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Das 1947 gegründete Museum ist weltweit eines der größten Fachmuseen im Bereich des Winter- und Skisports und bietet eine ausgewogene Mischung aus informativer Präsentation und spannender Inszenierung. Die Objekte stehen im Zentrum des Museums, jedes ist einzigartig und erzählt seine eigene Geschichte. Und davon gibt es Tausende, die kompakt in einem Gebäude gezeigt und als dichte Collage den Besucherinnen und Besuchern präsentiert werden.
Der Mürzzuschlager Gastwirt und Skipionier Toni Schruf und der Grazer
Sektfabrikant Max Kleinoscheg gelten als Begründer des alpinen
Skilaufes im mitteleuropäischen Raum. In Mürzzuschlag wurde auch der
erste Skiwettlauf Mitteleuropas am 2. Februar 1893 ausgetragen. Das
Rennen fand auf der Wasserleitungswiese (Pernreit) statt. Die Strecke
war 10 m breit, ca. 600 m lang, mit einer Neigung von ca. 9,5°. Es
nahmen 20 Männer, 5 Frauen und 7 Buben daran teil. Samson (ein
Norweger) gewann das Rennen. Beim Damenrennen siegte Mizzi Angerer aus
Wien. Aus diesen Gründen wurde am 20. November 1947 die Errichtung des
Wintersportmuseums Mürzzuschlag beschlossen
Seilbahngondel
Diese Gondel, die Herr Jekel aus dem Kleinwalsertal zur Verfügung
gestellt hat, wurde für die Kanzelwandbahn in Riezlern im Jahre 1954/55
gebaut. Die Kabine wurde im Metallwerk Friedrichshafen konstruiert, das
Laufwerk stammt aus Sterkrade im Rheinland.
DURCH DAS ENGAGEMENT IM UMFELD DES POSTWIRTS TONI SCHRUF ENTWICKELT
SICH MÜRZZUSCHLAG UM 1900 ZU EINEM FRÜHEN ZENTRUM DES GANZJÄHRIGEN
FREMDENVERKEHRS.
Im Winter locken zahlreiche Wintersportmöglichkeiten. Während der
Sommerfrische lädt die herrliche Bergwelt zu Wanderungen ein. Das
Kurhaus und spezielle Kaltwasserheilanstalten machen den Luftkurort
Mürzzuschlag noch attraktiver. Viele Gasthöfe und Hotels öffnen ihre
Pforten. Seit dem Mittelalter ist Mürzzuschlag ein Zentrum der
Erzeugung und Verarbeitung von Eisen. 1912 entwickelt Max Mauermann den
weltweit ersten rostbeständigen Stahl. Die Bleckmann'schen Phönix
Stahlwerke fusionieren 1924 mit der Schoeller AG. Der neue Name
„Schoeller-Bleckmann" sollte für Jahrzehnte als Synonym für die gesamte
Mur-Mürz-Furche stehen. Die Rauchschwaden der Schwerindustrie
überdeckten bald die „Dampfsinfonien" der Züge, die, gefüllt mit
Touristen, entlang der Südbahn verkehrten. Die Bestrebungen der
Fremdenverkehrs- und Kurortbefürworter werden dadurch für mehrere
Jahrzehnte erschwert.
Mürzzuschlag ist bekannt als Geburts- bzw. Wirkungsort von Viktor
Kaplan, Johannes Brahms und Peter Rosegger, der Mürzzuschlag als
„Schlüssel zur Steiermark" bezeichnete. In den letzten Jahren werden
die Spazier-, Mountainbike- und Wanderwege rund um Mürzzuschlag wieder
stärker frequentiert. Nicht zuletzt durch Gäste, die mit der Bahn
anreisen. Ist doch Mürzzuschlag seit 1998 das Tor zum UNESCO
Weltkulturerbe Semmeringbahn. Im Wirtschaftspark und Gründerzentrum
haben sich zahlreichen Firmen angesiedelt, die mit ihren innovativen
Produkten international erfolgreich sind.
Das Wintersportmuseum hat heute die weltweit größte und umfassendste Sammlung wintersporthistorischer Exponate aufzuweisen.
Über viele Jahre ständig gewachsen, präsentiert sich die Sammlung heute
als eine der weltweit bedeutendsten in seinem Fachbereich. In
Verbindung mit einem reichhaltigen Archiv und einer umfassenden
Bibliothek wurde großes Fachwissen aufgebaut und das WinterSportMuseum
entwickelte sich zu einem Kompetenzzentrum für Ski- und Wintersport in
Österreich und Europa.
Der Skischuh
DER SKISCHUH GIBT DEM FUSS HALT UND SORGT GEMEINSAM MIT DER BINDUNG FÜR EINE SICHERE KRAFTÜBERTRAGUNG AUF DEN SKI.
Die Skiläufer in nordischen Gebieten verwendeten dünnsohlige
Lauparschuhe mit verstärkter schnabelförmiger Spitze. In Mitteleuropa
wird anfangs mit üblichen Lederschuhen (meist mit den Alltagsschuhen)
Ski gefahren. Dies ändert sich in den 1930-er Jahren. Die rasante
Entwicklung des alpinen Skifahrens (steilere Hänge, schnelleres Tempo)
stellt an den Schuh immer höhere Anforderungen. Eine Doppelschnürung
und in weiterer Folge der Schnallenverschluss (in den 1960-er Jahren)
bzw. die starre Sohle sind die Antwort auf den extremen Diagonalzug der
Bindung.
Durch die Erfindung der Sicherheitsbindung in den 1960er-und
1970er-Jahren und dem Ersatz der Seilzugbindung erhält die Sohle des
Skischuhs sowohl vorne als auch hinten Arretierungs-fortsätze für das
Einrasten in den Backen der Bindung. Harter Kunststoff ersetzt
allmählich das weiche Leder. Als Alternative zum klassischen
Fronteinsteiger soll in den 1980er und 90er Jahren der Heckeinsteiger
mehr Komfort bieten. Neben den dominierenden Schuhen mit harter Schale
gibt es im Snowboardbereich auch sogenannte Softboots. Im Unterschied
zum alpinen Skilauf hat die nordische Variante eine mehr oder weniger
frei bewegliche Ferse. Der Schuh ist leichter und weicher um die
sportartspezifischen Bewegungen zu ermöglichen. Tourenskischuhe sind
leichter gebaut und am Schaft beweglicher um einen angenehmeren
Aufstieg zu ermöglichen. Sie haben, ähnlich wie Bergschuhe, eine
profilierte Sohle.
WER WAR DER ERSTE BERGSTEIGER?
Sind es die Steinzeitmenschen im Ötztal, ist es Francesco Petraca 1336
am Mont Ventoux oder Kaiser Maximilan 1490 in der Martinswand? Fest
steht, dass sich das Bergsteigen zu einem bedeutenden Freizeitsektor
entwickelt hat. Immer mehr Menschen verbringen Zeit in den Bergen.
Wandern und winterliches Tourengehen boomen. Leider bringt diese
Entwicklung auch Schattenseiten mit sich. Des Öfteren werden Grenzen
überschritten und Unfälle sind die Folge. Die Rettungsorganisationen
sind gefordert.
Im Jahre 1896 werden auf der steirischen Rax drei Alpinisten von einer
Lawine verschüttet. Freiwillige Helfer (auch aus Mürzzuschlag) eilen
leider vergeblich zu Hilfe. Durch dieses Unglück werden die alpinen
Vereine aufgerüttelt. Sie diskutieren intensiv ihren Wunsch nach einem
organisierten alpinen Rettungswesen. Am 22. Mai 1896 wird das „Alpine
Rettungscomitee" gegründet. Vorerst ist es in sieben Sektionen
aufgeteilt. Die Lokalstelle Mürzzuschlag wird in Toni Schrufs Hotel
Post eingerichtet. Bereits im November zeigt ein weiteres Unglück auf
dem Stuhleck die Notwendigkeit auf.
Vom Arbeits- zum Sportgerät
DER WEITE WEG VOM TRANSPORTGERÄT ZUM RODELSPASS.
Schleifen und Schlitten sind die ältesten Transportmittel des Menschen.
Vor der Erfindung des Rades sind sie das übliche Verkehrsmittel auf dem
Festland. Holzknechte und Bauern benützen den Schlitten ausschließlich
als Arbeitsgerät. Die Entwicklung führt von einfachen Kufen- oder
Flachschlitten zum Gestellschlitten. Je nach Transportaufgabe und
Einsatzbereich gibt es verschiedene Varianten.
Im 15. Jahrhundert ist der Schlitten ein Luxusartikel für den Adel und
das wohlhabende Bürgertum. Im ländlichen Bereich werden die
Transportschlitten auch zum Abfahren verwendet. Immer öfter taucht der
Begriff „Rodel" auf. Im ausgehenden 19. Jahrhundert entwickelt sich das
Rodeln vom Freizeitvergnügen zum organisierten Sport. Infolge kommt es
zu einer weiteren Ausdifferenzierung (Bob, Skeleton) und zu eigenen
Entwicklungen im Kunstbahn- und Naturbahnrodeln.
Bei dieser Erweiterung dreht sich alles um die alpinen Skistars - von
Toni Sailer über Karl Schranz bis hin zu Marcel Hirscher. Ergänzt wird
diese Ausstellung durch viele persönliche Videos der Sportler und
Sportlerinnen.
Durch die lange Zeit des Sammelns und der Umtriebigkeit der handelnden
Personen besitzt das Museum unzählige Objekte. Eingebettet in ein
internationales fachliches Netzwerk spielt das Museum mit seiner
Sammlung auch weltweit eine bedeutende Rolle. Hervorzuheben ist
besonders die gutbestückte Fachbibliothek, die sowohl von
Wissenschaftlern als auch von Studenten gerne für diverse Erarbeitungen
besucht wird. Hunderte Ski – vom Fortbewegungsmittel vor 2000 Jahren
bis zu den Siegerski von Mikaela Shiffrin und Marcel Hirscher, dazu
unzählige Bindungen, Stöcke, Skiwachse, Schuhe, Bekleidung, Helme,
Skibrillen, Schlitten, Bobs und Rodel, Eisstöcke, Eislaufschuhe,
Medaillen, Plakate, Bücher, Fotos und Bilder, Archivalien. – wieviel
darf es davon sein?
Die Geschichte des Bob
Der Ursprung des Bobsports ist nicht gänzlich geklärt. Fest steht, dass
bereits um 1830 in Amerika und Kanada „bob-sleds" benutzt werden. Mit
zwei verbundenen Schlitten transportieren Holzfäller die Baumstämme.
Die moderne Form des Bobsportes entwickelt sich vor allem in der
Schweiz. Einzelschlitten werden aneinandergereiht. Konstrukteure
entwickeln die Seilsteuerung oder die Lenkung mittels Steuerrad. Nach
1900 erreicht der Bobsport hohes Prestige. Bobs können auch gemietet
werden. Zahlreiche Unfälle sind die Folge. Es entstehen spezielle
Bahnen für den Bobsport - in unserer Region am Semmering. In den 1930er
Jahren setzen sich die Helme für Bobfahrer durch. Die Steuerhauben der
Bobs sind aus Metall. Ab 1950 werden sie aus Kunstharz und Fiberglas
gebaut. Erste Kunsteisbahnen entstehen und werden durch
Schutzvorrichtungen sicherer gemacht. Ende der 1980er Jahre wird ein
„Einheitsbob" definiert. Er soll der Materialschlacht entgegenwirken
und Chancengleichheit gewährleisten.
Die Objekte stehen im Zentrum des Museums, jedes ist irgendwie
einzigartig und erzählt seine ihm eigene Geschichte. Und davon gibt es
Tausende, die kompakt in einem Gebäude gezeigt und als dichte Collage
den Besucher/innen präsentiert werden. Die Sammlung unterteilt sich in die Hauptbereiche Ski- und
Snowboardsport, Eissport, Bob-, Rodel- und Schlittensport, Alpinismus
und lokalhistorische Sammlung mit jeweils vielen weiteren Untergruppen.
Der Ski im Krieg
Der Krieg legt seine Schatten auch auf den Skilauf. Sportler werden zu
Soldaten. Zahlreiche bleiben auf den Schlachtfeldern zurück. Spezielle
Bekleidung und Ausrüstung dienen nicht nur dem Kampf gegen den Feind,
sondern schützen auch gegen die Widrigkeiten des Winters. Mit Beginn
des Winterkrieges in Russland werden Ski und Winterbekleidung unter dem
Motto „Auch Ski sind Waffen" gesammelt. In kürzester Zeit werden 1,5
Millionen Paar Ski zusammengetragen. Die meisten davon kommen jedoch
nicht zum Einsatz. Vielfach wird das Holz in der Not als Brennmaterial
verwendet.
Nacktski, Fellski und Bambusski
Die Ainu sind ein sprachlich von den Altsibiriern unabhängiges Volk.
Ursprünglich lebten sie auf den Kurilen, auf der Halbinsel Sachalin
(Karafuto) und auf Hokkaido (Jesso). Ihre Lebensgrundlage bildete die
Jagd, der Fischfang und das Sammeln von Pflanzen. Die Verwendung von
Schneereifen, Nackt- oder Fellski brachte große Erleichterung. Beim
Nacktski ist die Unterseite nicht mit Fell bedeckt. Typisch für ihn ist
die Vierlochbindung. Der Nacktski fand vorwiegend bei Schlittenfahrten
und bei kurzen Strecken Verwendung. Der Ostsibirische Nacktski ist mit
ca. 2000 Jahren das älteste Objekt im Wintersportmuseum.
Skifahr-Samen
Eine der ältesten Erwähnungen des Skifahrens in Europa steckt in dem um
550 n. Chr. überlieferten Namen der „Skrid-Finnen" - übersetzt
Skifahr-Samen. Das Gebiet der Samen erstreckt sich von Norwegen über
Schweden und Finnland bis nach Russland. Die Samen sind sprachlich ein
finno-ugrischer Volksstamm. Lange Zeit züchteten sie als Nomaden
vorwiegend Rentiere. Heutzutage leben sie vom Fischfang, dem Ackerbau
und der Forstwirtschaft.
Der Stock zum Ski
IN DEN ANFÄNGEN IST DER STOCK MEIST NOCH OHNE STOCKTELLER UND DIENT ALS STÜTZE UND ZUR ERHALTUNG DES GLEICHGEWICHTS.
Allmählich wird der Stock zum Steuern und zum Richtungsändern
eingesetzt. Beim Anstieg wird er zum Fortstoßen und beim Abfahren zum
Bremsen verwendet. Die nordeurasischen Winterjäger benutzen ihre
(Stoß)-Waffe gleichzeitig als Hilfsskistock. Es entwickeln sich
unterschiedliche Stocktypen. Der Schaufelstock wird bei Schnee und
Matsch als „Ruder" benutzt ähnlich einem Stechpaddel. Als richtige
Skistöcke werden erst Stöcke mit einen Schneeteller bezeichnet. Nach
dem Schneeschuhprinzip wird ein tiefes Einbrechen des Stockes in den
Schnee verhindert. Durch den Stockteller ist auch ein Stockschub zum
Beschleunigen möglich. Lange Zeit ist der Einstock vorherrschend, erst
mit dem sportlichen Skilauf setzt sich der Doppelstock durch.
Unterschiedliche Stockteller und Stockgriffe entstehen. Das Material
veränderte sich von Holz und Bambus zu Stahl und Alu. Momentan werden
auch Stöcke aus Fiberglas und Carbon gebaut.
Die Bindung von Schuh und Ski
SKILÄUFER SUCHEN SEIT JEHER DIE PASSENDE BEFESTIGUNGSART DES SCHUHS AM SKI.
Ende des 19. Jahrhunderts hält der Skilauf mit der Meerrohrbindung in
Mitteleuropa Einzug. Einige Formen der Sohlenplattenbindungen sind
bereits vorwiegend aus Metall. Eisenteile werden auch in den
unterschiedlichen Arten der Huitfeldbindung verarbeitet. Über den
Bildsteinstrammer geht die Entwicklung weiter zur Seilzug- oder
Kandaharbindung. Lange Zeit sind Zehen-, Rist-oder Langriemen,
Strammer, Kabel und aufgebogene Eisenbacken in unterschiedlichen
Varianten wichtige Bestandteile. Eine Verbesserung, besonders in
sicherheitstechnischer Hinsicht, bringt der bewegliche Vorderbacken.
Der Fersenautomat revolutioniert Mitte der 1960er Jahre den
Bindungssektor. Bei den nachfolgenden Konstruktionen stehen vor allem
der Sicherheitsaspekt und die optimale Kraftübertragung vom Fuß auf den
Ski im Fokus.
EISLAUFEN VERLANGT EIN WECHSELSPIEL VON SPANNUNG UND LÖSUNG, NACH SYMMETRIE UND PROPORTION, BALANCE UND HARMONIE.
Beim Eishockey wird eine sportliche Gegenwelt konstruiert. Mit dem
Aufsetzen der Maske verwandelt sich der Tormann zum Panther, zum Hexer,
zum Pharao Die Sportmaske wird zur Requisite archaischer Mythen. Der
Eishockeyspieler braucht ein scharfes Auge und die Fähigkeit
vorauszudenken. Er zeichnet sich durch große Beweglichkeit und
Wendigkeit, aber auch durch aggressives Spielverhalten aus.
Temperamentvolle Raufszenen sind keine Seltenheit. Eishockey ist Show.
Ab ca. 4000 v. Chr. werden in verschiedenen Regionen Europas
Knochenschlittschuhe verwendet. Spezielle Kufen schützen die Füße vor
Kälte und ermöglichen gleichzeitig eine lenkbare Fortbewegung. Im 15.
Jahrhundert ist der Eissport ein Freizeitvergnügen. Gelaufen wird auf
Holz-Eisenschlittschuhen. Um 1865 erregt der Amerikaner Jackson Haines
großes Aufsehen. Er verankert seine Stahlkufen fest am Lederschuh und
zeigt in Europa ein tolles Tanzprogramm am Eis. Weitgehend bekannt sind
die sogenannten „Schraubendampfer". Sie werden mit einer Kurbel am
(Alltags-)Schuh befestigt.
Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun: