochaltar aus derselben Zeit bildet mit den seitlichen Oratorien eine künstlerische Einheit.

Die barocke Marienkapelle vom Joseph Munggenast ist eine bauliche Erweiterung des Kirchenraumes noch Norden hin und weist Stuckverzierungen und Darstellungen von Anrufungen der Lauretanischen Litanei auf. Das Muttergottesbild in der Marienkapelle ist spätgotisch, das Mittelfresko im Gewölbe zeigt uns eine thronende Madonna mit dem Jesuskind und die Seeschlacht von Lepanto, schrieb man ja den Sieg über die Türkei am 7. Oktober 1571 dem Rosenkranzgebet zu.

Sie war ursprünglich die Kapelle der Rosenkranzbruderschaft. Sehr schön ist das Gewölbe mit Stuckdekor und Darstellungen der Lauretanischen Litanei. In ihren Ursprüngen stammt die Marienkapelle aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts, die Grundsteinlegung der neuen Marienkapelle erfolgte im Jahr 1726. Herzstück ist eine spätgotische Madonna, die auf wunderbare Weise den großen Brand 1645 überstanden hat. An den Seitenwänden sind noch eine barocke Marienskulptur & ein barocker „Gnadenstuhl" (Darstellung der Dreifaltigkeit) angebracht.

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An das rechte Seitenschiff ist eine Kapelle, die das Gedenken an die Verstorbenen wachhalten soll, angefügt: die Arme-Seelen-Kapelle.
Die Kreuzkapelle oder „Armenseelenkapelle"
Wir glauben in besonderer Weise an das Erlösungswerk Jesu in seinem Sterben am Kreuz und in seiner Auferstehung. Dadurch haben wir Hoffnung über den Tod hinaus. Und diese Hoffnung ist auch die Grundlage unseres Betens für die Verstorbenen.

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Die Annakapelle
Der Altar ist der Hl. Anna geweiht. Auf dem Altarbild sehen wir den Hl. Joachim und die Hl. Anna und Maria als kleines Kind. Im Aufsatzbild eine Darstellung der Nothelfer. Links und rechts sind Statuen des Hl. Leopold und der Hl. Kunigunde.

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Das Grundsakrament als Sakrament der Eingliederung in die Kirche ist das Sakrament der Taufe. Der zentralen Bedeutung dieses Sakramentes wurde insofern Rechnung getragen, dass im Zuge der Innenrenovierung im Jahr 2004 das wertvolle Taufbecken aus dem Jahr 1632 in den Altarraum gestellt wurde.

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Im Langhaus der Kirche sind Hochwandfresken aus dem 18. Jahrhundert. Sie stellen die Geburt Jesu, seinen Tod und seine Auferstehung und die Herabkunft des Hl. Geistes dar. Sie sind also Darstellungen der Festgeheimnisse der Hochfeste des Kirchenjahres Weihnachten, Ostern und Pfingsten.

Im Kirchenraum befinden sich noch barockisierende Statuen (Hl. Judas Thaddäus, Hl. Notburga, Hl. Josef, Hl. Antonius) vorwiegend aus dem 20. Jahrhundert von Bildhauer Josef Schagerl (1872-1953). Er stammte aus Peutenburg im Pfarrgebiet.

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Die Kreuzwegstationen stammen aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

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Außerhalb der Kirche rechts seitlich befindet sich zwischen Kirchengebäude und dem ehemaligen Totengräberhaus eine überlebensgroße, verglaste Ölbergdarstellung aus dem 17. Jahrhundert. Der Scheibbser Pfarrer Oswald Baumer ließ diese Darstellung für jene Gläubigen errichten, die des Lesens nicht mächtig waren.

Ölberg - Für seine Mitbürger, die des Lesens und Schreibens nicht kundig waren, ließ der Scheibbser Pfarrer Oswald Baumer im 17. Jahrhundert diese Ölberg-Darstellung errichten.

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Schloss Scheibbs - Am höchsten Punkt der Scheibbser Altstadt
Schon römische Legionäre hatten auf diesem günstig gelegenen Platz einen Unterstand. Im Mittelalter stand hier eine Burg als Zentrum einer Handwerkersiedlung. Konrad I. von Peilstein machte das „Gemäuer" zum Verwaltungszentrum seiner Herrschaft. Sein Lehensmann war damals Otto de Scibes - auf ihn kann der Name „Scheibbs" nach einer urkundlichen Erwähnung 1160 zurückgeführt werden. 1338 ging Scheibbs an den Kartäuserorden von Gaming, der die Burg als Verwaltungssitz für seine umfangreichen Besitztümer ausbaute.

Von der Burg zum Schloss
Nach der Stadterhebung 1352 begann der Bau der Befestigungsanlage, die Burg war ein wesentlicher Teil davon. 1611 baute die Kartause Gaming das Gebäude großzügig zum vierflügeligen Schloss um. 1782 wurde die Kartause Gaming aufgehoben, das Schloss wechselte in der Folge mehrfach den Eigentümer. 1867 erwarb der Hammerherr und Industrielle Andreas Töpper Herrschaft und Schloss und ließ zum Rathausplatz hin einen repräsentativen Zubau mit großer Einfahrt und Balkon errichten. Seit dieser Zeit sind hier das Bezirksgericht und die Bezirkshauptmannschaft untergebracht. 1953 erwarb das Land Niederösterreich die gesamte Liegenschaft. Im stimmungsvollen Arkadenhof finden immer wieder Konzerte statt.

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König Ferdinand I. verlieh 1537 „Scheybs" in besonderer Anerkennung der mannhaften Türkenabwehr 1529 und
1532 dieses obige Renaissance-Wappen.

Das Stadtwappen
Anlässlich der Stadterhebung im Jahr 1926 ließ Bürgermeister Rudolf Radinger über Initiative des Sparkassenchefs Wilhelm Löwenstein das aus 25 Keramikplatten zusammengesetzte, 120 x 150 cm große Wappenbild am Rathaus anbringen. Das Modell wurde von dem Keramiker Johann Illek und seinem Sohn Alois Illek in der Tonindustrie Scheibbs privat angefertigt und von deren Gründer und Betreiber Ludwig Weinbrenner der Stadt Scheibbs zur Stadterhebung 1926 geschenkt. Als Vorlage diente das Wappenbild von 1537. Die drei Schützenscheiben nehmen auf die tapfere Verteidigung der Stadt durch ihre Bürger Bezug. Der wilde, bärtige Mann mit dem Helmbusch diente lediglich zur Ausschmückung des Wappens. Das unglasierte Modell befindet sich nebst weiteren 3.000 Objekten der Tonindustrie im Keramikmuseum Scheibbs.
(Ich selbst würde die Anzahl der Keramikplatten mit 30 festlegen, aber was weiß ich schon...)

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Der Scheibbser Rathausplatz

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Zum Schwarzen Elefanten 

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Schützenscheibenmuseum - Kunstvoll bemalte Scheiben erzählen aus der Geschichte
Dieses Haus aus dem 15. Jahrhundert ist eines der ältesten Bürgerhäuser der Stadt. Das kleine Museum im ersten Stock beherbergt die wertvollste Sammlung bemalter Schützenscheiben im deutschsprachigen Raum.
Mehr als 200 Scheiben zeigen Szenen aus der Geschichte der Stadt und der Schützengilde Scheibbs, berichten über große Ereignissen und auch von Auseinandersetzungen mit der Obrigkeit.

Die Schützen von Scheibbs - Bürgerrecht und Bürgerpflichten
Wer das Bürgerrecht in der Stadt Scheibbs erringen wollte, musste auch seine Fähigkeiten als Schütze unter Beweis stellen und regelmäßig in geselligem Kreise üben. Durch das Schießen auf Holzscheiben wurde die Treffsicherheit überprüft. Schon lange gab es in Scheibbs eine Schießstatt, die nördlich des Wienertores lag. Im Jahr 1568 wurde die „Scheibbser Schützengmein" gegründet. Heute steht die 7. Schießstätte bestens ausgestattet im nahen Burgerhofwald.

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Das Brauchtum des Schützenwesens entstand aus dem so genannten "Vogelschießen" - einem religiösen Ritual, das in der Gemeinschaft Glück und Gesundheit bewirken sollte. Dabei wurde mit Armbrüsten auf einen Holzvogel geschossen, der an der Spitze einer hohen Stange befestigt war. Wer den letzten Teil herunterschoss, hatte also "den Vogel abgeschossen" und war Sieger. Mit dem Aufkommen des Feuergewehrs wurde auf Holzscheiben gezielt.

Die Scheibbser Schützengilde kann auf eine 430-jährige Geschichte zurückblicken und zählt damit zu den ältesten derartigen Vereinen in Niederösterreich. In den Ausstellungsräumen des Schützenscheibenmuseums und im Archiv sind mehr als 200 Exponate ausgestellt, die lokalgeschichtliche, aber auch politische und lustige Motive von 1670 bis in die Gegenwart zeigen.

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Die Altstadtrunde führt mit kleinen Geschichten zurück in die Zeit, als Scheibbs durch den Eisen- und Provianthandel aufblühte. Zur Versorgung der Arbeiter am Erzberg wurden Lebensmittel aus dem bäuerlichen Mostviertel zum Scheibbser Wochenmarkt und dann nach Eisenerz gebracht, wo man sie gegen Eisen tauschte. Scheibbs gehörte damals zu den drei bedeutendsten Städten rund um den Erzberg.

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Kaiser Franz Josef Jubiläumsbrunnen
Der Kaiser-Franz-Joseph-Jubiläumsbrunnen wurde gemeinsam mit der ersten zentralen Wasserleitung 1898 feierlich in Betrieb genommen. Gewidmet wurde der Brunnen vor dem Rathaus Kaiser Franz Joseph zu seinem 50-jährigen Regierungsjubiläum. Die zentrale Wasserversorgung umfasste nun 300 Wasserauslaufstellen zur Trink- und Brauchwassernutzung und sechzehn Hydranten. Die Hygiene der alten Leitungen und der Quellen dies- und jenseits der Erlauf war schon sehr unzureichend gewesen.

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Ehem. Zwingerturm in der Burgerhofstraße

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Das Hofrichterhaus - Geburtshaus von Berthold Dietmayr, Abt von Stift Melk
Nach dem großen Brand 1645 wurde dieses Haus von der Kartause Gaming für das Hofgericht erbaut. Der Hofrichter hatte ähnliche Aufgaben wie heute der Bezirksrichter und Bezirkshauptmann. Ihm unterstanden auch die vielen weltlichen Beschäftigten der Kartause. Berthold Dietmayr, der spätere berühmte Abt des Stiftes Melk, wurde hier als Sohn eines Hofrichters 1670 geboren. Er ließ Jakob Prandtauer das mittelalterliche Kloster Melk neu errichten - als prachtvollen Barockbau.

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Wilder Fluss - Schutz und Gefahr
Die Erlauf schützte einst das Siedlungsgebiet als natürliche Barriere, verursachte aber durch schwere Hochwässer auch immer wieder großen Schaden. Seit dem Jahr 1999 trifft man bei drohendem Hochwasser wirksame Vorkehrungen: Aluminiumplatten werden vor Einfahrten, Tür- und Fensteröffnungen sowie Straßeneinmündungen dicht mit dem Mauerwerk verschraubt.

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„Hintaus" - Lebensraum am Erlaufufer
Die mittelalterliche Stadtmauer stand ursprünglich direkt an der Erlauf-Böschung und wurde immer wieder durch Hochwässer unterspült. 1897 baute man deshalb eine Kaimauer, die auf Holzpiloten ruhte. Die am Kai „hintaus" entstandene Fläche nutzten die Bewohner als Hausgärten und für kleine Stallungen, manche statteten ihre Häuser mit Balkons aus. 1952 wurde die Gamingerstraße an Stelle des „Hintaus" errichtet.

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Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag, kann sich gerne dieses Video antun: