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Der Bank-Austria-Park (auch: Bank Austria Park,
umgangssprachlich André-Heller-Park) ist eine Parkanlage im 21. Wiener
Gemeindebezirk Floridsdorf, die am 4. Oktober 2025 eröffnet wurde.
Errichtet wurde er um rund 8 Mio. Euro von der Gemeinde Wien, wobei die
Kunstwerke von der Bank Austria gesponsert wurden.
Der Landschaftspark teilt sich in unterschiedliche, künstlerisch
gestaltete Zonen auf. Auf dem rund 2,8 Hektar großen Gelände wurden
unter der künstlerischen Leitung von André Heller die 14
zeitgenössischen Kunstwerke von 13 internationalen Kunstschaffenden in
Szene gesetzt.
* * *
Monika GilSing: Eingang zu den Schätzen
Fabelwesen und Bäume verschmelzen im Kunstwerk Eingang zu den Schätzen,
das zu einer geheimnisvollen Welt hinter dem künstlerischen Tor
einlädt. Monika GilSing belebt mit der leuchtenden Farbigkeit ihrer
Arbeiten expressive Figuren und Bildwelten – auf Leinwand, Papier,
Holz- und Stahlskulpturen, wehenden Windbildern und vielem mehr. Der
autobiografische Bezug in GilSings farbigen Bildchiffren sowie die
Vielfalt ihrer Interessen sind in ihrem Werk stets spürbar. Die
Symbiose von Rationalität und Irrationalität, Logik und Fantasie
zeichnet das Bild eines einfühlsamen und facettenreichen künstlerischen
Schaffens. Monika GilSing wurde in Hamburg geboren und studierte dort
Kunst und Grafik. Heute lebt sie zwischen Nord- und Ostsee – doch ein
Zimmer in Wien gehört immer dazu. Dazwischen ist sie unterwegs als
Reisende und Sammlerin erzählerischer Bildgeschichten aus aller Welt.

Das Blatt: Die lange Bank
Die großzügige Plattform aus Holzleisten schwebt leicht erhaben über
der Wiese und erstreckt sich zwischen den Bäumen in den Park. Als
einladende Sitzfläche in Form eines schwungvoll gezeichneten Blattes
breitet sich das floßartige Objekt in verschiedene Richtungen aus und
bietet sich als Treffpunkt und symbolisches Sinnbild für den neuen Park
an. Idee und Entwurf von Carmen Wiederin.

Peter Pongratz: Märchenbach
Peter Pongratz ist ein österreichischer Maler und Bühnenbildner, der in
Graz aufwuchs. Er absolvierte eine Ausbildung bei Rudolf Pointner und
studierte Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien sowie an
der Hochschule der bildenden Künste Berlin. Einflussreich waren für ihn
insbesondere der Expressionismus der CoBrA-Gruppe sowie die
„primitiven“ und kindlichen Kunstformen. Von 1966 bis 1970 war er
Assistent von Max Weiler an der Akademie der bildenden Künste Wien,
1968 Mitbegründer der Künstlergruppe Wirklichkeiten. Ab 1970 arbeitete
Pongratz nur mehr als freischaffender Künstler, zwischen 1972 und 1989
war er zudem als Bühnenbildner tätig. 1972–1980 lebte er großteils in
Venedig und seit 1987 verbringt er das halbe Jahr auf der adriatischen
Insel Korčula. Pongratz ist bekannt für seine Verbindung zur
Literaturszene und illustrierte unter anderem den
Austrokoffer(Landvermessung) mit Werken österreichischer Literatur nach
1945. Zu nennen sind auch seine Wand- und Deckengemälde sowie sein
umfangreiches druckgrafisches Werk. Er erhielt zahlreiche
Auszeichnungen, darunter den Würdigungspreis zum Österreichischen
Staatspreis für bildende Kunst (1980) und die Ehrenmedaille der Stadt
Wien in Gold (2006).

Der Bank Austria Park an der Alten Donau in der Mühlschüttelzone soll
als Ort der Schönheit, der Inspiration, des Friedens, der Heilung, der
höchsten botanischen und künstlerischen Qualität den Menschen aller
Altersgruppen, Ausbildungsgrade sowie jeglicher Herkunft gewidmet sein.
Sie können dort auszittern, freie Zeit verbringen, Sport betreiben oder
sich der Muse hingeben.
Wien, eine der grünsten Städte der Welt, fügt somit ihren
Schattenplätzen und Oasen der Kühle weitere hinzu, die alle
Besucherinnen und Besucher zum Staunen und Genießen einladen.
Verwirklicht wurde das Projekt durch die Zusammenarbeit der Stadt Wien
und der Bank Austria, kuratiert von André Heller, dessen erfolgreiche
Gartengestaltungen in Afrika, Asien und Europa Grundlagen seiner
diesbezüglichen Erfahrungen sind.

Marek Zyga: Foundations
Die Skulptur Foundations reflektiert die essenzielle Rolle menschlicher
Kommunikation in einer fragmentierten Welt. Buchstaben und Zahlen
tauchen häufig in Zygas Arbeiten auf – sie fungieren als visuelle Codes
und bilden eine hybride Sprache zwischen Bild und Text. Seine Kunst
erforscht die Schnittstelle zwischen Form und Inhalt, Tradition und
Innovation, Realität und Traum.
Marek Zyga, geboren 1968 in Bolesławiec, Polen, ist ein
zeitgenössischer Bildhauer, der sich intensiv mit der menschlichen
Existenz auseinandersetzt – insbesondere mit dem Körper und seinen
Gesten. Fasziniert von Handlungs- und Reaktionsmustern interpretiert er
Gesten als Sätze, Sätze als Worte und Worte als Buchstaben – Symbole,
die für ihn nicht nur linguistische, sondern künstlerische Elemente
sind, die Bewegung, Emotion und Rätselhaftigkeit verkörpern. Seine
figurativen Skulpturen – Büsten, Torsi und Köpfe – tragen oft
symbolische und erotische Untertöne und verbinden klassische
Formensprache mit surrealen Details. Zygas künstlerischer Prozess ist
intuitiv und haptisch: Er modelliert direkt in Ton, ohne Skizzen, und
bewahrt so eine rohe, unmittelbare Verbindung zum Material. Seine Werke
sind keine Abbilder realer Menschen, sondern entstehen aus Imagination,
Erinnerung und traumähnlichen Zuständen. Bronzeabgüsse, Pigmente und
Email geben den Skulpturen ihre finale Gestalt und durchdringen sie mit
physischer wie metaphysischer Präsenz.

Xenia Hausner: Atemluft
In ihrer ersten großformatigen skulpturalen Arbeit stellt sich Xenia
Hausner den gesellschaftlichen und existentiellen Problemen unserer
Zeit. Den Zynismus und mangelnden Realitätssinn vor unseren
dahinschwindenden Ressourcen beobachtet sie mit Deutlichkeit und mit
Schrecken. Ihre Skulptur Atemluft ist ein sinnliches Bild der
Verzweiflung, ein Ringen darum, was wir brauchen, um zu leben, ein
Aufschrei, was wir uns vergeben. Was bleibt? Was verlieren wir? Was
haben wir aufs Spiel gesetzt?
Xenia Hausner, international etablierte Künstlerin, Malerin und
Bühnenbildnerin stellt in ihrer Arbeit den weiblichen Fokus ins
Zentrum. Als Sinnbilder allgemeingültiger Situationen und
existenzieller Lebensfragen, setzt sie kraftvolle, widersprüchliche und
vielschichtige Frauenfiguren bewusst den männlichen Stereotypen
entgegen. Ihre Frauen sprechen von Identität, von Nähe und Distanz, von
Verbundenheit und Entfremdung. Hausners Werk ist ein feministisches
Statement, das dazu auffordert, sich auf die offenen Fragen über
Weiblichkeit, soziale Rollen und die Macht des weiblichen Blicks
einzulassen.
Hausners Werke werden international in Galerien und Museen gezeigt –
unter anderem in der Albertina Wien; Museum Franz Gertsch Burgdorf;
Elbphilharmonie Hamburg; Batliner Art Foundation, Belvedere Museum
Vienna, Käthe-Kollwitz-Museum Berlin, Shanghai Art Museum, Today Art
Museum Beijing, Hong Kong Arts Centre, Russian State Museum St.
Petersburg, Museum Würth France Erstein, Würth Collection Oslo,
European Central Bank Frankfurt, collateral to the 57th Venice Biennale
2017 – „Glasstress“ Palazzo Franchetti Venice; 8th Moscow Biennale,
State Tretyakov Gallery; Forum Gallery New York; Bienalsur – South
America’s Art Biennale 2019 – „Juntos Aparte“, Kolumbien. „This will
have been another happy day!“ PalaisPopulaire der Sammlung Deutsche
Bank Berlin 2020.

Moritz Mizrahi: Flüsterstuhl
Der Flüsterstuhl ist eine akustische Installation, die nur im Dialog
funktioniert: Zwei Personen treten in Beziehung, indem sie sich über
eine überraschend lange Distanz hinweg zuflüstern können. Möglich wird
dies durch parabolische Spiegel, die das gesprochene Wort bündeln und
entlang der Schallachse präzise zum Gegenüber tragen. Der Flüsterstuhl
ist ein soziales Objekt, das Nähe und Aufmerksamkeit erfordert, und
eine künstlerische Setzung im Raum.
Moritz Mizrahi/moiz, geboren 1997 in Wien, hat sein Diplom 2024 an der
Akademie der bildenden Künste Wien bei Christian Schwarzwald gemacht.
Seine Arbeiten entstehen zumeist auf Wänden im öffentlichen Raum im
Dialog mit der Umgebung – und beschäftigen sich mit der Dynamik von
Farb- und Formeinsatz sowie dem Spiel mit Proportion und Irritation,
Leichtigkeit und Strenge. In Auseinandersetzung mit neuen Bildträgern
hat er sein visuelles Vokabular von der Wand im Stadtraum auch auf
Leinwand und Papier sowie auf Stoff und, aktuell, Filz übertragen. U.a.
sind dazu auch eigene Kollektionen für Stoffe, Tücher, Lampenschirme
und Möbel entstanden.

Susanne Karl: Passage
Die Installation schafft eine Verbindung zwischen Natur, Kunst und
Landschaft. Als begehbarer Tunnel aus spiralförmig gebundenen, lebenden
Weidenästen verweist das Objekt auf die DNA-Helix als fundamentalen
Baustein allen Lebens. Gleichzeitig dient es als natürlicher Rahmen,
durch den Besuchende ihren Blick gezielt auf Elemente der umgebenden
Parklandschaft an der Alten Donau und die Wienerwaldberge am Horizont
richten können. Von Hainbuchen umgeben, rahmt die Helix den Blick auf
Edgar Tezaks Geschichtenerzählerin. Das Besondere der Installation
liegt in ihrer organischen Entwicklung: Die Weidenäste wurzeln im
Boden, treiben aus und wachsen kontinuierlich weiter. Durch
gärtnerische Betreuung wird dieser Prozess gelenkt, sodass sich das
Kunstwerk über die Jahreszeiten hinweg stetig wandelt. Der Tunnelboden
ist mit niedrig wachsenden Pflanzen und Moos bepflanzt. Besuchende
erfahren das Werk beim Durchschreiten körperlich und entdecken dabei
neue Perspektiven auf die Parklandschaft. Die Installation verwendet
natürliche, regionale Materialien und wirkt sich positiv auf das lokale
Ökosystem aus. Das Objekt reflektiert nicht nur über das Leben, sondern
ist selbst lebendig und wächst.
Susanne Karl wurde in Wien geboren und wuchs an der Alten Donau auf.
Nach ihrer Ausbildung zur Landschaftsplanerin an der HBLFA Schönbrunn
arbeitet sie seit vielen Jahren in der Planung und Betreuung
verschiedenster Projekte. Ihre besondere Expertise liegt in der
Einbindung von Vorhaben in die umgebende Landschaft und der Arbeit mit
natürlichen Gegebenheiten.

Karl Karner: Blue Lumes
Aus der Distanz besticht Blue Lumes zunächst durch seine figurative
Silhouette, nur um bei näherer Betrachtung eine Vielzahl von
unterschiedlichen organischen Formen zu offenbaren. Karner versteht
seine Arbeiten als künstlerische Reflexionen über das Wechselverhältnis
von Mensch und Natur. In Blue Lumes wird diese Auseinandersetzung auf
mehreren Ebenen sichtbar: Die Natur ist einerseits als formgebendes
Element in der Skulptur präsent, andererseits agiert sie als aktive
Mitgestalterin des Werks. Blue Lumes tritt dafür in einen offenen
Dialog mit seiner Umgebung. Seine Erscheinung ist nicht statisch,
sondern Teil eines prozesshaften Austauschs mit der Natur, indem sich
etwa Pflanzen, Insekten oder klimatische Einflüsse im Werk
niederschlagen. Karner schafft den Rahmen, überlässt jedoch die weitere
Entwicklung der Zeit, der Natur und dem Ort, an dem das Werk steht.
Karl Karner eröffnet in seinem Werk eine breite Diskussion über
Objekte, Materialität und Raum. Partizipatorische Impulse durchziehen
sein künstlerisches Schaffen. Nicht nur werden die Betrachtenden selbst
oft zu Akteur*innen, sondern auch die Natur bekommt eine wesentliche
Rolle in den skulpturalen Installationen. Die eigenwillige, amorphe
Formensprache von Karners Skulpturen basiert auf konkreten Vorbildern
aus der Tier- und Pflanzenwelt, wie Pilzen, Ästen, Baumrinde oder
Weinbergschnecken, die der Künstler durch Abgüsse zu skulpturalen
Wucherungen zusammenfügt. Seine Werke sind sich ständig verändernde
Strukturen, die mit ihrer Umgebung kommunizieren – egal ob im Innen-
oder Außenbereich. Sie reagieren auf Witterungseinflüsse und
integrieren diese in ihren Ausdruck – etwa durch Wasserbecken, die sich
über die Zeit zu Tümpeln entwickeln können. Diese organische Dynamik
macht jede Installation einzigartig und lässt die Arbeiten im Dialog
mit der Landschaft wachsen. Karners Skulpturen sind Einladungen, Räume
neu zu denken – nicht als Territorien der Kontrolle, sondern als
Plattformen für Begegnung und Austausch.

Ugo Rondinone: Vienna Mountain
Ein Stapel bunt bemalter Felsblöcke steht im Park an der Alten Donau in
Wien, vor der Kulisse der Natur. Ein lebendiges Totem verwandelt die
Landschaft in einen Raum der kreativen Reflexion und des Staunens, der
die Lücke zwischen dem Natürlichen und dem Künstlichen überbrückt.
Ugo Rondinone gilt als eine der wichtigsten Stimmen seiner Generation,
ein Künstler, der eindringliche Meditationen über die Natur und die
menschliche Existenz komponiert und zugleich eine organische
Formensprache entwickelt, die unterschiedlichste skulpturale und
malerische Traditionen miteinander verknüpft. Die Weite und
Großzügigkeit seiner Sicht auf die menschliche Natur hat zu einer
Vielzahl von zweidimensionalen und dreidimensionalen Objekten,
Installationen, Videos und Performances geführt. Seine hybriden Formen,
die sowohl auf alte als auch auf moderne kulturelle Quellen
zurückgreifen, strahlen Pathos und Humor aus und gehen direkt zum Kern
der drängendsten Fragen unserer Zeit, an der Schnittstelle von
modernistischer Leistung und archaischem Ausdruck.
Ugo Rondinone wurde 1964 in Brunnen, Schweiz, geboren. Er studierte an
der Universität für Angewandte Kunst in Wien, bevor er 1997 nach New
York zog, wo er bis heute lebt und arbeitet. Seine Arbeiten waren
Gegenstand jüngster institutioneller Ausstellungen im Belvedere, Wien
(2021), Tamayo Museum, Mexiko-Stadt, Schirn Kunsthalle, Frankfurt,
Petit Palais, Paris, Scuola Grande San Giovanni Evangelista di Venezia,
Venedig (2022), Musée d’Art et d’Histoire, Genf, Storm King, New York,
Städel Museum, Frankfurt (2023), Museum SAN, Wonju, Museum Würth 2 und
Skulpturengarten, Künzelsau, Kunstmuseum Luzern, Schweiz, Aspen Art
Museum, Colorado (2024), Arte Abierto, Mexiko (2025), Galleria d’Arte
Moderna, Mailand (2025) und Pilane Heritage Museum, Schweden (2025).
2007 vertrat er die Schweiz auf der 52. Biennale in Venedig.

André Heller: Die Wasserwächterin
Die Wasserwächterin, eine Skulptur von vier Metern Höhe mit einem über
fünf Meter hohen Windrad in der Hand befindet sich direkt am Ufer der
Alten Donau. Ihre Präsenz wird durch ein kunstvolles Wasserspiel und
raffinierte Lichteffekte unterstrichen, wodurch sie sowohl vom Wasser
aus als auch von der Parkseite in voller Schönheit erstrahlt.
André Heller, 1947 in Wien geboren, ist ein international erfolgreicher
Multimedia–Künstler. Seine Verwirklichungen reichen von
Gartenkunstwerken, Wunderkammern, literarischen Bestsellern, großen
fliegenden und schwimmenden Skulpturen bis hin zum avantgardistischen
Vergnügungspark Luna Luna. Neben der Regie von innovativen Shows,
Theaterstücken, Zirkussen, Filmen und Operninszenierungen und einer
vielfach ausgezeichneten Karriere als Sänger und Songwriter hat er auch
Feuerspektakel, Labyrinthe und Museumsbauten realisiert. André Heller
lebt in Wien, in Marrakech und auf Reisen.

Era Tsao: Die Gestalt des Windes
Die Gestalt des Windes, der Auftrieb der Luft,
hilft einem Schmetterling, sorglos auf Strömungen zu treiben,
schwimmt wie ein Fisch durch die Weite.
Silber wiegt nichts, hoch in der Luft,
im Rhythmus fließen sie – drehen sich,
nicht um anzukommen, sondern um zu verweilen.
Ein Schimmer, eine Verschiebung, ein noch ungeformter Gedanke.
Wann begann es? Und wo wird es enden?
Weht der Wind zu dir, oder davon?
Wie lang ist ein Moment, der sich zum Tag wandelt?
Ein unsichtbares Meer, grenzenlos und frei.
Nicht für eine Bedeutung; einfach sein.
Entwirre das Gewebe und atme.
Era Tsao, geboren 1992 in Nanjing, China, studierte
Landschaftsarchitektur an der Southeast University, bevor sie nach
Deutschland zog, wo sie Meisterschülerin an der Akademie der Bildenden
Künste in Nürnberg wurde. Durch Installationen, Performances und
Kollaborationen erforscht ihre Arbeit die Verbindungen zwischen Natur,
Gesellschaft, Politik und Wahrnehmung. Era Tsaos künstlerische Reise
umfasst unter anderem eine Outdoor-Installation beim 9. Internationalen
Windkunstfestival (2018), ein Stipendium bei Hüttinger Interactive
Exhibitions (2018/2019) sowie ein multimediales Werk für die Blaue
Nacht (2019) in Nürnberg. 2021 markierte ihre Performance in der
Kurt-Kurt-Galerie in Berlin einen neuen Schwerpunkt auf Erzählkunst.

Elmgreen & Dragset: The Guardian
The Guardian von Elmgreen & Dragset (2023) zeigt eine männliche
Bronzefigur, die auf einem erhöhten Rettungsschwimmersessel sitzt und
ein Buch liest, zu ihren Füßen liegt ein Fernglas. Das Künstlerduo,
bekannt für seine figurativen Skulpturen, stellt Alltagssituationen dar
– oft mit einem überraschenden Twist, der vielfältige Interpretationen
erlaubt. Mit dem wiederkehrenden Motiv des Rettungsschwimmers stellt
The Guardian die Erwartungen auf den Kopf: Die Figur ist nach innen
gewandt, vertieft sich in ihr Buch, anstatt ihre Umgebung zu
beobachten, und verschiebt damit den Fokus von professioneller
Wachsamkeit zu persönlicher Introspektion. Ob die Figur als Hüter des
gedruckten Wortes oder als Rettungsschwimmer, der seinen Pflichten
nicht nachkommt, verstanden wird, bleibt den Betrachtenden überlassen –
ein Markenzeichen von Elmgreen & Dragset’s rätselhafter,
multi-narrativer Kunstpraxis.
Elmgreen & Dragset (Michael Elmgreen, 1961, Kopenhagen, Dänemark;
Ingar Dragset, 1969, Trondheim, Norwegen) beschäftigen sich in ihrer
künstlerischen Arbeit mit Fragen von Identität und Zugehörigkeit und
untersuchen soziale, kulturelle sowie politische Strukturen. Ihr
Interesse gilt dem Diskurs, der ermöglicht wird, wenn Objekte radikal
re-kontextualisiert und traditionelle Wege der Kunstpräsentation
infrage gestellt werden. Die beiden Künstler leben in Berlin und
arbeiten seit 1995 als Künstlerduo zusammen. Sie haben zahlreiche
Einzelausstellungen in renommierten Institutionen weltweit präsentiert,
darunter die Kunsthalle Zürich (2001), Tate Modern, London (2004),
Serpentine Gallery, London (2006), Museo de Arte Contemporáneo de
Castilla y León, Spanien (2009), ZKM – Zentrum für Kunst und Medien,
Karlsruhe (2010), Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam (2011),
Victoria and Albert Museum, London (2013–2014), Leeum, Samsung Museum
of Art, Seoul (2015), UCCA Center for Contemporary Art, Peking (2016),
Tel Aviv Museum of Art, Israel (2016), Whitechapel Gallery, London
(2018–2019), Nasher Sculpture Center, Dallas, Texas (2019–2020),
Fondazione Prada, Mailand (2022) und Centre Pompidou-Metz, Frankreich
(2023–2024). 2009 vertraten sie sowohl den Nordischen als auch den
Dänischen Pavillon auf der 53. Biennale von Venedig.
Besondere Aufmerksamkeit haben ihre großformatigen Installationen im
öffentlichen Raum erregt, darunter Short Cut (2003), eine Installation
mit einem Fiat Uno und einem Wohnwagen, die scheinbar aus dem Boden
wachsen; Prada Marfa (2005), eine täuschend echte Nachbildung einer
Prada-Boutique an der US Route 90 in Valentine, Texas; und Van Gogh’s
Ear (2016), ein riesiges, vertikales Schwimmbecken vor dem Rockefeller
Center in New York City. Ihre Werke sind Teil bedeutender öffentlicher
Sammlungen weltweit, darunter das ARKEN Museum of Contemporary Art,
Ishøj, Dänemark; Art Production Fund, New York; Columbus Museum of Art,
Ohio; Museo Jumex, Mexiko-Stadt; Hamburger Bahnhof – Museum für
Gegenwart, Berlin; Kistefos Museet, Jevnaker, Norwegen; Leeum, Samsung
Museum of Art, Seoul; Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk,
Dänemark; Moderna Museet, Stockholm; Museum of Contemporary Art Chicago.
Monika GilSing: Windbilder
Im Kunstwerk Windbilder tanzen Fahnen im Rhythmus der Luft, ihre Farben
und Formen erzählen flüsternd von der unsichtbaren Kraft des Windes –
lebendige Skulpturen, die den Atem der Natur einfangen und wie
tibetische Gebetsfahnen ihre Energie an den Wind übertragen.

Edgar Tezak: Die Geschichtenerzählerin
„Gebt mir eine schneeweiße Taube und ich glaube an Frieden, an ein
Miteinander, an Mensch, Katz und Maus, an Gott, Götter, gestern, heute
und morgen. Bleiben die Tauben aber schwarz wie auf meinem Bild, dann
werde ich auf ihre Flügel goldene Sterne malen, werde sie auch auf ihre
Brust, ihren Rücken, die Schwanzfedern und auf die Erinnerung malen.
Werde den Lorbeerzweig der Taube abnehmen und werde dem Sohn und der
Tochter den Zweig in den Mund geben. Sollen sie doch die Verantwortung
für Frieden auf dieser meiner Welt übernehmen. Bin kein blinder König,
der Angst um sein Reich hat. Bin ein Künstler und zaubere mit den
Pinselspitzen Sehnsucht, Hoffnung und Achtsamkeit auf Flächen, stell
sie in Zimmer, in den Flur, aufs Grundstück oder in den Park. Rufe die
Enten, die Gänse, den Akrobaten, Rehe, das Stricken und das Meer als
Zeugen in den Gerichtssaal, lasse es donnern und blitzen und die
Malerei ist fertig.“ (Edgar Tezak über Die Geschichtenerzählerin)
Edgar Tezak ist ein österreichischer Maler und Grafiker. Er studierte
an der Akademie für bildende Künste Wien bei Rudolf Hausner und
arbeitete als Lehrbeauftragter an der Universität für angewandte Kunst
Wien. Seit 1970 nahm er wiederholt an Ausstellungen teil. Langjährige
Auslandsaufenthalte in Pondicherry/Indien, von 1979 bis 1994 in New
York. 1990 bis 1991 entstand in Indien gemeinsam mit André Heller das
von Werner Herzog verfilmte Projekt Jag Mandir – Das exzentrische
Privattheater des Maharadscha von Udaipur. Rezente Ausstellungen: 2019
Galerie Marenzi „Altes Kino“: Wir kommen, wir sind, wir gehen; 2022
Tresor, Bank Austria Kunstforum: Projekt to Infinity; 2023 Raum für
Kunst im Lindenhof: Mit der Maus an der Leine; 2024 Galerie Schloss
Porcia: Das Dach der Welt.

Bank Austria Park: Natur- und Kunstoase an der Alten Donau
Zwischen Wiesen, Bäumen und der Alten Donau lädt der Bank Austria Park
auf 28.000 m² dazu ein, 14 zeitgenössische Kunstwerke internationaler
Künstler*innen zu entdecken. Faszinierende Skulpturen, klingende
Windobjekte und kunstvoll gestaltete Sitzplätze machen den Spaziergang
durch den Landschaftspark zu einem besonderen Erlebnis für alle Sinne.
Insgesamt wurden 150 neue Bäume gepflanzt, darunter Orientalische
Platanen, Flatterulmen und Schwarzpappeln. Hinzu kommen 3.000 m², die
mit Stauden und Sträuchern wie Hain-Salbei, Katzenminze,
Kaukasus-Vergissmeinnicht gestaltet wurden. Auch für kleine
Besucher*innen bietet der Park viel Platz zum Spielen – mit einer neuen
Sandspielanlage und Kletterwelt auf rund 400 m².

Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun: