Lichtentaler Pfarrkirche

zu den heiligen vierzehn Nothelfern (Schubertkirche) Wien, April 2026

Die Lichtentaler Pfarrkirche zu den heiligen vierzehn Nothelfern, auch Schubertkirche genannt, ist eine römisch-katholische Pfarrkirche im Wiener Stadtteil Lichtental, im 9. Wiener Gemeindebezirk Alsergrund. Die Kirche mit ihrer markanten barocken Doppelturmfassade zählt zu den am reichsten ausgestatteten Kirchen Wiens, auch dank ihrer Fresken und Gemälden von namhaften Künstlern.

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Franz Schubert und die Pfarre Lichtental:
In Lichtental – damals eine Wiener Vorstadt, heute im 9. Wiener Gemeindebezirk – wurde Franz Schubert 1797 als Lehrersohn geboren und in der Lichtentaler Pfarrkirche getauft. In der Familie lernte er Violine und Klavier und spielte Kammermusik. Ab seinem 8. Lebensjahr sang er im Kirchenchor, auch Sopransoli, spielte Geige oder Orgel; sein verehrter erster Lehrer war der Lichtentaler Chorleiter Michael Holzer, ein Schüler des bedeutenden Johann Georg Albrechtsberger.

Die Lichtentaler Pfarrkirche hat die Platzverhältnisse und die Akustik, wichtig für die Aufführungspraxis, bewahrt, sowie auch die getreue Pflege der Kirchenmusik Schuberts und seiner großen Vorbilder wie Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und ihre bedeutenden Zeitgenossen. Hier werden regelmäßig seine Messen und anderen Kirchenkompositionen in liturgischem Rahmen aufgeführt.

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Die beiden großen Kuppelfresken stellen die sieben Bitten des Vaterunser-Gebets dar.

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Das Hochaltarbild („Die heiligen 14 Nothelfer“) sowie die Deckenfresken und die hinteren Seitenaltäre (Heiliger Johann Nepomuk, Heiliger Franz Xaver) stammen vom österreichischen Barockmaler Franz Zoller.

Den Hochaltar (Entwurf Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg, 1776/1777) ziert ein Ölgemälde "Die 14 Nothelfer" von Franz Zoller; die Statuen von Petrus und Paulus stammen von Johann Martin Fischer (1778); über dem Tabernakel Kopie des Maria-Pötsch-Bilds von St. Stephan (seit etwa 1820). Weitere Gemälde stammen von Leopold Kupelwieser (Kreuzaltar, 1832; Altar der heiligen Familie, 1841), die Deckenfreskenfolge von Zoller (1771/1772). Im Jahr 2006 erfolgte eine Neugestaltung des Altarraumes, bei der ein Volksaltar und Ambo nach Plänen des Architekten Johann Traupmann aufgestellt wurde.

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Das große Fresko im Chor von Franz Zoller ist von Darstellungen der göttlichen Eigenschaften umgeben.

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Die wertvolle, historische Orgel von 1774, später verändert, wurde 1983 durch die Florianer Orgelwerkstätte Fa. Kögler neu hergestellt (Schubertorgel).

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Auf dem Fresko an der Decke unter der Empore, das von Franz Sigrist aus dem Jahr 1772/73 stammt, sind die „recht und falsch betenden Sünder“ (Zöllner und Pharisäer im Tempel) dargestellt.

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An den vorderen Seitenaltären entstanden 1832 und 1841 durch Schuberts Freund Leopold Kupelwieser neue Seitenaltarbilder: „Kreuzigung“ links vorne und „Die Heilige Familie, aus dem Tempel kommend“ rechts vorne. (Die ursprünglichen Seitenaltarbilder waren vom österreichischen Barockmaler Franz Anton Maulbertsch und wurden 1832/1841 ersetzt.)

Kopie nach Maria Póis, 18 Jh.
Vierzehn Kreuzwegstationen nach Entwürfen von Joseph Führich (Josef Kastner, 1870)
Familien-Altar: Altarbild: hl. Familie-Jesus, Maria und Joseph kommen aus dem Tempel (Leopold Kupelwieser, 1841 - ursprünglich Bild von Franz Anton Maulbertsch)

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Der Bau wurde vor allem durch die Freigebigkeit Hans Adam Fürst Liechtensteins ermöglicht. Karl VI. legte 1712 den Grundstein, 1718 war die Kirche weitgehend vollendet; bis 1711 befand sich hier die Kapelle "Zur heiligen Anna". 1769/1770 wurden nach Plänen des Hofbaudirektors Thaddäus Adam Karner (auch Kärner; er ist 1767 bei der Reparatur des Schönbrunner Theaters und 1768 beim Bau der Rennweger Kirche "Maria Geburt" nachweisbar) unter Mitwirkung des fürstlichen Liechtensteinschen Baumeisters Josef Ritter und Verwendung des bürgerlichen Bau- und Maurermeisters Leopold Großmann ein Vergrößerungsbau samt einer Neueinwölbung durchgeführt.

Kreuz-Altar: Altarbild: Der Gekreuzigte (Leopold Kupelwieser, 1832 - ursprünglich Bild von Franz Anton Maulbertsch)
Kanzel (Anton Drach, 1774)

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Die beiden großen Kuppelfresken stellen die sieben Bitten des Vaterunser-Gebets dar.

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Nach Gründung der Vorstadt Lichtental an der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert mussten die Gottesdienste dort zunächst in der örtlichen Brauerei abgehalten werden. 1712 wurde jedoch inmitten der neuen Ansiedlung die Annenkapelle errichtet und im selben Jahr legte Karl VI. auch den Grundstein für eine richtige Kirche. Erst 1730 war die Kirche so weit fertiggestellt, dass sie den Vierzehn Nothelfern geweiht werden konnte. Franz Zoller, Mitglied der k. k. Akademie der bildenden Künste, schuf im Jahr 1776 das Hochaltarbild für die Pfarrkirche, welches die 14 Nothelfer zeigt, denen sie geweiht ist.

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Die Kirche erlangte auch durch Franz Schubert Bedeutung, dessen Geburtshaus in der Pfarre Lichtental steht. 1797 wurde Schubert in der Lichtentaler Pfarrkirche getauft. Zahlreiche seiner geistlichen Werke hat er speziell für sie geschaffen oder hier zum ersten Mal aufgeführt. Die Kirche trägt daher auch den Beinamen Schubertkirche.

Kriegergedächtnis-Kapelle: Pietà (Franz Loy, 1725)

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Die Vierzehn Nothelfer sind vierzehn Heilige aus dem zweiten bis vierten Jahrhundert. In der katholischen Kirche werden die Nothelfer als Schutzpatrone im Gebet angerufen.

Nepomuk-Altar - Altarbild: hl. Johannes von Nepomuk (Franz Zoller, 1772), verdeckt ein Wandbild der hl. Maria Magdalena (Georg Werle, 1719), darunter zwei Reliefdarstellung aus dem Leben des Heiligen
Bild hl. Josef mit Jesuskind (2. Hälfte 18 Jh.)

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Franz Xaver-Altar - Altarbild: Tod des hl. Franz Xaver (Franz Zoller, 1772) darunter zwei Reliefdarstellungen aus dem Leben des Heiligen
Bild hl. Maria mit Jesuskind (2. Hälfte 18. Jh.)

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Die Orgel (sog. „Schubert-Orgel“) wurde 1984 von der Oberösterreichischen Orgelbauanstalt St. Florian erbaut. Das Orgelgehäuse stammt von der Vorgängerorgel; es wurde 1774 von dem Orgelbauer Johann Michael Pantzner (Wien) geschaffen. Das Schleifladen-Instrument hat 26 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch.

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Die Hl. 14 Nothelfer und ihre Gedenktage
Blasius, 3. Februar
Christophorus, 24. Juli
Barbara, 4. Dezember
Katharina, 25. November
Margareta, 20. Juli
Achatius, 22. Juni
Pantaleon, 27. Juli
Erasmus, 2. Juni
Cyriacus, 8. August
Georg, 23. April
Vitus, 15. Juni
Dionysius, 9. Oktober
Ägidius, 1. September
Eustachius, 20. September-Patrozinium

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Südturm mit Annenkapelle: Altarbild: hl. Anna (1711), Mariazeller Madonna (18 Jh.)

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Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag, kann sich gerne dieses Video antun: