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Spitz ist eine Marktgemeinde im Weltkulturerbe Wachau
im Bezirk Krems in Niederösterreich. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen
die spätgotische Pfarrkirche hl. Mauritius, Ruine Hinterhaus, Schloss
Niederhaus und der Erlahof mit dem Schifffahrtsmuseum Spitz.

In Spitz befindet sich ein Kriegerdenkmal zur Erinnerung an die Opfer der beiden Weltkriege. Die Skulptur schuf Paul Paintl.

Die römisch-katholische Pfarrkirche Spitz steht in der Marktgemeinde
Spitz im Bezirk Krems-Land in Niederösterreich. Die dem heiligen
Mauritius gewidmete Pfarrkirche gehört zum Dekanat Spitz in der Diözese
St. Pölten. Die spätgotische, geostete Hallenkirche unter einem hohen
Satteldach mit dem Hauptportal in dem vorgestellten Westturm hat einen
aus der Achse geknickten Langchor unter einem etwas höheren Satteldach.
Eine mittelalterliche, ehemals wehrhafte Umfriedungsmauer, zum Teil als
Futtermauer mit abgetreppten Stützpfeilern und teils mit großen
unbehauenen Steinblöcken, ist erhalten.

Der Hochaltar aus dem Ende des 17. Jahrhunderts wurde 1718 aus
Niederaltaich transferiert und 1724 geweiht und renoviert und mit 1735
bezeichnet. Der Ädikulaaufbau hat einen Sprenggiebel, der Auszug ist
mit gedrehten Säulchen und einem Segmentgiebel gerahmt, mit reichem
Akanthusdekor. Das Altarbild Marter des hl. Mauritius ist mit Martin
Johann Schmidt, 1799 bezeichnet. Die Figuren Engel, Putten, hl. Michael
sind aus dem Ende des 17. Jahrhunderts, in den Säulenpostamenten sind
die Figürchen der Heiligen Ulrich und Urban um 1730. Der dreiteilige
Tabernakel aus dem 1. Viertel des 18. Jahrhunderts hat Nischenfigürchen
mit heiligen Bischöfen. Beidseits der Säulenpostamente sind
Opfergangsportale mit Laubwerkdekor um 1700.

Ein eingezogener spitzbogiger Triumphbogen mit 1406 und 1506 bildet den
Übergang zum auch im Fußboden erhöhten Chor mit einem starken Achsknick
nach Norden. Der Chor ist netzrippengewölbt mit bemalten
Wappenschildchen Zollern, Kirchberger, mit an Rippenschnittstellen
farblich gefassten Kopfskulpturen, die durchstäbten teilweise
überkreuzten Rippen ruhen auf gebündelten Diensten. Den Diensten
vorgelegt sind Statuenbaldachine mit durchkreuzten Kielbogen sowie
Fialen und Krabbenschmuck, die Konsolen haben ein üppiges Astwerk und
Blattwerk. Die Session ist in einer reich profilierten
Vorhangbogennische. Unter dem Chor ist eine Unterkirche mit gewölbten
Räumen.

Reste von ornamentalen Scheiben sind im
Sakristeifenster (Grisaille) aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts
erhalten. Die heute farbige figurale Glasmalerei der Kirche wurde von
1910 bis 1916 geschaffen.

Die Kanzel aus der Mitte des 18. Jahrhunderts hat einen geschwungenen
Korb mit Volutenstreben, Putten und Evangelistensymbolen mit den
Kirchenväter als Relief, der Schalldeckel mit Volutenaufsatz hat als
bekrönende Figur den hl. Mauritius. Das Chorgestühl ist aus der Mitte
des 17. Jahrhunderts, die Kommunionbank entstand um 1730. Die
Kirchenbänke und Sakristeischränke sind aus dem 3. Viertel des 18.
Jahrhunderts. Das Weihwasserbecken mit Schale ist aus dem Anfang des
16. Jahrhunderts.

Das Orgelgehäuse aus dem zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts ist zum
Teil in neugotischen Formen gehalten und mit vergoldetem Rocailledekor
versehen. Das heutige Orgelwerk baute 1981/82 Friedrich Heftner aus
Krems als Opus 100. Es hat 22 Register auf zwei Manualen und Pedal mit
mechanischer Traktur auf Schleifladen.
Die Holzfiguren Christus und die 12 Apostel in den Blendnischen im
Mittelteil der Emporenbrüstung aus dem 4. Viertel des 14. Jahrhunderts
sind farbig gefasst. In Nischen an den Emporenpfeilern sind zwei
Steinfiguren der Heiligen Benedikt und Godehard, aus Niederaltaich um
1500.

In der Kapelle ist ein monumentaler Kruzifix um 1520 mit den Figuren
der Heiligen Maria und Johannes aus dem frühen 17. Jahrhundert.

Der rechte Nikolausaltar aus dem 2. Viertel des 18. Jahrhunderts ist
eine Stiftung der Flößer, der Aufbau ist wie links. Die Altarfiguren
sind die Heiligen Florian und Maria Magdalena, Putten, im Auszug Figur
hl. Johannes Nepomuk, Altarbild hl. Nikolaus über dem Ort Spitz vom
Maler Ferdinand Mory aus 1744. Es gibt zwei weitere Seitenaltäre an den
Langhauspfeilern mit gleichem Aufbau aus 1744, Retabel mit seitlichen
Volutenstreben, darüber valutenflankierte Auszüge. Der linke
Sebastiansaltar hat die Figuren der Heiligen Karl Borromäus und Rochus
aus der Werkstatt Matthias Schwanthaler, das Altarbild Apotheose des
hl. Sebastian und das Aufsatzbild hl. Thekla malte in der Mitte des 18.
Jahrhunderts der Maler Wolf Körner. Der rechte Katharinenaltar hat die
Altarfiguren der Heiligen Maria Madgalena und Margareta, das Altarbild
Mystische Vermählung der hl. Katharina malte 1751 Anton Hamel, das
Aufsatzbild hl. Ordensfrau ist aus dem 2. Viertel des 18. Jahrhunderts.

Der linke Marienaltar aus dem 2. Viertel des 18. Jahrhunderts hat einen
Aufbau mit schräggestellten Pfeilern und Säulen auf Postamenten, hat
Gebälkfragmente und einen volutengerahmten Auszug. Die Altarfiguren
sind die Heiligen Josef und Zacharias, Engel, Putten, und in der
Mittelnische Maria Immaculata sind aus der 2. Hälfte des 16.
Jahrhunderts. Das Oberbild hl. Josef mit Kind ist aus dem 2. Viertel
des 18. Jahrhunderts.

Zur Geschichte der Kirche zum Hl. Mauritius:
Im 9. Jhdt.: Mission und Kolonisation durch das Benediktinerstift Niederaltaich in Bayern
1163: Erbauung der "Capella
sancti Mauricii in Kirchdorf, que alio nomine Spize dicitur" (Hl.
Mauritius ist der Schutzheilige von Niederaltaich) durch Mönche des
Stiftes
1238: Eigenständige Pfarre (bisher bei St. Michael)
Ende d. 13. Jhdts: Beginn des gotischen Umbaus, Untergeschoß des Turmes,
1380: Christus und die 12 Apostel, Skulpturen an der Orgelempore
1395: Tauf- und Beichtkapelle (Stifter: Wolfhard von Au und Anna Mursteterin)
15. Jhdt.: Langhausbau, 1499: obere Geschoße des Turmes
1500-1520: 1. Langhausjoch, Chorbau, Südportal
nach 1500: Ölbergrelief an der äußeren Chorseite
1500-1510: Kreuzigungsgruppe in Tauf- und Beichtkapelle - Donauschule
1620: Raub, Plünderung des Kirchenschatzes durch 32 Bouquoy'sche Reiter, Brandschatzung des Ortes und des Pfarrhofes
1684: Altar d. Hl. Sebastian
(Hl. Karl Borromäus, Hl. Rochus) Altarbild von Wolf Körner aus Spitz
Katharinenaltar (Altarbild erst 1751 von Anton Hamel aus Mühldorf)
1718:
Hochaltar (ehem. Seitenaltar des Stiftes), Geschenk des Abtes Joscio
Hamberger, Altarbild 1799 (Marter d. Hl. Mauritius) v. Martin Johann
Schmidt (Kremser Schmidt)
1730-40: Kanzel, Marienaltar mit "Spanischer Madonna" unter Propst Augustinus Fischer
1744: Nikolausaltar (alte Ansicht von Spitz)
1803: Säkularisierung des Klosters Niederaltaich, Betreuung der Pfarre von Priestern der Diözese St. Pölten

Der reich gegliederte dreischiffige vierjochige spätgotische
Langhausraum wurde in mehreren Abschnitten mit der Baurichtung von
Westen nach Osten vom 14. Jahrhundert bis ins erste Viertel des 16.
Jahrhunderts errichtet. Die kreuzrippengewölbten Seitenschiffe sind mit
Spitzbogenarkaden zum Mittelschiff geöffnet. Das Mittelschiff hat ein
Netzrippengewölbe auf Achteckpfeilern und Reliefschlusssteine mit den
Wappen von Spitz und Niederaltaich. Das östliche dreischiffige Joch ist
etwas ausgeweitet und nicht ganz in der Achse, es wurde im 15.
Jahrhundert bis 1517 errichtet, ist vom westlichen Langhaus und vom
Chor durch eingezogene Bogen abgesetzt und hat im nördlichen Schiffjoch
ein Parallelnetzrippengewölbe, im Mittelschiffjoch ein
Sternrippengewölbe mit einem Wappenschild mit 1517; das wegen der
östlich anschließende Sakristei eingekürzte südliche Schiffjoch hat ein
verzogenes Sternrippengewölbe mit einem reliefierten bemalten
Wappenschild mit gekreuzten Floßhaken, zum Sakristeiobergeschoß geht
ein zweibahniges Maßwerkfenster aus dem 14. Jahrhundert. Die
quadratische Sakristei hat ein Netzrippengewölbe aus der 2. Hälfte des
15. Jahrhunderts. Der dreischiffige Emporenbau vor 1438 ist in den
Seitenschiffen kreuzrippenunterwölbt, im Mittelschiff
netzrippenunterwölbt hat eine reich gegliederte Brüstung mit
Blendmaßwerk in doppelten Vierpassformen und je einen zweiachsigen
Orgelfuß, im Mittelteil sind Blendnischen mit Apostelfiguren, teils mit
Kielbogen.

Springbrunnen mit barocker Figur am Kirchenplatz in Spitz
Der Brunnen in der Mitte des Kirchenplatzes wurde im dritten Viertel
des 18. Jahrhunderts errichtet. Er hat ein achteckiges Becken und eine
Brunnenfigur mit Palmblättern auf einem geschwungenen Sockel.


Im Leitbild Bauen im Welterbe Wachau wird das Traunerhaus
(Friedhofgasse 2) im Zusammenhang mit dem Kirchturm im Hintergrund als
„typisches Motiv“ für die „malerische Qualität“ des Stadtbildes
angeführt, die sich durch wiederholte künstlerische Darstellungen im
kulturellen Gedächtnis verankert habe.

Schloßgasse zum Schloß Spitz

Das Schloss Niederhaus ist ein Schloss in der Gemeinde Spitz im Bezirk
Krems in Niederösterreich. Das Gebiet um Spitz war Teil einer Schenkung
Karls des Großen an das Kloster Niederaltaich. Das Kloster belehnte
damit die Grafen von Bogen und nach deren Aussterben 1242 an die
Herzöge von Bayern. Die Burgen Oberhaus (Hinterhaus) und Niederhaus
wurden als Afterlehen an verschiedene österreichische Ministeriale so
unter anderem die Kuenringer, Wallseer und die Maissauer vergeben.

Das Schloss liegt unmittelbar westl. des Ortszentrums und der
Pfarrkirche am Nord-Abfall des Tausendeimerberges. Der heutige
4-Flügel-Bau geht weitgehend auf einen Neubau der 2. Hälfte des 16. und
des frühen 17. Jahrhunderts zurück, der nach dem Brand von 1662 auf
zwei Geschoße reduziert blieb.

Schifffahrtsmuseum Spitz an der Donau: Die Geschichte des Museumsgebäudes - Barockschloss Erlahof
Das bayerische Stift Niederaltaich kaufte in der 2. Hälfte des 13.
Jahrhunderts den Hof von den Freibauern Hermann und Berthold Erla. In
der Folgezeit wurde der Erlahof als Lesehof zum wirtschaftlichen
Mittelpunkt des Weingartenbesitzes Niederaltaichs. Verwaltet wurde er
von geistlichen Hofmeistern. Er besaß einstmals eine Kapelle, 1309
erwähnt, die im 30jährigen Krieg geplündert wurde. Der Erlahof diente
den Prälaten zeitweilig auch als Sommersitz.
Die geistlichen Herren des Benediktinerstiftes Niederaltaich ließen den
Hof mehrmals umbauen; seine heutige Gestalt mit den reichen
Stuckarbeiten erhielt er in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. 1803
wurde der Erlahof verstaatlicht und kam dann in Privatbesitz; 1940
erwarb ihn die Gemeinde Spitz. Während der Restaurierungsarbeiten (1962
- 1969) entdeckte man an der Wand der ehemaligen Kapelle Fresken: Reste
einer mittelalterlichen Biblia pauperum und eines später entstandenen
Lebensrades. Diese Funde bestätigen das ehrwürdige Alter des Gebäudes.

Das Schiff von Altenwörth
... ist der älteste Schiffsfund der Oberen Donau und wurde 1975 bei
Baggerarbeiten für das Donaukraftwerk Altenwörth gefunden. Es kam
wahrscheinlich aus Hieflau im Ennstal und sank etwa 1810 - vermutlich
wegen seiner schlechten Bauweise und Überladung. Das äußerst präzise
gebaute Rekonstruktionsmodell im Maßstab 1:20 zeigt besondere Details:
Kochkiste, Hütteneinrichtung, von Hand gefertigte Seile, Fässer und
Werkzeuge, welche die ursprüngliche Ladung des untergegangenen Schiffes
bildeten.
Raner oder Rauner
Der Eichenstamm, ursprünglich zehn Meter lang, wurde 1975 bei
Baggerarbeiten geborgen. Er war mit vier Meter Donauschotter bedeckt
und lag ungefähr 7.000 Jahre im Geschiebe des Stromes, was die
Verkohlung an der Oberfläche beweist. Raner waren von den Schiffleuten
gefürchtet, da sie unvermutet aufschwimmen konnten.

Naufahrt (stromabwärts) und Gegenzug (stromaufwärts)
Bei der Naufahrt trieben die Schiffe mit dem fließenden Wasser eine
gefährliche Fahrt, da in der starken Strömung nicht sofort und überall
angehalten werden konnte. Die Steuerung erfolgte fast ausschließlich
mittels der Steuerruder, deren Länge etwa der halben Fahrzeuglänge
entsprach. Kurze Ruder wurden verwendet, um das Schiff an Land zu
bringen.
Beim Gegenzug konnte der Transport der beladenen Schiffe nur mit Hilfe
einer großen Zahl von Menschen, Zugtieren und technischen Einrichtungen
durchgeführt werden. Die Pferde gingen auf einem einfachen Pfad entlang
der Donau, dem „Treppelweg". Aber man nützte auch die ruhigeren
Seitenarme der Donau, die „G'schirrwege", um die Schiffe stromaufwärts
zu ziehen.

Die Schiffe der Naufahrt (Fahrt stromabwärts)
Die Benennung der Schiffstypen richtete sich nach Herkunft, Bauweise
oder Verwendungszweck: Kelheimer, Tiroler Plätte, Kettenschlepp,
Passauer Garns usw. Die Grundformen der Schiffe wurden jeweils nach
Bedarf mit verschiedenen Aufbauten ausgestattet. Sie waren fast
ausschließlich für den Lastentransport bestimmt.
Allen Schiffen war gemeinsam: der flache Boden (kein Kiel), der geringe
Tiefgang und die enorme Tragfähigkeit. Ein Schiff von etwa 20 m Länge
konnte eine Ladung von mindestens 15.000 kg stromabwärts befördern. Die
Schiffe trugen keine besonderen Namen. Sie waren lediglich mit dem
Firmennamen oder dem Monogramm des Eigentümers gekennzeichnet.

Ohne Seile keine Schifffahrt
Hanfseile gehörten zu den wichtigsten Bestandteilen der Ausrüstung. Das
Gewerbe der Seilerei nährte jahrhundertelang unzählige Familien im
Bereich der Schifffahrt. Seile wurden nach „Längen" berechnet. Eine
Seillänge betrug 30 Klafter, das sind rund 60 Meter. Die Seile benannte
man nach ihrem Verwendungszweck: die schweren Buesenseile für die
Schiffzüge, leichtere Reitseile zur Verheftung der Schiffe am Ufer und
dünnere Treibleinel.
Auch die Seilstärke diente zur Kennzeichnung: Das stärkste Seil bestand
aus 720 Fäden, gebündelt zu je 30 = 24 x 30, und hieß demnach
Vierundzwanziger-Seil. In der Abstufung nach unten bezeichnete man sie
dann als 20er-, 16er- oder 12er-Seile. Seile waren immer teuer, deshalb
wurden sie auch sorgfältig repariert. Auf jedem größeren Fahrzeug - und
besonders im Gegenzug - verstand sich ein Schiffmann auf das Ausbessern
der Seile.
Die Knoten
Die mit den Seilen gemachten Knoten wurden als „Glang" (Klang)
bezeichnet. Es gab verschiedene Arten von Knoten, den „Schwabenglang",
den „Kreuzglang", den „Ring", den „Buesenknopf" und andere mehr. Alle
diese Knoten gaben einen festen Halt, waren aber wieder leicht zu lösen.

Als Schiffspferde kamen fast ausnahmslos Kaltblüter zum Einsatz. Die
Tiere erhielten eine besondere Schulung: Sie waren darauf trainiert,
beim Übersetzen des Schiffszuges mühelos in die Zillen zu springen; sie
waren auch gewohnt, bis zur Brust im Wasser zu waten oder über
gefährliche Steinhalden zu klettern. Vor allem aber lernten sie einen
besonderen Schritt, der sie davor bewahrte, sich in den mitschleifenden
Seilen und Ketten zu verhängen. Wenn aber einmal ein Pferd stürzte und
sich nicht aus eigener Kraft wieder aufrichten konnte, blieb den
Knechten nichts anderes übrig, als Seil und Kette auszuhängen und das
Ross seinem Schicksal zu überlassen.

Organisation eines Schiffszuges
Die Schifffahrt in alten Zeiten war ebenso organisiert wie heute ein
großes Transportunternehmen. Die SCHIFFMEISTER verführten Ladung und
Gegenladung, sie sorgten dafür, dass die Pferde zur richtigen Zeit am
richtigen Ort waren und besorgten auch den Rücktransport der Pferde.
Die Pferde waren entweder Eigentum des Schiffmeisters oder wurden von
ihm für eine bestimmte Zeit gemietet.
Die Schiffe stromaufwärts führten alles mit sich, was zur Durchführung
dieser oft gefährlichen Reise nötig war: Werkzeuge, Ersatzteile, Futter
für die Pferde und auch die Verpflegung für die Schiffleute. Bei
Einbruch der Dunkelheit wurde „zugefahren". Jeder Mann hatte seine
Aufgabe: Schiffe verheften, Pferde anleinen und füttern, Lager
einrichten, Essen kochen. Früh am nächsten Morgen war Aufbruch mit dem
Ruf „Nahui, in Gott's Nam!"

40-60 Pferde waren bei einem großen Schiffszug vorgespannt.
Vorreiter mit Sondierstange, Voraufreiter, Derblseilreiter, Ahiausreiter, Spaneller usw.
Marstaller = für den Zug verantwortlich. Pferde, Reiter und Seile wurden als „Geschirr" bezeichnet.

Dampfschifffahrt
Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts begann man, die großen beladenen
Holzschiffe von Dampfschiffen stromaufwärts ziehen zu lassen. Die
Epoche der großen Pferdezüge ging damit allmählich zu Ende.
Zugschiff „Persenbeug" - Original-Modell der DDSG
(Donaudampfschifffahrts-Gesellschaft) entstanden um 1920 als
Tischzeichen für einen Gasthof
PERSENBEUG - Schwesterschiffe: SUPPAN, VACZ, KREMS und SCHONKA
Zweikamin-Zugdampfer (Remorkör), Baujahr 1923: Altofen (Óbuda) Budapest
Zweizylinder-Verbund-Dampfmaschine 800 PS, Länge 65 m, Breite 15,9 m
Mit der PERSENBEUG wurde 1956 die Schleuse des Donaukraftwerkes Ybbs-Persenbeug eröffnet.

Das Schoppen war eine eigenartige, nur im Donauraum gebräuchliche Methode, ein Schiff wasserdicht zu machen.
Wenn die Schiffsplanken (Laden) mit ihren keilförmig abgeschrägten
Kanten an den Spanten (Kipfen) angenagelt waren, legte man in diese
dreieckige Vertiefung einen Holzspan (Miasbeil) ein. Darüber kam eine
Schicht feuchtes, schnurartig gedrehtes Moos. Auf das Moos drückte man
einen breiteren Holzspan (Zain), der dann mit den Klampfeln
festgenagelt wurde. Moos und Holz quollen im Wasser auf - das Schiff
war dicht.
Schopperplatz (Werft) - Schoppermeister - Schopperknechte
Die Bezeichnung „Schopperplatz" ist als Straßenname in Spitz bis heute erhalten geblieben.

SCHOPPER-WERKZEUGE
Schopperhammer (auch Böngel- oder Zainhammer genannt)
Irxen-Eisen (Ichse = Zusammenstoß von Boden- und Seitenbrettern)
Schopperschlegel
3 Schöppel (zum Schoppen = Ausstopfen mit Moos)
Schopperkiste mit Werkzeug
Zainmesser (zum Schnitzen des Abdeck-Spanes)
Zain (Holzspan) mit Klampfeln
Schopperkiste mit Deckel
Arbeitskiste der Schopper mit trockenem Moos und Klampfeln

Flößerei - Floßfahrt
Die kleineren Alpenflöße waren selten länger als einen Tag unterwegs.
Allerdings erforderten die Fahrten im wilden Wasser viel Geschick beim
Steuern, vor allem über Stromschnellen und um enge Flussbiegungen. Um
einen besseren Halt auf den glitschigen Baumstämmen zu finden,
schnallten sich die Flößer eine Art Steigeisen an die Stiefel. Diese
Flöße fügte man nach ihrer Ankunft bei der Donau häufig zu langen
Konvois zusammen; so konnten einige der Flößer wieder an ihren
Arbeitsplatz zurückkehren, während ihre Kameraden die lange Reise auf
der Donau antraten.
Die Fahrt der großen Donauflöße dauerte meist mehrere Tage. Die Männer
blieben dann auch über Nacht auf dem Fahrzeug. Die Mitnahme von
Verpflegung, aber auch von Werkzeug, Ketten und Seilen war
selbstverständlich. Diese Flöße konnten eine Ladung von 400 - 600 Festmeter Holz, je nach
Feuchtigkeitsgehalt, aufnehmen. Freilich waren diese gewaltigen Fuhren
sehr schwierig zu steuern und dementsprechend mühsam zu „bremsen". Dazu
führten die Flößer eine schwere Eisenkette mit, die sie vor der Landung
am Flussgrund mitschleifen ließen, bis das Floß langsam genug war, um
es ins ruhige Wasser zu steuern. Am Ende der Reise wurde das Floß bis
zum letzten Nagel verkauft; Werkzeuge und Ketten aber waren ein
kostbarer Besitz, den die Männer auf ihrer Rückreise in die Heimat
stets wieder zurückbrachten.
Die Flößerei war zu allen
Zeiten ein wichtiger Teil des Donauhandels, denn die rasch wachsenden
Städte hatten einen ungeheuren Bedarf an Bau- und Brennholz. So war es
am einfachsten, das Holz schwimmend fast direkt vor die Haustüre der
Abnehmer zu bringen. Flößerei wurde nicht nur auf der Donau betrieben,
sondern auch auf den meisten ihrer Nebenflüsse, speziell im Alpenraum.
Die großen, an der Donau gebauten Flöße erreichten gelegentlich
gewaltige Ausmaße: bis zu 60 m Länge und etwa 15 m Breite. Mit zehn bis
zwölf Mann Besatzung fuhren diese Flöße häufig bis Budapest. Noch im
20. Jahrhundert (etwa 1920 bis 1940) gab die Flößerei vielen Menschen
Arbeit und Brot, bis Eisenbahn und LKW, der Bau der Kraftwerke, aber
auch die Umstrukturierung der Forstbetriebe diesem Erwerbszweig ein
Ende bereiteten.

Jedes Schiff bestand aus dem flachen, vorne und hinten mehr oder
weniger in die Höhe gezogenen Boden und den gewöhnlich etwas nach außen
geneigten Wänden. Die Holzschiffe wurden in Knickspant-Bauweise
gefertigt. Für die Spanten bevorzugte man so genannte Naturkipfen, die
aus einem einzigen Stück Stamm- und Wurzelholz gehackt wurden. Eine
Besonderheit waren die abgeschrägten Bretterkanten, die mit Moos
abgedichtet wurden („schoppen"). Verwendet wurde hauptsächlich Tannen-
und Fichtenholz. Nur die Einbauten zur Handhabung der Seile und Ruder
bestanden aus härterem Holz.
Die Lebensdauer der Schiffe betrug nicht mehr als vier bis fünf Jahre.
Sie mussten regelmäßig ausgebessert werden, was zumeist im Winter
geschah. Konnte ein Schiff nicht mehr repariert werden, landete es beim
„Plättenschinder". Diese Männer kauften die kaputten Schiffe auf,
zerschlugen sie zu Brennholz - und von einem alten Donauschiff blieb
nichts übrig als ein Häufchen Asche.

Floßbau
Die Flöße wurden im Uferwasser schwimmend zusammengefügt, wobei jeweils
die oberen und unteren Enden der Stämme gegeneinander gelegt wurden, um
eine gleichmäßige Breite des Floßes zu erreichen. In dieser Ebene waren
auch die einzelnen Floßteile treppenförmig ineinander geschoben, was
den Boden beweglicher und gleichzeitig haltbarer machte. Als
Querverbindung der Stämme wurden „Spangen" (meist halbrunde Hölzer)
aufgezogen. Die Ladung selbst war jeweils durch zusätzliche Querhölzer
gegen das Abrollen gesichert. Kleinere Alpenflöße fügte man häufig mit
Holznägeln zusammen: dies gab dem Floß auf den rumpeligen Nebenflüssen
der Donau eine größere Elastizität. Die Verbindungen zwischen den
Stämmen und vor allem die Achterschlinge für die Steuerruder bestanden
aus „Wieden": Haselnussgerten, die in Heimarbeit gedreht und geflochten
wurden.

Bremskette (Schleifkette)
ca. 500 kg schwer, 60 m lang; Kettenglieder verschieden lang
Bremshilfe für Flöße und schwer beladene Schiffe („Kettenschlepp")
Die Kette wurde ins Wasser hinabgelassen. Durch die Reibung am
Flussgrund wurde das Fahrzeug gebremst und konnte ins ruhigere
Uferwasser gesteuert werden.

Trajanssäule
Die Geschichte der Donauschifffahrt reicht weit zurück. Opfergaben aus
Stein, gefunden beim Greiner Strudel in Oberösterreich, stammen
teilweise aus dem 4. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung. Eine der
ersten historisch bekannten Darstellungen von Donauschiffen findet sich
auf der Trajanssäule in Rom. Die von Kaiser Trajan (98-117 n.Chr.) im
Jahre 113 errichtete 33 Meter hohe Säule stellt in einem spiralförmig
verlaufenden Reliefbild Szenen aus den Daker-Kriegen am Unterlauf der
Donau (heute Rumänien) dar. Die Bilder zeigen die Beladung von
Donauschiffen mit Fässern und anderen Transportgütern. Im Hintergrund
erkennt man eine befestigte Siedlung. Aus diesen Abbildungen ist
ersichtlich, dass sich die Bauweise der Schiffe im gesamten Donauraum
bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts kaum geändert hat.
Die Fresken im Vorraum des Prälatensaales
Während der Restaurierungsarbeiten (1962-1969) kamen beim Abtragen
einer jüngeren Zwischenwand im Bereiche des Stiegenhauses Reste einer
früheren Bemalung zum Vorschein. Diese Freskenreste stammen vermutlich
aus dem 14. Jahrhundert und befinden sich in sehr gutem Zustand.
Allerdings ist von dieser ältesten Fassung nur mehr der obere Teil
vorhanden. Zu sehen sind Teile einer „Biblia pauperum": am linken Bild
oben der Kopf Gott-Vaters, von A und O eingerahmt, darunter der Kopf
Christi, Reste eines roten Mantels, diverse Werkzeuge der Passion, die
Verspottung Christi, der Judaskuss und die Andeutung eines
Frauenkopfes. Das rechte Bild zeigt Christus am Baumkreuz, daneben
Johannes den Täufer mit einer Scheibe mit dem Lamm und den Text „Ecce
agnus dei". Im linken Teil ist das Leiden, im rechten die Kreuzigung
dargestellt. Dieser Freskenfund bestätigt das ehrwürdige Alter des
Gebäudes.
Bei der weiteren Suche in diesem Bereich kam das Gewände einer
Spitzbogen-Tür zum Prälatensaal (oberhalb des Stiegenaufganges) zutage.
Es ist allerdings ungewiss, ob dieser Bogen zeitlich mit den Fresken
gleichzusetzen ist. Links vom Portal entdeckte man Malereien, die auf einen späteren
Zeitraum zu datieren sind. Unter zahlreichen stark zerstörten Schichten
ist die Darstellung eines Mannes zu sehen, der sich an ein Rad klammert
und versucht, auf dessen Sprossen hinaufzuklettern. Vielleicht ist es
der Rest eines „Schicksalsrades", auf dessen einer Seite der Mensch
aufsteigt, während er auf der anderen Seite abgleitet. Der frühere
Kapellenraum konnte nicht mehr gefunden werden; es ist jedoch kaum
zweifelhaft, dass es sich hier um die Wand der ursprünglichen Kapelle
handelt.

Der spätbarocke Erlahof
Das kleine Schloss erhielt im Laufe des 18. Jahrhunderts seine reiche
Innenausstattung. Prunkvolle Portale und reiche Stukkatur zieren die
Räume im Obergeschoss.
Vorraum: Über dem gotischen Türgewände der ehemaligen Kapelle blieben
Reste einer Biblia pauperum aus dem 14. Jahrhundert erhalten, links vom
Portal ein Teil eines Schicksalsrades" aus späterer Zeit.
Eingang Prälatensaal außen: links das Rosenwappen des Abtes Joscio
Hamberger, der den Umbau anordnete; rechts das Wappen des Stiftes
Niederaltaich: drei Berge auf goldenem Grund
Prälatensaal innen: über den Portalen Medaillons mit den Bildnissen der
Heiligen Benedikt und Scholastika; Deckengemälde: Maria Himmelfahrt, in
den Ecken Themen aus der Benedikt-Legende
Raum der Prunkschiffe: Neben den Adlern in allen vier Ecken ist das
Stuckportal mit Blütenmotiven in zarter Farbgebung zu erwähnen. Die
Stuckarbeiten an der Decke zeigen eine selten ausgeführte Technik der
„Perforierung".
Raum der Schiffleute: Hohes Gewölbe mit zierlichen Stuckauflagen
Raum des Donauhandels: Löwentor mit den vergoldeten Wappen Bayerns und Österreichs, gerahmt von Waffen und Fahnen

Stromaufwärts. Stromabwärts.
Das Schifffahrtsmuseum Spitz zeigt eine große Auswahl von
Originalobjekten aus der Blütezeit der Holzschifffahrt und Flößerei. In
den alten Gewölberäumen präsentieren sich kostbare zeitgenössische und
neue, höchst präzise gebaute Modelle in modernen Glasvitrinen. Das
Handwerkszeug der Vorfahren, ein Schiffszug mit Pferden in
Originalgröße, aber auch Audio- und Videostationen entführen den
Besucher in jene Zeit der Donauschifffahrt, als die Dampfmaschine noch
nicht erfunden war.
Im spätbarocken Ambiente des kleinen Schlösschens wird auch die
Geschichte der Schiffleute, des Adels, des Kaiserhauses erlebbar
gemacht. Zu den Klängen der Schifferorgel aus dem Jahre 1697 erfährt
man vom Brauchtum der einfachen Leute; und am „Marktplatz" sind die
wichtigsten Handelsgüter vertreten. Kriegsschifffahrt und das Thema
Modellbau ergänzen die umfangreiche Präsentation.

Galionsfigur der Fregatte „Theresia" in Originalgröße
nach dem Entwurf des Modellbauers Prof. Dipl.-Ing. Dr. Kurt Schaefer ausgeführt vom akademischen Bildhauer Josef Ortner
Die Fregatte „Theresia" war das letzte große Holz-Kriegsschiff auf der
Donau, erbaut 1768 in der Werft Klosterneuburg bei Wien, im
Kriegseinsatz gegen die Türken vor Belgrad in den Jahren 1788/89.
Konstruktion in der Art eines Hochsee-Kriegsschiffes mit voller
Takelage. Das Modell wurde im Dezember 2000 in London bei einem
internationalen Modellbau-Wettbewerb als weltbestes Segelschiffmodell
mit einer Goldmedaille und dem silbernen Wanderpokal ausgezeichnet. Das
Modell der Fregatte „Theresia" ist Eigentum des Museums.

Die Militärgrenze entstand im
16. Jahrhundert, als die Türken den Balkan eroberten und Mitteleuropa
bedrohten. Vor dem andrängenden Feind flüchteten Kroaten und Serben
hinüber auf kaiserliches Gebiet. Sie wurden am Rande des Reiches
angesiedelt und erhielten dort Grund und Boden. Als Gegenleistung
hatten sie das Land zu schützen. So wurde eine Bauernmiliz geschaffen,
die ihre Zeit zwischen Waffenübungen und Feldarbeit teilte und
innerhalb von 48 Stunden mobilisiert werden konnte. Diese Bauern
dienten in eigenen Regimentern und wurden für den Waffendienst regulär
besoldet.
Verwaltungsmäßig war die „Confin" (wie die k. k. Militärgrenze auch
genannt wurde) von den übrigen Ländern des Habsburgerreiches scharf
getrennt. Wie ein Gürtel umfasste sie die Monarchie, von der Adria bis
zu den Wäldern Siebenbürgens - ein gewaltiger „Cordon sanitaire", der
das Reich nach Süden und Osten hin abschirmte. Denn an dieser Grenze
gab es auch Quarantänestationen, vor allem zum Schutz gegen die
Ausbreitung der Pest. Wo die Donau diese Grenze bildete, waren die
Bauern als Miliz auf den kleinen, wendigen, mit Kanonen bestückten
Ruder-Segelschiffen im Einsatz. Nach der lokalen Bezeichnung für diese
Schiffe („Czaiken") erhielten sie den Namen Tschaikisten.
Die österreichische Militärgrenze - Schutzwall Europas gegen die ständigen Einfälle der Türken.
Am Ende ihrer 350jährigen Geschichte, um 1880, erstreckte sie sich von der nördlichen Adria bis Siebenbürgen.

Geschichte der Fregatte „Theresia"
Das Kaiserhaus unterhielt auf der Donau keine ständige Kriegsflotte.
Bewaffnete Schiffe wurden jeweils nur für einen Feldzug gebaut und nach
dessen Beendigung aufgelassen. Die Schiffstypen waren außerdem von der
Nationalität des jeweiligen Befehlshabers abhängig. Spanische,
italienische, deutsche, englische und schwedische Einflüsse bestimmten
im Lauf der Jahrhunderte das Aussehen der Donau-Kriegsschiffe. Sie
mussten traditionsgemäß immer Hochseeschiffen ähnlich sein, da solche
Schiffe stets höheres Ansehen genossen. Ein prunkvolles Kriegsschiff
sollte auch die Macht und den Reichtum des Kaisers zeigen und dem Feind
ein Unterlegenheitsgefühl geben.
Die „Theresia" wurde 1768 erbaut für einen erwarteten Krieg gegen die
Türken. Der mit großer Feierlichkeit veranstaltete Stapellauf blieb
jedoch den Türken nicht verborgen: Sie vermuteten Kriegsvorbereitungen.
Um das Misstrauen der Hohen Pforte zu zerstreuen, sollte der
Botschafter Franz Anton von Brognard den Regierungsstellen in
Konstantinopel mitteilen, „dass die Fregatte nur zur Belustigung ihro
Majestäten gebaut wurde und nicht zu kriegerischen Zwecken". Der
erwartete Krieg gegen die Türken begann erst 1788, also 20 Jahre
später. Zwischenzeitig hatte man die Fregatte nach Belgrad gebracht,
allerdings wie jedes gewöhnliche Handelsschiff nur mit der Strömung und
ohne Segel. Dort leistete das Schiff mit seinen vielen Kanonen 1789
einen wesentlichen Beitrag zur Rückeroberung Belgrads. Mit dem Vertrag
von Jassy 1792 wurde zwischen Österreich und der Hohen Pforte ein
bleibender Friede abgeschlossen. Zwei Jahre nach Kriegsende ließ Kaiser
Leopold II. die österreichische Kriegsflotte abwracken und damit
verschwand auch die Fregatte „Theresia".
Der Stapellauf - 14. April 1768
Nachdem nun Nachmittags um 5 Uhr
beide K.K. Majestäten, samt deren Erzherzogen und Erzherzoginnen bey
dem Werft angekommen und das daselbst aufgerichtete Schaugerüste, vor
welchem ein Theil des neu errichteten Schif und Pontonnierbattallons
unter Obrist Wachtmeister von Magdeburg paradierte, bestiegen hatten,
wurde die Fregatte mit dem erwünschten Erfolge vom Stapel gelassen. Die
Geistlichkeit des k.k. Schiffbaumeisters, Erik Åhsberg, welcher diese
Fregatte gebauet, hat sich bei dieser Gelegenheit besonders gezeigt,
indem er die „Bettung" so künstlich eingerichtet, dass das Schiff ohne
Schwanken ganz unvergleichlich vom Stapel gelassen worden. Sobald die
Fregatte wieder auf dem Strom herauf, gefiel es beyde Majestäten, sammt
den königl. Hohheiten, selbige zu besteigen, ihren Bau in Augenschein
zu nehmen, auch darüber Höchst dero Zufriedenheit zu bezeigen: worauf
die Rückkehr, nachdem die Feyerlichkeiten, wegen des herannahenden
Abends, sich endigen mussten, nach Wien erfolgte.
Die Fregatte „Theresia"
Das letzte große Segel-Kriegsschiff auf der Donau; Länge über Steven
26,36 m, Breite 8,00 m, Tiefgang 1,66 m; Stapellauf 14. April 1768 auf
der Kriegsschiffswerft Klosterneuburg in Anwesenheit von Kaiserin Maria
Theresia und Josef II. als Mitregent
Das Modell im Maßstab 1:20 wurde bei der Internationalen
Schiffsmodell-Ausstellung 2000 in England mit Wanderpokal und
Goldmedaille ausgezeichnet.
Holzteile aus Ästchen - teilweise mit natürlicher Krümmung -
geschnitten, um die Proportionen der Holzmaserung der Größe des Modells
anzupassen
Maste aus natürlich gewachsenen Nadelbaum-Spitzen (kleine Astknoten)
Steuerbordseite voll beplankt, Backbordseite offen zur Darstellung der Schiffskonstruktion
Handgefertigte Inneneinrichtung im Stile des 18. Jahrhunderts (Salon, Küche)
Eisenbeschläge handgeschmiedet
Alle Schiffseinrichtungen voll beweglich (Taue, Rollen, Segel, Stückpforten, Ruder, Anker usw.)
Verbindungen der Holzteile mit Nägeln aus Holz oder Spitzen von Dornen

Die Grenzer
Sie hießen Uskoken und Sereschaner, Panduren und Tschaikisten. Sie
sprachen die verschiedensten slawischen Dialekte doch ihre gemeinsame
Heimat war das Reich der Habsburger und ihr einziger Herr der Kaiser in
Wien. Jahrhundertelang kämpften sie, ein lebender Schutzwall, gegen die
immer wieder anstürmenden Türken. Aus dem „Westen" kamen Husaren,
Arkebusiere und Nationalfußtruppen an die Grenze, um diese wilden
Truppen zu zügeln und ihnen diszipliniertes Kriegshandwerk und den
Gebrauch von Feuerwaffen beizubringen.
Die Grenzerfamilien hatten im weltlichen wie auch im religiösen Bereich
eine Sonderstellung inne: Steuerfreiheit, Religionsfreiheit und das
Recht auf Türkenbeute. Mehrere Orte waren in einem Kapitanat
zusammengefasst. Die Wojwoden (Gemeindevorsteher) hatten die Listen der
Wehrpflichtigen anzulegen; ab dem 17. Lebensjahr waren die Männer
wehrpflichtig. Militär- und Zivilverwaltung waren eng aneinander
gebunden. Den Wojwoden standen Offiziere und Unteroffiziere zur Seite.
Den besonderen Verhältnissen in diesem Grenzbereich wurde mit
entsprechend angepassten Gesetzen Rechnung getragen.
TSCHAKO
Militärische Kopfbedeckung, Kopie, aus der Werkstatt unseres
wissenschaftlichen Beraters Prof. Dipl. Ing. Dr. Kurt Schaefer,
Pressbaum. Die Kopfbedeckung ist mit einem handgetriebenen
Messingbeschlag (Regiment) sowie gemäß der Tradition mit einer echten
Reiherfeder geschmückt. Anfänglich wurde der Tschako (czákó) aus Filz,
später auch ganz oder teilweise aus Leder gefertigt, um den Träger vor
Säbelhieben zu schützen. Normalerweise waren Filz bzw. Leder in schwarz
gehalten, speziell bei den ungarischen Husaren wurde Filz in
verschiedenen Farben verwendet.

Strudel und Wirbel - Die Regulierung der österreichischen Donau
Der gefährlichste Stromabschnitt der österreichischen Donau lag beim
Greiner Strudel und den Wirbeln im Strudengau (Oberösterreich), aber
auch die Felsen bei Persenbeug (Niederösterreich) waren gefürchtet.
Diese wilden Flussstrecken forderten Jahrhunderte lang unzählige
Menschenleben. Auf Grund der zunehmenden Bedeutung der Donau als
Wasserstraße erteilte das Kaiserhaus mittels Navigations-Direktion
1770/71 den Auftrag, die Beseitigung der Schifffahrtshindernisse
vorzunehmen.
„Strudel und Wirbel" im Bereich
der Stadt Grein bildeten die gefährlichste Stromstrecke an der oberen
Donau. Über viele Jahrhunderte forderte der Fluss ungezählte Opfer
unter Schiffleuten, Fischern und Reisenden. Unser Bild zeigt diesen
Flussabschnitt um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Am rechten Bildrand
begrenzt das linke Donauufer das Engtal, in der Bildmitte befindet sich
die Insel Wörth mit dem Wörther Kreuz. Die Wirbel um die herausragenden
Felskuppen sind deutlich zu erkennen. Eingezeichnet ist die Fahrt
stromabwärts (Naufahrt) sowie der
Treppelweg bei großem" Wasser. Bei „kleinem Wasser" (niedriger
Wasserstand) musste der Schiffszug stromaufwärts dreimal übersetzen, um
die Schiffe im tieferen Wasser zu halten.
In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts leitete das Kaiserhaus (Maria
Theresia, Josef II.) erste Regulierungsmaßnahmen an diesem
Stromabschnitt ein. Unser Modell zeigt eine solche „Baustelle" mit den
damaligen technischen Hilfsmitteln. Strom-km 2079

Die Militärschifffahrt auf der Donau - Die Türkenkriege
Im 16. Jahrhundert begann das Osmanische Reich, seine Eroberungszüge
auch auf das christliche Europa auszudehnen. Die wichtigsten Gegner der
Osmanen waren dabei Österreich, Spanien, Venedig, Polen und Russland.
1529 und 1683 standen türkische Heere vor Wien. Die Hauptstadt entging
nur knapp der Eroberung. Schon 1538 begann Kaiser Ferdinand I., im
Südosten des Reiches zum Schutz gegen die vordringenden Türken eine
Militärgrenze einzurichten. In diesem Bereich, also am Balkan, musste
das habsburgische Österreich die Hauptlast der Abwehrkriege tragen. Die
Militärgrenze umfasste zunächst das Grenzgebiet Kroatiens zum
osmanischen Bosnien-Herzegowina. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde sie
über Slawonien nach Osten erweitert und reichte schließlich bis
Siebenbürgen. 1881 wurde sie aufgelöst.
Prinz Eugen von Savoyen
Der Name Prinz Eugen ist eng verbunden mit den Türkenkriegen. Seinen
Ruf als Feldherr begründete der entscheidende Sieg in der Schlacht bei
Zenta (Vojvodina) 1697, wo seine Truppen die Hauptmacht des osmanischen
Heeres bei einem Flussübergang schlagen konnten. Durch den
Friedensschluss von Karlowitz 1699 erwarb Österreich Türkisch-Ungarn,
Siebenbürgen und Slawonien. Zum Mythos bereits zu Lebzeiten wurde Prinz
Eugen durch seinen Sieg über die Türken bei Belgrad an der Donau im
Jahre 1717. Er ließ seine Truppen nicht von Land, sondern über eine
Pontonbrücke vom Wasser aus angreifen. Mit dem darauf folgenden
Friedensvertrag von Passarowitz konnte Österreich seinem Staatsgebiet
Nordserbien, die westliche Walachei und das Banat anschließen. Damit
erreichten die Habsburgischen Länder die größte territoriale Ausdehnung
ihrer Geschichte. Um diese Zeit soll der Text des Volksliedes „Prinz
Eugenius, der edle Ritter" entstanden sein. Die Melodie geht
wahrscheinlich auf ein älteres Lied zurück, das die Befreiung Wiens von
den Türken (1683) besang.
Die militärische Ordnung der Grenze
Das Grenzland erstreckte sich über einen schmalen Landstreifen von der
Adria bis nach Siebenbürgen. Kurz vor der Auflösung der Militärgrenze
im Jahre 1881 umfasste dieser Bereich mehr als 33.000 Quadratkilometer
mit 1,2 Millionen Einwohnern. Insgesamt waren an der Grenze 17
Infanterie-Regimenter stationiert. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts
erfolgte eine umfangreiche Neuordnung durch den Wiener Hofkriegsrat.
Für die Grenzoffiziere wurde eine neue Rangordnung erstellt; damit war
der bisher eher formlose militärische und soziale Stand der Grenzer
festgelegt. Aus einer Bauernmiliz wurden „regulierte" Regimenter mit
einheitlichen Uniformen. Auch die besitzrechtlichen Verhältnisse waren
nun geordnet. Ende des 18. Jahrhunderts, als die Einfälle der Türken
zurückgingen, konnte man auch den Stand der Truppen reduzieren. In den
4 damals bestehenden „Grenzen" - der Karlstädter, Warasdiner, Banater
und Slawonischen - betrug die Gesamtzahl der für den Felddienst
tauglichen und ausgebildeten Männer rund 40.000.

Der Lauf der Donau in Österreich wird durch das Böhmische Massiv
bestimmt. Dieses Gebirge begleitet das linke Donauufer und bildet in
Oberösterreich das Mühlviertel und in Niederösterreich das Waldviertel.
An einigen Stellen erstreckt sich das Böhmische Massiv über das rechte
Donauufer. Dort befinden sich die bekannten Durchbruchsstrecken wie
Sauwald, Kürnberger Wald, Struden- und Nibelungengau und die Wachau. Da
ein Übersetzen des Stromes am leichtesten dort möglich ist, wo nur eine
einzige Fahrrinne ohne Nebenarme besteht, hat man die Überfuhren
jeweils am oberen und unteren Ende eines Durchbruchstales eingerichtet.
Zudem wurden früher Zölle und Mauten nicht an den Landesgrenzen
eingehoben. Die Obrigkeiten sperrten einfach an den Engstellen die
Landstraßen und Wasserwege, und hier mussten Reisende und Händler ihre
Abgaben entrichten. Dabei wurde auch auf eine verkehrsgünstige
Verbindung zum Hinterland geachtet. Viele Siedlungen entwickelten sich
zu einem regelrechten Donau-Fernstraßen-Kreuzungspunkt und gelangten so
zu Ansehen und Wohlstand.
Strom-Kilometer
Die Donau ist der einzige Strom Europas, dessen Kilometrierung nicht an
der Quelle beginnt. Die Strecke wird ab der Stadt Sulina im
rumäni-schen Donaudelta (Strom-km 0) stromaufwärts gezählt. Spitz liegt
bei Strom-km 2019.
1. Spitzer Holzrollfähre, Modell (Maßstab 1:20)
Gebaut: Fa. Franz Meyer in Aggsbach/Markt in den Jahren 1927/28. Einweihung am 17. Mai 1928
Sie ersetzte, die seit dem 9. Jhdt. bestehende Zillenüberfuhr. Am 5.
Jänner 1932 riss das Gierseil während der Überfuhr auf der Hochwasser
führenden Donau, die Fähre kippte und trieb stromabwärts. 1948 lieferte
die Schiffswerft Linz ein 20 Tonnen Fährschiff aus Stahl, das heute
noch in Betrieb ist.

Rechtliche Grundlagen
Die Landesfürsten vergaben die „Überfuhr-Gerechtigkeit" an Adelige und
Klöster, die ihrerseits diese Rechte auf Fährleute (Fergen, Förgen)
übertrugen. Diese waren aber verpflichtet, "die Zillen und Plätten
ordentlich instand zu halten". Oft war die Urfahrgerechtigkeit an ein
Haus gebunden; damit waren nur die Besitzer dieser Häuser zur Überfuhr
berechtigt. Die Bewilligung zur Überfuhr bezog sich jedoch nicht immer
nur auf die Querschifffahrt, also das Übersetzen von Ufer zu Ufer.
Gelegentlich wurde gleichzeitig auch das Recht zur Längsschifffahrt
vergeben, meist begrenzt auf eine bestimmte Stromstrecke, an der die
Obrigkeiten wirtschaftliche Interessen hatten.
Sehr unterschiedlich waren die Rechte der Überführer festgelegt. An
manchen Orten wurden „Schwarzfahrten" durch Unbefugte bestraft; in
anderen Siedlungen war es den Einwohnern gestattet, mit eigenen Zillen
überzufahren. Erstaunlich mag auch die Bedingung erscheinen, dass die
Überführer nur in eine Richtung Passagiere mitnehmen durften und leer
zurückfahren mussten. Dies ist zum Beispiel von Dürnstein überliefert,
wo der Rossatzbacher Fährmann Passagie-re nur hinüber und der
Dürnsteiner nur herüber beförderte.
Schiffmühlen
Das fließende Wasser der Donau wurde auch zum Betrieb von Mühlen
verwendet. Diese Schiffmühlen bestanden aus zwei Schiffen. An der
Uferseite stand das Hausschiff mit Mühlwerk, Wohnraum und Lager für das
Getreide. Das stromseitig liegende Weitschiff diente als Auflager für
die Achse des Mühlrades. Schiffmühlen standen bis Ende des 19.
Jahrhunderts an nahezu allen Flüssen Mittel- und Osteuropas, sofern sie
nur eine ausreichend starke Strömung aufwiesen. Im träge fließenden
Wasser der mittleren und unteren Donau waren sie in der Flussmitte
verankert.
Mit den Schiffmühlen wurde nicht nur Mehl gemahlen. Es gab auch
Tabakmühlen zur Erzeugung von Schnupftabak und Malzmühlen, die den
Malzschrot für die Brauereien herstellten. In Schiffssägemühlen wurde
Holz geschnitten. Die Schiffmüller mussten neben ihren Berufskenntnissen auch das Wissen
von Schiffleuten besitzen, denn ihre Arbeitsstätten waren vom Fluss und
seinen unberechenbaren Verhältnissen abhängig. Sie waren auch
verpflichtet, die Mühlen vor Einbruch des Winters an geschützte
Uferplätze zu bringen, um Beschädigungen durch das Eis zu verhindern.
Schiffmühle an der oberen Donau am Ufer verheftet

Kleinere Donauschiffe beförderten auch Obst und Gemüse. Bauern und Händler kauften in
Linz gebrauchte Holzschiffe, beluden sie mit Landesprodukten und fuhren
damit stromabwärts. In den Dörfern und Städten entlang der Donau boten
sie ihre Waren zum Verkauf an. Das Obst der Wachau wurde vorwiegend per
Schiff nach Wien gebracht. Die Fahrzeuge waren breite Zillen, so
genannte „Ardagger", mit einer Tragfähigkeit bis zu 4000 kg. Die
Obstschiffe waren die einzigen Holzschiffe, die in der Nacht fuhren.
Abfahrt in Spitz war um 10 Uhr abends; um 4 Uhr früh landeten sie bei
der Friedensbrücke in Wien. Diese Nachtfahrten erforderten viel
Erfahrung, Umsicht und Anstrengung von den beiden Schiffleuten. Noch
dazu waren sie Wind und Wetter ausgesetzt, denn auf den Zillen gab es
keine Hütten. Um die Strecke von fast 100 Kilometern in so kurzer Zeit
bewältigen zu können, wurde trotz der starken Strömung zusätzlich
gerudert. Die Fahrten mit den Obstzillen waren noch zwischen 1920 und
1940 üblich. Wenn die Donau im Spätherbst eisfrei war, verschiffte man
sogar Christbäume bis nach Wien.
Wein
Viele Adelige und Klöster in Salzburg, Oberösterreich, Tirol und Bayern
besaßen seit dem Mittelalter Weingärten in der Wachau und in anderen
österreichischen Weinbaugebieten. Verwaltet wurden diese Besitzungen
von Vögten, die auch den Transport des Weines per Schiff stromaufwärts
organisierten. Der Markt Hall in Tirol war über Jahrhunderte ein
Handelszentrum. Hier traf sich der wichtigste Passübergang der
Ostalpen, der Brenner, mit dem schiffbaren Fluss Inn. Hall soll im 14.
Jahrhundert mit Wein aus Österreich „überschwemmt" gewesen sein. Aus
dem Passauer Mautbuch geht hervor, dass in den Jahren 1400 bis 1402 die
Weinausfuhr nach Bayern jährlich 100.000 Hektoliter betrug. Im Jahre
1627 wurden 10,478 Eimer österreichischen Weines nach Bayern
transportiert. Das sind nahezu 600.000 Liter. Davon gingen fast 140.000
Liter an das Stift Niederaltaich.
Eimer: altes Hohlmaß, ca. 56
Liter; Die Bezeichnung Eimer wird im Weinbau auch heute noch für den
Fassinhalt gebraucht (4-Eimer-Fass, 6-Eimer-Fass usw.).

Salz - das weiße Gold
Salz wurde und wird noch heute in den Salzbergwerken des
österreichisch-bayrischen Alpenraumes gewonnen. In den Salinen bei
Reichenhall und Hallein und den Sudhäusern in Ischl und Gmunden wurde
das Salz für den Transport aufbereitet. Nach einer abenteuerlichen
Fahrt auf den Gebirgsflüssen und mehrmaligem Umladen kam das Salz zur
Donau: über Salzach und Inn und über die Traun mit ihren wilden
Stromschnellen. Für die Fahrt auf diesen Nebenflüssen wurden eigene
Schiffstypen gebaut: Salzburger „Hallaschen", Salz-Trauner, Halleiner
Plätten. Sie konnten bis zu 10.000 kg Salz befördern. Nach der
Entladung wurden sie mit Lebensmitteln und sonstigen Dingen des
täglichen Bedarfs beladen und von Pferden wieder flussaufwärts zu ihren
Heimatorten gebracht. An der Donau befanden sich die großen
Salzniederlagsstätten wie Passau, Linz und Wien. Von Passau aus wurde
das Salz stromaufwärts in die bayrischen Städte gebracht, ebenso über
die Ilz nach Norden in die böhmischen Länder. Am Salzhandel verdienten
viele Menschen, vor allem jedoch die mehr oder minder offiziellen
Zollstellen entlang der Donau. Die Mautherren kassierten von jedem
Schiff für das Durchfahrtsrecht, was das Salz so verteuerte, dass es
tatsächlich zu einer „kostbaren Ware" wurde.
Salzstadel in Weißenkirchen/Wachau (noch bestehend, jetzt Privathaus) Modellbau: HTL Krems
Steinsalz aus Österreich

Verordnungen für eine
unfallfreie Schifffahrt, vornehmlich gerichtet an
Urfahr-Gerechtigkeits-Inhaber (Überführer), an Schiffmeister,
Sößstaller, Nauführer, Schiffknechte und alle anderen mit Wasserfahrt
zu tun habenden Schiffleute, erlassen von Kaiserin Maria Theresia im
Jahre 1770 „mit landesmütterlicher Fürsorge"
1. Alle Schiffe müssen sich in technisch einwandfreiem Zustand befinden.
2. Das Baujahr muss eingebrannt sein. Jedes Jahr ist das Schiff einer
Kommission vorzuführen, die mittels Brandsiegel den guten Zustand
bestätigt. Falls Mängel bestehen, sind die entsprechenden Reparaturen
vorzunehmen und das Schiff ist nochmals zu überprüfen.
3. Das Fahrzeug darf nicht überladen sein.
4. Seile, Ruder und Werkzeug müssen in einwandfreiem Zustand sein.
5. Alle kommandierenden Schiffleute müssen die erforderlichen Prüfungen abgelegt haben. Der Werdegang ist nachzuweisen.
6. Die Schiffsführer müssen Streitigkeiten der Schiffleute gütlich regeln.
7. Schiffsführer und Mannschaft dürfen nicht betrunken sein. Betrunkene
Schiffleute sind vom Schiff zu entfernen und zu bestrafen.
8. Die Fahrzeuge müssen bei widrigem Wetter unverzüglich an Land gehen.
9. Regelung, in welchen Bereichen Naufahrt und Gegenzug einander Vorrang geben sollen.
10. Schiffe und Flöße dürfen nicht breiter sein als der Raum zwischen den Brückenjochen.
11. Hindernisse in der Fahrrinne sind unverzüglich an die Behörde zu melden.
12. Schiffmühlen müssen mit starken eisernen Ketten am Ufer befestigt werden.
13. Die anliegenden Städte und Dörfer müssen die Länden in gutem Zustand halten.
14. Die Schiffsführer sind verpflichtet, sich bei den Mautstellen zu melden.
15. Überfuhren sind in technisch einwandfreiem Zustand zu halten.

Ordinari-Schiff
im Volksmund „Ulmer Schachtel" oder Schwabenplätte" genannt; 23-30 m lang, Tragfähigkeit 140-200 Tonnen
Im Jahre 1696 wurde erstmals ein regelmäßiger Personenverkehr von
Bayern nach Wien eingerichtet. Die Schifffahrt währte jeweils von der
ersten Woche nach dem Eisgang bis zum Katharinentag (25. November).
Die Ordinari-Schiffe gingen wöchentlich von Ulm oder Regensburg ab. Die
Fahrt dauerte im günstigsten Falle 6-7 Tage, mitunter aber auch 14-20
Tage. War der Wasserstand zu hoch, kam das Fahrzeug unter den Brücken
nicht durch. Nebel, Sturm und Unwetter nötigten zum Landen und
Abwarten. Gefahren wurde nur bei Tageslicht. Wenn die Reisenden abends
das Schiff verließen, mussten sie sich selbst um ein Nachtquartier
umsehen.
Ein Reisender berichtete: „Man muss aus dem Schiffe eilen, um den
übrigen Reisenden den Vorsprung abzugewinnen, damit diese nicht die
besseren Zimmer und Betten wegnehmen. Man gerät dadurch oft in ein
fürchterliches Gedränge und kommt in Gefahr, sich mit seinen Gefährten
zanken zu müssen ..."

Der Schiffmeister
Die Organisation des Donauhandels lag zum größten Teil in den Händen
der Schiffmeister. Einige wurden dabei nicht nur reich, sondern konnten
dank ihres Weitblicks auch in politische Vorgänge eingreifen. Einer der
erfolgreichsten Schiffmeister seiner Zeit war Matthias Feldmüller
(1770-1850) aus Ybbs an der Donau. Er war nicht nur ein umsichtiger
Kaufmann, sondern konnte zusammen mit seinen Schiffleuten in den Jahren
1805 und 1809 entscheidend zu Siegen der Österreicher über die Truppen
Napoleons beitragen. Feldmüller war beim Kaiserhaus hoch angesehen und
erhielt den Ehrentitel „Admiral der Donau".
Auch der Schiffmeister Michael Fink (1758-1840) aus Braunau am Inn
erfuhr hohe Wertschätzung seitens des Kaiserhauses. Auf seinem
Schopperplatz wurden die schönsten und haltbarsten Holzschiffe jener
Zeit gebaut. Er führte überdies eine große Gastwirtschaft, in der hohe
Gäste übernachteten. „So hatte ich das Glück... den König und die
Königin von Neapel... Seine Majestät den Kaiser Franz in mein Haus
aufzunehmen." Michael Fink hat uns mit seiner Autobiografie ein
wertvolles Dokument der Donauschifffahrt hinterlassen. Häufig erwähnt
er seine Gattin, die während seiner vielen Reisen den Holzhandel, die
Fuhrwerke und das Gasthaus in Betrieb hielt: „... nach Wunsch
ausgefallen".
Das Sonntagskleid der Schiffmeisterin
Die Schiffmeister waren die Transportunternehmer an der Donau. Durch
wirtschaftliches und politisches Geschick kamen sie nicht selten zu
Reichtum und Ansehen, was auch in der Kleidung der Ehefrauen gebührend
Ausdruck finden sollte. Hier ist solch ein dem Rokoko nachempfundenes
Kleidungsstück ausgestellt: als Begleitung zur Diplomarbeit, handgenäht
in 140 Arbeitsstunden von 3 Maturantinnen der HLM Krems (Höhere
Lehranstalt für Mode) - Laura Stierschneider, Kathrin Morth und Bettina
Mach
Titel der Diplomarbeit: Michael Fink - Geschichtlicher Hintergrund der Donauschifffahrt

Die Schiffleute
Trotz der rauen Schiffmannsart sind sie fromm gewesen - waren sie doch
auf ihren Fahrten vielfältigen Gefahren ausgesetzt. Vor Beginn der
Reise wurde als Schutz und Stärkung der „Gotts-Nam" getrunken, und jede
Abfahrt begann mit dern Ruf „In Gotts Nam!". Am Gransl des Schiffes
befand sich ein schlichtes Bildnis des Heiligen Nikolaus, oder es war
das christliche Monogramm JHS mit einem Kreuz aufgemalt. So sicherte
sich auch mancher Schiffreiter gegen Gefahren, indem er im Kirchlein
des Heiligen Albinus in der Wachau ein Hufeisen an die Holzbalken
nagelte. Da man aber nie genau wissen konnte, welche bösen Mächte es
tief unten im Strom gab, hielten sich abergläubische Bräuche: So wurde
der erste Schiffmann, der im Frühjahr ins Wasser fiel, nicht gerettet.
Man glaubte, dass dies ein Opfer an den Flussgott sei und damit das
ganze Jahr über kein Unglück mehr geschehen würde. Die Schiffleute
waren auch überzeugt, dass Pfeifen auf dem Wasser den Sturm anlocken
würde. Deshalb wurde ein Reisender, der pfiff, vom Schiff gewiesen.
Es war allgemein bekannt, dass Schiffleute nicht schwimmen konnten. Um
in gefährlichen Situationen ihr Leben zu retten, mussten sie das
Fahrzeug sicher ans Ufer bringen. Dass damit die Ladung und somit auch
das Geld des Schiffmeisters gerettet wurde, war die erwünschte Folge.
Gekleidet waren die Schiffleute meist in Tuchwesten überm Hemd, dazu
trugen sie halblange Lederhosen, gestrickte Janker und einen schwarzen
Hut. Im 19. Jahrhundert setzte sich allgemein der Kalmuck-Janker mit
den weißen Perlmuttknöpfen durch.
Schiffmeister und Schiffleute
Die Schiffmeister waren die Transportunternehmer an der Donau. Sie
geboten über große Flotten von Schiffen verschiedenster Bauart. Viele
hatten eigene große Schiffbauplätze, manche übten zusätzlich das
Gastgewerbe aus. Die Schiffmeister transportierten die Waren nicht nur,
sie handelten damit auch auf eigene Rechnung. Sie besaßen Lagerhäuser
und Schiffspferde. Sie beschafften Ladung und Gegenladung, sie sorgten
dafür, dass Fahrzeuge, Schiffleute, Pferde und Rossknechte zur
richtigen Zeit am richtigen Ort waren und schließlich auch bezahlt
wurden.
Die Kapitäne der Talfahrt hießen Nauführer („nauwärts" = stromabwärts).
Um das Recht zur Führung von Ruderschiffen oder Flößen zu erlangen,
mussten sie die vorgeschriebenen Prüfungen ablegen und erhielten sodann
die Patente zur Ausübung ihres Berufes. Die Schiffsbauer - an der Donau
Schoppermeister genannt - bildeten ein eigenes Gewerbe. Meist bauten
sie die Schiffe im Auftrag der Schiffmeister, die auch das Holz hiefür
zur Verfügung stellten. Die „Fasszieher", kleinere
Transportunternehmer, waren ebenfalls eine eigene Berufsgruppe: Sie
brachten die Güter zum Schiff oder transportierten sie vom Schiff an
ihren Bestimmungsort.

Kaiser Karl VI. und seine Zeit
* 1685 in Wien, + 1740 in Wien, reg. 1711-1740
Nach den Siegen über die Türken 1683 und 1697 wurde Österreich durch
seine Ausdehnung nach Südosten ein Großstaat. Karl VI. begann mit dem
Aufbau eines leistungsfähigen Verkehrsnetzes, das die Nordseehäfen mit
der Adria und mit den neu erworbenen Ländern Ungarn und Siebenbürgen
verbinden sollte. Die Donau bildete dabei nach wie vor einen wichtigen
Verkehrsweg. Durch Feudalrenten und Steuern floss viel Geld in die
Hauptstadt, die unter Karl VI. einen Bauboom erlebte (Hofburg und
Karlskirche in Wien, Stift Klosterneuburg). Künste und Handwerk blühten
auf. Wiens Bevölkerungszahl stieg innerhalb von 100 Jahren auf das
Zweieinhalbfache.
Nicht nur die Macht des Hofes und die Schaffung einer
Behördenorganisation, sondern auch die Möglichkeiten, die sich dem Adel
in kaiserlichen Diensten eröffneten, zogen die mächtigsten böhmischen,
ungarischen und österreichischen Adelsgeschlechter in die Hauptstadt.
Als sich immer klarer abzeichnete, dass dem Kaiser männliche Nachkommen
fehlen würden, beschloss Karl VI. im Jahre 1713 eine Neuregelung der
Thronfolge: die Pragmatische Sanktion, nach der auch die Töchter das
Amt des obersten Herrschers über die Länder des Hauses Habsburg
übernehmen konnten. So trat im Jahre 1740 seine 23-jährige Tochter das
schwere Erbe an: Maria Theresia, die zu einer der größten
Herrscherpersönlichkeiten Europas wurde.

Die „Fliegende Brücke"
Die Überfuhr über den Strom konnte - je nach örtlichen Gegebenheiten -
auch mittels fliegender Brücken besorgt werden. Zwei flach gebaute
Schiffe trugen dabei eine Plattform, die groß und stabil genug war, um
Ochsengespanne, Kutschen oder eine Vielzahl von Menschen übers Wasser
zu bringen. Diese Schiffe mit Plattform blieben am Ufer verankert und
wurden nur bei Bedarf in Betrieb genommen. Davon leitet sich der Name
ab. Die Männer an den Steuerrudern mussten gut aufeinander eingespielt
sein, um das schwere Gefährt ohne Abtreiben in der Strömung sicher zum
Landesteg am anderen Ufer zu bringen. Ein „Nachfahre" der fliegenden
Brücken sind heute die Roll- oder Seilfähren. Die Fähren hängen an
einem Stahlseil mit Laufkatze, das auf einem weiteren Seil zwischen
beiden Donauufern befestigt ist. Dieses Seil wird zwischen zwei Türmen
hoch über dem Fluss geführt, um die Schifffahrt nicht zu behindern.
Doch auch hier müssen die Fährmänner die Steuerung des Fahrzeuges den
Strömungsverhältnissen anpassen.

Die geheime Mission des Freiherrn von Rathkeal
Kaiser Josef II. ordnete aus militärischen Erwägungen an, die Donau im
Unterlauf innerhalb des türkischen Gebietes kartografisch aufzunehmen.
Dies oblag dem Pontonier-Hauptmann Georg Lauterer und seinen
Mitarbeitern. Nun gestatteten aber die Osmanen - ebenfalls aus
militärischen Beweggründen - keinem ausländischen Schiff die Durchreise
in ihrem Donaubereich. Jedes fremde Schiff durfte nur bis
Semlin/Belgrad fahren, wo die bequeme Schiffsreise ein Ende finden
musste. In Richtung Konstantinopel ging es nur auf dem Landwege weiter.
Freiherr von Rathkeal griff zu einer List: Er berichtete an die Hohe
Pforte, dass seine Gattin schwanger sei und ihr folglich die
Kutschenfahrt schwere gesundheitliche Schäden zufügen würde. In seiner
Funktion als Botschafter erhielt er schließlich die Genehmigung, die
Reise nach dem Grenzübertritt per Schiff fortzusetzen. Damit gelangten
die ersten Pläne des Unterlaufes der Donau ins Kaiserhaus. Sie mögen so
manche spätere militärische Entscheidung beeinflusst haben.
Die Reise des Gesandten Freiherr Herbert von Rathkeal nach
Konstantinopel nahm Kaiser Josef II. zum Anlass, den Lauf der Donau im
türkischen Bereich von Semlin bis Ruscuk (heute: Ruse in Bulgarien) -
durch Pontonier-Hauptmann Georg Lauterer kartografisch aufnehmen zu
lassen. Der Handelsweg über Donau und Schwarzes Meer in die Ukraine
sollte Absatzmärkte für die heimische Industrie erschließen. Der
formelle Grenzübertritt in die Türkei erfolgte auf der Save in Semlin
bei Belgrad, wobei Militär beider Länder die Ehrenwache bildete. Nach
41 Reisetagen und 1.500 Kilometern Donaustrecke wurde das Leibschiff
mit den fünf Begleitschiffen in Ruscuk um 325 Gulden verkauft. Von
Ruscuk bis Konstantinopel reiste die Delegation auf dem Landwege weiter.
Die Mannschaft des Leibschiffes
Das Leibschiff wurde von fünf weiteren Fahrzeugen begleitet:
Tafelschiff, Kuchlschiff, Cavalierschiff, Schiff für Bagage, Schiff für
Domestiken
Soldaten und Dienerschaft verblieben bis zur Ankunft in Konstantinopel
im Dienste des Botschafters. Jeweils für zwei bis drei Tage wurden
jedoch ortskundige Schiffleute in Dienst genommen: Sie hatten die
Schiffe auf einer ihnen vertrauten Strecke zu begleiten, wurden
entlohnt und konnten dann ohne viel Zeitverlust zu ihren Wohnorten
zurückkehren.


Die Gesandtschaftsfahrt des Grafen Kuefstein (Khuffstain)
Zur Ratifizierung des 1627 zu Szöny geschlossenen Friedens trat Baron
von Kuefstein, Besitzer der Herrschaft Greillenstein bei Horn, mit
großem Gefolge von Kavalieren, Künstlern und Handwerkern (zusammen ca.
150 Personen) von Wien seine Fahrt auf den dazu bestimmten Schiffen
vorläufig bis Raab (heute Györ) an. Dorthin sollten die noch
ausstehenden Instruktionen und Präsente nachgeschickt werden, für die
bei der Abreise kein Schiff zur Verfügung stand.
Der türkische Internuntius begleitete den kaiserlichen Großbotschafter
von Wien aus. Am 22. Juli kamen die Schiffe in Pressburg an, konnten
wegen Wind und Regen jedoch erst am 27. Juli Raab erreichen. Die
Weiterfahrt erfolgte über Ofen, Griechisch Weissenburg (Belgrad), von
hier per Wagen und Pferd vermutlich über die alte Römerstraße nach
Konstantinopel. Während der Audienz am 3. Dezember 1628 weigerte sich
Kuefstein, als Vertreter des Kaisers vor Sultan Murad IV.
niederzuknien. Am 8. Dezember 1629 kehrte der Gesandte nach Wien
zurück, wo er in Anerkennung der gelungenen Mission und seines tapferen
Verhaltens von Kaiser Ferdinand II. zum Landeshauptmann ernannt und
1644 in den Adelsstand erhoben wurde.
Das Schloss Greillenstein bei Horn in Niederösterreich befindet sich noch heute im Besitz der Familie Kuefstein.
Als „Leibschiffe" bezeichnete
man jene reich ausgestatteten Schiffe, die kaiserlichen Hoheiten, aber
auch wichtigen Gesandten vorbehalten waren. Kaiser und Könige, Fürsten
und Bischöfe schätzten nicht nur die Bequemlichkeit einer Schiffsreise,
sondern nutzten die Fahrzeuge auch, um dem Volk auf prunkvolle Weise
ihre Macht darzustellen. Die Leibschiffe wurden stets von mehreren
kleineren Schiffen begleitet, die als Küche, für Gepäck, Dienerschaft
und vieles andere eingerichtet waren. Grund für die aufwändigen Reisen
der Gesandten war die Pflege der diplomatischen Beziehungen zur Hohen
Pforte. Der Südosten des Habsburgerreiches und das Osmanische Reich
besaßen über nahezu drei Jahrhunderte eine gemeinsame Grenze, an deren
friedlichem Zustand dem Kaiserhaus stets gelegen war. Die Fahrten
führten die Donau abwärts bis zu den heutigen Städten Belgrad oder
Ruse, wo man das Schiff verließ, um auf dem Landweg nach Konstantinopel
weiterzureisen. Die Schiffe selbst mussten an der Donau zurückgelassen
werden, wo sie verkauft wurden.


Schifferorgel der „Fronleichnams-Bruderschafft" aus dem Jahr 1697
Hochbarockes Orgelpositiv (Tragorgel), das bei den alljährlichen
Fronleichnamsprozessionen von vier Schiffleuten getragen und bei den
verschiedenen Altären gespielt wurde.
Tasten aus Buchsbaumholz, Registerhebel aus Eisen mit kleeblattförmigen
Griffen, dekorative Prospektpfeifen, feingliedrig geschnitzte
Schleierbretter
Dispostion: Manual C - c³/45 Töne (kurze Oktave)
1. gedaktflöte 4'
2. Gedaktflöte 2'
3. Prozipal 2' (19 Pfeifen im Prospekt)
4. Quint 1 1/3'
5. Oktav 1'
kein Pedal
2 Blasbälge
Die Orgel ist voll funktionsfähig und wird zu festlichen Anlässen gespielt.

Die Repräsentationsräume im Obergeschoß sind mit reichen
Stuckdekorationen ausgestattet. Der 1731 datierte Prälatensaal zeigt im
Plafond eine Darstellung der Himmelfahrt Mariens, die Portale zeigen
die Wappen Niederaltaichs, Bayerns, Österreichs sowie des Abtes
Hamberger. 1970 wurde im Erlahof ein Schifffahrtsmuseum eröffnet, das
die Geschichte der Ruder- und Floßschiffahrt auf der Donau seit der
Antike präsentiert.



Barocke Prozessionsstange aus Langkampfen am Inn (Tirol); Schiff: Stilisierter „Kelheimer"
Links: Hl. Nikolaus, der wichtigste Heilige aller Schifffahrer; Mitte: Hl. Maria mit Jesuskind; Rechts: Hl. Johannes Nepomuk

Der Erlahof, auch Erlhof, ist der ehemalige Wirtschaftshof der Abtei
Niederaltaich in Spitz (Niederösterreich). Der umfangreiche
Gebäudekomplex des Erlahofs entstand in der jetzigen Form gegen Ende
des 17. und im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts unter Einbeziehung
des mittelalterlichen Baubestands. Der mit geschweiften Giebeln
versehene Hauptbau mit mittigem Fassadenturm enthielt ursprünglich in
seinem Erdgeschoß eine zweischiffige, sechsjochige Pfeilerhalle mit
Stichkappengewölbe. Zusammen mit den Nebengebäuden und den gleichfalls
mit Schweifgiebeln geschlossenen Hoftoren ergibt sich ein
abwechslungsreiches Bauensemble.

Die Ruine Hinterhaus, auch
Oberhaus genannt, ist eine nahezu tausend Jahre alte Wehranlage in
Spitz an der Donau, Niederösterreich auf einem Ausläufer des Jauerling.
Sie wurde erstmals 1243 erwähnt. Die im Bereich der Wachau befindliche
Ruine liegt nahe dem „Tausendeimerberg“, einem Weinberg, der jedes Jahr
eine bestimmte Erntemenge an Trauben hergibt

Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun: